#1 Partials 1: Aufbruch (Dan Wells) von Jacquy 18.03.2013 17:22

Inhalt:
Die Menschen haben die Partials erschaffen, um einen Krieg für sie zu gewinnen. Das haben sie getan, doch danach lief nichts mehr nach Plan. Es brach ein Virus aus, das 99,9% der Weltbevölkerung ausgelöscht hat. Während nun also nur noch etwa 40.000 Menschen existieren und die Partials, die dafür verantwortlich sind, mit etwa einer Million stark in der Überzahl sind, müssen die Menschen um das Überleben ihrer Art bangen. Denn: Das Virus sorgt dafür, dass keine Babys überleben. Da bisher kein Gegenmittel gefunden werden konnte, sind die Partials womöglich die Einzigen, die die Menschheit retten können.

Meinung:
Die Geschichte des Buches spielt meiner Schätzung nach etwa um das Jahr 2080. Der Ausbruch des RM-Virus ist nun 11 Jahre her und seitdem hat keines der geborenen Kinder länger als drei Tage überlebt. Die Menschheit macht sich nun ernsthaft Sorgen über ihr Überleben.
Die sechzehnjährige Kira kommt als erste auf die Idee, dass das Geheimnis der Immunität bei den Partials liegen muss und macht sich auf, einen von ihnen zu beschaffen, um ihn untersuchen zu können.
Das ist nicht einfach für sie, weil alle Menschen die Partials für das hassen, was sie den Menschen angetan haben, und ihren Plan nicht unterstützen. Trotzdem macht sie sich zusammen mit einigen anderen Jugendlichen auf den Weg.

Am Anfang der Geschichte passiert nicht viel. Es wird beschrieben, wie die Welt aussieht, was passiert ist, wie die Menschen jetzt leben. Man lernt Kira und ihre Freunde kennen und erlebt schließlich die Schlüsselereignisse mit, die Kira dazu bringen, das Land der Partials zu bereisen. Obwohl über viele Seiten nur genau das passiert, war ich kein bisschen gelangweilt, sondern vom Buch gefesselt. Zu ausführliche Beschreibungen und Erklärungen stören mich in Büchern gewöhnlich, aber der Autor hat seine Sache so gut gemacht, dass es das Lesen noch angenehmer und spannender machte, da man sich alles genau vorstellen konnte.

Kira hat die schnellste medizinische Ausbildung von allen Bewohnern der Insel gemacht und hat sich nun das Ziel gesetzt, eine Therapie gegen das Virus zu finden, an dessen Heilung ausgebildete Forscher und Ärzte seit elf Jahren arbeiten. Ein hohes Ziel für einen Teenager, aber trotzdem scheint es dem Leser nicht unmöglich zu sein. Kira ist mutig, sympathisch, clever und denkt logisch. Sie vermittelt einfach den Eindruck, dass sie weiß, was sie tut, selbst wenn sie sich nicht sicher ist. Sie ist eine gute Protagonistin, die ihre Fähigkeiten, aber auch ihre Grenzen kennt.

Da Kira ja auf der Suche nach einem Bekämpfer für das Virus ist und ihre Forschung einen relativ großen Teil des Buches ausmacht, bleiben Fachbegriffe und biologische Erklärungen nicht aus, allerdings werden auch Leser, die keine besonderen Biologiekenntnisse haben, nicht überfordert sein. Durch Kiras Überlegungen bzw. gedanklichen Anmerkungen wird genug erklärt, um alles verstehen zu können.

Die Spannung steigt proportional zur Menge an Informationen, die der Leser erhält. Immer, wenn eine neue Information aufgetaucht ist, zieht das natürlich Folgen nach sich. Das Buch ist unvorhersehbar und hat mich so manches Mal überrascht.
Das Buch endet zwar nicht mit einem direkten Cliffhanger, aber ich bin trotzdem sehr gespannt, wie es in Band 2 weitergehen wird.

Fazit:
Ein spannendes Buch mit einer sehr guten Protagonistin. Es hat mir sehr gefallen und ich kann es allen Fans von Dystopien empfehlen.
4,5/5 Punkten

#2 RE: Partials 1: Aufbruch (Dan Wells) von his-her-books 20.03.2013 06:21

Zitat:
„Vergesst die Liebe, vergesst die Entscheidungsfreiheit, werdet einfach schwanger und rettet die verdammte Welt“
(S. 41)

„Skousen erinnerte sich, wie die Welt in Stücke gegangen war. Kira erinnerte sich, wie die Welt die letzten Kräfte mobilisiert hatte, um zu überleben. Das war der Unterschied.“
(S. 132)

„…Ich werde den Rest meines Lebens schwanger sein. Die meisten Frauen bekommen jedes Jahr ein Kind, und die Kinder sterben. […] Wir heiraten, bekommen Kinder und zwanzig Jahre später haben wir zwanzig tote Kinder.“
(S. 145/146)

Inhalt:
2076. Für den Isolationskrieg wurden künstliche Soldaten erschaffen. Nach Ende des Krieges haben sich diese Soldaten, genannt Partials, gegen ihre Schöpfer erhoben. Ein Virus wurde freigesetzt, das 99,996% der Bevölkerung tötete. Seit Ende des Krieges vor elf Jahren wurde von den Menschen, die sich auf Long Island zurückgezogen haben, kein Partial mehr gesichtet. Nun liegt die Gefahr im Detail: Das RM-Virus ist noch immer präsent.

Die 16-jährige Kira Walker arbeitet auf der Säuglingsstation des Krankenhauses. Doch anstelle Eltern ihre Kinder in die Arme zu legen, dokumentiert sie Krankheitsverläufe und Todeszeiten. Denn seit dem Zusammenbruch hat kein einziges Kind mehr überlebt. Das RM-Virus holt sich jeden Säugling. Nun sollen auch die Schulen geschlossen werden, denn das jüngste Kind „weltweit“ wird 14.

Bei einem Bergungseinsatz am von „der Stimme“ beherrschten Nordufer gibt es eine Explosion und die Truppe ist gezwungen, zu Fuß zurückzukehren. Unterwegs treffen sie auf den Händler Tovar, der vor einem offenen Krieg gegen die Stimme warnt.

Wohlbehalten zurück schlägt die nächste „Bombe“ ein: Kiras Ziehschwester Madison ist schwanger. Kira schwört, dass sie alles in ihrer Macht stehende unternehmen wird, damit Madisons Baby überlebt. Und da alle ihr bekannten Menschen infiziert und Überträger sind, gibt es nur eine Möglichkeit, ein Individuum zu untersuchen, das immun ist: sie braucht einen Partial.

Kira schafft es, ihre Freunde zu mobilisieren. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise über den Sund – doch dies ist nur die erste Etappe eines Marathons um die Rettung der Menschheit.

Meinung:
Ich hatte den Klappentext gelesen und wusste: Ich muss es haben! Ich hatte hohe Erwartungen, sehr hohe. Ich hatte in Gedanken schon so meine Ideen gesponnen, aber „Partials“ übertraf diese um Längen!

Bereits das Vorwort des ersten Teiles beeindruckte mich. Der Beginn der Geschichte nicht minder. Sofort wird man in die beklemmende Welt von Long Island im Jahr 2076 eingeführt, bekommt den Tod eines Neugeborenen präsentiert, der mit seinen 3 Tagen die durchschnittliche Lebenserwartung eines Säuglings nach dem Zusammenbruch erhöht.

Dan Wells hat ein unbeschreibliches Talent, die Details seiner Welt glaubhaft in die laufenden Geschehnisse und Gespräche einzubinden, dass ich sofort gefesselt war.

Seine Welt ist schockierend und konsequent. Um der Statistik einen Streich zu spielen und die Wahrscheinlichkeit eines gesunden Säuglings zu erhöhen, wurde das Zukunftsgesetz erlassen, das alle Frauen ab einem gewissen Alter dazu verpflichtet, so häufig wie möglich zu gebären. Das Mindestalter wurde bereits auf 18 reduziert, eine Absenkung auf 16 ist im Gespräch.
Da sich somit alle Frauen ab 18 stets nur auf eine Schwangerschaft konzentrieren ist es nicht verwunderlich, dass eine Ausbildung und Arbeit davor stattfindet, die „Kinder“ früher „Erwachsene“ sind oder dies zumindest von ihnen gefordert wird. So musste ich mir bei den Hauptcharakteren stets in Erinnerung rufen, dass es sich um Jugendliche handelt. Denn die Gespräche, Arbeiten, Gedankengänge usw. würde ich nicht als alterstypisch bezeichnen. Doch sie tragen alle eine große Verantwortung, bevor die Forderungen der Allgemeinheit für die Mädchen unter ihnen noch größer werden.

Selbst in dieser ernsten Lage legen manche Charaktere eine ordentliche Portion Humor an den Tag. Insbesondere sarkastische Sprüche und schlagfertige Antworten lockern die Atmosphäre, wirken aber nicht fehl am Platz. Schließlich haben viele der Charaktere niemals eine weniger ernste Welt gekannt.

Die Geschichte der Protagonistin Kira wird im personalem Stil in Vergangenheit erzählt. So erhält der Leser ein gewisses Maß an Distanz, bekommt aber dennoch all ihre Gefühle und Gedanken mit. Kira ist eine „Weltverbesserin“, auf niemanden trifft dieses Wort besser zu. Sie arbeitet auf der Säuglingsstation, um RM erforschen zu können. Sie setzt sich mehr als einmal für ihre Ziele über Anweisungen und Gesetze hinweg und riskiert nicht nur ihr eigenes Leben. Kira war von Beginn an stark. Doch die persönliche Motivation und etliche Rückschläge stählen sie geradezu. So kann sie das gar unglaubliche Geheimnis, das sich ihr offenbart, verkraften.

Über die anderen zahlreichen Charaktere möchte ich nicht sonderlich viel erzählen. Sie alle sind wichtig. Wichtig für Kiras Wohlbefinden, wie ihr fester Freund und beinahe-Verlobter Marcus, der sie ermutigt oder tröstet, je nachdem, was sie gerade braucht.
Madison, Kiras Ziehschwester, oder vielmehr ihre Schwangerschaft, ist die beste Motivation, die Kira kriegen kann.
Xochi, die mit ihren vielen Überlegungen gute Denkanstöße gibt.
Und natürlich Samm, der wichtige „Informant“, der mich mehr und mehr für sich gewinnen konnte.

„Partials“ ist in drei Teile untergliedert. Teil 1 war schockierend und mitreißend. Teil 2 war bedrohlich. Stets voller Angst, entdeckt zu werden, blätterte ich durch die Seiten. Ich hatte in diesem Teil der Geschichte lediglich den „Ausflug“ der Charaktere vermutet und so konnte Dan Wells mich überraschen. Denn neben vielen politischen und gesellschaftlichen Abschnitten beschäftigt sich dieser überwiegend mit Medizin, Biologie, Physiologie und Forschung. Für mich war das sehr interessant, aber es könnte für den ein oder anderen Leser durchaus „zu viel“ sein. Das Ende dieses Teils und der gesamte Teil 3 überzeugte dann wieder durch gewohnte Spannung und entwickelte sich mehr und mehr zu einem rasenden Strom, dem ich nichts zu widersetzen hatte. Das Ende war entgegen meiner Befürchtungen nicht von einem üblen Cliffhanger geziert, sondern lässt mich einfach nur erwartungsvoll auf „Partials II“ vorausschauen.

Insgesamt passiert so unglaublich viel. Der Autor hält sich nicht mit unbedeutenden Passagen zwischen wichtigen Teilen auf, er füllt die Story nicht auf oder schmückt sie aus. Seinen rasanten, einfachen Schreibstil unterstützt er mit zahlreichen Zeitsprüngen, mit denen der Leser das Wesentliche nie aus den Augen verlieren kann.

Urteil:
Mit „Partials I – Aufbruch“ hat Dan Wells eine schockierende Zukunftsvision voller Schwangerer erschaffen. Spannend und fesselnd erzählt er den Kampf ums Überleben der Menschheit, durch den einprägsamen Schreibstil und gespickt mit zahlreichen überraschenden Wendungen war Kiras Geschichte von der ersten Seite ein wahrer Pageturner. Die stellenweise sehr medizinischen Abschnitte könnten manche Leser etwas zäh vorkommen, meinen Lesespaß haben sie aber kein bisschen gestört. So gibt es von mir eindeutige 5 Bücher und ich warte gespannt auf die Zukunft.

Ein Must-Read für Dystopie-Fans, die sich in ein mitreißendes Abenteuer um die Erforschung einer menschheitauslöschenden Krankheit stürzen wollen und dafür gerne auch medizinische Details in Kauf nehmen.

Die Serie:
1. Partials 1 – Aufbruch
2. engl. Titel: Fragments
3. ?

©his-and-her-books.blogspot.de

#3 RE: Partials 1: Aufbruch (Dan Wells) von Kangaroo 17.08.2013 11:44

***Kurzmeinung***

Ein Trilogie-Auftakt mit viel Action, der eine schockierend trostlose Welt zeigt und viele Fragen aufwirft.



***Inhalt***

Kira, 16, ist eine der wenigen Überlebenden der Menschheit, die es sich auf Long Island, New York, mehr oder weniger heimisch gemacht hat. Sie ist, so wie die wenige tausenden übrig gebliebenen anderen Menschen, immun gegen das RM-Virus, welches den Großteil der Menschheit dahin gerafft hat. Ein großes Problem für das weitere Überleben der Menschheit stellt vor allen Dingen die Tatsache dar, dass seitdem sich die Partials - eigens herangezüchtete Kampfwesen - gegen die Menschen aufgelehnt und diese fast komplett ausgelöscht haben, kein einziges Baby mehr geboren wurde, das auch überlebt hat.

Kira arbeitet als Praktikantin auf der Entbindungsstation und erlebt hautnah mit, wie die Babys wegsterben. Junge Frauen sind per Gesetz zur Zwangsschwangerschaft verdonnert. Gut, dass wenigstens die Partials die Menschen seit Jahren in Ruhe lassen. Allerdings gibt es da noch die "Stimme", eine Rebellengruppe, die das Wirken und Handeln des Senats in Frage stellt und sabotiert.

Als Kiras gute Freundin Madison schwanger wird, beschließt Kira, dass sie das Baby ihrer Freundin nicht sterben lassen wird. Ein Heilmittel muss her. Und Kira hat da auch schon eine Idee - die leider absolut gefährlich und nicht besonders aussichtsreich ist. Denn dazu muss sie das relativ sichere Long Island verlassen und zum Gebiet der Partials aufbrechen...



***Meine ausführlichere Meinung***

Eine weitere Dystopie auf dem Markt, aber lohnt es sich, diese auch wirklich zu lesen? Ich denke ja. Zugegebenermaßen bin ich nicht wirklich gut in das Buch hinein gekommen. Am Anfang hatte sich die Handlung für mich ziemlich hingezogen und ich bin auch mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden.

Sobald es dann aber "Action" hieß, wurde es schlagartig besser für mich. Der Autor kann diese Actionszenen besonders gut darstellen und davon gibt es reichlich welche im Laufe des Buches.

Die besondere Stärke des Buches ist meiner Meinung nach die, dass es einem nach Zuklappen doch noch länger beschäftigt. Während des Lesens selbst gab es hingegen öfter Stellen, die mir zu vorhersehbar waren. Und auch wenn ich mich im Laufe der Zeit mit Kira anfreunden konnte, hatte es für meinen Geschmack doch zu lange gedauert. Außerdem gab es einige Handlungen, die ich nicht spoilern möchte, die für mich ein wenig unlogisch waren, auch wenn ich sie dramaturgisch nachvollziehen kann. Das Ende war dann auch ein bisschen zu gehetzt, aber alles in allem ist es doch ein guter Auftakt gewesen, der noch viele Fragen offen lässt, aber einen als Leser auch nicht komplett in der Luft hängen lässt. Ich denke, dass da noch viel Potenzial für den Nachfolgeband drinnen ist.



***Fazit***

Ein solider Auftakt mit kleineren Schwächen, der aber gut unterhält und zum Nachdenken anregt.

#4 RE: Partials 1: Aufbruch (Dan Wells) von Gronik 03.01.2014 14:46

Nachdem ich die Serienkiller-Bücher des Autors sehr gerne gelesen hatte, war ich gespannt auf sein neues Werk. Eine weitere Jugenddystopie, man könnte meinen, davon gäbe es inzwischen genug, was soll denn da noch Neues kommen?

Dan Wells probiert es mit folgendem Szenario: Der Rest der Menschheit lebt auf Long Island. Nur wenige Tausend haben den Krieg gegen die künstlich geschaffenen Partials und die darauffolgende Seuche überlebt. Und am Schlimmsten ist, dass diese Überlebenden zwar immun gegen das Virus waren, ihre Immunität aber nicht an ihre Kinder weitergeben. Alle neugeborenen Babies sterben innerhalb weniger Tage. Die Menschheit droht komplett auszusterben.

Kira ist 16 und sucht in Forschungen nach einer Lösung. Eines Tages kommt ihr die Idee, dass sie einen Partial untersuchen müssten. Schließlich sind diese ja immun gegen das Virus und haben es überhaupt erst gegen die Menschen losgelassen. Doch die beiden Welten sind seit dem Krieg strikt getrennt, Kira und einige ihrer Freunde riskieren ihr Leben, als sie sich in das von Menschen verlassene New York hineinwagen, um ein Versuchsobjekt zu fangen. Doch als ihnen das wider Erwarten gelingt, steht Kira bald vor ganz neuen Fragen – nicht zuletzt der, ob sie ihr Leben lang an eine Lüge geglaubt hat.

Das Buch konnte mich zu Beginn nicht recht packen, der Einstieg war recht langatmig und zäh. Nach und nach steigert sich dann aber das Tempo und auch die Spannung steigt. Vieles blieb vorhersehbar, in einigen Aspekten hat mich der Autor dann aber doch richtig überrascht.

Eher angenehm habe ich empfunden, dass hier mal keine große Lovestory mit eingebunden wurde. Kira hat zwar einen Freund, aber ihre Beziehung leidet unter Kiras Forscherdrang. An einigen Stellen hätte ich mir zwar doch ein paar mehr Emotionen gewünscht, die Figuren bleiben alle recht distanziert. Insgesamt hat mir das Buch aber doch gut gefallen, vor allem ab der Mitte bis hin zum Ende, wo es doch einige spannende Wendungen gab.

Das Ende ist recht offen, aber kein schlimmer Cliffhanger. Es macht aber auf jeden Fall auf den weiteren Verlauf der Geschichte neugierig!

#5 RE: Partials 1: Aufbruch (Dan Wells) von Monina83 12.01.2014 09:30

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Inhalt:

„Die letzten Menschen haben sich nach einer verheerenden Katastrophe nach Long Island, vor die Tore Manhattans, zurückgezogen. Die Partials, übermächtige Krieger, die einst von den Menschen erschaffen wurden und sich dann gegen sie wendeten, bedrohen die Überlebenden. Und eine unheilbare Seuche fordert ihre Opfer. Die sechzehnjährige Kira setzt alles daran, einen Weg zu finden, die Krankheit zu heilen. Doch dieser Weg führt sie nach Manhattan, mitten in das Gebiet der unheimlichen Partials. Und was sie dort entdeckt, wird nicht nur ihr eigenes, sondern das Schicksal aller Geschöpfe auf unserem Planeten verändern …“
(Quelle: http://www.piper.de/buecher/aufbruch-isbn-978-3-492-70277-5)

99,9 Prozent aller Menschen wurden von den Partials ausgelöscht. Zum einen durch den großen Partialkrieg zum anderen durch den tödlichen Virus RM. Und die Bedrohung ist noch nicht zu Ende, denn sobald ein Kind geboren wird, stirbt es auch schon wieder.

Kira, die auf der Entbindungsstation arbeitet, kann dem Sterben nicht länger zusehen und forscht nach einem Gegenmittel. Schnell erkennt sie, dass sie dieses nicht bei den betroffenen Kindern findet, sondern bei den immunen Partials. Deshalb macht sie sich gemeinsam mit ihren Freunden auf den Weg ins Feindgebiet, um einen Partial zu untersuchen.

Doch Kira ahnt nicht, welche Lawine sie damit lostritt, denn bald schon steht nicht nur das Schicksal der gesamten Menschheit auf der Kippe, sondern auch Kiras eigenes Leben, das plötzlich viel enger mit den Partials verbunden ist, als sie jemals geglaubt hat… .

Meine Meinung:

Eigentlich dachte ich, dass die Geschichte langsam losgeht und man erst einmal etwas über die Welt erfährt, in der Kira und ihre Freunde leben, doch man befindet sich sofort mitten im Geschehen und begleitet Kira zu einer weiteren missglückten Entbindung, bei der das Baby stirbt. Das hat mich sofort aufgewühlt und ich fragte mich, wie es wohl weitergehen würde. Doch danach plätschert die Geschichte erst einmal vor sich hin und man begleitet Kira und ihre Freunde durch ihr wenig aufregendes Leben. Dabei lernt man die verschiedenen Charaktere etwas kennen, die jedoch in meinen Augen eher oberflächlich bleiben. Auch mit Kira konnte ich nicht so richtig mitfühlen, was vielleicht daran lag, dass die gesamte Geschichte in der 3. Person geschrieben wurde und man nicht hautnah miterlebt, was in dem Mädchen vorgeht.

Als Kira jedoch beschließt, ins Gebiet der Partials einzudringen, nimmt das Buch etwas an Fahrt auf und die Spannung und die Angst, erwischt zu werden, ist nahezu greifbar. Das gefiel mir wirklich sehr gut und ich flog geradezu durch diesen Teil des Buches.

Leider nimmt danach die Spannung wieder rapide ab und man wird mit vielen medizinischen Details gelangweilt, was ich wirklich sehr schade fand und gerne übersprungen hätte, was jedoch wichtig ist, um am Ende alles zu verstehen.

Bis dahin hatte mich das Buch nicht wirklich überzeugt, aber im letzten Drittel wird es richtig grandios. Endlich kommt die Spannung auf, die man schon bei dem Einzug ins Feindgebiet kurz kennengelernt hat. Die Situation spitzt sich zu und die Geschichte erfährt eine unvorhersehbare Wendung nach der anderen. Ich habe den Atem angehalten und konnte das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Und gerade als man denkt, man wäre gemeinsam mit Kira, der Lösung einen Schritt näher gekommen, dreht sich die Geschichte noch einmal und endet mit mehr Fragen, als man zu Anfang gedacht hätte.

Dieses letzte Drittel hat mich für alles entschädigt. Es ist spannend und emotional, es überrascht und man fiebert richtig mit, es lässt einen ungläubig und mit vielen Fragen zurück und macht richtig neugierig auf die Fortsetzung, auf die ich schon sehnsüchtig warte.

Fazit:

Am Anfang konnte mich das Buch wenig überzeugen und hat mich durch wenig Spannung und zu viele medizinische Details gelangweilt. Doch es lohnt sich wirklich durchzuhalten, denn am Ende hat mich die Geschichte mit Spannung, unvorhersehbaren Wendungen und jeder Menge emotionaler Momente doch noch total begeistert. Ich freu mich schon wahnsinnig auf die Fortsetzung.

Von mir bekommt das Buch 4 Punkte von 5.

#6 RE: Partials 1: Aufbruch (Dan Wells) von CasusAngelus 15.03.2014 16:52

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Inhalt:
Die sechzehnjährige Kira Walker lebt auf Long Island, wo sich die letzten Überlebenden des Partial-Krieges versuchen, ein neues Leben aufzubauen. Doch seit dem die Partials das RM-Virus freigelassen haben, hat kein Säugling mehr überlebt, so dass es schlecht um die Menschen steht. Noch dazu gibt es eine Widerstandsgruppe, welche in dem Versuch, den Senat von East Meadow zu stürzen, immer wieder kleine Terroranschläge verübt. Als ihre beste Freundin schwanger wird, kämpft Kira verzweifelt darum, ein Heilmittel für RM zu finden. Doch mit der Zeit wird klar, dass die einzige Möglichkeit darin besteht, die Anatomie eines Partials zu studieren, welche immun gegen das Virus sind.

Meine Meinung:
"Aufbruch", der erste Teil von Dan Wells Partials-Reihe, erzählt die Geschichte der Sanitäterin Kira Walker, welche in einer postapokalyptischen Welt um die Rettung der Menschheit kämpft. Erzählt wird dabei aus der Er-/Sie-Perspektive, jedoch aus der Sichtweise von Kira, so dass ich beim Lesen gut ihre Gedanken und Gefühle miterleben und mich auch mit ihr verbunden fühlen konnte.

Die Geschichte spielt größtenteils in East Meadow, einem kleinen Städtchen auf Long Island, in dem sich die letzten überlebenden Menschen nach dem Krieg gegen die Partials, künstlich erschaffene Soldaten, versammelt haben. Gemeinsam kämpfen sie gegen das RM-Virus, welches alle Neugeborenen nach wenigen Tagen sterben lässt. Anfangs wirkt das Leben hier, zum Mindest wenn man die Umstände betrachtet, gar nicht schlecht, doch mit der Zeit kamen nicht nur mir, sondern auch Kira, Zweifel, ob dies denn auch alles so seine Richtigkeit hat oder ob man nicht etwas ändern könnte.

Kira war mir auf Anhieb sympathisch. Sie ist kein verängstiges Mädchen, sondern mutig, hilfsbereit und tut alles um ihre Freunde zu retten. Außerdem schluckt sie nicht alles, was die Regierung ihr erzählt, sondern hinterfragt auch Dinge und ist überzeugt von ihren eigenen Entscheidungen. Bei ihrem Freund Marcus haben sich meine Gefühle ständig geändert. Mal fand ich ihn wirklich nett, da ich gemerkt hab, wie sehr er Kira liebt, im nächsten Moment hat er sie dann wieder zu sehr bevormundet, was auch einfach wie fehlendes Vertrauen in sie gewirkt hat.

Das Thema des Buches, der Zwietracht zwischen "echten" Menschen und künstlich erschaffenen, ist zwar nicht neu, doch immer wieder interessant für mich und sehr gut umgesetzt in diesem Buch. Anfangs ist man noch überzeugt, dass die Partials die Bösen sind, doch im Laufe des Buches kommen einem zusammen mit der Protagonistin Zweifel daran. Denn wer hat sie überhaupt erschaffen? Wie sind die Partials dazu gekommen, die Menschen anzugreifen? Und hätten die Menschen, wenn es andersherum gewesen wäre, nicht vielleicht genauso gehandelt? Dabei ist keinesfalls alles vorhersehbar, auch wenn man dies vielleicht manchmal denkt. Ich wurde beim Lesen immer wieder von den Handlungen überrascht.

Gut gefallen hat mir auch, wie der Autor die Welt, in der die Geschichte spielt, beschreibt. Die Welt ist durch den Krieg zerstört, in New York gibt es wildlebende Tiere, die während des Krieges aus den Zoos entkommen sind, und alles ist von Pflanzen überwuchert worden. Dies ist alles so gut dargestellt worden, dass ich beim Lesen quasi alles bildlich vor Augen hatte. Interessant waren auch die Beschreibungen bei Kiras Forschungen, als sie die einzelnen Viren und Partikel im Blut untersucht.

Fazit:
"Aufbruch" ist ein sehr spannender Auftakt zu Dan Wells Partials-Reihe, bei dem es mir sehr schwer fiel, in zwischendurch aus der Hand zu legen. Die postapokalyptische, dystopische Welt, in der diese Geschichte spielt, ist sehr gut beschrieben und Kiras Suche nach der Rettung für die gesamte Menschheit wurde mir nie langweilig, so dass ich alle 5 Muscheln vergebe.

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