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#1 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Quantaqa 19.09.2013 17:44

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Da ich morgen unterwegs bin, veröffentliche ich die Leserunden-Abschnitte schon heute. Aber nicht schummeln

Liebe Grüße
Jana

#2 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Blinded.masquerade 21.09.2013 10:47

Ich bin war erst auf Seite 30, aber bisher kann ich schonmal sagen, dass der Schreibstil sehr angenehm ist und die junge Dame definitv einen an der Waffel hat :D

Abgesehen davon, kommt nur mir die Schrift so klein vor? Ich werd heute nachmittag weiterlesen, aber jetzt wird erstmal der Staubsauer geschwungen ;)

#3 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Quantaqa 21.09.2013 11:52

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Hallo liebe Mitleser,

ich bin sehr gespannt auf diese Leserunde, da ich mir vorstellen kann, dass dieses Buch vom Thema her viel Potential für Diskussionen bietet. Den ersten Abschnitt habe ich auch schon gelesen. Im Prolog blickt Grace auf ihre Erlebnisse zurück, während sie einer möglichen Verurteilung entgegen sieht – wegen Mordes! Die Autorin redet auch nicht lange um den heißen Brei herum, sondern kommt im ersten Kapitel direkt zur Sache: das Schiff sinkt bereits und Grace befindet sich mit einigen anderen im Rettungsboot. Die Szene mit dem Kind und seiner toten Mutter im Wasser – so kurz sie auch ist – ist heftig. Aber es stimmt schon: wer würde seinen Platz tauschen wollen? Nicht zu wissen, was mit ihrem Mann Henry ist, muss auch schrecklich für Grace sein. Beim Lesen bekommt man glatt Gänsehaut ... Allerdings werde ich mit Grace nicht so recht warm, wenn ich ehrlich bin. Ich glaube, es ist ihre distanzierte Art, die es erschwert, sich mit ihr zu identifizieren. Wobei ich verstehen kann, dass sie von solchen Ereignissen lieber Abstand nehmen möchte. Gerade im letzten Kapitel dieses Abschnitts lernen wir Grace zwar ein wenig besser kennen, dennoch bleibt sie mir fremd, die Distanz wird nicht überbrückt. Geht es euch auch so?

Teilweise wirkt die Geschichte auf mich ungeordnet, so wird auf Seite 64 erwähnt, dass die Rettungsboote wohl kaum für 40 Personen gedacht sein können. Genau das wurde doch aber bereits angesprochen. Andererseits passt dies zur Erzählweise, wie Grace sie selbst auf Seite 72 beschreibt: "[...] denn es bedarf einer ständigen Anstrengung, sich zu entsinnen, um diesen Bericht zu verfassen. Manchmal erinnere ich mich spontan an eine Begebenheit, und manchmal führt eine Erinnerung zu einer anderen, die wiederum zu einer anderen führt, und so weiter."

Ich habe mich gefragt, wann die Ereignisse sich eigentlich zugetragen haben, insbesondere da über das Wahlrecht für Frauen diskutiert wird. Einen Hinweis bekommen wir dann aber, denn zwei Jahre zuvor ist die Titanic gesunken, was heißt, dass wir uns nun um Jahre 1914 befinden müssten.

Dieser Mr. Hardie ist mir total suspekt. Ich mag ihn nicht. Überhaupt deutet alles darauf hin, dass die Situation bald eskaliert.

Zitat
Ich bin war erst auf Seite 30, aber bisher kann ich schonmal sagen, dass der Schreibstil sehr angenehm ist und die junge Dame definitv einen an der Waffel hat :D




Liebe Grüße
Jana

#4 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von MacBaylie 21.09.2013 14:20

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Den Prolog fand ich schon mal sehr interessant. Da hat man solch ein Unglück überlebt und wird dafür auch noch des Mordes angeklagt? Da bin ich mal gespannt, wie es dazu gekommen ist.

Ich stelle mir so eine Situation ganz schön furchtbar vor. Ein überfülltes Rettungsboot und mit dem Wissen, wie es um die Titanic vor zwei Jahren bestellt war. Gruselig.
Ganz schrecklich, wenn man dann auch noch Menschen wegstoßen muss, die unweigerlich ertrinken werden. Aber was macht man in solch einer Situation??? Da kommt so ein Mr Hardie sicher gerade recht, der einem die Entscheidung abnimmt. Ich fürchte, wäre er nicht gewesen, wäre das Boot inzwischen schon gesunken.
Und dann die Überlegungen, dass eventuell sogar noch jemand aus dem Boot raus muss ... brrrr.

Dieser Satz über Hannah (sie ist mir auch suspekt) gefällt mir gut :-) : --- Sie hatte sich ein durchsichtiges Stück Stoff um die Schultern gelegt, das zart in der Brise flatterte wie die Flügel einer als Vogel verkleideten Göttin. --- S.67

Ziemlich heftig finde ich auch diese Beschuldigungen, z.B. dass Grace eigentlich gar kein Recht hätte in diesem Boot zu sitzen. Aber ich denke sowas kommt einfach wirklich vor. Wenn's ums eigene Überleben geht, steht sich jeder selbst am nächsten.

Zu Anfang war ich auch etwas verwirrt über diese distanzierte Erzählweise, aber in Anbetracht der außergewöhnlichen Situation, kann ich das durchaus nachvollziehen. Ich kann mir auch vorstellen, dass nicht immer alles der Wahrheit entspricht, wobei ich nicht zwingend glaube, Grace würde absichtlich lügen. Bei normalen Dingen ist die eigene Erinnerung oder Wahrnehmung auch nicht immer so, wie es wirklich war, oder wie andere es empfunden haben. Wie muss es erst nach diesem Erlebnis aussehen?

#5 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von MacBaylie 21.09.2013 14:22

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Zitat von Blinded.masquerade im Beitrag #2
Ich bin war erst auf Seite 30, aber bisher kann ich schonmal sagen, dass der Schreibstil sehr angenehm ist und die junge Dame definitv einen an der Waffel hat :D

Abgesehen davon, kommt nur mir die Schrift so klein vor? Ich werd heute nachmittag weiterlesen, aber jetzt wird erstmal der Staubsauer geschwungen ;)



Ja, ich finde auch, dass die Schrift relativ klein ist.
Warum glaubst du, dass Grace einen an der Waffel hat?

#6 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von eleasy 21.09.2013 15:30

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Im Prolog lernen wir kurz die junge Grace kennen, die nach einem großen Schiffsdesaster gemeinsam mit 2 weiteren Frauen auf der Anklagebank sitzt – wegen Mordes!
Eigentlich unglaublich, wenn man sich vorstellt, welchem Unheil sie lebend entronnen sind! Nur gut, dass sie von einem ganzen Pulk von Anwälten umgeben sind, die wohl immer neue Verteidigungsstrategien diskutieren, u.a. Grace für unzurechnungsfähig zu erklären!
Ich bin sehr gespannt, was sie uns in ihrem rückblickenden Tagebuch zu berichten hat und wie es zu dieser großen Tragödie und der ungeheuerlichen Anklage überhaupt gekommen ist.

Erstaunt war ich übrigens über die Zeit in der die Geschichte spielt (2 Jahre nach dem Titanikunglück!!!)– das war mir vor Lesebeginn gar nicht so bewusst!
Und hier spielen natürlich noch einmal andere ethische und moralische Aspekte in die Beurteilung der Geschehnisse hinein, als es heute der Fall wäre.

Die anfänglichen Schilderungen des ganzen Chaos, der Verzweiflung und auch die Gnadenlosigkeit einiger Passagiere, das alles kann man sich ja sehr gut vorstellen und hat durch verschiedene Filme auch sehr schnell passende Bilder vor Augen!
Es deutet sich auch schon bald an, dass die ganze Situation sich zuspitzen wird, denn sie sind überladen, die erhoffte baldige Rettung lässt auf sich warten und Nahrung und Wasser werden auch bald knapp! Noch ist die Stimmung ja unterschwellig recht friedlich, bis auf wenige Ausraster, aber die Konflikte werden auch schon offensichtlich!
Mr. Hardie hat ja wohl bisher das alleinige Oberkommando und auch die nötige Autorität, doch wird sich nicht so bleiben! Mir ist er auch nicht so ganz geheuer, denn manchmal verhält er sich recht komisch!
Dieser Konflikt mit Mrs Fleming, die Grace beschuldigt, unberechtigt an Bord des Rettungsboots zu sitzen, nachdem sie erfahren hat, was mit ihrer Tochter geschehen ist.
Dies zeigt schon auf, wie sich die aufgeheizte Situation weiter entwickeln wird und man bald aufeinander losgehen wird.
Ich ahne schon, dass der Überlebenskampf an Bord gnadenlos wird, wenn weitere Leute durchdrehen werden!

#7 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von eleasy 21.09.2013 15:35

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Zitat von Quantaqa im Beitrag #3
Teilweise wirkt die Geschichte auf mich ungeordnet, so wird auf Seite 64 erwähnt, dass die Rettungsboote wohl kaum für 40 Personen gedacht sein können. Genau das wurde doch aber bereits angesprochen. Andererseits passt dies zur Erzählweise, wie Grace sie selbst auf Seite 72 beschreibt: "[...] denn es bedarf einer ständigen Anstrengung, sich zu entsinnen, um diesen Bericht zu verfassen. Manchmal erinnere ich mich spontan an eine Begebenheit, und manchmal führt eine Erinnerung zu einer anderen, die wiederum zu einer anderen führt, und so weiter."


Auch ich hatte allerdings ziemliche Probleme mit der sehr unsortierten Art die Dinge zu schildern, obwohl sie es ja eigentlich chronologisch tut. Diese Vielzahl der Personen ihre Kommentare zu den Ereignissen, dann wieder Belanglosigkeiten, wer zu wem hält, vermischt mit persönlichen Rückblenden …- ich musste mich schon ziemlich zusammenreißen, um da nicht den roten Faden zu verlieren.
Es passt natürlich auch zu der Gesamtsituation, in der sie sich nach all den grausigen Erlebnissen beim Aufschreiben befindet!
Bisher habe ich auch große Problem mir ein genaues Bild von Grace und ihren Gefühlen zu machen, da alles so distanziert geschrieben ist.
Was natürlich auch daran liegen mag, dass sie das Tagebuch für die Öffentlichkeit schreiben soll und nicht alles über sich preisgeben will!
Das wäre aber leider auf das gesamte Buch anzuwenden, was dann aber ein riesiges Manko darstellt, da mich ja gerade ihre ungefilterten Emotionen in dieser Extremsituation interessieren!

So wie sie anfangs kurz mal daran dachte, die Frau über Bord zu schubsen, da sie mit ihrem Geschrei nicht aufhören wollte, sie dann aber alles schnell wieder zurücknimmt!
Auch ihre Gefühle für Henry gibt sie erstaunlicherweise hier gar nicht richtig preis! So jung verheiratet und wird von ihrem Mann getrennt ... eigentlich müsste sie umkommen vor Sorge um ihn oder?

#8 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Blinded.masquerade 21.09.2013 17:03

Also wie gesagt, nach den ersten 30 Seiten wirkt Grace sehr verwirrt und desinteressiert. Aber man weiß ja noch nicht, was sie so durchgemacht hat.

Aber die Schrift find ich echt sehr klein, ich les lieber größeres, ist irgendwie angenehmer :) werd mir jetzt aber den ersten Abschnitt mal zu Gemüte führen.

#9 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Kangaroo 21.09.2013 18:58

Eigentlich bin ich keine allzu große Freundin von Prologen, aber in diesem Fall sehe ich absolut ein, dass es ein geschickter und eigentlich auch notwendiger Einstieg in diese Geschichte war. So erfahren wir gleich einiges über Grace, aus deren Sicht schließlich die ganze Geschichte geschildert wird. Sofort fragt man sich, was wohl im Rettungsboot vorgefallen ist, dass sie als Mörderin angeklagt wurde.

Gut finde ich, dass danach mehr oder weniger alles chronologisch geschildert wird und man sich mehr auf das, was vor der Verhandlung passiert ist, konzentriert. Ich fand es auch sehr bedrückend, dass man dem kleinen Jungen die Rettung verweigert hat, auch wenn ich Hardie natürlich gut verstehen kann. Trotzdem ist es bitter, wenn man das so liest. Hardie scheint ja wirklich einen kühlen Kopf zu bewahren, eine Führungspersönlichkeit zu sein, der die Lage gut einschätzen kann oder der natürlich auch der Einzige ist, der sich auf dem Meer auskennt. Das allein verschafft ihm schon eine ungeheure Autorität, aber auch seine äußerliche Erscheinung scheint seinen Teil dazu beizutragen. Er ist es auch, der Aufgaben an alle verteilt und das Essen und Trinken rationiert. Und er ist es auch, der allen versichert, dass man wohl bald gerettet werden würde.

Beängstigend, dass das Boot für 40 Personen ausgeschrieben wurde, aber nicht für diese Anzahl von Personen gedacht ist. Und schon am zweiten Tag wird es noch bedrohlicher, indem der Vorschlag aufkommt, dass sich Leute freiwillig für das Überleben anderer opfern könnten, da das Boot zu viele Personen geladen hat und zu tief im Wasser liegt.

Interessant auch zu sehen, wie die einzelnen Insassen mit der Situation umgehen. Der Diakon etwa fühlt sich in seinem Glauben an Gott bestärkt. Die Annäherung an die anderen Rettungsboote zeigt, dass Grace, Hardie und Co. nicht die einzigen sind, die sich retten konnten. Doch auch hier wird schnell klar, wie ernst die Lage ist und dass Grace froh sein kann, dass sie bei Hardie gelandet ist und nicht bei dem verrückten Blake, der einfach mal so zwei Leute über Bord geschmissen hat.

Insgesamt tue ich mir allerdings schwer mit Grace warm zu werden. Sie ist definitiv keine große Sympathieträgerin. Man erfährt zwar ein wenig etwas über ihre Hochzeit und ihren Henry, aber Grace scheint doch zumeist immer auf sich bedacht zu sein. Komisch auch, dass Henry seine Eheschließung geheim gehalten hat. Und dann ist da natürlich noch die Frage, ob das Rettungsboot wirklich noch mal hochgezogen wurde, um Grace und Hardie an Bord zu lassen und ob es ein kleines Mädchen am Kopf getroffen hat. Aber gerade, was andere Menschen angeht, scheint sie doch eher kalt zu sein. Siehe die Aussage, dass sie wohl die Leute selbst vom Bootsrand weggestoßen hätte, wenn es nicht Hardie getan hätte. Hier tue ich mir allerdings schwer, ein endgültiges Urteil zu treffen. Schließlich war das eine Ausnahmesituation und letztendlich kann keiner von uns sagen, wie er handeln würde und wozu er fähig ist, wenn es um das eigene Überleben geht. Eventuell erfahren wir hier ja im Buch später mehr über Grace.

Insgesamt ist es durch die Vielzahl der Personen manchmal ein wenig schwierig, sich ein Bild zu machen. Eigentlich wage ich es bislang nur, zu behaupten, dass wir in diesem ersten Abschnitt Grace, Hardie, Henry und den Diakon ein wenig näher kennen gelernt haben. Andere Insassen des Rettungsbootes wurden bislang noch gar nicht erwähnt, bin mal gespannt, wann und auf welche Weise dies geschieht und zu welchen von ihnen Grace eine engere Verbindung aufbauen wird. Hardie bewundert sie ja, aber richtigen Kontakt mit ihm hatte sie eigentlich bislang keinen, so wie ich das sehe.

Auch mir geht es ähnlich wie eleasy, dass man manchmal schon Schwierigkeiten damit hat dem roten Faden zu folgen, da doch auch immer wieder Einschübe bzw. Vorgeschichten (Zarin Alexandria, Henry etc.) geschildert werden. Den Schreibstil empfinde ich als angenehm und eigentlich auch die ganze Thematik als sehr spannend, denn zumindest ich frage mich schon: wie würde ich wohl in einer ähnlichen Situation denken oder handeln?

#10 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Kangaroo 21.09.2013 19:04

Zitat von eleasy im Beitrag #7
So wie sie anfangs kurz mal daran dachte, die Frau über Bord zu schubsen, da sie mit ihrem Geschrei nicht aufhören wollte, sie dann aber alles schnell wieder zurücknimmt!
Auch ihre Gefühle für Henry gibt sie erstaunlicherweise hier gar nicht richtig preis! So jung verheiratet und wird von ihrem Mann getrennt ... eigentlich müsste sie umkommen vor Sorge um ihn oder?



Ja, genau das sind auch zwei Szenen, in denen ich Graces Verhalten bzw. Empfindungen nicht wirklich nachvollziehen kann. Wie gesagt, ich schätze sie als äußerst ich-bezogen ein. Man wird ja sehen, wie kaltherzig und berechnend sie letztendlich wirklich ist. Aber momentan kann ich mir ganz gut vorstellen, dass sie wirklich zur Mörderin geworden ist.

#11 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von eleasy 22.09.2013 00:07

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Zitat von Kangaroo im Beitrag #9
Und dann ist da natürlich noch die Frage, ob das Rettungsboot wirklich noch mal hochgezogen wurde, um Grace und Hardie an Bord zu lassen und ob es ein kleines Mädchen am Kopf getroffen hat.


Diese Sache hat mich auch ziemlich stutzig gemacht. Irgendwie klingt es ja fast so, als hätte Henry Hardie bestochen, damit Grace noch an Bord gehen kann.
Ich habe mich nur gefragt, warum Hardie erst dann mit an Bord gegangen ist - stand nicht irgendwo, dass eigentlich pro Rettungsboot sowieso ein Mitglied der Mannschaft dabei sein sollte?
Wie man ja auch bald merkt, eine sehr sinnvolle Order, denn ohne jegliche nautische Kenntnisse ist man ja eh verloren!
Oder hat Henry sogar dafür gesorgt, dass Hardie zusammen mit Grace an Bord geht! Sehr merkwürdig!

#12 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Blinded.masquerade 22.09.2013 00:52

Also ich muss gestehen, dass ich es bisher sehr zäh zu lesen finde und einige Gedankengänge und Themenumschwünge mit sehr suspekt und nicht nachvollziehbar vorkommen. Und auch Hardie ist irgendwie sehr seltsam und nicht greifbar. :( Ich hoffe, dass es noch besser wird. Bin auf jeden Fall jetzt dann im zweiten Teil...

#13 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Quantaqa 22.09.2013 12:23

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Zitat von MacBaylie im Beitrag #4
Da hat man solch ein Unglück überlebt und wird dafür auch noch des Mordes angeklagt? Da bin ich mal gespannt, wie es dazu gekommen ist.

Das habe ich mich auch direkt gefragt. Eigentlich ein Unding! Aber mal schauen, was da noch alles "auf den Tisch" kommt, vielleicht erschließt sich diese Anklage für uns dann ja noch.

Zitat von MacBaylie im Beitrag #4
Da kommt so ein Mr Hardie sicher gerade recht, der einem die Entscheidung abnimmt. Ich fürchte, wäre er nicht gewesen, wäre das Boot inzwischen schon gesunken.

Ich finde Mr. Hardie zwar seltsam, aber seine Autorität dürfte das Rettungsboot bzw. dessen Insassen bisher gerettet haben.

Zitat von MacBaylie im Beitrag #4
Zu Anfang war ich auch etwas verwirrt über diese distanzierte Erzählweise, aber in Anbetracht der außergewöhnlichen Situation, kann ich das durchaus nachvollziehen. Ich kann mir auch vorstellen, dass nicht immer alles der Wahrheit entspricht, wobei ich nicht zwingend glaube, Grace würde absichtlich lügen. Bei normalen Dingen ist die eigene Erinnerung oder Wahrnehmung auch nicht immer so, wie es wirklich war, oder wie andere es empfunden haben. Wie muss es erst nach diesem Erlebnis aussehen?

Da gebe ich dir natürlich recht. Einerseits möchte man sich selbst ja nicht in einem (allzu) schlechten Licht dastehen lassen, andererseits sind die Erinnerungen sicherlich auch manchmal getrübt oder verfälscht, was man in Anbetracht der extremen Situation sowieso nicht verdenken kann.

Zitat von eleasy im Beitrag #6
Erstaunt war ich übrigens über die Zeit in der die Geschichte spielt (2 Jahre nach dem Titanikunglück!!!)– das war mir vor Lesebeginn gar nicht so bewusst!

Das war mir zunächst auch nicht klar. Glücklicherweise hatte man durch das Titanic-Unglück dann endlich einen zeitlichen Anhaltspunkt.

Zitat von eleasy im Beitrag #7

Auch ich hatte allerdings ziemliche Probleme mit der sehr unsortierten Art die Dinge zu schildern, obwohl sie es ja eigentlich chronologisch tut. Diese Vielzahl der Personen ihre Kommentare zu den Ereignissen, dann wieder Belanglosigkeiten, wer zu wem hält, vermischt mit persönlichen Rückblenden …- ich musste mich schon ziemlich zusammenreißen, um da nicht den roten Faden zu verlieren.

Ich bin erleichtert, dass es nicht nur mir so geht. Es ist (zunächst) gar nicht so einfach, hier nicht den Überblick zu verlieren, und ein großes Maß an Konzentration gefragt.

Zitat von eleasy im Beitrag #7
Auch ihre Gefühle für Henry gibt sie erstaunlicherweise hier gar nicht richtig preis! So jung verheiratet und wird von ihrem Mann getrennt ... eigentlich müsste sie umkommen vor Sorge um ihn oder?

Das hat mich auch gewundert. Ich würde verrückt vor Sorge um meinen Mann! Dies ist ein Aspekt, der mir Grace noch fremder macht und weswegen ich mich (bisher) nicht mit ihr identifizieren kann.

Zitat von Blinded.masquerade im Beitrag #8
Aber die Schrift find ich echt sehr klein, ich les lieber größeres, ist irgendwie angenehmer :)

Ich mag auch eine etwas größere Schrift lieber, da hat man dann wenigstens das Gefühl, auch gut voran zu kommen ;)

#14 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Gronik 22.09.2013 14:50

Ich finde das Buch bisher sehr interessant und auch gut zu lesen. Ich habe vorher extra keine Rezensionen gelesen, da ich schon gehört habe, dass die Meinungen wohl auseinandergehen.

Im Prolog ist Grace anscheinend die Angeklagte. Welches Verbrechen sie genau begangen haben soll, wird aber noch nicht klar, bzw. wen sie umgebracht haben soll und wie es dazu gekommen ist. Sie soll ihre Geschichte nun aufschreiben und so erinnert sie sich, so gut sie kann.
Der Schiffbruch und die darauffolgende Panik erinnern sehr an Titanic - und dieser Fall hier spielt ja auch nur 2 Jahre nach dem großen Unglück. Allzuweit kann es ja mit den Verbesserungen danach nicht sein, wenn nur knapp die Hälfte der Schiffssreisenden gerettet werden kann.
Grace landet mit 38 anderen in einem der Boote - aber die Boote sind eigentlich für weniger Personen gedacht und so ist es ganz schön knapp. Es wurde ja schon beschrieben, dass sie bei schlechtem Wetter keine Chance hätten.

Erschreckend finde ich beschrieben, wie schnell die Stimmung teilweise umschlagen kann und wie schnell sich Menschen eine gewisse Härte zulegen, wenn es um die eigene Haut geht. Mr. Hardie ist mir nicht sonderlich sympathisch, aber wenn er nicht die Entscheidung getroffen hätte, die hilfesuchenden Männer wegzuschlagen, wäre das Boot womöglich gekentert und alle verloren gewesen. Ich möchte nicht in seiner Haut stecken!

Von Grace selber erfahren wir noch nicht so viel, nur ein paar Randdaten. Das finde ich aber auch verständlich, schließlich lesen wir hier ja quasi ihre Erinnerungen an die Ereignisse und da schildert sie natürlich weniger ihre eigene Lebensgeschichte, sondern legt den Fokus mehr auf die anderen.

Einiges ist aber schon sehr merkwürdig, allem voran die Frage nach der Ursache, warum die Zarin Alexandria überhaupt gesunken ist. War es ein Schaden in der Mechanik oder gar ein Anschlag? Was hatte es mit den Goldkisten auf sich?
Dass Grace in dem Rettungsboot gelandet ist, fand ich jetzt erstmal nicht so außergewöhnlich, immerhin ist sie eine Frau und Frauen und Kinder wurden zuerst gerettet. Und Hardie ist an Bord, weil eigentlich in jedem Boot einer von der Mannschaft sein sollte. Trotzdem scheint da ja irgendetwas vor sich gegangen zu sein, was zu ihrer beider Anwesenheit nun geführt hat. Sehr rätselhaft!

#15 RE: 1. Abschnitt: Seite 9 bis 96 (Prolog + Teil I) von Gronik 22.09.2013 14:52

Zitat von Kangaroo im Beitrag #10
Zitat von eleasy im Beitrag #7
So wie sie anfangs kurz mal daran dachte, die Frau über Bord zu schubsen, da sie mit ihrem Geschrei nicht aufhören wollte, sie dann aber alles schnell wieder zurücknimmt!
Auch ihre Gefühle für Henry gibt sie erstaunlicherweise hier gar nicht richtig preis! So jung verheiratet und wird von ihrem Mann getrennt ... eigentlich müsste sie umkommen vor Sorge um ihn oder?



Ja, genau das sind auch zwei Szenen, in denen ich Graces Verhalten bzw. Empfindungen nicht wirklich nachvollziehen kann. Wie gesagt, ich schätze sie als äußerst ich-bezogen ein. Man wird ja sehen, wie kaltherzig und berechnend sie letztendlich wirklich ist. Aber momentan kann ich mir ganz gut vorstellen, dass sie wirklich zur Mörderin geworden ist.


Ich finde ihre Gedanken ziemlich ehrlich und bin mir nicht sicher, dass ich in so einer Situation nicht ähnlich reagieren würde. Sie tut es ja schließlich nicht, tauscht sogar mit der Frau, damit die den sichereren Platz hat.

Und was ihre Gedanken bzw. Nicht-Gedanken an Henry angeht, bin ich mir nicht so ganz sicher, ob das die große Liebe zwischen den beiden ist. Aus ihren bisherigen Erzählungen schließe ich, dass sie vor allem nicht arm sein und als Gouvernante enden wollte. Ob das mit Henry von ihrer Seite her also eine große Liebesheirat war, wage ich momentan noch zu bezweifeln, auch wenn sie sich offensichtlich gut verstanden haben.

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