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#1 Rezensionen von Gronik 04.04.2013 09:30

Hier ist Platz für eure Rezensionen am Ende der Runde.
Für die Gewinner der Freiexemplare Pflicht, aber wir freuen uns natürlich bei allen Teilnehmern über ein Fazit zum Buch und gerne auch zur Runde!

#2 RE: Rezensionen von Mimi19 09.04.2013 16:25

Hier meine Rezi. Vielen, lieben Dank für das tolle Buch und die Leserunde :)

Freiheit bedeutet nichts mehr. Die Freiheit war im Krieg
gefallen. Schade drum. Doch man konnte nie verhindern, dass während der
Kämpfe auch Unschuldige starben. Die Freiheit, die gute alte Freundin,
war im Friendly Fire gefallen.
(Seite 76)

Wie bei einer anderen Dystopien die ich in letzter Zeit gelesen habe, kannte ich auch von Dark Destiny den Vorgänger, Dark Canopy, nicht. Durch eine blöde Verwechslung dachte ich, dies sei der erste Teil... Wie dem auch sei – durch diese Tatsache bin ich dann dafür ganz unvoreingenommen an das Buch herangegangen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Anfangs störte mich das „Düstere“ und „Gewaltvolle Miteinander“ sehr, doch schon bald stellte ich fest (und wurde auch darauf aufmerksam gemacht^^), dass genau DAS eine Dystopie ausmacht. Für alle, die (wie ich) nicht genau darüber Bescheid wissen, ein kleiner Auszug aus Wikipedia:

Eine Dystopie (englisch dystopia, Gegenbildung zu utopia) oder Anti-Utopie ist in der Literaturwissenschaft eine fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung mit oftmals negativem Ausgang.

Ganz besonders stachen mir einige wunderschönen Kapitelbezeichnungen ins Auge, von denen ich nie genug bekommen konnte.

Beispielsweise aus Seite 71:
"Vor langer Zeit kämpften wir um unsere Freiheit. Und nachdem wir sie gewannen, vergaßen wir sie."

Oder wie hier auf Seite 108:
"Ich will leben. Mehr als nur überleben."

Das Buch wurde allgemein in einer so wunderschönen Sprache geschrieben – viele der Zitate basieren auf Frieden, Krieg und Hoffnung und waren während oder nach Kampfszenen wie ein Balsam für die Seele.

S. 221:
„Und das Verstehen nimmt den Hass und den Wunsch nach Rache?
[…] Nein. Nichts davon. Aber die Rachsucht und der Hass vernichten auch nicht das Verstehen.“

In Bezug auf die Besetzung des Romans wurde es mir wirklich beim Lesen nie langweilig, denn Jennifer Benkau gestaltete jede Persönlichkeit mit so viel Liebe und umfangreichen Charakter, auch wenn diese im endeffekt nicht zur guten Seite gehörten.

Mein Fazit:
Da dies erst meine zweite Dystopie ist, habe ich natürlich nicht wirklich einen Vergleich zu anderen Büchern. Dennoch kann ich sagen, dass mit Dark Destiny meine Lieblingsgenres eindeutig erweitert wurden.
Doch für mich ist der überwiegenste Grund für die Weiterempfehlung dieses Romans im Grunde dann doch hauptsächlich der Sprachstil, der mich an vielen passenden Stellen zu Tränen gerührt hat.

#3 RE: Rezensionen von Lilli33 14.04.2013 12:18

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Nachdem der erste Band „Dark Canopy“ mit einem bösen Cliffhanger endete, freute ich mich umso mehr auf den zweiten. Und auch wenn er nicht ganz so ausfiel, wie ich mir das gewünscht hätte, bin ich doch froh, ihn gelesen zu haben.

Die wichtigsten Ereignisse des ersten Bandes werden nebenbei noch einmal in Erinnerung gerufen. Um der Handlung wirklich vollständig folgen zu können, sollte man das erste Buch aber gelesen haben.

Was ich nicht ganz gelungen fand, ist das Intro, das bereits das Ende des Buches vorwegnimmt. Für das Verständnis der eigentlichen Handlung ist es nicht notwendig. Daher wäre es mir persönlich lieber gewesen, ich hätte es erst am Schluss gelesen.

Wie schon in „Dark Canopy“ findet sich der Leser auch im zweiten Band in einem Wechselbad der Gefühle. Die Stimmung schwankt ständig zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Liebe und Hass. Dabei werden die Gefühle super zum Leser transportiert, sie kommen dort an und stehen nicht nur auf dem Papier.

In der ersten Hälfte des Buches hätte ich die Protagonisten ab und zu mal gerne angeschubst, damit sie nicht so sehr zweifeln, sondern einfach handeln, denn ich habe dermaßen mit ihnen mitgelitten und wollte sie aus ihrem Elend erlöst sehen. Als dann endlich alles gut schien, war es das aber natürlich überhaupt nicht. Die Autorin lässt weder ihre Figuren noch die Leser zur Ruhe kommen. Ständig passiert etwas, das alle Pläne durchkreuzt. Dabei ist die Handlung zwar teilweise etwas vorhersehbar, trotz allem aber immer spannend beschrieben, egal ob es nun um Gefühle oder Schlachtengetümmel geht.

Wer den ersten Band mochte, wird auch den zweiten lieben, auch wenn die Handlung nicht immer nach den eigenen Wünschen verläuft und das etwas offene Ende sicher den ein oder anderen ein bisschen unbefriedigt zurücklässt. Aber wozu hat man schließlich seine eigene Fantasie?

#4 RE: Rezensionen von zehn123 14.04.2013 16:27

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Dark Destiny ist die Fortsetzung von Dark Canopy. Die Geschichte um Joy und Neel geht weiter. Neel wird von Matthials Clan gefangen gehalten und sein Zustand ist sehr schlecht. Joy darf ihn in Matthials Auftrag besuchen und soll versuchen Informationen von Ihm zu bekommen, bevor Matthial ihn gegen Verbesserungen für seinen Clan an die Percents tauscht. Für Joy es einfach nur schrecklich, ihre große Liebe so leiden zu sehen. Als Matthial ihr schließlich mitteilt, dass Neel die Übergabe nicht überlebt hat, beschließt sie den Clan zu verlassen. Sie will erfahren was mit Neel geschehen ist und verlässt dafür ihren und jegliche Sicherheit.

Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung gefreut, wurde aber ein kleines bisschen enttäuscht. Ich hatte große Probleme wieder in die Geschichte hineinzufinden. Die Ereignisse aus dem ersten Teil kamen mir auch während des lesens nicht wieder zu richtig in Erinnerung und das hat mir das lesen etwas schwer gemacht. Wer also den ersten Teil nicht gelesen hat, sollte das zuerst einmal tun.

Joy ist auch in diesem zweiten Teil wieder eine starke Charaktere. Sie gibt ihre Hoffnungen nicht auf. Unbeirrt kämpft sie um Ihre Liebe, die Liebe zwischen dem Percent Neel und der Rebellin Joy. Joy und Neel haben mir gut gefallen. Der zweite Teil dreht sich sehr stark um das Zusammenleben von Mensch und Percent. Oder besser gesagt, um die Hoffnung das das irgendwann mal friedlich möglich ist.

Wer den ersten Teil mochte, wird auch von der Fortsetzung nicht enttäuscht sein. Die düstere Stimmung wird durch ein paar einzelne lustige Begebenheiten immer mal wieder aufgelockert. Nun ist das Warten auf Teil drei angesagt und vielleicht sollte ich kurz vorher dann nochmal in die ersten beiden Teile reinschnuppern.

#5 RE: Rezensionen von fantasticbooks 14.04.2013 19:34

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Joy ist am Boden zerstört. Zurück bei den Rebellen ist sie entsetzt über das, was Matthial Neél angetan hat. Nur ganz langsam schafft sie es, wieder zu funktionieren, doch ihr unvergleichlicher Lebenswille scheint gebrochen. Sie fühlt, dass sie so nicht weitermachen kann und will den Clan verlassen, obwohl Matthial dies stetig zu verhindern sucht. Der Zufall kommt Joy zu Hilfe, aber bevor sie sich auf den Weg zur Stadt macht, muss sie erst wissen, was genau mit Neél geschehen ist. Was sie dann erfährt, stellt ihr Leben erneut auf den Kopf. Hat sie noch eine Zukunft?

Meine Meinung:

Der im Script5 Verlag erschienene Roman "Dark destiny" von Jennifer Benkau ist der zweite und letzte Teil einer atemberaubenden Dilogie. Nachdem mich die Autorin bereits mit ihrem ersten Teil "Dark canopy" unheimlich gefesselt hat, mußte ich feststellen, dass "Dark destiny" dem in nichts nachsteht. Im Gegenteil hatte ich eher das Gefühl, dass Jennifer Benkau hier sogar noch einen d´raufgesetzt hat und mich mit ihrer wohldurchdachten Handlung und ihrem klaren Schreibstil tief in die Geschichte mit hineingezogen hat. Dabei sind ihre Beschreibungen so bildhaft, dass ich das Gefühl hatte, alles gemeinsam mit Joy mitzuerleben.

Ich habe mich auf die Fortsetzung wahnsinnig gefreut und konnte auch schnell wieder beim Lesen eintauchen. Der Band beginnt dort, wo der letzte geendet hat. Die liebgewonnenen Charaktere haben nichts von ihrer Ausstrahlung eingebüßt, sondern haben im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durchzogen, die beim Lesen deutlich spürbar wird.

Während der erste Band noch nahezu gänzlich aus der Sicht von Joy in der Ich-Form geschrieben ist, hat die Autorin nun noch die Sichtweise von Neél in der dritten Person mit einfließen lassen, die sich regelmäßig mit der von Joy abwechselt. Das ist sicher dem Umstand geschuldet, dass die beiden Protagonisten nun nicht mehr alles gemeinsam erleben, sondern getrennt mit ihrem Schicksal fertigwerden müssen. Dies ermöglicht aber auch einen tieferen Einblick in Neéls Leben, der mit sehr gefallen hat.

Joy und Neél sind keine Superhelden, sondern Produkte ihres Umfelds. Stets mußten sie sich beweisen, entweder um ihren Platz im Clan zu erhalten oder um die Wünsche ihres Mentors zu erfüllen. Doch sie machen verständlicherweise auch Fehler und sie sind verletzlich und doch haben sie neben einem sehr starken Freiheitsgefühl, einen Überlebenswillen, der sie vorantreibt. Das habe ich insbesondere bei Joy immer sehr bewundert. Ihre Handlungen habe ich stets als sehr realistisch empfunden und ich glaube, gerade deswegen fühlt man sich mit ihr auch so sehr verbunden.

Die Beschreibungen von Jennifer Benkaus dystopischen Szenarios regen zudem zum Nachdenken an, zumal sie nicht wirklich weit von unserer Realität entfernt zu liegen scheinen. Toleranz und Respekt sind hier zwei hochgeschätzte Güter, die leider viel zu oft mit Füßen getreten werden, doch leider gibt es auch in unserer Welt sehr viele Beispiele dafür.

"Dark destiny" hat mich mit einem Ende überrascht, das ich in dieser Form nicht erwartet habe, obwohl es im Nachhinein gesehen das einzig mögliche und richtige war. Es passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn hier bleibt sich ein jeder treu. Jennifer Benkau hat dabei ein bewundernswertes Gespür für ihre Charaktere, das sie bereits in ihren vorherigen Romanen unter Beweis gestellt hat. Ich bin und bleibe ihr Fan und freue mich jetzt schon ihr nächstes Werk.

Fazit:

"Dark Destiny" ist das packende Finale einer Dilogie von Jennifer Benkau, das mich berührt hat, wie kaum ein anderes. Der bildhafte Schreibstil, die realitätsnahe Handlung und die stimmigen Charaktere erzeugen beim Lesen eine Atmosphäre, die unvergleich ist und, die mich alles um mich herum vergessen lassen hat. Ich fühlte mich als Teil dieser Dystopie, die für mich etwas ganz Besonderes ist und spreche für alle Fans dieses Genres eine ganz klare Leseempfehlung aus.

#6 RE: Rezensionen von acherontia 20.04.2013 10:25

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Jetzt weiß ich wieder, warum ich nicht blogge bzw. kein regelmäßiger Rezensionenschreiber bin. Bei Dark Destiny ist es mir irgendwie wieder extrem schwer gefallen meine Gedanken zu sammeln und aufs Papier zu bringen. Und wirklich zufrieden bin ich mit dem Endergebnis auch nicht. -.- Aber naja. Es gibt ja noch genug andere Rezensenten, die es besser auf den Punkt bringen können …

***

Nach Dark Canopy wird die Duologie also mit Dark Destiny fortgesetzt und ich kann nur empfehlen, wer die Bücher noch nicht kennt, ist besser beraten, mit dem ersten Teil zu beginnen. Weniger aus dem Grund, dass man Verständnis nicht mitkommen würde - das funktioniert glaube ich auch so ganz gut -, sondern mehr, weil das Auslassen von Dark Canopy in etwa so ist als ob man bei einem Kinofilm mit Überlänge erst zur zweiten Hälfte erscheint, denn die beiden Bücher bilden ganz klar eine Einheit.
Und was soll ich sagen? Es gibt Bücher, denen gelingt es nicht so recht mich mitzureißen und dann gibt es solche, wie Dark Destiny, die mir scheinbar die komplette Palette an Gefühlen entlocken können und mich wirklich in die Geschichte eintauchen lassen, statt diese nur als unbeteiligter Beobachter zu verfolgen.
Nun ist das natürlich eine sehr subjektive Aussage und jeder empfindet anders darüber, was einen mitfiebern und was einen kalt lässt.

Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Jennifer Benkau mit ihren Geschichten das berühmte "Made in Germany" als Qualitätssigel bestätigt. Ich würde inzwischen sogar soweit gehen, von einem "Made by Benkau" zu sprechen.

Zwischen spannenden über gefühlvollen bis hin zu witzigen zurück zu ernsten Momenten hat Dark Destiny so ziemlich alles zu bieten was ich mir als Leser wünschen könnte. Hinzu kommt noch, dass die Autorin ein unglaubliches Gespür für Worte zu haben scheint, denn es gelingt ihr immer wieder mich tief zu berühren mit dem was sie schreibt. Oft auch weil so viel Wahres dahinter steckt.

"Ich will leben. Mehr als nur überleben." (Seite 108)

Und so ist Dark Destiny auch ein Buch, das einem zum Nachdenken bringt ohne penetrant belehrend daher zu kommen. Man wird sich seines eigenen Lebens einfach ein Stück weit bewusster.

"In meinem Inneren lieferten sich mein Verstand eine wilde Schlacht mit dem angenehmen Gefühl in meinem Bauch, etwas Schönes zu besitzen. Mein Verstand schimpfte mich eine Idiotin. Es schneite schon wieder – kleine, vom Wind scharf geschliffene Flocken, die mir ins Gesicht pikten. Es schneite, die Nahrung ging in der ganzen Stadt zu Neige und ich hatte ein Sommerkleid gekauft. Mein Gewissen bekam durchaus dunkle Flecken, aber ganz bereuen konnte ich den Kauf auch nicht. Ich besaß nun etwas Eigenes, etwas, das keinem besonderen Zweck diente, außer dass ich mich hübsch darin fühlte." (Seite 274)

Da es sich um den Bereich Dystopie handelt, ist die Stimmung entsprechend ernst, was nicht heißt, dass es keine glücklichen und sogar humorvollen Momente geben würde. Aber wir befinden uns nun mal in einem postapokalyptischen Szenario, in dem sich Menschen und Percents feindlich gegenüberstehen und der tägliche Kampf ums Überleben nicht nur eine abgedroschen Floskel ist.

Eine weitere Stärke des Buchs sind die handelnden Personen. Das sind interessante, zum Teil sehr facettenreiche Persönlichkeiten, die einem in Erinnerung bleiben. Andererseits stimmt mich das auch ein bisschen wehmütig, da es jetzt am Ende von Dark Destiny heißt, sich von lieb gewonnenen Charakteren verabschieden zu müssen. Joy einmal als Beispiel genommen ist eine tolle Protagonistin. Man kann sich wunderbar mit ihr identifizieren. Ihre starke, kämpferische Natur ist genauso überzeugend wie ihre weiche, feminine Seite.
Und obwohl Joy und einige andere, der beteiligten Personen noch relativ jung sind, sollte man nicht glauben, dass hier nur ein weiterer Vertreter der momentan überall regelrecht aus dem Boden schießenden Jugendbuch-Dystopien vorliegt. Zum einen wirkt die Geschichte sehr erwachsen, sodass sich auch Leser angesprochen fühlen können, die normalerweise einen großen Bogen um Jugendbücher oder junge Protagonisten im Allgemeinen machen würden. Zum anderen setzt sich das Buch meiner Meinung nach in Punkto Glaubwürdigkeit der Geschichte und Ausdrucksweise bzw. Umsetzung der Autorin von der Masse ab.

Zur Handlung selbst will ich großartig keine Worte verlieren (und umgehe so das Risiko, wichtige Details zu spoilern). Wichtig wäre vielleicht noch zu erwähnen, dass sich Dark Destiny mehr auf Gefühle konzentriert, wohingegen bei Dark Canopy die Handlung an sich im Vordergrund stand. Aber ein Kommentar zum Ende kann und will ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen, schon allein deshalb, weil es ein Thema ist, das die Leser polarisieren wird.

Der erste Teil, Dark Canopy, wirft einen mitten hinein in die Geschichte, wo man den, gegen die Percents rebellierenden Menschen das erste Mal begegnet. Und genauso unvermittelt entlässt Dark Destiny den Leser wieder. Manche Handlungsfäden werden abgeschlossen, andere verlaufen ins Leere. Doch muss ich als Leser allen Ernstes bis zum Letzten an die Hand genommen werden? Wie soll man eine solche Geschichte überhaupt auflösen ohne an Authentizität einzubüßen?
Ein Happy End oder überhaupt ein definierter Abschluss in einem Szenario wie dem, das uns die Autorin hier vorlegt, würde in dieser Situation zu sehr nach "Und wenn sie nicht gestorben sind …" klingen. Der ein oder andere mag das sicher bevorzugen. Ich muss gestehen, ich selbst war im ersten Moment auch nicht glücklich damit, wie das Buch endet.
Aber inzwischen sehe ich es von der Seite: Das offene Ende lässt dem Leser die Möglichkeit, seiner eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen. In der Welt, in der Joy lebt muss noch einiges geschehen, damit diese Geschichte wirklich beendet werden kann. Es gibt noch viel zu tun, Gesinnungen müssen sich ändern. Das ist nicht gerade eine Sache von ein paar wenigen Monaten, vermutlich nicht mal von ein paar Jahren. Aber wer sagt denn, dass ich mir am Ende dieses Weges nicht mein eigenes Happy End erdenken kann?

"Wir sind alle so … zerbrechlich", sagte er, nach den richtigen Worten suchend. "So vergänglich. Es kann so schnell gehen, dass wir nicht mehr sind, dass wir einfach ausgelöscht werden. Vor- und Nachfahren sind etwas, das uns ein bisschen stärker in der Welt verankert. Unser Leben besteht weiter in denen, die uns geschaffen haben oder die wir schaffen. […] Das muss mit Zeugung nichts zu tun haben. Ich rede von Werten, die wir übernehmen und weitergeben." (Seite 311)

#7 RE: Rezensionen von acherontia 24.04.2013 12:44

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Was die Leserunde angeht, war es mal eine interessante Erfahrung und ich werde, wenn sich die Gelegenheit ergibt, sicher wieder an einer teilnehmen. Allerdings kann das in meinem Fall durchaus bis nächstes Jahr dauern ... Da gibt es einfach zu viele Wenns. Wenn mich das Buch interresiert und ich es auch zeitnah lesen will, wenn ich das Geld und die Zeit dafür habe, wenn ich eventuell zu lesene Vorgänger auch gelesen habe ...
Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die Diskussionsbereitschaft hier unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein scheint. Ich dachte eigentlich, dass da in einer Leserunde ein gemeinsames Niveau vorliegt. Ok, es ist natürlich nicht immer so einfach einen Ansatz zu finden. Aber von manch einem Teilnehmer habe ich hier so gut wie gar nichts gesehen. Haltet mich jetzt bitte nicht für kleinlich, aber ein bisschen hatte ich schon das Gefühl, dass der ein oder andere den Sinn der Leserunde verfehlt und das Ganze mit einer Soloveranstaltung verwechselt hat.

#8 RE: Rezensionen von Gronik 24.04.2013 13:42

Zitat von acherontia im Beitrag #7
Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die Diskussionsbereitschaft hier unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein scheint. Ich dachte eigentlich, dass da in einer Leserunde ein gemeinsames Niveau vorliegt. Ok, es ist natürlich nicht immer so einfach einen Ansatz zu finden. Aber von manch einem Teilnehmer habe ich hier so gut wie gar nichts gesehen. Haltet mich jetzt bitte nicht für kleinlich, aber ein bisschen hatte ich schon das Gefühl, dass der ein oder andere den Sinn der Leserunde verfehlt und das Ganze mit einer Soloveranstaltung verwechselt hat.


Interessant, dass dieser Punkt auch mal von einem Teilnehmer angesprochen wird. Normalerweise "schimpfen" da nur wir Moderatoren...
Anmerkungen zur Beteiligung an Leserunden

#9 RE: Rezensionen von acherontia 26.04.2013 21:09

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Zitat von Gronik im Beitrag #8
Zitat von acherontia im Beitrag #7
Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass die Diskussionsbereitschaft hier unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein scheint. Ich dachte eigentlich, dass da in einer Leserunde ein gemeinsames Niveau vorliegt. Ok, es ist natürlich nicht immer so einfach einen Ansatz zu finden. Aber von manch einem Teilnehmer habe ich hier so gut wie gar nichts gesehen. Haltet mich jetzt bitte nicht für kleinlich, aber ein bisschen hatte ich schon das Gefühl, dass der ein oder andere den Sinn der Leserunde verfehlt und das Ganze mit einer Soloveranstaltung verwechselt hat.

Interessant, dass dieser Punkt auch mal von einem Teilnehmer angesprochen wird. Normalerweise "schimpfen" da nur wir Moderatoren...
Anmerkungen zur Beteiligung an Leserunden


Wie gesagt, war das meine erste Leserunde. Vielleicht nehme ich da ein paar Sachen noch ein bisschen anders war als die Teilnehmer, die schon mehr in der Routine drin sind. Mir fehlt da die Erfahrung, einen Vergleich anzustellen. Aber unabhängig davon denke ich, dass man als Leserundenteilnehmer eine gewisse Verpflichtung - Pflicht klingt blöd, aber mir fällt grad kein anderer Ausdruck ein - zu erfüllen hat. Und damit meine ich nicht, dass zu jedem Abschnitt zumindest ein Eindruck gepostet werden muss ...

#10 RE: Rezensionen von Miss 05.05.2013 21:09

So :) nun auch meine Rezension.

Ich hatte mich sehr auf die Fortsetzung von *Dark Canopy* gefreut, eins meiner Highlights 2012. Wahrscheinlich habe ich deswegen zuviel erwartet. Ich muß sagen, mir hat *Dark Destiny* als Ganzes nicht so sehr gefallen. Der Anfang war noch einigermaßen vielversprechend, es war ähnlich düster und schwermütig wie der Vorgänger (bei dem ich initial auch Probleme hatte reinzukommen), da hoffte ich aber noch auf schon erlebte plötzliche Änderung im Leseerlebnis :)
Vom Schreibstil hat es mir gefallen, die Atmosphäre war gut getroffen, man konnte sich reinfühlen. Joy war zunächst ziemlich am Boden, hat aber dann doch zu alter Stärke gefunden, als sie beschlossen hatte rauszufinden, was mit Neel genau geschehen ist. Immerhin nimmt dann auf einmal die Geschichte nennenswert an Fahrt zu.

Sie gelangt schließlich in die Stadt, wo sie dann irgendwann auch Neel wiedertrifft (von dem wir ja schon länger wußten, daß er noch am Leben ist). Auch er ist am Hadern mit seinem Schicksal, mich hat es gewundert, daß der Kämpfer von einst so destruktiv geworden ist. Finde ich auch nicht wirklich stimmig, ehrlich gesagt. Die Begegnung mit den Menschen soll ihn so gebrochen haben? Er wußte ja schließlich, daß Joy noch lebt (im Gegensatz zu ihr). Irgendwann berappelt er sich ja dann doch, weil er mit Mitleid mit Amber hat (auch mit Gedanken an Joy sein Wort halten will) und auch Valeria und Killian helfen will. Dass Cloud daraufhin zu so einer drastischen Maßnahme greift, erwartet man nicht, irgendwie erschien er doch eine Art väterlicher Freund zu sein für Neel. Man hofft, daß Clouds Verhalten und seine mächtige Position in der Triade später noch erklärt werden, aber dieser Teil der Geschichte verläuft leider fast völlig im Sand. Okay, Neel macht sich am Ende des Buches auf, zurück zu den Schatteninseln, um Cloud beizustehen. Find ich ehrlich gesagt auch wieder nicht stimmig. Hat Neel dafür einen Grund? Und Clouds Sinneswandel kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen, das bleibt völlig im Dunkeln. Seine Rolle in der Triade, hat er da schon seine Meinung geändert? Wenn, warum ändert er sie dann später, nach dem Rebellenangriff? Der ja nicht wirklich unerwartet kam.
Joy macht ihren Weg dann akzeptabel, das Leben und Arbeiten in der Bar fand ich interessant, der Wirt im Mondlicht (schöner Bezug zu *Dark Canopy* ist für eine der besten Charaktere in der Geschichte). Und auch ihr gemeinsamer Alltag als *gemischtes Pärchen*, das fand ich gut erzählt. Der Kampf und die Liebe, die ganze Ambivalenz der Beziehung kam toll rüber.
Wie Matthial und Josh wieder in die Geschichte finden, der weitere Weg dann auf dem Schiff, auch das ist gut gemacht. Neel rettet Edison, sie machen sich alle zusammen auf zu neuen Ufern. Die Überfahrt schildert kurz, wie das Zusammenleben von Percents und Menschen funktionieren kann. Sie erreichen gemeinsam die neue Welt, die leider für die Percents dann doch auf den zweiten Blick nicht ganz so paradiesisch scheint wie anfangs erhofft. Verkehrte Welt, auf einmal haben die Percents sich an Restriktionen und Gesetze zu halten, doch nicht ganz so einfach für Neel. So tolerant ist er halt doch nicht, wie man gehofft hat. Aber er verläßt Joy ja nicht allein, weil er es nicht aushält, sondern auch für Edison, und das kann ich nachvollziehen. Auch wenn ich es alles schade finde, daß sie nicht gemeinsam glücklich sein können, daß es da keinen Weg gibt.
Natürlich ist es realistisch, und es ist ja offen, bisher ist Neel nicht zurückgekehrt, aber vielleicht tut er es ja irgendwann noch...
Insgesamt hat mir das Buch leider nur so mittel gefallen. Habe ja schon angemerkt, daß es daran liegen könnte, daß ich zu hohe Erwartungen hatte bzw. daß ich mir einfach ein anderes Ende gewünscht hätte. Oder ich vielleicht in der letzten Zeit einfach zu viel Fantasy/Dystopien gelesen habe, daß ich schwerer zu begeistern bin. Letztlich ist mir aber auch beim Schreiben der Rezension aufgefallen, daß mir vor allem Abschnitt 2 und 3 nicht gefallen haben, und für meinen Geschmack manche Charaktere und deren Geschichten hätten weitererzählt werden können. Hier wäre eventuell doch eine Trilogie für mich als Leser die bessere Lösung gewesen. Mehr Platz für Nebenstränge. Allerdings kann ich auch verstehen, daß man als Autor eine Geschichte irgendwann abschließen möchte -und vielleicht mehr Lust auf ein anderes Projekt hat (wer weiß?), nur weil wir Leser eine Geschichte so gerne mögen, muß es dem Schriftsteller ja nicht so gehen. (Reine Spekulation, sorry ;) )

Es war allerdings auch meine erste Leserunde. Ich habe noch nicht so viel Übung mit der Schilderung von Leseeindrücken. Außerdem bin ich gerade umgezogen, und ich hatte viel Arbeit erwartet, aber das war dann (und ist es immer noch) sogar noch drei-viermal mehr Arbeit, und das Internet funktioniert immer noch nicht *seufz*, das hat es noch schwieriger gemacht. Ich denke, ich werde mal wieder eine Leserunde mitmachen, um da ein bißchen mehr Routine zu bekommen ;) (ohne Freiexemplar, Danke dafür, aber das war eine große Belastung für mich -gedanklich). Ich hatte auch erwartet, daß mehr Diskussionsstimmung aufkommt, ich hab mich ja selbst wenig beteiligt, aber da war auch wenig, auf das man reagieren konnte, schade eigentlich.

Danke an Jennifer Benkau fürs Mitmischen bei der Diskussion! Danke für das Buch sowieso :)
Und Danke an die Moderatorin!


Edit: Spoiler eingefügt, Gronik

#11 RE: Rezensionen von sarista 06.05.2013 14:50

Zitat von Miss im Beitrag #10
So :)

Es war allerdings auch meine erste Leserunde. Ich habe noch nicht so viel Übung mit der Schilderung von Leseeindrücken.



Hi Miss, an sich eine schöne Rezension und ich finde (auch wenn mir das Buch gut gefallen hat) deine Begründung woran es lag sehr gut nachvollziehbar. Nur eine Bitte habe ich für deine zukünftigen Rezensionen hier auf der Seite: bitte ein bisschen weniger Spoiler einbauen. Ich persönlich lese mir manchmal auch Rezensionen durch bevor ich ein Buch lese, einfach um zu gucken, wie es anderen so gefallen hat und ob es sich lohnt. Nach all den Details zum Inhalt in deiner Rezension müsste ich es dann gar nicht mehr lesen

#12 RE: Rezensionen von Gronik 06.05.2013 16:41

Hallo zusammen!

Da muss ich mich leider anschließen.

@Miss
Deine Rezension gibt doch sehr viel des Inhalts wieder. Versetz dich am besten mal in die Lage von jemandem, der das Buch noch nicht gelesen hat und lies sie aus diesem Blickwinkel nochmal. Du verrätst sehr viel vom Verlauf und sogar das Ende der Geschichte.
Eine Rezension sollte keine reine Inhaltszusammenfassung sein und vor allem nichts Relevantes wie das Ende verraten.
Falls du die Rezi noch anderswo einstellst, solltest du das unbedingt beachten!
Für hier habe ich den Inhaltsteil deiner Rezi nun mal als Spoiler markiert.

#13 RE: Rezensionen von Miss 06.05.2013 18:11

Tut mir leid, an Spoiler habe ich nicht gedacht. Aus diesem Grund gucke ich Rezensionen auch immer erst nach dem Lesen an.

#14 RE: Rezensionen von Miss 06.05.2013 18:16

Allerdings finde ich.nicht, dass meine Rezi eine Inhaltsangabe ist, ich hab halt immer nur erwähnt, was mir nicht gefallen hat. Das ging ja um.konkrete Beispiele.

#15 RE: Rezensionen von Gronik 06.05.2013 18:40

Zitat von Miss im Beitrag #14
Allerdings finde ich.nicht, dass meine Rezi eine Inhaltsangabe ist, ich hab halt immer nur erwähnt, was mir nicht gefallen hat. Das ging ja um.konkrete Beispiele.


Nein, das war allgemein gemeint - ich hab ja auch nur einen Teil deiner Rezi als Spoiler markiert, der meiner Meinung nach einfach zu viel vom Verlauf der Handlung verrät. Deine Eindrücke und Meinung sind völlig in Ordnung.

Es ist immer schwierig, ein Buch zu beschreiben, ohne zu viel zu verraten und bei manchen Bücher echt eine Gratwanderung - oft genug bekommen es ja nicht mal die Verlage hin, einen spoilerfreien Klappentext zu schreiben!

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