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#1 Warum eigentlich? von Montalbano 05.07.2010 07:53

So, hier scheints ja wie im Sexshop zu sein. Die machen einen Wahnsinns Umsatz aber keiner geht hin

Darum gleich mal eine provokative Frage: Was fasziniert euch an Liebes- und/oder Erotikromanen.

Natürlich gibts von mir auch gleich die erste Antwort:

Ich lese immer wieder gerne gute und vor allem prickelnde Erotikromane. Der Grund ist genauso banal wie einfach, es geht in erster Linie darum, in eine Gedankenwelt abzutauchen. Und da sind Erotikromane eine willkommene Abwechslung zu den Krimis die ich sonst so lese. Und ganz ehrlich, die ein oder andere Anregung für die Partnerschaft lässt sich natürlich auch sehr gut aus den Büchern ziehen. Der eine holt sich das Kribbeln eben beim Bungee-Springen, der andere bei gut geschriebener Erotik.

So, wer möchte sich noch Outen?

#2 RE: Warum eigentlich? von Annebel 05.07.2010 19:32

Na gut, ich werde mich jetzt also auch 'outen'.

In meiner Teenagerzeit und auch noch einige Jahre später habe ich öfter mal Erotiklektüre herangezogen, von billigem, trivialem Trash bis einigermaßen Anspruchsvollem und musste enttäuscht feststellen, dass ich dem Genre nichts abgewinnen kann. So ließ ich es dann viele Jahre ruhen.
Erst in meinen Dreißigern als ich mit Mangalesen anfing, entdeckte ich dort homoerotische(Mann X Mann) Titel, die aber von Frauen für Frauen gezeichnet wurden. Ich kann's nicht erklären warum, aber plötzlich sprang bei mir etwas an. *lach* Und so probierte ich es später auf dem Gebiet auch mit Romanen - und siehe da, auch hier der gleiche Effekt. Wenn ich darüber nachdenke, ist es nicht so ungewöhnlich, dass sich gerade Frauen für Schwulenerotik interessieren, denn bekanntlich stehen doch auch die meisten Kerle auf Lesbenpornos, oder nicht, Montalbano?

LG Annebel

#3 RE: Warum eigentlich? von Montalbano 06.07.2010 07:40

So hab ichs noch gar nicht betrachtet. Aber es stimmt schon, genz ohne ist die Vorstellung nicht. Wobei ich mir wiederum überhaupt nicht vorstellen kann Erotika mit Mann x Mann zu lesen.
Ich finde es auch sehr Interessant, das die besten erotischen Geschichten von Frauen geschrieben werden. Ihr habt da offensichtlich sehr großes Geschick für.

#4 RE: Warum eigentlich? von Annebel 06.07.2010 09:25

Zitat von Montalbano
So hab ichs noch gar nicht betrachtet. Aber es stimmt schon, genz ohne ist die Vorstellung nicht.

Probier's aus, dann weißt du es.

Zitat von Montalbano
Wobei ich mir wiederum überhaupt nicht vorstellen kann Erotika mit Mann x Mann zu lesen.

Geht mir im umgekehrten Fall (Frau x Frau) genauso.

Zitat von Montalbano
Ich finde es auch sehr Interessant, das die besten erotischen Geschichten von Frauen geschrieben werden. Ihr habt da offensichtlich sehr großes Geschick für.

Ich glaube Frauen haben generell ausschweifendere Fantasien als Männer, wobei ich mich da leider nicht zuzählen kann.

LG Annette

#5 RE: Warum eigentlich? von GeZ 06.07.2010 15:46

Gute Frage.
Letztendlich, weil's gefällt. ,)
Ich halte mich da wie Annebel auch vorzugsweise an Schwulenerotik, aber nicht nur.
Am schönsten finde ich es, wenn die Erotik nicht so arg in den Vordergrund gerückt wird, sondern eher subtil bleibt. Gleiches gilt auch bei Horrorbüchern, bei denen ich es mag, wenn die Horrorelemente einem nicht plump vor die Füße geworfen werden. Wenn einem selbst noch Freiraum zum Nachdenken/ Fantasieren bleibt, wirkt es besser. *g*

#6 RE: Warum eigentlich? von Aphrodite 06.07.2010 15:57

Also so um die 18 und 20 herum, las ich sehr gerne Erotikromane. Heute mag ich sie nicht mehr mit der Kneifzange anfassen. Na ja, zumindest keine schnulzigen Kitsch-Liebesromane
Keine Ahnung warum, aber auf einmal interessierten mich diese Bücher null. Mir geht es schon auf die Nerven, wenn ich in einem historischen Roman auf einmal die Hochzeitsnacht live miterleben muss
Das hat aber gar nichts mit Prüderei oder dgl. zu tun, denn sonst hätt ich das früher ja nicht zu Hauf gelesen! Aber das ist eben schon über 20 Jahre her ...... Erleb das jetzt lieber selber live, als dies in Bücher mit zu verfolgen

#7 RE: Warum eigentlich? von Montalbano 07.07.2010 07:44

@GeZ:

Ich denke auch, das mit dem 'Freiraum zum Nachdenken' ist einer der wichtigsten Punkte. Am Ende geht es doch beim Lesen immer darum in eine Gedankenwelt abzutauchen und je mehr man sich in diese Welt absenken kann, desto interessanter ist das Buch. Plumpe, zu direkte Erotik also eher Pornographie ist nicht mein Ding, weil eben dieses Abtauchen nicht zugelassen wird. Leicht versteckte, nicht alles verratende Erotik ist dann schon etwas was dieses gewisse Prickeln und die Gedanken auslöst.

@Aphrodite:

Mir ging es mit den Krimis die ich Momentan am liebsten Lese genauso. Ich fing mit den Krimis erst mit ca. 25 Jahren an. Wer weis wo mich das Ganze in den nächsten Jahren noch hinführt.

#8 RE: Warum eigentlich? von nicolai 10.07.2010 19:20

Also wenn schon Sex mit unpersönlichem, dann lieber gleich einigermaßen niveauvolle (darüber läßt sich natürlich streiten) Pornos in Filmform, das erscheint mir ehrlicher...
Dazu möchte ich noch anmerken, daß mich die (anscheinend von den meisten Verlagen eingeforderten) obligatorischen Sex- oder Erotikeinschübe in beinahe allen trivialen Büchern und Filmen nicht nur ankotzen (da sie zumeist für den Handlungsverlauf nicht nur absolut verzichtbar wären), sondern sich oft sogar als störend für den Handlungsfluß auswirken, abgesehen davon, daß sie zumeist in ziemlich plumper Weise (variabel : chauvinistisch-protzerisch männliche Vorstellung oder Wunschtraum vernachlässigter Hausmütterchen/was sie oder er gerne hätte, aber sich niemals einzufordern getraut) abgehandelt werden.
Die schlichte Formulierung : "...und sie betrat sein Schlafgemach, gekleidet in ein mehr als freizügiges Hauskleid. Am nächsten Morgen..." empfinde ich als weitaus besser als diverse Schilderungen von Dingen und Handlungen, die ich lieber selbst erlebe und erleben zu lassen pflege (evtl. Anfragen von hübschen jungen Damen bitte via PM ). Wie schon erwähnt, wenn ich über Sex lesen will, dann vertiefe ich mich nicht in einen Kriminalroman oder Thriller (z.B.)...

...noch ein Wort zu : "Warum ist die Darstellung gleichgeschlechtlicher Liebe des anderen Geschlechts so anziehend und interessant für viele Leute ?". Ich denke, daß es leichter fällt, sich die dargestellte Person als Geschlechtspartner vorzustellen, wenn bei der imaginativen Projektion des eigenen Ich auf deren Sexualpartner nicht quasi in Konkurrenz mit dessen dargestellter Person getreten werden muß, soll heißen, als Mann ist es einfacher, sich an die Stelle einer der beiden Frauen zu versetzen als an die Stelle eines hypothetischen männlichen Sexualpartners, da dieser unterbewußt als Rivale angesehen wird. Selbes gilt umgekehrt für Frauen, die lieber die Beziehung zwischen zwei Männern als Projektionsobjekt genießen, als sich der hypothetischen weiblichen Konkurrenz zu stellen (blöd formuliert, zugegeben, aber ich bin heut´ schon zu faul, um es besser zu machen...).

#9 RE: Warum eigentlich? von Aphrodite 12.07.2010 13:19

Zitat
Dazu möchte ich noch anmerken, daß mich die (anscheinend von den meisten Verlagen eingeforderten) obligatorischen Sex- oder Erotikeinschübe in beinahe allen trivialen Büchern und Filmen nicht nur ankotzen (da sie zumeist für den Handlungsverlauf nicht nur absolut verzichtbar wären), sondern sich oft sogar als störend für den Handlungsfluß auswirken, abgesehen davon, daß sie zumeist in ziemlich plumper Weise (variabel : chauvinistisch-protzerisch männliche Vorstellung


Ja, mir geht es genauo und wie ich schon schrieb, hat das nichts mit Prüderei zu tun. Aber diese Szenen sind einfach überflüssig und mehr als nervend! Leider verlangen viele Verlage solchschnulzig, kitschig und verblödetes "Liebesgeschwafel". Da könnt einem wirklich schlecht werden. Ein wirklich gutes Buch hat es absolut nicht nötig mit solch pseudoerotischen Szenen aufzutrumpfen.
Die absolut beliebte und reinste Sucht erzeugenden "Heighlander-Serie" von Diana Gabaldon ist da ein wunderbares (negatives) Beispiel. Habe aufgrund der immensen Begeisterung und Empfehlungen anderer Leser den ersten Band gelesen........ Also - das ist nicht in Worte zu fassen! Obwohl ich meine Bücher wirklich horte und schätze, diese Bände habe ich alle - ungelesen bis auf den ersten - mit Freude verschenkt

#10 RE: Warum eigentlich? von GeZ 12.07.2010 16:48

Zitat von Montalbano
Ich denke auch, das mit dem 'Freiraum zum Nachdenken' ist einer der wichtigsten Punkte. Am Ende geht es doch beim Lesen immer darum in eine Gedankenwelt abzutauchen und je mehr man sich in diese Welt absenken kann, desto interessanter ist das Buch. Plumpe, zu direkte Erotik also eher Pornographie ist nicht mein Ding, weil eben dieses Abtauchen nicht zugelassen wird. Leicht versteckte, nicht alles verratende Erotik ist dann schon etwas was dieses gewisse Prickeln und die Gedanken auslöst.


Ganz genau.

@nicolai & Aphrodite:
In 'normalen' Büchern brauch ich allerdings auch keine Erotik, da stimm ich euch zu. Ist das wirklich eine 'Trenderscheinung', dass das in neueren Büchern Gang und Gäbe ist? (Ich hab nicht so viele neue Bücher, da fällt mir das nicht so sehr auf. Les ja grad eher älteres oder Mangas. *g*)

#11 RE: Warum eigentlich? von nicolai 12.07.2010 19:31

Zitat von Aphrodite

Die absolut beliebte und reinste Sucht erzeugenden "Heighlander-Serie" von Diana Gabaldon ist da ein wunderbares (negatives) Beispiel.



...Du wirst es nicht glauben, aber Gabaldon war auch bei mir die erste Autorin, an die ich automatisch gedacht habe (...selten so was unlesenswertes getroffen...)...

#12 RE: Warum eigentlich? von nicolai 12.07.2010 19:47

Zitat von GeZ
Ist das wirklich eine 'Trenderscheinung', dass das in neueren Büchern Gang und Gäbe ist?


...nicht nur in Büchern, auch in Filmen, und das schon seit mindestens zwei Jahrzehnten; völlig unerheblich, ob die obligatorische Sex- und Beischlafszene erzählungstechnisch sinnig oder handlungsrelevant ist, sie muß rein...
Ich tendiere mittlerweile bereits dazu, davon auszugehen, daß sich die Qualität von Filmen umgekehrt proportional zur Anzahl der im jeweiligen Film gezeigten Nackt- und Beischlafszenen verhält, sprich je mehr davon, desto mieser der Film an sich; und mit Büchern verhält es sich meiner Ansicht nach ebenso, je mehr ein literarisches Erzeugnis auf billige Sex- und Erotikbeschreibungen zurückgreifen muß, desto minderer seine Qualität (natürlich gibt´s tatsächlich Ausnahmen, aber was in diesem Forum so hochgejubelt wurde, zählt nicht dazu !).
Jede(r) nach seinem/ihrem Geschmack, sag ich nur, obwohl anscheinend guter Geschmack und einigermaßen akzeptables Niveau heutzutage (besieht man sich, womit die Regale der Diskont- und Massenbuchläden so gefüllt sind) ziemliche Mangelware darzustellen scheinen...

#13 RE: Warum eigentlich? von JennyB 12.07.2010 22:09

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Ich oute mich mal: Ich lese extrem gerne schöne Liebesromane, gerne auch mit Erotikanteil. Mir gefallen zwar nur wenige wirklich gut - aber die, die mir gefallen, könnte ich dann immer und immer und immer wieder lesen.
Ich bin im realen Leben eher kühl, berechnend, absoluter Kopfmensch und sehr umromantisch (Kitschallergiker) - wenn ich lese, möchte ich dazu einen Ausgleich und leidenschaftliche Gefühle jenseits aller Vernunft gebote bekommen. Das gibt mir persönlich mehr Entspannung und Genuss als politische Intrigen oder verzwickte Kriminalfälle.
Zum Ausgleich dazu lese ich auch gerne Horror oder Psychothriller. Diese Bücher können mir durchaus auch gefallen aber sie bewegen nicht so viel in mir wie eine romantische Lovestory.

Was ich auch ein wenig schade finde, ist der Quotensex, den inzwischen fast jedes Buch aufbieten muss. Abseits des Liebesromans kann ich auch gut und gerne auf Sexszenen verzichten. Manchmal merkt man leider auch deutlich, dass die Autoren die erotischen Szenen nicht gerne schreiben, sondern weil "sie ins Buch müssen". Sowas verleidet mir einiges, das muss echt nicht sein.

Aber einen LiRo ohne Liebe und Sex? Geht gar nicht! Daher verstehe ich auch nicht, warum man sich einen Gabaldon kauft (einen historisch/phantastischen Liebesroman) und sich dann über Sex- und Liebesszenen beschwert. Das ist ja, als würde ich mir einen Krimi holen, und mich darüber ärgern, dass da Leichen vorkommen.

Mich persönlich interessieren Krimis nicht mehr. Früher habe ich sie gerne gelesen, aber ich bin sie einfach satt und finde da schon lange nicht mehr, was ich suche.
Schön, dass der Buchmarkt groß ist, da findet jeder was Passendes.

LG Jenny

#14 RE: Warum eigentlich? von Aphrodite 16.07.2010 11:32

Zitat
Aber einen LiRo ohne Liebe und Sex? Geht gar nicht! Daher verstehe ich auch nicht, warum man sich einen Gabaldon kauft (einen historisch/phantastischen Liebesroman) und sich dann über Sex- und Liebesszenen beschwert. Das ist ja, als würde ich mir einen Krimi holen, und mich darüber ärgern, dass da Leichen vorkommen.


Also da muss ich heftig widersprechen!! Erstens hinkt der Vergleich und zweitens stimmt es einfach nicht, dass eine feine Liebesgeschichte unweigerlich auch mit Sexszenen ausgeschmückt sein muss.
Nehmen wir als Beispiel Georgette Heyer: Das sind zwar Liebesromane, aber von feiner Qualität und höherem Niveau (ohne jetzt mit irgendeinem Autor zu vergleichen, kenn da keine Bücher). Heyer kommt total ohne Sexszenen aus und schreibt mit subtilem Humor. Das sind LR die ich noch am ehesten lese - wenn schon. Oder Jane Austen. Geht es in ihren Büchern im Grunde ja auch um nichts anderes als die Liebe. Oder man denke an "Jane Eyre" von Charlotte Bronte, auch das ist kein schnulziger Liebesroman, obwohl das Hauptthema eine Liebesgeschichte ist!
Es gibt also sehr wohl LR die ohne Kitsch und Sex auskommen.
Den ersten Band der "Highlander-Saga" habe ich aufgrund zahlreicher Empfehlungen in einem Forum gelesen, und ziemlich schnell wusste ich dass ich auf diese Empfehlungen und Prophezeiungen (ich werde süchtig danach werden, die Bücher werden mir mit SICHERHEIT gefallen, ich werde beigeistert sein...) hätte nichts geben sollen.

Um nochmal auf Punkt 2 zurückzukommen: Auch bei den Krimis gibt es die Sparte, die mit psychologischer Raffinesse geschrieben sind ( a la Agahtha Christie, P.D. James, Mary Higgins Clark...) oder welche, bei denen das Blut nur so strömt und es nur um Abschlachterei etc. geht. Man kann in keinem Genre alle Bücher und Autoren in einen Topf werfen.

Abgesehen davon gilt immer noch der Geschmack des einzelnen und wenn jemand die heißen Sexszenen liebt, dann bitte. Das steht jedem frei, nur ich lass die Finger von diesen Büchern.
Außerdem, Jenny, glaube ich nicht, dass du ein absoluter "Kopfmensch" bist. Dein Beruf wird einfach fordern, dass du kühler und emotionslos agierst, da du sonst deinen Job nicht gut machen würdest. Aber ein Gefühlsmensch bist du allemal, denn sonst würdest du diese Romane nicht lesen Das eine schließt eben das andere nicht aus

#15 RE: Warum eigentlich? von JennyB 08.08.2010 23:55

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Hi Daniela,

au sorry, ich hatte deine Antwort völllig übersehen. Ich wollte dich aber nicht ignorieren.

Da hast natürlich recht, es gibt sehr wohl Liebesromane ohne das kleinste Kribbeln. Meinem "Geht gar nicht" fehlt eindeutig ein kleiner Smily
Wie du ja selbst bemerkt hast, gibt es auch Krimis ohne Leichen, und desweiteren ist das - selbstredend - Geschmackssache.
Nur finde ich es halt etwas seltsam, wenn jemand einen modernen LiRo zur Hand nimmt, und sich dann über Sexszenen wundert oder aufregt, dass sie da sind. (Nicht, dass du das getan hättest, aber oft ist genau dies der Fall.)


Mit Georgette Heyers kann man mich z.B. jagen, was aber weniger an der fehlenden Erotik, sondern mehr an den ausschweifenden, sich wiederholenden Beschreibungen aller möglichen und unmöglichen Kleidungsstücke liegt. Sowas finde ich kitschig. Und ja, mir fehlt ein wenig Körperlichkeit in solchen Büchern. Ich meine, ich bin dabei, wie die Frau sich - stundenlang - ankleidet, lausche ihren Gedanken, dem, was sie bewegt. Und wenn es dann dazu kommt, dass etwas so Bewegendes ansteht, wie ihr erster Sex mit dem Hoschi, den sie liebt, dann finde ich das ... seltsam.
Nun frage ich mich allerdings: Würde G.H. heute immer noch so keusch schreiben? Jane Austen, da bin ich mir sicher, würde rausholen was geht, das tat sie damals schon, wenn auch sehr .. gebremst.
Gibt es heute eigentlich noch Liebesromane ohne den kleinsten Hauch Erotik? Ich spreche ausschließlich von aktuellen Büchern, dass es 19schlagmichtot anders war, ist mir bewusst.

Kitsch allerdings scheint mir relativ. Dass, was ich von G.H. oder Jane Austen gelesen habe, empfand ich schon als sehr kitschy, wenn auch stimmig! Aber kischiger als Gabaldon in jedem Fall.
Womit ich nicht sagen muss, dass man ihre Bücher mögen muss. Ich mag selbst nur das erste, alle anderen finde ich sterbenslangweilig.

Mein "Beruf" erfordert übrigens sehr viel Gefühl; ich bin Vollzeitmutter und nebenbei schreibe ich mehr Liebesromane als ich lesen kann. Aber "abseits des Buches" bin ich eben sehr kaltschnäuzig, weshalb ich diese Art Buch zum Ausgleich genieße. Dies nur, um das Klischee zu entkräften, nur sehr romantsch veranlagte Menschen würden LiRos lesen. Was ich gelesen schön finde, würde mich in der Realität zum Wegrennen anregen. Ehrlich, ist so.

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