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#31 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Skyline 29.04.2016 12:51

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Zitat von Mira im Beitrag #29

Liz die liebe und gute Tochter/ Nichte und Louis der im grunde auch gut ist, was die Szene mit seiner Mutter zeigt, aber irgendwie auf den Falschen Weg geraten ist.


Naja, "irgendwie auf den falschen Weg geraten" ist gut. Auf mich wirkte es so, als habe er sich der Gruppe freiwillig angeschlossen, weil er dachte, dass man dort gutes Geld verdienen kann. Und es wirkte auf mich so, als wäre es ihm wichtig, in der Gruppe angesehen zu werden (denn es störte ihn, dass er der Kleine war).

Zitat von Mira im Beitrag #29

Ein wenig ist stocken bin ich gerade Zeitlich gekommen.
Das Buch startet im April, dann vergehen ein paar Tage, dann kommen die 14 Tage schlafentzug ( gott das könnte ich gar nicht ) dann vergehen wieder ein paar Tage wo sie dann ein Date mit dem anderen Typen hat und dann kommt das gespäch mit ihrer Tante.
Wir müssten dann so mitte bis ende Mai sein. In der Zeit wird immer kurz ihre Träume erwähnt.
Und dann sind wir auf einmal Ende Juni bei diesem Markt.
Was ist denn in diesen 4 Wochen so passiert? mhmm vielleicht kommt ja noch eine Rückblende, aber komisch ist das gerade etwas.


Auf die Zeit habe ich gar nicht so geachtet, aber man muss doch nicht jeden Tag haarklein beschreiben, wozu gibt es Zeitsprünge?
Ich glaube also nicht, dass es einen Rückblich zu den 4 Wochen geben wird. Da wird vermutlich der Alltag ganz normal gelaufen sein, Schule, Träumen, Arbeiten...etc.

#32 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Skyline 29.04.2016 12:56

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Zitat von Jenny Benkau im Beitrag #20
Zitat von nicigirl85 im Beitrag #19

Ich fand es erst einmal komisch, dass beide Namen mit L starten,


Ein paar (ziemlich viele) Jahre galt es auch als ungeschriebenes Gesetz, dass Hauptfiguren niemals mit dem gleichen Buchstaben beginnen dürfen.
Das kommt ursprünglich aus dem Heftroman und wurde dann auf sämtliche Genreliteratur ausgeweitet. Daher ist man es wirklich nicht gewöhnt und reagiert irritiert, weil man denkt: Da ist etwas anders als meist - da stimmt etwas nicht. Zum Glück löst sich das langsam auf - ich finde nämlich, man kann von Lesern schon ein bisschen Konzentration einfordern, auch im Jugendbuch.



Ich fand gerade die Tatsache, dass beide Namen mit demselben Buchstaben beginnen toll, so ist es eine Alliteration, wenn man sie nebeneinander schreibt Und wer mag bitte keine Alliterationen?

Aber dieser historische Einblick ist spannend, denn ich wusste gar nicht, dass es ein "No Go" war, die Figuren mit demselben Buchstaben beginnen zu lassen. Ich frage mich, warum das so war/ist, weil mir die Anfangsbuchstaben der Namen eignetlich egal sind Hauptsache, die Namen klingen gut zusammen und Liz und Louis klingt doch richtig klasse, wenn man es ausspricht :)

#33 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Jenny Benkau 29.04.2016 14:19

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Das No-Go mit den Alliterations-Namen war mir ehrlich gesagt auch immer unverständlich. Es hieß oft, die Leser würden die Figuren dann nicht auseinanderhalten können. Ich fand das immer schon absurd, für mich trifft das höchstens auf Nebenfiguren mit sehr ähnlichen Namen zu - Gregor und Georg z.B..
Ich fand es in jedem Fall sehr schön, dass meine Lektorin Liz & Louis gleich durchwinkte mit dem Kommentar: Leser*innen sind doch nicht blöde.

Zu Louis' Motivation, sich der Gang anzuschließen, kommen wir in den folgenden beiden Abschnitten. Auch, warum es schwierig bis unmöglich für ihn war, einen Schülerjob zu finden. (Und das IST unter 16 tatsächlich sehr schwierig - meine Tochter sucht auch seit Monaten etwas und findet nichts außer Babysitten im Privathaushalt - was sie bei Fremden nicht möchte, seit einem Film, in dem die babysitterin vom Hausherrn ermordet wurde ...

Ich habe einen ziemlichen Zeitsprung machen müssen, weil alles weitere, was in der Zeit passiert, für die Handlung nicht von großer Bedeutung ist und man gerade zu Anfang natürlich straff erzählen muss, damit dem Leser nicht langweilig wird.
Dazu zählt das Tattoo. Louis wird sicher versucht haben, den Gutschein ausgezahlt zu bekommen. Aber das wird nahezu kein Geschäft mitmachen - warum auch? Und wie hätte er das seiner Mutter erklären sollen? In der Szene ist mir übrigens bewusst geworden, dass sie ihn wirklich liebt, denn sie muss tatsächlich hart gespart haben, um vom Hartz4 trotz ihrer Sucht so viel Geld zusammenzubekommen. Es ist ihr wichtig, dass Louis auch mal Teenager sein kann, auch wenn ihm ihre Krankheit das von Grund auf versaut. Sie wünscht es sich anders, aber sie hat nicht die Kraft, es zu ändern.

Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt und aus Autorensicht sind Verhältnisse, wie die, in denen Louis lebt, für mich sehr interessant (auch wenn das gemein klingt). Aber Menschen, die so aufwachsen und leben, stehen permanent unter Druck und der kleinste Fehltritt, kann ganz fatale Konsequenzen haben. Das ist ein Teufelskreislauf und das ist nicht nur dramaturgisch sehr ergibig, sondern vor allem psychologisch.
Daher ist es für mich auch kein Klischee, sondern eine Realität, die sich wahnsinnig oft da draußen findet.
Gegenden, in denen es kaum einen Jugendlichen gibt, der nicht irgendwas Illegales auf dem Kerbholz hat, gibt es in nahezu jeder Großstadt.

Mich lockt das, weil es viel Konflikt bietet, und wahnsinnig viele Möglichkeiten, die Psyche einer Figur erst zu verpacken und dann nach und nach, Schicht für Schicht, zu entblättern. Zu so etwas wird es bei Menschen aus normalen Verhältnissen gar nicht kommen, weil sie die Notwenigkeit des "Verhüllens" in aller Regel überhaupt nicht haben. Dazu kommen wir in Abschnitt drei - da erzähle ich euch was von meiner "Karriere" als Kleinganovin

#34 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Helen07 29.04.2016 16:45

Zitat von Jenny Benkau im Beitrag #33
D
Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit ist ein Thema, das mich sehr beschäftigt und aus Autorensicht sind Verhältnisse, wie die, in denen Louis lebt, für mich sehr interessant (auch wenn das gemein klingt). Aber Menschen, die so aufwachsen und leben, stehen permanent unter Druck und der kleinste Fehltritt, kann ganz fatale Konsequenzen haben. Das ist ein Teufelskreislauf und das ist nicht nur dramaturgisch sehr ergibig, sondern vor allem psychologisch.
Daher ist es für mich auch kein Klischee, sondern eine Realität, die sich wahnsinnig oft da draußen findet.
Gegenden, in denen es kaum einen Jugendlichen gibt, der nicht irgendwas Illegales auf dem Kerbholz hat, gibt es in nahezu jeder Großstadt.

Mich lockt das, weil es viel Konflikt bietet, und wahnsinnig viele Möglichkeiten, die Psyche einer Figur erst zu verpacken und dann nach und nach, Schicht für Schicht, zu entblättern. Zu so etwas wird es bei Menschen aus normalen Verhältnissen gar nicht kommen, weil sie die Notwenigkeit des "Verhüllens" in aller Regel überhaupt nicht haben. Dazu kommen wir in Abschnitt drei - da erzähle ich euch was von meiner "Karriere" als Kleinganovin


Sehr schön, dass Du dieses Thema Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit aufgreifst. Ehrlich gesagt habe ich mich schon gefragt wie man als Autor/in an solche Themen rangeht.

Sammelt man Informationen zum Thema Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit, um sich einigermaßen in die Psyche der suchtkranken Menschen reinzuversetzen? Oder sind es eigene Beobachtungen? Oder spricht man mit Behandlern von suchtkranken Menschen bzw. "besucht" eine Einrichtung von suchtkranken Menschen?! Ist dies überhaupt möglich? So nach dem Motto "schreibe ein Buch" und "benötige Informationen" (klingt jetzt vielleicht gemein, ist aber überhaupt nicht so gemeint)![/i]

#35 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Skyline 29.04.2016 19:53

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Zitat von Jenny Benkau im Beitrag #33
Das No-Go mit den Alliterations-Namen war mir ehrlich gesagt auch immer unverständlich. Es hieß oft, die Leser würden die Figuren dann nicht auseinanderhalten können. Ich fand das immer schon absurd, für mich trifft das höchstens auf Nebenfiguren mit sehr ähnlichen Namen zu - Gregor und Georg z.B..
Ich fand es in jedem Fall sehr schön, dass meine Lektorin Liz & Louis gleich durchwinkte mit dem Kommentar: Leser*innen sind doch nicht blöde.

Bei Nebenfiguren geht es mir auch oft so oder dann, wenn es zu viele Figuren werden (Stichwort: Game Of Thrones). Und genau, das sind sie ganz und gar nicht! Ich rege mich ja oftmals darüber auf, wenn in Büchern bestimmte Dinge immer wieder wiederholt werden (da kriege ich graue Haare), denn ich bin sehr wohl imstande mir gewisse wichtige Äußerlichkeiten, Wesenszüge, Umstände oder was auch immer zu merken. Wenn das dann aber wiederholt wird, denke ich, dass der/die Autor/in denkt, ich sei als Leser nicht fähig, mir solche Dinge zu merken. (diesbezüglich habe ich bei "Wenn wir fallen" ein Auge auf die flussgrünen Augen und das braune-nicht-ganz-braune-blonde-nicht-ganz-blonde Haar geworfen, mal sehen, ob das noch öfter vorkommt, heute beim Weiterlesen ist es mir ein paar mal ins Auge gestochen...)

Zitat von Jenny Benkau im Beitrag #33

Zu Louis' Motivation, sich der Gang anzuschließen, kommen wir in den folgenden beiden Abschnitten. Auch, warum es schwierig bis unmöglich für ihn war, einen Schülerjob zu finden. (Und das IST unter 16 tatsächlich sehr schwierig - meine Tochter sucht auch seit Monaten etwas und findet nichts außer Babysitten im Privathaushalt - was sie bei Fremden nicht möchte, seit einem Film, in dem die babysitterin vom Hausherrn ermordet wurde ...

Die Auflagen, Jugendliche bei sich einzustellen sind ja auch größer bzw. man muss mehr Dinge beachten, als würde man einen Erwachsenen einstellen, darum tun viele Jobgeber dies vermutlich nicht. Ich habe früher Nachhilfe gegeben, das hat gutes Geld eingebracht und ich hatte so eine gute Übung weil ich den Schulstoff wiederholt habe (vielleicht ja was für deine Tochter? :D). Aber so beim ersten Kennenlernen von Louis fragt man sich natürlich, ob er versucht hat, einen Schülerjob zu bekommen. Ich bin aber gespannt, was wir da noch über ihn erfahren werden.
Welchen Film hat deine Tochter denn da gesehen?

Und wegen dem Tattoo: da hätte ich natürlich dran denken können, dass das auch in den Zeitsprung gefallen ist Ahh also hat sie gespart, ich hatte schon die wildesten Spekulationen Ich finde aber auch, dass man sieht, dass sie ihn liebt, denn Louis betont ja öfter, dass sie nicht so viel getrunken hat und sich Mühe gegeben hat als er an seinem Geburtstag zu Hause ist. Das rechnet er ihr ja hoch an und wenn sie für seinen Geburtstag versucht, halbwegs nüchtern zu sein (was ja für Alkoholabhängige wirklich schwer ist, je nach Schweregrad der Erkrankung!) dann kann man ihrr das auch hoch anrechnen und daran erkennen, dass sie ihn liebt :)

Zitat von Jenny Benkau im Beitrag #33

Daher ist es für mich auch kein Klischee, sondern eine Realität, die sich wahnsinnig oft da draußen findet.
Gegenden, in denen es kaum einen Jugendlichen gibt, der nicht irgendwas Illegales auf dem Kerbholz hat, gibt es in nahezu jeder Großstadt.


Für Romane bietet diese Thematik wirklich viel Stoff, weil man auf so viele verschiedene Bereiche eingehen kann. Klischee ist das für mich auch nicht. Ich meinte damit einfach, dass es mir schon oft in Romanen begegnet ist und es dort häufig so ist, dass die (männlichen) Figuren aus z.B. einem sozialen Brennpunkt kommen(ein literarisches Klischee sozusagen, an dem sich die Romane bedienen). Das Interesse dahinter verstehe ich, denn es ist ja auch spannend zu lesen, weil die Figuren meist sehr tiefgründig sind, viel erlebt haben und es interessant ist, ihre Gedankenwelt mitzuverfolgen.
Aber ich glaube auch, dass auch hinter den Figuren, die aus besseren Verhältnissen kommen, mehr stecken kann (siehe Liz ). Darum ist "Wenn wir fallen" bisher sehr spannend inszeniert.
Zitat von Jenny Benkau im Beitrag #33

Dazu kommen wir in Abschnitt drei - da erzähle ich euch was von meiner "Karriere" als Kleinganovin

JETZT bin ich aber wirklich neugierig, was wir da dann zu hören kriegen!

#36 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von sarista 30.04.2016 19:02

Da ich das Buch seit gestern auch endlich habe, musste ich heute natürlich direkt starten - und mich dann zwingen zur Abschnittsgrenze wieder aufzuhören, denn ich war so im Lese-Sog drin, dass ich am liebsten in einem Rutsch bis zum Ende gelesen hätte.

Tja, was sage ich nun zum ersten Abschnitt? Ein typischer Benkau-Roman trifft es wahrscheinlich am besten, ist aber ein wenig kurz, deswegen schmücke ich das mal noch ein bisschen aus^^

Ich liebe den Schreibstil! Dass er bei beiden Protagonisten ein wenig variiert finde ich großartig und das beide sich trotz der Unterschiede gleich gut lesen natürlich auch. Man kann flüssig weiterlesen und die Seiten fliegen nur so dahin.

Der Einstieg mit dem Traum hat mir gut gefallen, auch wenn ich normalerweise nicht so auf Traumsequenzen in Büchern stehe, machen sie hier Sinn und wurden kurz genug gehalten. Die Handlung selbst gefällt mir auch und es war von Beginn an Spannung und Interesse da. Ich hab beide Charaktere schnell ins Herz geschlossen, bin aber gerade bei Louis gespannt, was da noch an Erklärungen kommt, denn für Raubüberfälle kann es eigentlich keine Entschuldigung geben... ich hoffe mal, dass ich ihn nach der Erklärung besser verstehe und die Sympathie dann noch da ist. Es hat auf jeden Fall geholfen, dass er Liz direkt beschützen wollte und sich dann auch bei ihr entschuldigt hat.

Einziges Mini-Manko bisher sind die Zeitsprünge. Klar, die waren wahrscheinlich nötig, damit es spannend bleibt, aber mich stört es immer ein bisschen, wenn da einfach steht "vier Wochen später" und keine Erklärung folgt. Ich hab dann das irrationale Gefühlt, dazwischen was verpasst zu haben^^ Aber das ist wirklich nur eine Mini-Sache, die mir wahrscheinlich kaum weiter aufgefallen wäre, wenn ich für Leserunde und Rezension nicht so genau hinschauen würde. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss zurück zu Liz und Louis^^

#37 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von sarista 30.04.2016 19:05

Zitat von Jenny Benkau im Beitrag #20
Zitat von nicigirl85 im Beitrag #19

Ich fand es erst einmal komisch, dass beide Namen mit L starten,


Ein paar (ziemlich viele) Jahre galt es auch als ungeschriebenes Gesetz, dass Hauptfiguren niemals mit dem gleichen Buchstaben beginnen dürfen.
Das kommt ursprünglich aus dem Heftroman und wurde dann auf sämtliche Genreliteratur ausgeweitet. Daher ist man es wirklich nicht gewöhnt und reagiert irritiert, weil man denkt: Da ist etwas anders als meist - da stimmt etwas nicht. Zum Glück löst sich das langsam auf - ich finde nämlich, man kann von Lesern schon ein bisschen Konzentration einfordern, auch im Jugendbuch.

Hier hat das aber einen Hintergrund: In der Ursprungsversion der Geschichte war Louis nämlich nur eine Nebenfigur, allerdings (wie durch die Träume bereits angezeigt) mit Liz durchaus auf gewisse Weise verbunden. Diese Verbindung wollte ich mit den leicht ähnlich klingenden Namen symbolisieren. Ursprünglich hatte Louis einen Bruder und die beiden haben den Plot unter sich aufgeteilt: Der Bruder den Love-Plot und Louis den Crime-Plot. Als wir dann dramaturgisch intensiv am Roman gearbeitet haben, und ich psychologisch durch die Mangel musste, wurde dann klar, dass ich den Plot geschwächt habe, indem ich Louis geschont und ihm einen Bruder geschaffen habe, der seine Probleme lösen sollte. Wie gut, wenn man mal Gott ist, und den dann einfach nachträglich ausradieren kann


Ich muss an der Stelle jetzt mal was gestehen: ich achte normalerweise wirklich null auf die Namen in Romanen, zumindest nicht bei den Protagonisten. Die vergesse ich nach dem Lesen meistens als erstes oder ich habe sie mir von Beginn an nicht gemerkt. Deswegen stört es mich auch überhaupt nicht, wenn die Hauptfiguren-Namen mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Das ist mir - bis ich hier die Diskussion gelesen habe - nicht mal aufgefallen

Anders ist das bei Nebenfiguren, da ist nichts nerviger als wenn die alle ähnlich heißen und am besten auch noch ähnlich aussehen^^

#38 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Jenny Benkau 01.05.2016 11:03

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Das mit den Zeitsprüngen kann ich total gut verstehen.
Ich überlege da auch immer endlos dran herum und schreibe am allerliebsten Romane, die in wenigen Tagen spielen, weil ich Zeitsprünge selbst nicht mag. Das war hier aber nicht möglich, weil Louis natürlich eine gewisse Zeit braucht, sich bei Sputnik einzunisten. Das auszuerzählen, hätte aber zu einem "dramaturgischen Ungleichgewicht" geführt, welches bewirkt, dass der Leser das Buch hinterher als langweilig empfindet ("Längen", "zieht sich") und zwar vollkommen unabhängig davon, ob etwas passiert oder nicht. Dramaturgie und die damit verbundene Leserpsychologie habe ich vor "Wenn wir fallen" erst gelernt; ein Beispiel, wo ich das nicht beachtet habe, weil ich noch nicht wusste, wie bedeutsam es ist, ist z.B. Himmelsfern. Es ist tatsächlich so, dass einige Rezensenten da Längen bemängeln, obwohl ständig etwas passiert. Der Grund: Die dramaturgischen Punkte sitzen nicht an ihren Plätzen, was als "Länge" empfunden wird.
Sehr spannendes, sehr komplexes Theme, hat auch ein paar Romane gebraucht, bis ich es in der Theorie begriffen habe - und die praktische Anwendung ist dann noch mal etwas anderes

#39 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Lainybelle 01.05.2016 21:50

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Zitat von sarista im Beitrag #37
Ich muss an der Stelle jetzt mal was gestehen: ich achte normalerweise wirklich null auf die Namen in Romanen, zumindest nicht bei den Protagonisten. Die vergesse ich nach dem Lesen meistens als erstes oder ich habe sie mir von Beginn an nicht gemerkt. Deswegen stört es mich auch überhaupt nicht, wenn die Hauptfiguren-Namen mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Das ist mir - bis ich hier die Diskussion gelesen habe - nicht mal aufgefallen
Echt? Das finde ich jetzt ja interessant! Für mich machen die Namen auch immer einen Teil vom Gesamtbild aus, das ich von den Figuren bekomme. Mit Namen verbindet man ja auch schon immer eine bestimmte Vorstellung. Kommt man da nicht schnell durcheinander, wenn man sich die Charaktere nicht in Zusammenhang mit ihren Namen merkt? Oder behältst du dir dann eher die Charaktereigenschaften?

#40 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von sarista 02.05.2016 20:11

Zitat von Lainybelle im Beitrag #39
Zitat von sarista im Beitrag #37
Ich muss an der Stelle jetzt mal was gestehen: ich achte normalerweise wirklich null auf die Namen in Romanen, zumindest nicht bei den Protagonisten. Die vergesse ich nach dem Lesen meistens als erstes oder ich habe sie mir von Beginn an nicht gemerkt. Deswegen stört es mich auch überhaupt nicht, wenn die Hauptfiguren-Namen mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Das ist mir - bis ich hier die Diskussion gelesen habe - nicht mal aufgefallen
Echt? Das finde ich jetzt ja interessant! Für mich machen die Namen auch immer einen Teil vom Gesamtbild aus, das ich von den Figuren bekomme. Mit Namen verbindet man ja auch schon immer eine bestimmte Vorstellung. Kommt man da nicht schnell durcheinander, wenn man sich die Charaktere nicht in Zusammenhang mit ihren Namen merkt? Oder behältst du dir dann eher die Charaktereigenschaften?


Hm, so genau kann ich deine Frage gar nicht beantworten. Ich halte die beim Lesen irgendwie automatisch auseinander, zumindest wenn der Autor seinen Job gut gemacht hat. Wenn die Nebenfiguren allerdings nicht richtig charakterisiert sind, komm ich tatsächlich schnell durcheinander - das würde mir allerdings bestimmt auch passieren, wenn ich auf die Namen achten würde. Ich hatte letztens zum Beispiel ein Buch, bei dem ich mir bis zum Schluss nicht merken konnte, welche der beiden Protagonisten welche ist, aber da war auch wirklich alles sehr schwammig gehalten und die Figuren waren einfach nicht richtig greifbar.

#41 RE: 1. Abschnitt: S. 5 - 92 von Mira 06.05.2016 18:50

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Zitat von sarista im Beitrag #36

Einziges Mini-Manko bisher sind die Zeitsprünge. Klar, die waren wahrscheinlich nötig, damit es spannend bleibt, aber mich stört es immer ein bisschen, wenn da einfach steht "vier Wochen später" und keine Erklärung folgt. Ich hab dann das irrationale Gefühlt, dazwischen was verpasst zu haben^^ Aber das ist wirklich nur eine Mini-Sache, die mir wahrscheinlich kaum weiter aufgefallen wäre, wenn ich für Leserunde und Rezension nicht so genau hinschauen würde. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss zurück zu Liz und Louis^^


genau so geht es mir auch.
Mir wäre warscheinlich nicht mal ganz bewust geworden das es 4 wochen waren, wenn ich nicht an der Stelle mit dem lesen aufgeört hätte.

Bei Hörbüchern fällt mir das aber mehr auf, und meisten hole ich mir dann immer noch das Buch später dazu, weil ich dann immer noch mal schauen kann ob es nicht wirklich so geschrieben ist, oder ob genau diese Stelle gekürzt wurde.
Meistens sind es auch total unwichtige Sachen, und es ist egal ob sie da stehn oder nicht, aber irgendiw ist es bei mir so ein komisches gefühl. Wenn so Zeitsprünge sind.

aber weiter zum Buch:
Der Tankstellen überfall war ja was, da sehen sich die beiden nun.
Und auch da kommt wieder die Sache mir so vor als ob Louis das im grunde alles gar nicht will, aber macht nur wiel es Geld braucht.
Er hätte Liz auch verraten können.

Wie Liz ihn nach her sucht ist auch interesannt genau so wie die Tatsache der er denkt das sie in verraten hat.
Oh man was für Gedanken da im Raum sind. Hat sie hat sie nicht und warum nicht usw.

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