#1 Herzlichen Dank... von Svenja 23.06.2014 11:21

... für eure Leseeindrucke.
Leider hat sich der Roman nicht unbedingt als geeignetes Buch für eine Leserunde herausgestellt bzw. wir hätten die Lesezeit verkürzen sollen. Dann hätte es nicht so lange Pausen gegeben und wir wären mehr in der Geschichte gewesen.
Goat, ich werde den Gedanken für andere Leserunden im Hinterkopf behalten .

#2 RE: Herzlichen Dank... von goat 23.06.2014 18:25

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Svenja, ich finde das Buch schon geeignet für eine Leserunde. Aber wir waren ja alle viel schneller und hätten von daher tatsächlich verkürzen können. Ich denke, problematischer wäre es gewesen, wenn die doppelte Anzahl an Leuten teilgenommen hätte und es einige Nachzügler gegeben hätte. Dann hätte man schlecht sagen können, komm, wir verkürzen um eine Woche. In diesem Fall war es ja nur ein Mitglied, was aufgrund des fehlenden Buches nicht schreiben konnte. Ich finde, wir sollen auf jeden Fall noch einmal einen Krimi von Donna Leon mit reinnehmen, wenn es sich anbietet. Und dann kann man ja während der laufenden Runde immer noch verkürzen, wenn alle soweit an sind. Dies war ja nun auch ein Buch zum inhalieren. Mir hat es gefallen und die Leserunde auch. Ich finde es immer Klasse zu sehen, was andere sich für eine Meinung bilden und stelle immer wieder fest, dass die anderen bezüglich der Jagd nach dem Täter doch immer den besseren Riecher haben als ich.

#3 RE: Herzlichen Dank... von leseratte1310 23.06.2014 20:11

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Ich bin auch der Meinung, dass man nicht verkürzen sollte. Bei einigen geht es halt mal schnell. Aber nicht jeder hat immer die Zeit ein Buch in einer Woche durch zu lesen. Es war gut wie es war.

Ich war auch nur so schnell, weil ich so im Hintertreffen war und mir an dem Tag die Zeit nehmen konnte.

#4 RE: Herzlichen Dank... von SilkeST 24.06.2014 08:55

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Hallo zusammen!

Zitat von Svenja im Beitrag #1
... für eure Leseeindrucke.
Leider hat sich der Roman nicht unbedingt als geeignetes Buch für eine Leserunde herausgestellt bzw. wir hätten die Lesezeit verkürzen sollen. Dann hätte es nicht so lange Pausen gegeben und wir wären mehr in der Geschichte gewesen.
Goat, ich werde den Gedanken für andere Leserunden im Hinterkopf behalten .

Ich lese seit Jahren Donna Leons zusammen mit EINER Freundin als LR. Klar ist es schwieirig weil D.L. keine klassischen Krimis schreibt und man gemeinsam auf Mörderjagd gehen kann.
Aber die moralischen Ansätze kann man schon gut miteinander abgleichen und diskutieren, oder wie seht ihr das?
Bei diesem Buch war es wirklich schwieirg weil wir doch sehr unterschiedliche Lesetmpos hatten und Leseratte ja leider dann doch sehr lange auf ihr Buch warten mußte...




Zitat von goat im Beitrag #2
Svenja, ich finde das Buch schon geeignet für eine Leserunde. Aber wir waren ja alle viel schneller und hätten von daher tatsächlich verkürzen können. Ich denke, problematischer wäre es gewesen, wenn die doppelte Anzahl an Leuten teilgenommen hätte und es einige Nachzügler gegeben hätte. Dann hätte man schlecht sagen können, komm, wir verkürzen um eine Woche. In diesem Fall war es ja nur ein Mitglied, was aufgrund des fehlenden Buches nicht schreiben konnte. Ich finde, wir sollen auf jeden Fall noch einmal einen Krimi von Donna Leon mit reinnehmen, wenn es sich anbietet. Und dann kann man ja während der laufenden Runde immer noch verkürzen, wenn alle soweit an sind. Dies war ja nun auch ein Buch zum inhalieren. Mir hat es gefallen und die Leserunde auch. Ich finde es immer Klasse zu sehen, was andere sich für eine Meinung bilden und stelle immer wieder fest, dass die anderen bezüglich der Jagd nach dem Täter doch immer den besseren Riecher haben als ich.

Das mit dem Zeitfaktor war mir nicht so aufgefallen. Aber ich fand es für mein eigenes Lesetempo schwieirig.
Ich lese unglaublich schnell und hätte jeden Tag einen Leseabschnitt gelesen.
Dann haben wir auf Leseratten gewartet, und ich habe zwischenzeitlich 2 andere Bücher gelesen... Während dessen habt ihr dann langsam angefangen zu diskutieren was die ersten 3 Abschnitte anging und ich hatte schon wieder fast alle Details vergessen



Zitat von leseratte1310 im Beitrag RE: 4. Abschnitt - Kapitel 23 - 28 (S.241-323)
Nachdem das Buch fast vier Wochen bis zu mir benötigte, habe ich es gestern in einem Zug ausgelesen.

Es ist eigentlich kein Krimi, obwohl Brunetti ermittelt. Nein, es ist ein gesellschaftskritischer Roman. Es wird vieles abgehandelt: das Nichtsehenwollen, Vetternwirtschaft, Korruption, Vorurteile und Ausgrenzung.[/qutoe]
Ja typisch Leon und Brunetti eben

[quote="leseratte1310"|p61685]
Mir hat gut gefallen, dass Brunetti sein eigenes Handeln immer mehr hinterfragt, nachdem er sah, wie Pucetti und Griffoni sich verhielten.

Ja, das mag ich an Brunetti immer. Ich merke es auch an mir, dass ich nach Leon Bücher immer etwas "aufgeweckter" und "umsichtiger" mit meinem Mitmensch umgehe...
Zitat von leseratte1310 im Beitrag RE: 4. Abschnitt - Kapitel 23 - 28 (S.241-323)

Am Ende bleiben Fragen offen, es wäre schön gewesen, wenn sie auch geklärt wären. Aber es stört auch nicht, dass es so ist wie es ist.

Das Ende war diesmal komisch. ein wirklich moralischer Spiegel, kein politischer Zaunpfahl...
Ich bin noch zwiegespalten wie ich darüber denken soll

Zitat von leseratte1310 im Beitrag RE: 4. Abschnitt - Kapitel 23 - 28 (S.241-323)
Zitat von goat im Beitrag #4Das ist interessant, Leseratte. Denn dieses Hinterfragen von Brunetti bezüglich Pucettis und Griffonis Handlungsweise, hat mich enorm gestört. Es ist doch in polizeilichen Ermittlungen gang und gäbe, dass man sich verstellt, um an Informationen zu gelangen. Ich fand das stellenweise schon ganz schön nervig, dass er sich da so "mimosenhaft" anstellt - auch wenn es keine offizielle polizeiliche Ermittlung war, sondern eher auf persönlichen Interessen beruht hat.Geschockt war ich über das Ende. Davide wurde tatsächlich aus Geldgründen von seiner Mutter beseitigt. Und diese Grausamkeit, sein Kind vor sich hinvegetieren zulassen, ist einfach unvorstellbar für mich. Nichtbeachtung ist sogar noch schlimmer als Schläge und diese Frau ist sowas von skrupellos und eiskalt. Von Brunettis Gedanken zum Schluss war ich zwar genauso geschockt, kann sie aber nachvollziehen. In so einem Fall hätte ich wahrscheinlich auch nicht anders gedacht.Natürlich will ein Ermittler etwas erreichen und verhält sich so, dass er sein Ziel erreicht. Deshalb gibt es ja diese Spielchen "böser Bulle - guter Bulle". Aber das was Pucetti da abgezogen hat, ging darüber hinaus. Brunetti ist sich im klaren darüber, dass er sowas Ähnliches auch macht. Aber er denkt darüber nach, ob es richtig ist. Vielleicht kommt es mimosenhaft rüber, aber ich meine, es macht ihn menschlich und sympathisch.Ana scheint wirklich mehr als nur eine "falsche Schlange" zu sein. Ihr ganzes Verhalten ist für mich krank. Aber genau so krank finde ich die Menschen, die zusehen und nichts unternehmen.

Brunetti möchte immer schon gerne ein Verbrechen aufklären und Gerechtigkeit walten lassen. Das ist ein Charakterzug von ihm. Aber wie hätte er in diesem Falle aussehen sollen?
Davide ist tot und ihm kann nicht mehr geholfen werden! Aber Brunetti sind die Augen "geöffnet" worden, wie Kinder mißhandlet werden können. Was ihn weiter sensibilieren wird, in seinem Umgang mit seinen Mitmenschen


Zitat von Svenja im Beitrag RE: 4. Abschnitt - Kapitel 23 - 28 (S.241-323)
Zitat von leseratte1310 im Beitrag #3Nachdem das Buch fast vier Wochen bis zu mir benötigte, habe ich es gestern in einem Zug ausgelesen.Es ist eigentlich kein Krimi, obwohl Brunetti ermittelt. Nein, es ist ein gesellschaftskritischer Roman. Es wird vieles abgehandelt: das Nichtsehenwollen, Vetternwirtschaft, Korruption, Vorurteile und Ausgrenzung.Wow ich bin beeindruckt. Das Buch liest sich aber wirklich gut und im einen Rutsch ist es vllt auch besser zu lesen. Den Krimi über 2 Wochen zu lesen, ist eigtl nicht nötig .Silke u eleasy hatten auch schon erwähnt, dass es sich um einen gesellschaftskritischen Roman handelt. Wie Silke treffend sagte, hält Donna Leon der Gesellschaft gerne den Spiegel vor.In diesem Fall klagt sie fast die ganze Stadt an. Wie kann es sein, dass die Stadt nichts von der Existenz eines Kindes weiß. Und dann die Nachbarn. Alle Wissen Bescheid, niemand sagt etwas. Ein jeder tratscht über die eiskalte Ana, niemand hilft dem armen Jungen. Selbst der Arzt nicht, der vermutlich etwas ahnte. Es ist traurig, dass sich niemand, außer den beiden Frauen in der Reinigung, um den Jungen kümmerte - bis es ihm das Leben kostete und selbst dann gehen alle Brunetti aus dem Weg. Aus Angst, selbst angeklagt zu werden. Kollektives schweigen. Das Buch hat zwar ein paar Schwächen und lässt einen unbefriedigt zurück, weil man doch wünscht, Ana würde angeklagt werden. Man kann nur hoffen, dass sie sich durch ihre eigene Dummheit mit dem "DNH" -Test ins Gefängnis bringt.

Wie kann es sein, dass die Stadt nichts von der Existenz eines Kindes weiß. Und dann die Nachbarn. Alle Wissen Bescheid, niemand sagt etwas. Ein jeder tratscht über die eiskalte Ana, niemand hilft dem armen Jungen. Selbst der Arzt nicht, der vermutlich etwas ahnte. Es ist traurig, dass sich niemand, außer den beiden Frauen in der Reinigung, um den Jungen kümmerte - bis es ihm das Leben kostete und selbst dann gehen alle Brunetti aus dem Weg. Aus Angst, selbst angeklagt zu werden. Kollektives schweigen.
Genau dem ist nichts hinzuzufügen und das ist Donna Leons Hauptanliegen... solche moralischen Verbrechen in ihre Krimis zu packen...


Gruß SilkeS.

#5 RE: Herzlichen Dank... von Svenja 25.06.2014 14:43

Zitat von SilkeST im Beitrag #4

Ich lese seit Jahren Donna Leons zusammen mit EINER Freundin als LR. Klar ist es schwieirig weil D.L. keine klassischen Krimis schreibt und man gemeinsam auf Mörderjagd gehen kann.
Aber die moralischen Ansätze kann man schon gut miteinander abgleichen und diskutieren, oder wie seht ihr das?

Genau dafür bietet sich Leon an. Die klassische Mörderjagd ist natürlich spannend, aber einen gesellschaftskritischen Krimi gemeinsam zu lesen, finde ich persönlich interessanter.
Zitat von SilkeST im Beitrag #4
Bei diesem Buch war es wirklich schwieirg weil wir doch sehr unterschiedliche Lesetmpos hatten und Leseratte ja leider dann doch sehr lange auf ihr Buch warten mußte...

Im Grunde hatten wir alle mehr oder weniger das gleich schnelle Lesetempo. Gut, leseratte konnte in letzter Minute noch dazu stoßen, was mich wirklich sehr gefreut hat. Bis auf Bonny, die leider ein gesundheitliches Problem hat (gute Besserung für dich und deinen Arm, liebe Bonny), hätten wir vermutlich das Buch alle in einer guten Woche durchgelesen und besprochen.
Das häppchenweise lesen ist anstrengend und, wie du schon treffend sagtest, Silke, man liest zwischendurch etwas anderes und hat die Hälfte wieder vergessen. Sicherlich hätten wir intensiver diskutiert, wären die Pausen zwischen den einzelnen Abschnitten nicht so lang gewesen.

Zitat von SilkeST im Beitrag #4
Zitat von leseratte1310 im Beitrag RE: 4. Abschnitt - Kapitel 23 - 28 (S.241-323)
Mir hat gut gefallen, dass Brunetti sein eigenes Handeln immer mehr hinterfragt, nachdem er sah, wie Pucetti und Griffoni sich verhielten.

Ja, das mag ich an Brunetti immer. Ich merke es auch an mir, dass ich nach Leon Bücher immer etwas "aufgeweckter" und "umsichtiger" mit meinem Mitmensch umgehe...

Das macht die Brunetti Romane so besonders. Ebenso ergeben sich durch die Gespräche mit seiner Frau Paola immer wieder andere Blickwinkel menschlichen Verhaltens (und Versagens)

Zitat von SilkeST im Beitrag #4

Zitat von leseratte1310 im Beitrag RE: 4. Abschnitt - Kapitel 23 - 28 (S.241-323)
Zitat von goat im Beitrag #4Das ist interessant, Leseratte. Denn dieses Hinterfragen von Brunetti bezüglich Pucettis und Griffonis Handlungsweise, hat mich enorm gestört. Es ist doch in polizeilichen Ermittlungen gang und gäbe, dass man sich verstellt, um an Informationen zu gelangen. Ich fand das stellenweise schon ganz schön nervig, dass er sich da so "mimosenhaft" anstellt - auch wenn es keine offizielle polizeiliche Ermittlung war, sondern eher auf persönlichen Interessen beruht hat.

Brunetti möchte immer schon gerne ein Verbrechen aufklären und Gerechtigkeit walten lassen. Das ist ein Charakterzug von ihm. Aber wie hätte er in diesem Falle aussehen sollen?


Brunetti hat sich sehr selten und nur im äußersten Notfall verstellt, um an Informationen heranzukommen. Hin und wieder hat das in den vorherigen Romanen Vionello übernommen, aber die übertrieben schauspielerische „Leistung“ von Pucetti ist den amerikanischen Krimiserien geschuldet. Donna Leon hat das sehr überspitzt dargestellt und uns damit vorgeführt, wie sehr wir uns selbst aufgeben, um an Informationen heranzukommen. Eine Praktik, die eins zu eins ins eigene Leben übertragen werden kann. Wie oft biegen wir uns eine Wahrheit zurecht, um den anderen nicht zu verletzen, verschweigen etwas, damit wir unsere Wünsche durchsetzen können. Ich fürchte, da können wir uns alle an die eigene Nase fassen ;-).

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