#1 Brandis, Katja - Vulkanjäger von Estha 07.02.2014 07:14

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ISBN: 9783407811592
Erschienen bei: Beltz&Gelberg
Seitenzahl: 364

Autorenportrait:
(http://www.katja-brandis.de/biografie)

wurde 1970 geboren, wuchs im Rhein-Main-Gebiet auf und studierte dort Amerikanistik, Germanistik und Anglistik. Sie begann schon als Kind Geschichten zu schreiben, die oft in fernen Welten spielten, und produzierte als Jugendliche stapelweise Manuskripte. Nachdem sie viele Jahre lang im “stillen Kämmerlein” geschrieben hatte, trat sie während des Studiums dem Frankfurter Schrifttellerkreis bei, der das Entstehen ihres ersten Romans Der Verrat der Feuer-Gilde begleitete. Heute lebt sie mit ihrem Mann und Sohn in der Nähe von München und arbeitet als freie Autorin und Lektorin.


Kurzbeschreibung:
(Quelle: Buchcover/Verlag)

Ein atemberaubender Roman über den schmalen Grat zwischen Mut und Besessenheit, Liebe und Selbstaufgabe. Eine Reise zu den Vulkanen der Welt! Als Jan von seinem Vater, dem berühmten Dokumentarfilme und Vulkanologen, eingeladen wird, freut er sich auf Abenteuer und Exotik. Mit der Besessenheit seines Vaters hat er nicht gerechnet. Auf der Jagd nach spektakulären Ausbrüchen begibt der sich regelmäßig in Lebensgefahr. Erst ein Abstecher nach Neapel zum schlafenden Vesuv verspricht ruhige Tage – und Jan begegnet der wunderbaren Giulia, die ihn in ihren Bann zieht. Dass der Vesuv einer der gefährlichsten Vulkane der Welt ist, wird Jan erst klar, als Beben die Stadt erschüttern. Steht eine Katastrophe bevor? Jan würde am liebsten abhauen, doch wie könnte er Giulia zurücklassen? Und seinen Vater, der um jeden Preis bleiben will? Plötzlich steht Jan vor der gefährlichsten Entscheidung seines Lebens …

Meine Meinung:

Jan, der Hauptprotagonist des Romans, ist ein 16-jähriger Junge, der bei seiner Mutter aufwächst. Er hat zwar einen Kontakt zu seinem Vater, doch man merkt es ihm an, dass er ihn sehr vermisst in seinem Leben. André ist "Vulkanjäger" oder besser gesagt, Vukanologe. Er ist berühmt, dreht Dokumentarfilme über die Vulkane der Welt. Diesmal ergibt es sich, dass er seinen Sohn fragt, ob dieser ihn nach Neapel, zum Vesuv, begleiten möchte . Das wird eine Reise ins Abenteuer, nicht nur, dass Jan ein Mädchen Giulia kennenlernt und sich verliebt, auch die Arbeit mit seinem Vater ist mehr als aufregend.
Dass der Vesuv, einer der gefährlichsten Vulkanen der Welt ist, und das Unternehmen mit seinem Vater ganz und gar nicht ungefährlich ist, merkt Jan erst später...

Der Jan als Hauptcharakter des Romans hat mir gut gefallen, ich fand den Jungen authentisch wirkend und sympathisch, eben so wie ein 16-jähriger sein kann. Andere Hauptprotagonisten blieben eher blass, doch da sie kaum eine wichtige Rolle in dem Roman übernahmen, fand ich es nicht weiter schlimm. Der Roman lässt sich gut lesen: in einer einfachen, gut verständlichen, eher sachlichen Art erzählt die Autorin die Geschichte. Sehr gut gefallen hat mir, wie das Wissen über Vulkane in den Roman eingeflochten wurde: Interessante neue Erkenntnisse und Informationen, die vielleicht nicht jeder kennt, der sich nicht explizit mit den Vulkanen beschäftigt hat. Am Ende des Romans gibt es auch noch einen Glossar.
Mir hat die Abenteuergeschichte recht gut gefallen. Eine gute abenteuerreiche Unterhaltung mit einer Priese Wissen vermengt, auf einem Niveau, das den jungen Lesern angepasst ist.

#2 RE: Brandis, Katja - Vulkanjäger von zehn123 26.02.2014 18:26

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Vulkanjäger von Katja Brandis

Zum Inhalt:
Jan freut sich auf die Sommerferien. Diese wird er gemeinsam mit seinem Vater verbringen. Andre ist ein bekannter Vulkanexperte und Dokumentarfilmer und nun soll Jan ihn bei einem Dreh begleiten. Für Jan ist das ein wirkliches Highlight, denn der Kontakt zu seinem Vater ist eher unregelmäßig. Zuerst reisen die beiden nach Neapel. In Neapel lernt Jan die Italienerin Guillia kennen und verliebt sich gleich in das Mädchen. Doch der Aufenthalt in Italien ist nur kurz, von dort geht es weiter nach Hawaii. In Hawaii macht Jan seine ersten Erfahrungen mit einem Vulkan, spannend und gefährlich……

Meine Meinung:
Mit Vulkanjäger hat Katja Brandis ein spannendes Jugendbuch geschrieben, in dem sie sehr gut recherchiertes Wissen über Vulkane spannend vermittelt. Ich war sehr überrascht, wie die Menschen, die in der Nähe eines Vulkans leben, mit dieser Gefahr umgehen.

Jan ist zunächst ein noch relativ unsicherer Junge. Durch die Trennung seiner Eltern und den Beruf seines Vaters, hat er nicht so wirklich viel Kontakt zu diesem gehabt. Die beiden müssen sich nun zuerst einmal einander annähern. Oft habe ich über Andre den Kopf geschüttelt. Viel zu leichtsinnig geht er als Vater mit den Gefahren seines Jobs und seinem Sohn um. Doch Jan lernt schnell sehr viel eigenständiger zu werden und seine eigenen Entschlüsse zu treffen und setzt diese dann auch um.

Auch die anderen Figuren der Geschichte waren sehr gut dargestellt und von ihren Persönlichkeiten her gut nachvollziehbar. Ich werde definitiv bei Büchern von Katja Brandis immer wieder zugreifen.

#3 RE: Brandis, Katja - Vulkanjäger von Gronik 18.03.2014 16:27

Jan ist 16 und lebt bei seiner Mutter. Seinen Vater André hat er in den letzten Jahren nicht allzu oft gesehen, denn dieser ist als Vulkanologe ständig in der ganzen Welt unterwegs und filmt und untersucht Vulkanausbrüche.

Dementsprechend überrascht ist Jan, als André eines Tages anruft und kurz darauf vorbeikommt und ihn einlädt, ihn während der Sommerferien auf seinen Reisen zu begleiten. Jans Mutter stimmt zu, da sie selber berufliche Termine hat und froh ist, wenn Jan während der Ferien nicht allein zuhause rumsitzt. Sie setzt allerdings voraus, das André gut auf Jan aufpassen und ihn nicht in gefährliche Situationen bringen wird.

Zuerst klappt das auch gut, denn ihre erste Station ist Neapel. Dort treffen sie sich mit Andrés Partner Fred und planen von dort aus ihre nächsten Ziele. Jan nutzt die Tage in der italienischen Stadt und lernt ein Mädchen kennen. Er verliebt sich Hals über Kopf in Giulia und auch sie scheint durchaus von ihm angetan zu sein.
Doch bevor mehr passieren kann, geht die Reise nun erst richtig los und sie müssen schon wieder Abschied nehmen.

Für Jan werden die Ferien nun noch aufregender, denn er erlebt den Ausbruch von Vulkanen aus nächster Nähe und sein Vater führt ihn an diese faszinierenden Naturschauspiele heran – näher, als es Jan lieb ist, der bald erkennen muss, dass André die Gefahr regelrecht sucht und erhebliche Risiken einzugehen bereit ist!

Katja Brandis siedelt ihren Abenteuerroman einige Jahre in der Zukunft an, was sich aber nur durch einige technische Spielereien wirklich bemerkbar macht. Insbesondere kann sie sich dadurch aber die Freiheit nehmen, reale Vulkane tatsächlich ausbrechen zu lassen.

Die Figuren blieben mir insgesamt ein bisschen zu blass. Jan wird noch am genauesten dargestellt, aber die anderen bleiben eigentlich alle Randfiguren, von denen mir keine besonders ans Herz wachsen konnte. Auch fand ich, dass einige Geheimnisse und Nebenhandlungen zu sehr aufgebauscht wurden und sich am Ende als relativ unspektakulär herausstellten. Die eigentlichen Protagonisten des Buches sind für mich die Vulkane. Ich habe in diesem Buch viel gelernt, es werden eine Menge Fakten vermittelt, sowohl im Laufe der Handlung selbst als auch durch ein ausführliches Glossar am Ende.

Mich persönlich konnte das Buch nicht komplett überzeugen, ich bin aber sicher, dass diese spannende und unterhaltsame Abenteuergeschichte bei der jugendlichen Zielgruppe sehr gut ankommt!

#4 RE: Brandis, Katja - Vulkanjäger von Lurch 11.04.2014 17:21

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Begeisterung ist ein Vulkan. In seinem Krater wächst kein Gras des Zauderns. (Khalil Gibran)

Jemand, der auch nicht zaudert, ist Jan Benderts Vater André, ein Vulkanologe mit Leib und Seele, der seinen Sohn, den er die letzten 16 Jahre stark vernachlässigt hat, zu seinem nächsten Trip einlädt – nach Hawai, Indonesien und all die Hot Spots der Vulkanjäger. Erster Halt auf ihrer Reise zu faszinierenden Filmaufnahmen am Rand der magmaspuckenden Ungetüme ist Neapel, wo Jan sich Hals über Kopf in die Einheimische Giulia verliebt, die dort als Verkäuferin in einem Souvenirgeschäft arbeitet. Leider nimmt die Arbeit keine Rücksicht auf Gefühle und so trennen sich die Wege der beiden Turteltauben schon nach kurzer Zeit wieder, ehe sich der Protagonist im Abenteuer seines Lebens wiederfindet und vor gefährlichen Aschewolken und Lavaströmen in panischer Angst flieht. Niemals würde er sich je freiwillig wieder so nah an Naturgewalten heranwagen, bis der Vesuv zu grummeln beginnt und Giulia am Fuße des Hanges unbedarft einen Geburtstag feiert.

Katja Brandis Schreibkunst habe ich schon durch den Jugendroman „Schatten des Dschungels“ kennen gelernt, der wie auch ihr neuestes Werk durch hervorragende Rechercheleistung punktet und das Geschehen mit sehr lebhaften Sätzen und Erkenntnissen schmückt. Neben dem hohen Unterhaltungsfaktor, der durch die brenzligen Situationen mit Spannung aufgeheizt wird, erfahren wir jede Menge Wissen über Vulkane insgesamt, sowie ihre Zerstörungswut in Pompeji, Riten rund um die Besänftigung der Göttin Pele, und Frühwarnsystemen. Beim Lesen packte mich der Wunsch einmal selbst mit einem speziellen Handschuh in die Lava zu greifen oder einfach glühende Schwefelfelder zu besichtigen, obwohl ich dem Nervenkitzel, der damit einhergeht vermutlich nicht gewachsen wäre.

Ein Minuspunkt an der Geschichte war eindeutig die etwas aufgezwungene Liebesgeschichte im schönen Neapel. Was als unverfänglicher Urlaubsflirt begann, entwickelt sich bei der Autorin in Windeseile in die größte Liebe, die Italien seit Romeo und Julia je gesehen hat und für diesen sonst sehr hochwertigen Jugendroman viel zu ausgelutscht ist. Ein Junge darf schließlich mit seinem Vater auch einfach nur die Zweisamkeit genießen und trotzdem dabei das jüngere Publikum interessieren.
Ebenfalls ist der Höhepunkt in Jans Familienstory auf hoher See nicht ganz rund, wodurch ich nach dem Epilog noch immer wie in einem kleinen Boot schaukelte und der Hintergrund, der sich auf die Berufsgruppe, der Vulkanologen allgemein bezieht, nicht bei mir ankam. Erst durch das sehr persönliche und informative Nachwort bin ich praktisch vom Dampfer gestiegen.

Nichtsdestotrotz konnte mich Katja Brandis wieder mitreißen und ich hoffe, dass ihr Mut zu Büchern mit dem federleichten Wissensfaktor belohnt und ihr Erfolg wie ein Stratovulkan explodieren wird, denn „Vulkanjäger“ hat es sich redlich verdient.

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