#1 Nashville oder Das Wolfsspiel von Antonia Michaelis von Saphier 31.08.2013 13:11

Kurzbeschreibung: Atemlos spannend!
Ein mörderischer Thriller über Liebe und Verrat.

Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville.
Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist.
Ein grandioser Thriller der mehrfach ausgezeichneten Autorin Antonia Michaelis, eine packende und fesselnde Geschichte von Liebe, Sehnsucht, Ängsten und Freunden, denen man nicht trauen kann.

Meine Meinung: Dies ist das zweite Buch der Autorin, das ich lese. "Der Märchenerzähler" liegt schon eine geraume Zeit zurück. Während Antonia Michaelis noch immer einen angenehmen Schreibstil hat, mit gelungenen Formulierungen, gibt es dennoch Unterschiede was die Handlung betrifft. Natürlich ist diese Geschichte eine andere. Genauso das Gefühl beim Lesen.

Hier geht es um Svenja, die von Zuhause auszieht und neben der Uni sich allein ein Leben gestalten will. Dieses Bestreben haben viele Studenten. Schon am ersten Tag in ihrer neuen Wohnung findet sie ein Kind im Küchenschrank. Ein verdrecktes, stummes Kind. Sie nennt ihn wegen dem Schriftzug auf dem Oberteil des Jungen Nashville. So beginnt die Geschichte von Svenja und dem stummen Jungen. Manche Menschen schweigen nicht ohne Grund. Auch Nashvill hat einen Grund. Nach und nach werden die Geschehnisse erzählt.

Svenja findet Freunde. Freunde, die einen, was ist schon die Liebe im Gegensatz zu wahren Freunden, sagen lässt. Auch führt sie ihr Leben, ab dem ersten Tag ihres eigenständigen Lebens, mit einem Kind fort. Svenja ist kein Charakter den ich sonderlich mag. Zwei Eigenschaften von ihr kann ich benennen, die mir zum einen positv an ihr aufgefallen ist und zum anderen negativ.

Positiv ist an ihr ihre Bereitschaft Nashville aufzunehmen. Sie beklagt sich nicht. Als Studentin sind ihr Grenzen gesetzt. Svenja überlegt nicht mal was sie mit diesem Jungen machen soll, will ihn nicht sofort loswerden. Obwohl sie genau weiß das mit diesem KIind etwas nicht stimmt. Diese Eigenschaft rechne ich ihr hoch an. Das ist nichts, was jeder einfach so hinnehmen und das Beste draus machen würde.

Und sie dachte: Ich schlafe mit zu vielen unterschiedlichen Leuten.

Allerdings. Das ist auch die negative Eigenschaft. Es gibt niemandem mit dem Svenja ein zweites Mal schläft. Ihr selbst ist das auch bewusst. So ein Charakter ist für mich eher unsymathisch. Sie muss eindeutig ihren eigenen Weg finden. Oder vielleicht ist das auch ihr Weg.

Das Wolfsspiel im Titel des Buches müsste jeder kennen und es auch mal gespielt haben. In einer größeren Gruppe macht das großen Spaß. Auch dieser Teil des Geschehens war ein Abschnitt, das relativ spannend beschrieben wurde. Einer der wenigen Stellen, die mir gut gefallen haben.

Dieses Buch zu lesen war schwer. Ich war versucht es abzubrechen. Tat es dann mit viel Geduld dann doch nicht. Die letzten Seiten haben sich dann teilweise noch ausgezahlt. Wie auch bei "Der Märchenerzähler" ist das Ende ähnlich. Im Sinne von einem guten Schluss oder einem eher schlechten für die Charaktere. Wer das genannte Buch der Autorin kennt, kann sich denken was ich damit meine. Und da konnte ich mich dann mit der Handlung anfreunden. Ich ärgere mich oft über die angebliche Gerechtigkeit in dieser Welt. Akten werden wegen Mangel an Beweisen geschlossen. Dennoch kennen viele die Wahrheit, die nicht zu beweisen ist. An diesem Punkt wird über Rache nachgedacht. Ich konnte Svenjas Beweggründe verstehen. Nicht alles muss richtig oder falsch im Leben sein. Um für ein wenig Gerechtigkeit zu sorgen kann auch mal etwas falsches getan werden.

Ich war nicht gerade glücklich beim Lesen. Spannung war nur in geringen Mengen enthalten. Der Schluss regte dann doch zum Nachdenken an. Ohne das Cover zu erwähnen kann ich meine Rezension nicht zum Ende bringen. Es ist sehr passend und von der Farbwahl her sehr gelungen. Es gefällt mir außerordentlich gut.

Fazit: "Nashvill oder Das Wolfsspiel" ist ein Buch über Freundschaft, der Wunsch nach Selbstständigkeit und die Aufklärung von Morden. Vom Schreibstiel, der Wortwahl bis hin zu den Charakteren ist es eine Geschichte, die zu den Thrllern der Autorin passt. Weiterempfehlen würde ich es nicht unbedingt. Möglicherweise nur wegen dem Ende. Das auch denjenigen, die die Seiten davor vielleicht nicht so lustlos lesen werden wie ich.

Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

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