#1 Seite 16 - 31 von Adaneth 19.04.2013 15:51

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Der Traum vom Fliegen

Flugbegeisterung in Theorie und Praxis

#2 RE: Seite 16 - 31 von eleasy 22.04.2013 18:53

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Ich muss schon sagen, die Kindheit, Schul- und Studienzeit von Melitta Schiller wurde vom Autor ziemlich rasch abgehandelt.
Erstaunt war ich darüber, dass auch das familiäre Umfeld nur kurz angerissen wurde.
Gerade über ihre Geschwister hätte ich gern noch mehr erfahren (Altersunterschiede der vier Geschwister: Marie-Luise, Otto, Jutta und Klara), so zB., ob sie auch so überdurchschnittlich begabt waren, und ob auch sie das außergewöhnliche Interesse an Naturwissenschaften mit ihrer Schwester teilten!
Aber vielleicht kommt dazu später noch etwas mehr.

Interessant find ich auch, dass Melitta also Halbjüdin war. Ich bin mal gespannt, wie ihre Abstammung später bei den Nazis gehandhabt/vertuscht wurde.
Dazu lesen wir sicher noch mehr!

Spannend zu erfahren, dass Melitta in so vielen Bereichen herausragende Talente hatte.
Sportlich, künstlerisch, intellektuell . . .- sehr gut kommt auch heraus, dass sie allem Neuen sehr aufgeschlossen und unerschrocken gegenüberstand.
Ihr Traum vom Fliegen bildete sich schon sehr früh heraus.
Auch ihr Physik-Studium an der TH München konnte sie ohne größere Hürden glanzvoll in 5 Jahren absolvieren - das Ganze liest sich wie ein müheloser Durchmarsch!
Da sie Nachhilfekurse anbot, konnte sie sich trotz Inflation finanziell allein gut durchschlagen und sogar ihrem Traum vom Fliegen näher kommen, indem sie sich auf Flugmechanik spezialisierte. Nur die anschließende Promotion hat sie aus finanziellen Gründen doch nicht angestrebt.
So sollte es nicht lange dauern, bis sie nach Beendigung des Studiums bei der DLV in Berlin ihren ersten Job aufnehmen konnte.

Über ihren Kontakt zu ihrer Familie/ ihren Geschwistern liest man fast nichts, nur dass der Vater nach der Pensionierung nach Danzig zog und Melitta kein Geld mehr von zuhause bekam.
Mich hätte am Rande noch interessiert, wie viele weibliche Studenten es damals in Melittas Fachbereich gegeben hat und ob sie dort nicht als „Exotin“ gehandelt wurde.

Insgesamt finde ich Brackes Schreibstil zwar sehr nüchtern und sachlich, doch lässt er sich sehr angenehm lesen.
Gut gefallen haben mir auch die eingestreuten Abbildungen.

#3 RE: Seite 16 - 31 von Adaneth 22.04.2013 21:01

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Ich teile deine Einschätzung. Manches wird auch mir einfach zu kurz geschildert - z.B. das familiäre Umfeld. Eine Schwester war auch Naturwissenschaftlerin, das steht irgendwo im Anhang, da es aber nur mal kurz erwähnt wird, denke ich, kann ich es hier schon erzählen.

Zitat
das Ganze liest sich wie ein müheloser Durchmarsch!


Das war wohl so - schon die Lehrer haben ja erkannt, dass sie hochbegabt ist. Und eine Schulfreundin beschreibt das ja auch, dass sie so ganz andere Interessen hatte und die Klasse schon wusste, dass sie so viel mehr weiß. Aber eine Streberin war sie nicht, was scheinbar auch keiner so gesehen hat damals.

Zitat
Mich hätte am Rande noch interessiert, wie viele weibliche Studenten es damals in Melittas Fachbereich gegeben hat und ob sie dort nicht als „Exotin“ gehandelt wurde.


Das ist eine interessante Frage. Wahrscheinlich war sie die Einzige.

Mir imponiert ihre Furchtlosigkeit. Und ich denke, dass sie diesen Weg vllt gar nicht hätte gehen können - das Fliegen gegen alle Widerstände zu erlernen - , wenn sie das Risiko gescheut hätte.

#4 RE: Seite 16 - 31 von eleasy 23.04.2013 22:57

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Zitat von Adaneth im Beitrag #3

Mir imponiert ihre Furchtlosigkeit. Und ich denke, dass sie diesen Weg vllt gar nicht hätte gehen können - das Fliegen gegen alle Widerstände zu erlernen - , wenn sie das Risiko gescheut hätte.


Ja, das fand ich auch sehr gut dargestellt, und ich empfinde ihre Risikobereitschaft auch schon als sehr außergewöhnlich.
Vor allem im nächsten Leseabschnitt finden wir hierzu ja noch einige Originaltexte von Melitta Stauffenberg/Schiller (s. meinen Kommentar).

#5 RE: Seite 16 - 31 von Adaneth 24.04.2013 10:17

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Manche Menschen behaupten furchtlos sei ein Mensch nur, wenn er keine Fantasie habe ;-)

Melitta Stauffenberg hat aber bestimmt über Fantasie im ausreichenden Maß verfügt, um sich ausmalen zu können, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Ich denke aber, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten sehr gut kannte und abschätzen konnte, was sie sich zutrauen kann - genauso wie das allgemeine Risiko, das mit einer Tat / Tätigkeit verbunden ist. Es gibt allerdings eine Begebenheit, da scheint sie sich verkalkuliert zu haben. Aber das beschreibt der nächste Abschnitt.

#6 RE: Seite 16 - 31 von Rebecca 27.04.2013 13:10

Kommt es nur mir so vor oder wird die Kinder und Jugendzeit sehr schnell abgehandelt?!.
Man hat zwar etwas von ihr erfahren z.B. das sie Halbjüdin ist aber das war eigentlich auch schon fast alles. Eigentlich schade, hätte man hier mehr erfahren wäre sie mir vielleicht klarer vor Augen.
Ansonsten erfährt man wie es ihr beim Studium im München ergangen ist und wie sie dann dort zur Fliegerei kam und wie es dann weiterging.

Dadurch das es sehr wenig Informationen um die Person Melitta selbst gibt ist mir schon klar das man sich nur an die Fakten hält aber hätte man der Frau nicht auch mehr Privates geben können. Nun gut, Bracke wollte die Bio nun mal so schreiben und ich akzeptiere das auch.

Mal sehen wie es ihr dann noch so ergehen wird wenn sie dann ihren Beruf ausübt und nicht nur noch Studentin ist.

Viele Grüße
Rebecca

#7 RE: Seite 16 - 31 von Adaneth 27.04.2013 20:53

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hi Rebecca

Es stimmt schon, dass man wenig über ihre Kindheit erfährt, aber über ihre Schulzeit wird doch einiges berichtet und was sie so in ihrer Freizeit getrieben hat. Auch, dass sie wohl eine gute Künstlerin war. Und ich kann mir anhand dieser Infos sie schon gut vorstellen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich ein junges Mädchen kenne, das ähnlich zielstrebig ist und Melitta von Stauffenberg erinnert mich ein wenig an sie. :-)


LG Adaneth

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