#1 Atme nicht - Jennifer R. Hubbard von Gronik 23.02.2013 17:32

Ryan hat versucht sich umzubringen. Daraufhin hat er einige Zeit in einer Klinik verbracht, nun ist er aber wieder zuhause. Seine Eltern versuchen ihr Bestes, sich um ihn zu kümmern, doch er bleibt in sich zurückgezogen. In der Schule machen alle einen Bogen um ihn und wissen nicht, was sie von ihm halten sollen. Von sich aus sucht er auch keinen Kontakt zu anderen. Einzig mit Jake und Val, mit denen er zusammen in der Klinik war, tauscht er sich häufig per mail aus. Oft fühlt er sich, als wäre zwischen ihm und dem Rest der Welt eine Glasscheibe. Nur wenn er zum Wasserfall in der Nähe geht und sich unter das tosende Wasser stellt, fühlt er sich lebendig.

Eines Tages begegnet ihm dort Nicky. Er kennt sie vom Sehen, hatte aber bisher nie mehr mit ihr zu tun. Dies ändert sich nun, denn Nicky scheint fest entschlossen, zu ihm vorzudringen. Sie ist davon überzeugt, dass er Antworten auf Fragen hat, die sie sich stellt.

Anfangs blockt Ryan sie ab, doch nach und nach kommt sie ihm immer näher. Werden sie gemeinsam einen Weg finden, mit ihren jeweiligen Problemen und Geheimnissen umzugehen und zu leben?

Nach und nach erfährt der Leser die Hintergrundgesc hichten der beiden.
Es gelingt der Autorin, die brisante Thematik Selbstmord bei Jugendlichen so zu verpacken, dass man als Leser gut nachempfinden kann, warum die Figuren so denken und handeln wie sie es tun.
Insbesondere fand ich es interessant, dass hier mal ein männlicher Jugendlicher die Hauptrolle spielt und es kein reines „Mädchenbuch“ ist, sondern ein einfühlsames Jugendbuch für beide Geschlechter. Mir hat es wirklich gut gefallen!

#2 RE: Atme nicht - Jennifer R. Hubbard von protagonist-erlebt 29.09.2013 15:21

"Auch über mich gab es Gerüchte,über das,was ich im letzten Jahr getan hatte.In der Schule warfen deshalb alle nur verstohlene Blicke auf mich. Manchmal spielte ich mit dem Gedanken,mit Schaum vorm Mund wilde Selbstgespräche zu führen,weil es die anderen zu enttäuschen schien, dass ich es nicht machte.Aber ich war mir nicht sicher,ob sie begreifen würden, dass das ein Scherz sein sollte."

Ryan hat versucht sich umzubringen. In seiner neuen Schule verbreitet sich die Geschichte wie ein Lauffeuer und isoliert Ryan somit von seinen Mitschülern. Nur zu seinen Freunden Val und Jake, die er aus der Klinik kennt, hat er Kontakt. Das ändert sich mit dem Tag als Nicki ihn beim Wasserfall anspricht. Darunter stellt sich Ryan, auch wenn es gefährlich ist, um seine Gedanken wegspülen zu lassen. Immer mehr drängt Nicki Ryan sich mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Dabei wird nach und nach die Wahrheit aufgedeckt und Ryan auf eine harte Probe gestellt.

Die Geschichte ist aus Ryans Perspektive geschrieben. Ich finde, dass man auf diese Weise einen sehr guten Einblick in seine Gefühls- und Gedankenwelt bekommt. Gerade bei so einem brisanten Thema macht das viel aus. Und so habe ich bei einigen Abschnitten innegehalten, um das gelesenen wirken zu lassen. Nachzudenken. Mich in Ryan reinzuversetzen. Emphatie für ihn zu spüren. Manche Aussage versteckte sich auch zwischen den Zeilen und lies somit Freiraum für das eigene Empfinden. Wir erleben Ryans Kampf - seine Zerrissenheit. Er möchte sich anderen Menschen gegenüber öffnen, hat im selben Augenblick Angst davor. Angst, dass man sich über ihn Lustig macht. Über ihn lacht.

Doch nicht nur Ryans Geschichte erfahren wir Stück für Stück. Wir erfahren auch, warum Val und Jake in der Klinik waren und wie ihr Leben danach verläuft. Gerade diese Einstreuung in der Geschichte macht deutlich, das jeder von uns sein Päckchen zu tragen hat.

Das Buch strahlt mehrere Botschaften aus:

Freunde sind wichtig - Sie geben dir Halt!

Rede über deine Probleme - es gibt immer jemanden der dir zuhört!

Das Leben ist ein Auf und Ab - lass dich nicht unterkriegen!

Alles in allem ein gelungenes Jugendbuch, das ich gerne empfehle!

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