#1 Frostblüte von Zoe Marriott von Sonja12345 03.10.2013 21:55

Der Wolf

"Frostblüte" von Zoe Marriott ist ein Fantasyroman ab 14 Jahren. Frost, die Hauptperson, ist nach dem Tod ihrer Mutter auf der Suche nach der Feuergöttin. Die Menschen leben von Jagd und Tierzucht und von dem, was sie sammeln oder anbauen. Der Glaube an Dämonen ist sehr verbreitet. So denkt auch Frost, dass sie besessen ist: jedes Mal, wenn sie angegriffen und verletzt wird, kommt "der Wolf" in ihr zum Vorschein und übernimmt die Kontrolle. Dann wütet sie blind und hat auch schon getötet. Dabei ist Forst eigentlich mitfühlend und hilfsbereit. Aber sie kennt nur Ablehnung und Einsamkeit. Als sie sieht, wie jemand in einen Hinterhalt gerät, will sie helfen. In Wirklichkeit war das Ganze aber eine Falle der Bergwächter für Räuber, die gegen den rechtmäßigen König kämpfen. Luca, das Oberhaupt der Bergwächter, will ihr eine neue Heimat anbieten. Aber sein Leutnant misstraut Frost, und sie selbst hat Angst, jedem in ihrer Nähe zu schaden. Wird sie mit den Bergwächtern kämpfen und Nähe und Liebe in ihrem Leben zulassen?

Das Buch wird geprägt von Frosts mystischen Erfahrungen mit dem Wolf, wobei auch die grausigen Szenen aus ihrer Vergangenheit auftauchen. Aber es geht auch darum, Selbstachtung zu finden und sich nicht die Schuld zu geben für Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Luca legt immer wieder großen Wert darauf, sich nicht von der Brutalität und Gewalt der Gegner mitreißen zu lassen. Er legt Wert auf Gerechtigkeit. Alle Menschen sollen fair behandelt werden, und er ist gegen Sklaverei. Alle respektieren und achten ihn. Viele der Bergwächter haben Schlimmes hinter sich, aber sie sind wie eine große Familie. Mir gefiel das Buch gut.

#2 RE: Frostblüte von Zoe Marriott von BeBubbly 04.11.2013 20:47

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"In meinen Träumen sind die Wölfe hinter mir her." (Erster Satz)
Als Frost acht wurde hat der Wolf das erste Mal ihren Körper in Besitz genommen. Seit diesem Tag hat sogar ihre Mutter Angst vor ihr und sie müssen von Ort zu Ort ziehen, um vor sich selbst zu flüchten. Als Frosts Mutter stirbt, reist Frost alleine weiter, um ihrer Mutter den letzten Wunsch zu erfüllen, diesen Fluch loszuwerden. Auf dieser langen und beschwerlichen Reise mit einigen wenigen Jobs trifft Frost schließlich auf Luca. Dieser sieht aber nur gutes in ihr und nimmt sie als eine neue Soldatenrekrutin auf und Frost gewöhnt sich an dieses Leben voller Wärme und Menschen, bis das Schicksal zuschlägt und ihr alles zu nehmen scheint, was sie sich erarbeitet hat.

Meinung:
Der Schreibstil konnte mich bei diesem Buch von Anfang an überzeugen. Denn er lässt sich nicht nur flüssig lesen, sondern beschreibt die Welt aus Frosts Sicht sehr ausführlich und bildlich schön umschrieben. Vor allem das Übernatürlich in diesem Buch hebt sich schön heraus.
Trotzdem finde ich, dass die erste Hälfte sich unnötig in die Länge gezogen hat, denn nach einer kurzen Einführung, die schnell verfliegt, lag mir eine lange Durststrecke bevor, da kaum Spannung besteht und es nur sehr wenige besondere Momente gibt. Deshalb fiel es mir auch schwer mich in die Geschichte fallen zu lassen, stattdessen quälte ich mich ein wenig durch die Seiten.
Aber dann vom einer auf die andere Seite hat mich das Buch so gebannt, dass ich über die kompletten langgezogenen erste Hälfte hinwegsehen konnte. Denn plötzlich kommt alles auf einmal: Gefühle, neue fantastische Elemente und eine Menge Spannung. Ab diesem Moment kam ich dann nicht mehr von der Geschichte los, die nun eine große Veränderung in der Protagonostin Frost hervorrief.
Frost fing an mehr Gefühle zu entwickeln, als bloß die Angst, die ihr Leben bestimmt hatte. Zusätzlich hört sich auf davon zu laufen und stellt sich sich selbst und ihren größten Bedenken. Wo vorher nur ihr realistischer Charakter war, mischte sich nun eine große Portion Mut und Leben hinein. Dadurch fing ich an das Besondere in ihr zu sehen, dass Luca schon die ganze Zeit sah.
Luca selbst ist ein Mann, wie ihn sich jeder wünscht. Weltoffen, mutig, vertrauensvoll und ein Anführer, der auch noch gut aussieht. Auch wenn ich ihn während der Geschichte sehr mochte, ist er im Nachhinein zu gut um wahr zu sein. Dagegen war Arian, sein Adoptivbruder das komplette Gegenteil. Sehr misstrauisch und zurückgezogen. Außerdem scheint er gegen so ziemlichen jeden, bis auf Luca, eine gewisse Abneigung zu empfinden. Dies dient ihm als Schutzschild, dass er sich nach und nach aufgebaut hat. Aber auch dieser verändert sich im Laufe der Geschichte, denn Frost weckt in ihm eine Seite, die verloren schien. Trotzdem finde ich, dass sein Charakter noch etwas genauer hätte herausgearbeitet werden können, denn er kam mir ziemlich flach und abgestumpft vor.
Das Ende hat mich ebenfalls überzeugen können, denn es rundete die Geschichte ab, enthielt aber auch eine Wiederholung, die den Spieß zum Schluss nochmal drehte.

Fazit:
Alles in allem entsprach diese Geschichte in keiner Weise meinen Erwartungen und überraschte mich vollkommen, nachdem das lange warten auf die Spannung ein Ende hatte.
Mit starken und bemerkenswerten Charakteren, großen Gefühlen, die über die Liebe hinausgehen und Kameradschaft, Loyalität und Freundschaft auf eine wundervolle Art und Weise darstellen. Dies wird natürlich alles mit ein paar Fantasyelementen geschmückt, die die Geschichte abrunden.
All diese Punkte zeigen, dass nicht nur junge Leser von der Geschichte gebannt werden können, sondern auch junggebliebene Erwachsene eine schöne Zeit mit dieser tollen Lektüre verbringen können.

Hier* findet ihr die ganze Rezension.

#3 RE: Frostblüte von Zoe Marriott von Kate88 09.12.2013 20:56

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Frost darf niemanden an sich heran lassen. Sie trägt einen Wolfsdämon in sich, der jederzeit aus ihr herausbrechen kann. Ihre letzte Hoffnung ist die Feuergöttin. Doch der Weg dahin ist steinig und schwer und sie ist auf sich allein gestellt. Als Frost auf Luca und Arian trifft, verändert sich ihr Leben. Kann sie den Beiden wirklich trauen und ihnen ihr Geheimnis anvertrauen? Und für wen schlägt ihr Herz wirklich?

Ich bin positiv überrascht von "Frostblüte" aus der Feder von Zoe Marriott. Es ist das perfekte für einen kalten Winterabend. Spannend und lebhaft erzählt, sodass die Stunden nur so verfliegen.

Mit Frost hat die Autorin eine Figur erschaffen, die mit Sicherheit in kürzester Zeit die meisten Leser für sich einnehmen wird. Sympathisch, nicht ohne Fehler und trotz der vielen harten Rückschläge im Leben eine wirklich starke Persönlichkeit. Auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass ich stellenweise ihre Handlungsweise nicht zu hundert Prozent nachvollziehen konnte, so habe ich sie doch gerne auf ihrem Weg begleitet.

Luca und Arian können unterschiedlicher nicht sein, aber wahrscheinlich macht genau dies den Reiz aus. Sie sind wie Wasser und Feuer und ergänzen sich dennoch auf harmonische Art und Weise. Ich mochte Beide ausgesprochen gerne, trotz Dreiecksbeziehung von denen ich nicht immer ein Fan bin.

Was mir jedoch besonders an "Frostblüte" gefallen hat, ist die Atmosphäre beim Lesen. Ich konnte wunderbar abtauchen und mich in die Welt von Frost hinein fallen lassen. Es hat Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, weil es erfrischend war. Dazu noch der lebhaft Schreibstil der Autorin, der das Kopfkino auf Hochtouren laufen lassen hat.

Ich habe nur einen Kritikpunkt und deshalb auch der Punktabzug. Mir hat eine Entwicklung zu Ende des Buches - welche ich aufgrund von Spoilern jedoch nicht erwähnen werde - leider überhaupt nicht gefallen bzw. hätte ich es mir persönlich einfach anders gewünscht, auch wenn ich die Beweggründe der Autorin schon verstehen kann. Dennoch hatte es für mich einen bitteren Nachgeschmack.

Das Ende hat mich abschließend mit der Geschichte noch versöhnt. Zudem ist es erfrischend schön, dass die Geschichte ein Einzelband ist.

Fazit:
"Frostblüte" von Zoe Marriott hat mir einige spannende und lebhaft Lesestunden beschert. Bildhafter Schreibstil, starke Figuren und mitreißender Plot - Das ideale Buch für diese kalte Jahreszeit.

4/5

#4 RE: Frostblüte von Zoe Marriott von Gronik 03.01.2014 14:36

Frost ist von einem Wolfsdämon besessen. Wenn sie angegriffen wird und Blut fließt, bricht der Wolf aus ihrem Inneren hervor und sie verfällt in wilde Raserei. Seit Jahren waren ihre Mutter und sie auf der Flucht, nie konnten sie lange an einem Ort verweilen. Nun ist ihre Mutter tot und Frost ganz allein auf der Welt. Sie hat gelernt, niemanden an sich heranzulassen, um keine Menschen mehr in Gefahr zu bringen.

Doch dann begegnet sie auf ihrer Reise Luca und Arian. Luca ist Anführer eine Gruppe von Kämpfern, die gegen grausame Invasoren aus dem Nachbarland kämpfen. Er glaubt fest an das Gute im Menschen und sieht auch in Frost viel Potential. Langsam und behutsam bringt er ihr bei, wieder Vertrauen zu fassen. Bald verliebt sie sich in ihn.
Doch da ist auch noch Arian, Lucas bester Freund, der Frost zuerst sehr ablehnend behandelt, im weiteren Verlauf wird ihr Verhältnis aber immer besser.

Ich muss gestehen, ich hatte ein bisschen etwas anderes erwartet. Frosts Wolfsdämon habe ich mir anders vorgestellt und war überrascht, als die ganze Sache näher erläutert wurde und sich als ganz anders herausstellte als ich vermutet hatte.

Die Liebesgeschichte war größtenteils recht vorhersehbar und teilweise auch ziemlich kitschig. Beide Hauptfiguren zeigen auch ihre Schwächen und wirken dadurch sehr menschlich. Die späteren Wendungen in der aufkommenden Dreiecksbeziehung waren für mich aber nicht immer ganz nachvollziehbar und hier empfand ich die Handlung stellenweise etwas sprunghaft und holperig. Auch die Auflösung der Problematik am Ende war etwas einfach und in der Form schon zu erwarten, hier hätte ich mir etwas mehr Überraschung gewünscht. Alles in allem verläuft die Handlung zu sehr in Stereotypen - Frost als das wilde, unnahbare Mädchen, das sich dann doch verliebt, Luca, der edle Held, der ihren Panzer auftaut und dann selber auf sie angewiesen ist und Arian, der brummige Kerl mit harter Schale und weichem Kern. Auch in der Beschreibung der Welt verschenkt die Autorin einiges an Potential, es werden zwar einige Informationen gegeben, aber so richtig vor meinem inneren Auge entstand diese Umgebung nicht beziehungsweise hatte sie keine wirklichen Besonderheiten.

Insgesamt ein nettes, schnell zu lesendes Jugendbuch, das gut unterhält, aber wohl keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen wird.

Auf englisch gibt es wohl einen Vorgänger zu Frostblüte", der bisher aber nicht übersetzt herausgebracht wurde, man kann das Buch aber auch ohne Verständnisschwierigkeiten lesen, ohne die Vorgeschichte zu kennen.

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