#1 Scherbenmädchen - Liz Coley (ab 14 J.) von nicigirl85 04.04.2015 16:26

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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (one by Lübbe); Auflage: Aufl. 2015 (12. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3846600067
ISBN-13: 978-3846600061
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre

Inhaltsangabe:

Angie ist dreizehn Jahre alt, als sie entführt wird. Erst drei Jahre später taucht sie wieder auf. Doch sie kann sich an nichts erinnern. Auch nicht daran, woher die Narben an ihren Fußgelenken stammen. Kleine Frau, Pfadfinderin und Engel könnten ihr helfen, die Vergangenheit Stück für Stück wieder zusammenzusetzen. Denn jede von ihnen trägt einen kleinen Teil von Angies dunklem Geheimnis in sich. Doch sie wissen, dass Angie das gesamte Ausmaß des Erlebten nicht ertragen kann. Sie würde zerbrechen ...

Meine Meinung:

Titel: Ein Leben in Scherben...

Jugendbücher zählen zu meinem bevorzugten Genre und da der Klappentext so spannend klang und ich von der Autorin noch nichts gelesen hatte, begann ich ohne großartige Erwartungen zu lesen. Doch was man hier als Leser geboten bekommt kann man kaum in Worte fassen.

Im Buch geht es um die 16 jährige Angie, die drei Jahre lang spurlos verschwunden war. An diese Zeit kann sie sich jedoch nicht erinnern.
Angies Eltern sind derweil total überrumpelt, haben sie doch alle Hoffnungen längst aufgegeben ihre Tochter je wiederzusehen. Gemeinsam mit einer Psychologin versucht Angie sich zu erinnern. Wird ihr dies gelingen?

Liz Coley schafft es mit ihrem liebevollen Schreibstil den Leser absolut in ihren Bann zu ziehen.

Angie als Charakter ist etwas ganz Besonderes. Man ahnt, dass ihr etwas Schlimmes widerfahren ist und dennoch ist sie so stark und mutig. Das war für mich sehr beeindruckend und ich wollte alles über sie erfahren.

Im Verlauf der Story tun sich dann die Abgründe auf, die Angie erleiden musste. Der Roman bietet immens viel Raum für Hypothesen und Mutmaßungen und letztendlich wird man dann immer wieder aufs Neue überrascht.

Der Stoff der Geschichte ist harter Tobak und nichts für Menschen mit schwachen Nerven. Nie hätte ich gedacht, dass in einem Jugendthriller so etwas verarbeitet wird.

Besonders interessant für mich war das Thema multiple Persönlichkeitsstörung. Der Autorin gelingt es davon ein eindrückliches Bild zu entwerfen.

Fazit: Ein Jugendbuch, das zum Nachdenken anregt und für alle Altersklassen lesenswert ist. Mich hat die Handlung total geflasht und ich kann eine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen.

Bewertung: 5/ 5 Sternen

#2 RE: Scherbenmädchen - Liz Coley (ab 14 J.) von LizzyCurse 05.05.2015 21:48

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Angie verschwindet auf einem Ausflug vom Erdboden. Jede noch so verzweifelte Suche bleibt erfolgslos, bis die Eltern die Hoffnung schon beinahe verloren haben. Bis Angie drei Jahre später unverhofft wieder vor ihrer Türschwelle steht. Doch sie kann sich an nichts erinnern, denkt noch immer es wären nicht mehr als ein paar Tage vergangen seit ihrem Verschwinden. Gemeinsam mit einer Psychologin macht sie sich auf die Suche nach ihren verschollenen Erinnerungen und nach sich selbst.

Wir begegnen einem jungen Mädchen, voller Neugierde und Tatendrang, deren Gedanken sich um das Gekicher ihrer Freundinnen und das nächste Abzeichen der Pfadfindergruppe, mit der sie unterwegs ist, dreht. Durch den detaillierten und liebevollen Schreibstil der Autorin wurde ich direkt an Angies Seite katapultiert. Ich folgte ihr über die dämpfenden Nadeln der Bäume, durch den Wald. Ich mochte die Protagonistin schon nach wenigen Seiten. Die Autorin schafft es mit einfacher und klarer Sprache Angie vor unseren Augen lebendig erscheinen zu lassen.
Um so grausamer empfand ich, dass Verbrechen, dass an ihr verübt wird. Angie kann sich jedoch an ihr jahrelanges Martyrium nicht mehr erinnern und weder ihre Familie noch die Polizei findet anfangs eine Erklärung für ihre Amnesie.
Ich habe Angie begleitet auf ihrem steinigen Weg zurück ins Leben und jede einzelne Seite gebannt verfolgt. Was wird sich als nächstes offenbaren? Was für ein Splitter ihrer Vergangenheit wird als nächstes umgedreht? Solche Fragen beschäftigten mich während der Lektüre. Angie muss sich nicht nur in der Schule und in ihrem Elternhaus wieder integrieren, sie jagt auch gemeinsam mit einer Psychologin ihrer Erinnerungen nach und stößt dabei auf unterschiedliche Fragmente ihrer Persönlichkeit, ohne jetzt zu viel verraten zu wollen. Diesen Punkt der Geschichte fand ich persönlich sehr interessant, da ich derartige Romane nicht so häufig lese.
Die Stärke der Geschichte sind die Charaktere, allen voran Angie, die nicht weinerlich oder zickig dargestellt wird, sondern stark und mutig, jedoch auch auf glaubhafte Art und Weise immer wieder auf ihrem Weg schwankt und aus der Bahn geworfen wird.
Ein paar Szenen vor allen Dingen gegen Ende des Buches fand ich ein wenig übertrieben, aber alles in allem ist Angies Kampf um ihre Persönlichkeit und ihre Erinnerungen glaubwürdig dargestellt. Insgesamt halte ich mit Scherbenmädchen ein wirklich gutes Jugendbuch in den Händen, welches sich aus dem Einheits-Dystopie-Mädchen-Brei erstaunlich erfrischend und ernst abhebt.
Eine klare Leseempfehlung von mir mit 4,5 Sternen. Ich freue mich darauf, weitere Romane aus der Feder von Liz Coley zu lesen.

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