#1 A little too far - Lisa Desrochers von merlin78 07.12.2014 11:39

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Schon seit Jahren hat Lexie eine ganz besondere Beziehung zu ihrem Stiefbruder Trent, der für sie mehr Freund als Familie bedeutet. Als sie nach ihrer Trennung von Dauerfreund Rick Trost bei Trent sucht, findet sie sich schnell in seinen Armen und letztendlich auch in seinem Bett wieder. Doch das darf eigentlich gar nicht passieren, schließlich ist Trent ihr Bruder, wenn auch nur angeheiratet.
Glücklicherweise beginnt für Lexie nun ein Auslandsjahr in Rom, bei dem sie Trent für eine Weile aus dem Weg gehen kann. Dort lernt sie den angehenden Priester Alessandro kennen, der ihr ebenfalls sehr sympathisch ist. Aber kann er sie über Trent hinwegtrösten?

Lexie und Trent ist das neue Liebespaar aus der Feder von Autorin Lisa Desrochers, welches die Herzen der Leser höher schlagen lässt und so für aufregende und leidenschaftliche Lesestunden sorgt …

Gleich zu Beginn wird bereits die schnelle und deutliche Erzählweise der Schriftstellerin deutlich, die durch Lexies Augen die Geschehnisse beschreibt. Dabei hüpft sie von einem Ereignis zum nächsten und lässt kaum Zeit zum Luftholen. Zügig werden die Erlebnisse vor ihrer Abreise nach Rom abgehakt, als müsste noch eben alles erzählt werden. Leider bleibt gerade dort so einiges auf der Strecke, welches hätte ausführlicher beleuchtet werden müssen. Wenn die Handlung jedoch dann so richtig in Fahrt kommt, ändert sich das allerdings. In Rom erhält Lexie endlich mehr Persönlichkeit, die sie authentisch und glaubwürdig fortsetzt.

Neben Lexie, die ein wenig vulgär und hypersensibel erscheint, haben auch noch Trent und Alessandro zwei sehr wichtige Rollen in der Geschichte, die zu festen Größen heranwachsen. Besonders Alessandro lernt der Leser dabei kennen. Seine Person ist die tragische Figur in der Mitte, die selbst noch nicht weiß, in welche Richtung sie gehen möchte. Zusammen mit Lexie bilden sie aber ein sehr homogenes Paar, das Lexie und Trent in nichts nachsteht.

Wenn der Leser sich jedoch an die flotte Erzählweise gewöhnt hat, und Lexie bereits ins Herz geschlossen hat, wird es leichter, sich ganz auf die Handlung einzulassen. Natürlich will sie nur ihren Stiefbruder, doch die moralischen Bedenken lassen sie zurückweichen. Aber auch Trent hat mit seinen Gefühlen zu kämpfen. Ganz am Rande wird deutlich, dass er ebenfalls in Lexie verliebt ist, doch diese sich selbst erst sicher werden muss. Da sie sich auf zwei verschiedenen Kontinenten befinden, haben sie genügend Platz sich ihren Gefühle und Gedanken zu stellen.

Ob das Buch nun wirklich erst ab 16 Jahren zu empfehlen ist, lässt sich nur schwer sagen, denn außer einer recht bildlichen Sprache und zwei bis drei kleineren Erotikszenen bietet das Buch eine gute Hintergrundgeschichte, die für gute, normale Unterhaltung sorgt. Wer sich hier auf einen Roman à la „Shades of Grey“ oder ähnliches gefreut hat, wird sicherlich enttäuscht werden. Auch an den Schreibstil von Jessica Sorensen reicht die Darstellung nicht ganz heran. Dennoch ist es nett erzählt und bietet ein paar aufregende Lesestunden.

Fazit: Die Geschichte „A little too far“ liest sich leicht und flüssig. Trotz einer schnellen Abhandlung der Geschehnisse ist es einfach, der Geschichte zu folgen. Lexie ist eine interessante Person, die zwar nicht immer ganz nachvollziehbar, dafür sehr emotional agiert. Ihre Liebe zu Trent ist aufrichtig und lässt den Roman lebendig erscheinen. Wer nicht zu viel erwartet, wird hier einen reizvollen Roman erleben, der den Leser für einige Zeit in eine andere Welt versetzen kann.

Info:
Im Frühjahr 2015 soll der zweite Roman „A little too much“ ebenfalls beim Deutschen Taschenbuch-Verlag erscheinen. Diese Geschichte wird sich dann mit Alessandro beschäftigen. Eine Leseprobe wurde diesem Werk bereits angehängt und weckt die Neugierde auf das nächste Liebesabenteuer …

#2 RE: A little too far - Lisa Desrochers von Skyline 15.01.2015 16:29

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Sehr derber Sprachstil trifft auf Kunst und Renaissance

Klappentext

„Wie konnte das passieren? Wie konnten sie so weit gehen? Ihr Stiefbruder Trent war doch immer Lexis bester Freund und engster Vertrauter. Fluchtartig verlässt Lexi ihre Familie und bricht zu einem Auslandsjahr in Rom auf. Aber auch Tausende von Kilometern entfernt und trotz des attraktiven Alessandro schafft sie es nicht, den Mann, den sie nicht haben kann, zu vergessen . . .“

Gestaltung

Das Cover gefällt mir persönlich nicht ganz so gut. Die strikte Aufteilung in zwei Seiten, eine pinke und eine mit einem Foto, ist mir zu straff. Auch der Junge auf dem Foto ist meiner Meinung nach nicht so gut gewählt, da er ein wenig wie ein Mädchen aussieht und man so in seinen Erwartungen fehlgeleitet werden könnte. Allerdings mag ich, dass beim Titel das erste und das letzte Wort in derselben Schriftart sowie –farbe gehalten sind, sodass sie wie ein Rahmen wirken. Ansonsten sticht das Cover allerdings nicht durch Besonderheiten hervor.

Meine Meinung
„A little too far“ ist mein erster Roman von Lisa Desrochers. Zudem habe ich auch noch nicht besonders viele Romane aus dem New Adult Bereich, dem dieser Roman zugehörig ist, gelesen. Dementsprechend hatte ich nicht viele Erfahrungen, auf die ich zurückgreifen konnte, allerdings hatte ich zu Beginn der Lektüre wirklich große Lust auf das Buch.

Etwas schockiert war ich dann allerdings nach dem Lesen der ersten 40 Seiten. Ich fand es zwar gut, dass es einen abrupten Einstig gab (man steigt sofort in einen Shoppingbummel der Protagonistin Lexi mit ihren zwei besten Freundinnen ein, ohne dass diese dabei groß erklärt oder beschrieben werden). Aber über manch eine Handlung war ich gleich zu Beginn des Romans wirklich…nun, sagen wir mal überrascht (im Sinne von schockierend überrascht werden!). Beispielsweise fasst Lexis eine Freundin ihr mitten im Geschäft in aller Öffentlichkeit einfach mal so mit beiden Händen an die Brust. Dabei wurden dann recht vulgär derbe Ausdrucksweisen benutzt.

Diese Ausdrucksweisen zogen sich dann weiter bis es auf Seite 36 zum Sex zwischen Lexi und ihrem Stiefbruder Trent kam. Ich kannte die Figuren noch nicht richtig (zu dem Zeitpunkt kennt der Leser Trent gerade mal gut 4 Seiten) und schon steigen sie zusammen in die Kiste! Die Wortwahl dabei war für meinen Geschmack viel zu derb. Wörter wie „Titten“, „strich durch den Haarbusch zu seinem steifen Schwanz“, „knackige Brust“ oder „Sixpack“ waren da Gang und Gebe. Ich hätte es schöner gefunden, wenn es ein wenig mehr umschrieben worden wäre und andere Worte gewählt worden wären.

Generell ist aber der Schreibstil von Lisa Desrochers durchweg sehr jugendlich und umgangssprachlich. Da „A little too far“ ein Jugendroman ist, sehe ich hierbei auch keine Probleme, da die Sprache so sehr nah an der Zielgruppe ist. Allerdings finde ich, dass man doch das ein oder andere Mal statt „Titten“ Brüste oder statt „Schwanz“ Penis hätte schreiben können. Die Sprache war mir einfach zu vulgär.

Nach diesem wirklich sehr rabiaten Einstieg, kommt es dann allerdings zu einem Wechsel in der Handlung. Trent und Lexi verdrängen, dass sie eine Grenze überschritten haben und Lexi beginnt ihr Auslandssemester in Rom. Dort dreht sich urplötzlich alles um Kunst und Renaissance (die nach dem Klappentext erwartete Vertiefung der Geschwisterbeziehung kam mir viel zu kurz). Kunstwerke werden sehr ausführlich beschrieben und ich habe mich schon gewundert, wohin die Geschichte sich denn nun entwickeln würde.

Aber lange hielt dieser Wechsel nicht an, denn schnell (und vor allem mit Lexis Freundin Abby) kamen wieder Begriffe wie „durchnudeln“ oder „Bitch“. Es mag ja sein, dass viele Jugendliche so reden, aber für meinen Geschmack gehört sowas nicht in einen Roman. Dort sollte man doch schon ein gewisses Sprachniveau erwarten können und nicht solch vulgäre Ausdrücke. Noch dazu so häufig! Ich hatte oftmals den Eindruck, dass die Autorin keine anderen Worte für Begriffe wie „durchnudeln“ hatte. Dabei gibt es doch genügend Synonyme, um ein wenig Abwechslung hineinzubringen!

Auch war ich ein wenig genervt von Lexi, da sie in Punkto Männern wirklich durchaus sehr sprunghaft war. Aber generell waren mir alle Frauen/Mädchen in „A little too far“ etwas überzogen, viel zu oberflächlich und sie schienen alle nur das eine im Kopf gehabt zu haben. Die männlichen Figuren haben hier für mich einiges rausgerissen, da sie sich angemessen ausdrücken konnten und charmant waren.

Fazit
Die Idee hinter „A little too far“ ist nicht schlecht, allerdings störten mich etwas die weiblichen Charaktere, da diese sprunghaft, oberflächlich und sehr anstrengend waren. Am meisten gestört haben mich allerdings die derben (teilweise schon ins vulgäre gehenden) Begrifflichkeiten wie „durchnudeln“. Synonyme für solche Worte sucht man hier vergebens.
Knappe 3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos

1. A little too far
2. A little too much (kein direkter Folgeband, er thematisiert zwei Figuren aus dem ersten Band genauer)

#3 RE: A little too far - Lisa Desrochers von Kate88 17.02.2015 17:27

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„A little too far“ von Lisa Desrochers hat mich positiv überrascht und sich in eine Richtung entwickelt, die ich zu Anfang so nicht erwartet habe.

Als ich das erste Mal die Kurzbeschreibung des Buches gelesen habe, war ich in dem Sinne erstaunt, da die Autorin wohl ziemlich das „Skandalöseste“ ausgesucht hat, was man sich vorstellen kann - ein Stiefbruder und ein Priester. Während des Lesens ist jedoch aufgefallen, dass die Geschichte nur auf den ersten Blick so aussieht und eher so konstruiert ist, dass es für den Leser authentisch und nachvollziehbar erscheint und weniger „skandalös“ ist als es scheint.

Der Schreibstil von Lisa Desrocherst ist zu Anfang recht flott und auch sehr direkt. Für mich war es sogar anfangs ein wenig zu flott. Ich hätte es mir eher gewünscht, dass die Geschichte um Lexie und Trent sich langsamer entfaltet. Ich hatte eher das Gefühl, als ob die Autorin den Leser mitten ins Geschehen schmeißt und dieser sich erstmal orientieren muss. Die Schnelligkeit behält die Autorin jedoch über das ganze Buch bei. Da fällt es schwer der Geschichte Tiefgang zu verleihen, sodass es alles eher oberflächlich bleibt.

Im Verlauf hat die Geschichte allerdings für mich eine unerwartete Wendung genommen. Nicht unbedingt der Plot, dieser wird bereits durch die Kurzbeschreibung so ziemlich klar. Sondern viel mehr das Drumherum. Die Autorin hat es geschafft, für mich Rom lebendig werden zu lassen. Ich hatte das unbändige Bedürfnis in den nächsten Flieger zu steigen und ebenfalls all die wundervollen Schauplätze zu besichtigen. Dies hat für mich persönlich den größten Pluspunkt der Geschichte ausgemacht.

Dazu kam noch, dass ich Lexies Verhalten zwar nicht immer unbedingt nachvollziehen konnte und es im Großen und Ganzen auch hier und da nicht unbedingt rund lief, aber ich ihre Art irgendwie wirklich amüsant fand. Der Handlungsstrang ist sehr einfach, aber dafür humorvoll konzipiert, sodass man sich sehr leicht und schnell in der Geschichte verlieren und wunderbar abtauchen kann.

Fazit
„A littel too far“ von Lisa Desrochers hat mich durch seine bildhaften Beschreibungen von Rom und einer lockeren und leichten Story überzeugt. Ich hatte einige unterhaltsame Lesestunden und werde auch mit Sicherheit den zweiten Band „A little too much“ lesen.

4/5

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