#1 Rezensionen von Quantaqa 25.01.2013 07:55

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Hier stellen bitte diejenigen, die ein Freiexemplar gewonnen haben, am Ende der Leserunde ihre Rezension ein. Selbstverständlich freuen wir uns aber auch bei allen anderen Teilnehmern der Leserunde über ihre Fazits und Rezensionen.

#2 RE: Rezensionen von daydreamerin 31.01.2013 15:01

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Die Fraktionen brechen auseinander, eine Stadt im Ausnahmezustand, die Zukunft ist ungewiss und mitten drin stehen Tris, Four, Marcus, Caleb, Peter und noch viele andere aus den verschiedensten Fraktionen. Die Suche nach der Wahrheit ist schwierig und erfordert Opfer, Freundschaften zerbrechen, Vertrauen wird missbraucht aber auch neue Bindungen entstehen und geben Halt und Kraft. Eine sehr abwechslungsreiche und packende Story, die den Leser in Atem hält.

Tris ist wie auch schon in Band eins die Protagonistin und gleichzeitig Ich-Erzählerin der gesamten Geschichte. Ihr Leben als Unbestimmte war noch nie besonders leicht, allerdings wird es jetzt immer schwieriger. Die Unbestimmten werden als gefährlich und unkontrollierbar angesehen und sollen deswegen ausgeschaltet werden. Besonders schwierig ist es, wenn man nicht mehr weiß, wem man trauen soll und wem nicht.
Tris ist tapfer und mutig, sie stellt sich ihren Aufgaben und versucht allen neuen Anforderungen gerecht zu werden. Auch wenn es ihr manchmal sehr schwer fällt, weil sie tief in ihrem Inneren manchmal lieber klein und schwach wäre und einfach nur etwas Zuneigung möchte.

Four, der in diesem Band hauptsächlich bei seinem richtigen Namen Tobias genannt wird, ist an Tris‘ Seite in dieser chaotischen Zeit. Neben dem Beziehungsauf und –ab mit Tris holt ihn jedoch auch seine familiäre Vergangenheit ein und bringt ihn zwischendurch ziemlich ins Straucheln. Auch er muss sich entscheiden auf welcher Seite er steht im bevorstehenden Kampf.

Gut gefallen hat mir, dass neben den Ferox, die in Band 1 ja die Hauptfraktion waren, nun auch die Charaktere der anderen Fraktionen mehr im Mittelpunkt standen. Dadurch wurden auch die Unterschiede im Denken und Handeln noch einmal sehr deutlich hervorgehoben.

Der Schreibstil war auch wieder klasse, total mitreißend und fesselnd. Die Spannung war die gesamte Zeit über da, man hat sich immer gefragt, was wohl als nächstes passiert und welche unerwartete Wendung noch folgt. Eine sehr Temporeiche Story, die neben den Kampfszenen aber auch Platz gelassen hat für tiefgreifende Gespräche und Gefühle.

Das Cover gefällt mir auch richtig gut. Rot und gelb sind ja die Farben der Amite, so passt das orangene Cover super zu dem Amite-Baum, der darauf abgebildet ist und auch zur Handlung, da die Amite ja eine wichtige Stellung im Buch einnehmen. Und auch der Name ist Programm- Tod an jeder Ecke. Es sind viele Verluste zu verzeichnen während der Angriffe zwischen den Fraktionen. Alles in allem ein super Buch!

#3 RE: Rezensionen von fantasticbooks 08.02.2013 21:55

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Tris und Tobias sind mit einigen Flüchtlingen bei den Amite angekommen, doch schnell wird klar, dass sie hier nicht lange bleiben können. Tris ist emotional sehr angeschlagen. Nicht nur ihre Eltern sind tot, sondern sie war auch gezwungen Will, einen ihrer Freunde, der in der Simulation gefangen war und mit seiner Waffe auf sie angelegt hatte, zu töten. Es fällt Tris sehr schwer mit diesen Erlebnissen umzugehen, zumal sie nicht in der Lage scheint, sich irgendjemanden anzuvertrauen. Gleichzeitig beginnt die verzweifelte Suche nach Verbündeten und nach den Gründen des Angriffs der Ken.
Neue und auch altbekannte Akteure treten auf den Plan und sorgen für Überraschungen und man erfährt endlich mehr über die einzelnen Fraktionen, deren Leben und Motivationen. Auch Tobias scheint Geheimnisse vor Tris zu haben und so steht ihre Beziehung immer mehr auf wackeligen Füßen, zumal ihre Auffassungen über die Pläne der Zukunft stetig auseinanderdriften. Wird ihre Beziehung diesen Belastungen standhalten? Und was ist der wahre Grund für den Angriff der Ken?

Den ersten Band der dystopischen Reihe von Veronica Roth habe ich förmlich verschlungen. Viel zu schnell war er zu Ende, umso glücklicher war ich, dass ich endlich den zweiten Teil lesen durfte.
Ich mag den Schreibstil der Autorin unheimlich gern und finde, dass insbesondere die Ich-Erzählung im Präsens aus der Sicht von Tris die Spannung noch zusätzlich anheizt und auch eine besondere Verbundenheit mit der Protagonistin schafft.

Gut gefällt mir auch, dass der zweite Band da weitermacht, wo der erste aufgehört hat. Ich habe mich beim Lesen gefesselt gefühlt und mit Tris gemeinsam eine schwere Zeit durchgestanden. Denn Tris ist sehr angeschlagen. Sie gibt sich die Schuld am Tod von Will und auch der Verlust ihrer Eltern nagt sehr an ihr. Sie wird zusehends labiler und scheint die Gefahr und das Risko förmlich zu suchen. Dabei fällt es Tobias immer schwerer, mit ihrem veränderten Verhalten umzugehen. Er spürt, dass Tris ihm etwas verheimlicht und abzurutschen droht. Aber auch er verschließt sich zum Teil vor ihr und dieses zwangsläufig gegenseitig geschürte Misstrauen droht die beiden für immer auseinanderzubringen.

Auch das Vertrauen zu ihren anderen Weggefährten steht auf wackeligen Füßen und nicht nur einmal überraschen Beteiligte mit ihren Handlungen und Entscheidungen. Es fällt immer schwerer Freund und Feind auseinanderzuhalten bis es fast gänzlich unklar wird, welche Ziele der einzelne verfolgt. Es kommt zu herben Verlusten und Menschen werden getötet, einzig aufgrund ihrer Fraktionszugehörigkeit. Jede Fraktion sieht sich im Recht und scheint das Handeln im Wohl aller für sich gepachtet zu haben, so dass ein Krieg unausweichlich zu sein scheint.

Band eins der dystopischen Reihe war einfach ein Knaller und konnte mich fesseln von Anfang bis zum Ende und hat meine Erwartungen an den Nachfolger sehr hochgeschraubt. Dem zweiten Teil ist es gelungen, an dieser Stelle nahtlos anzuknüpfen, jedoch fand ich hier das ständige Hin und Her von Tris und Tobias ein wenig ermüdend. Beide sind viel zu lange emotional gesehen auf sich allein gestellt gewesen und so fällt es ihnen schwer, sich dem anderen vollständig zu öffnen. Misstrauen kommt auf und Alleingänge sind die Folge, aber insbesondere Tris hat hier meiner Meinung nach den Bogen ein wenig überspannt. Doch es ist ihr zu verzeihen, denn man sollte ihr zartes Alter und die furchtbaren Dinge, die sie erlebt hat, nicht völlig unberücksichtigt lassen, gleichwohl es bei ihren mutigen Taten oftmals in Vergessenheit gerät.

Nichtsdestotrotz ist der im cbt Verlag erschienene Roman "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" ein sehr gelungener und sehr spannender zweiter Teil, dessen Handlung in einem atemberaubenden Tempo mit mir dahinfliesst und, dessen zumindest teilweise überraschendes Ende mich glücklicherweise wieder ein wenig mit den kleinen Unstimmigkeiten, die auch vielleicht meinen extrem hohen Erwartungen entspringen, versöhnt hat. Und nun warte ich ganz gespannt auf das Erscheinen des finalen Bandes, denn nach diesem Ende muss ich unbedingt wissen, wie es weitergeht.

#4 RE: Rezensionen von Mimi19 12.02.2013 21:07

"Sie haben einen Transmitter mit Langzeitwirkung entwickelt", spreche ich meine Vermutung aus und er nickt.
"Also sind wir jetzt alle für mehrfache Simulationen empfänglich", füge ich hinzu. "Und Jeanine kann schalten und walten wie sie will."
Er nickt wieder.
Mein nächster Atemzug ist zittrig.
"Das ist ein Albtraum, Tobias."

Tris und Four flüchten mit einigen anderen Fraktionsmitgliedern zu den Amite und bekommen dort auch Schutz geboten. Da Tris jedoch emotional nicht sehr stabil ist, weil sie innerhalb kürzester Zeit beide Elternteile verloren und einen guten Freund erschossen hat (der unter Einfluss einer Simulation) stand, leidet auch die Beziehung zwischen ihr und Four sehr. Doch für innerliche und äußerliche Schmerzen ist keine Zeit, denn die Zeit drängt. Der Krieg zwischen den Fraktionen ist nun vollends entfacht und Tris muss die Wahrheit für den tödlichen Angriff der Ken finden. Dabei erleidet sie einige unangenehme Überraschungen...

Da „Tödliche Wahrheit“ der zweite Band einer Buchreihe ist, war es für mich ein wenig schwierig die Zusammenhänge zu verstehen, da ich den ersten Band nicht kannte. Von vielen anderen Lesern hörte ich, dass der Einstieg in das Buch äußerst kompliziert wäre und man selbst mit Vorkenntnissen Schwierigkeiten hat.
Jedoch kann ich fröhlich sagen: Es ging super zu lesen. Die wichtigsten Stellen wurden auch im zweiten Band kurz zusammengefasst, sodass dies auch für Leser des ersten Teils praktisch ist.

Den Erzählstil fand ich von Anfang an sehr schön, die Sprache ist emotional und vielfältig. Jedoch fehlt trotzdem leider ein wenig die Spannung. Erst ab der Mitte fesselte mich das Buch und ich las es in einem Rutsch fertig.

Mein Fazit:

Eine äußerst kreative Idee – verpackt in einer wunderschönen Sprache und emotionalen Tiefe mit anfänglichen Spannungsdefiziten.

#5 RE: Rezensionen von eleasy 15.02.2013 12:15

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Die „Tödliche Wahrheit” ist nach dem erfolgreichen Auftakt der zweite Teil der Dystopie-Trilogie „Die Bestimmung“, geschrieben von der jungen amerikanischen Autorin Veronika Roth.

INHALT
Nach dem Simulationsangriff der Ken auf die Altruan-Fraktion vor wenigen Tagen ist Tris und Tobias mit einigen Überlebenden die Flucht zum Amite-Hauptquartier gelungen, zu denen sich weitere Flüchtlinge aus anderen Fraktionen retten konnten. Doch auch dort sind sie nicht lange vor den Ken und abtrünnigen Ferox sicher und müssen erneut flüchten.
Der Krieg zwischen den Fraktionen und der Zusammenbruch des Fraktionssystems lässt sie nicht mehr zur Ruhe kommen. Um eine Katastrophe zu verhindern, müssen sie sich Verbündete suchen und sich den Ken und ihren perfiden Zielen mit allen Mitteln entgegenstellen.

MEINE MEINUNG

Ohne eine Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse wird der Leser einfach in die fiktive Welt des sehnlichst erwarteten zweiten Teils hinein katapultiert.
Bei dem nahtlosen Übergang hat man gleich das Gefühl, als hätte man gar nicht aufgehört zu lesen.
Deshalb mein Tipp für alle, bei denen der Vorgängerband schon nicht mehr ganz so präsent ist: Vielleicht sollte man einfach vor Lesebeginn einige Erinnerungen an Handlung und Protagonisten auffrischen, damit einem der Einstieg etwas leichter fällt.
Doch schon nach kurzer Zeit werden einem die Zusammenhänge wieder klar und man kann in die atemberaubend fesselnde Geschichte eintauchen.

Schon im ersten Teil fand ich die Grundidee der Autorin mit den verschiedenen Fraktionen in einer dystopischen Welt sehr interessant und überzeugend dargestellt.
Während wir dort vor allem die Ferox ausführlich kennenlernen konnten, bekommen wir nun durch die ständigen Schauplatzwechsel die Gelegenheit auch die Hauptquartiere anderer Fraktionen, deren Wesenszüge und Besonderheiten hautnah zu erleben.
Die im 1. Band noch unterschwellig spürbaren Differenzen und Animositäten zwischen den einzelnen Fraktionen treten nun als offener Konflikt zutage, wodurch das Fraktionssystem völlig auseinander zu fallen scheint. Jede Fraktion und sogar jeder einzelne Fraktionsangehörige hat in diesem Krieg nun Stellung zu beziehen. Mit den Fraktionslosen kommt eine weitere unwägbare Komponente ins Spiel.
Auch unsere beiden Protagonisten Tris und Tobias alias Four müssen sich entscheiden, auf welcher Seite sie kämpfen wollen. Nun gilt es Verbündete zu suchen und neue Allianzen zu schmieden, um gegen die aggressiven Angriffe der Ken vorzugehen und die Hintergründe für deren Vorgehen zu verstehen.

Das Erzähltempo ist extrem hoch und die sehr fesselnd geschilderten Ereignisse überschlagen sich häufig. Insgesamt ist die Handlung geprägt von vielen Schauplatzwechseln und teilweise recht brutalen Kämpfen mit vielen Toten. Auch bei einigen uns bekannten Figuren und deren Verhalten müssen wir uns auf Überraschungen gefasst machen.
Die Autorin hält in diesem undurchsichtigen Konflikt so manche unvorhersehbare Wendung bereit. Es wird immer schwieriger zu entscheiden, wem noch zu vertrauen ist.

Die Ereignisse werden aus der Sicht von Tris aus der Ich-Perspektive beschrieben.
Tris befindet sich in einer emotionalen Krise, hat sehr mit dem Tod ihrer Eltern und ihrer Schuld an Wills Tod zu kämpfen. In sehr eindringlicher Weise nimmt man an ihren Gefühlen und Zweifeln Anteil und leidet mit ihr. Doch leider kann sie sich niemandem (auch Tobias nicht!) anvertrauen. In ihrem labilen Zustand trifft sie immer häufiger irrationale Entscheidungen, geht unnötige Risiken ein und bringt sich in Lebensgefahr. Ihr Verhalten ist irgendwann derart extrem, dass man sie am liebsten selber zur Vernunft bringen möchte.
Hervorragend gelungen ist der Autorin auch in diesem Band die Charakterisierung ihrer anderen Figuren, die sehr wirklichkeitsnah und vielschichtig wirken. Auch ihre innerlichen Veränderungen kann sie nachvollziehbar vermitteln.
Diese Weiterentwicklung wird insbesondere bei Tobias deutlich, der mir leider im zweiten Teil des Buchs etwas zu kurz kam. Er legt seine Unnahbarkeit immer mehr ab, lässt uns an seinen Gefühlen und Ängsten teilhaben
Gerade bei den intimen Szenen zwischen Tris und Tobias gelingt es der Autorin sehr einfühlsam und authentisch das Besondere ihrer Beziehung einzufangen. Leider sind diese Momente nur sehr selten zu finden, denn die beiden streiten häufig, haben große Probleme einander zu vertrauen und eine große Kluft scheint sie zu trennen. Ein geschickt eingesetztes Stilmittel um durch den Konflikt zwischen den Protagonisten zusätzlich Spannung aufzubauen.

Eine riesige Überraschung hält uns die Autorin für den Schluss dieses Bandes bereit, denn was wir dort erfahren, lässt uns ähnlich wie alle Protagonisten ziemlich verwirrt und ratlos zurück. Aus dem Gefühl heraus, in den vorherigen Passagen irgendwelche Hinweise verpasst zu haben, verspürt man sofort den Drang nach ihnen zu suchen und forscht der Bedeutung des Gelesenen noch lange nach.
Mit diesem gemeinen Cliffhanger kann ich das Erscheinen des nächsten Bandes kaum erwarten und fiebere dem großen Finale schon entgegen. Ich bin sehr gespannt darauf, was sie sich hierzu einfallen lässt.

FAZIT
Für alle Fans von Dystopien ist die Trilogie „Die Bestimmung“ ein absolutes Muss.
Mit einem rasanten Erzähltempo, unerwarteten Wendungen und tollen lebendigen Protagonisten kann auch der zweite Band “Tödliche Wahrheit” seine Leser begeistern und hervorragend unterhalten.

#6 RE: Rezensionen von CasusAngelus 17.02.2013 13:17

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Inhalt:
Es ist erst wenige Tage her, dass die Ferox durch eine Simulation der Ken einen Angriff auf die Altruan gestartet haben, den Tris und Tobias dank ihrer Unbestimmtheit abbrechen konnten. Nun sind die beiden auf der Flucht zu den Amite, zusammen Tris' Bruder Caleb, Tobias' Vater Marcus und dem ehemaligen Ferox-Initianten Peter. Doch werden sie dort Hilfe finden? Und was hat es mit den geheimen Informationen auf sich, von denen Marcus bei einem heimlichen Gespräch redet?

Meine Meinung:
"Tödliche Wahrheit" ist der zweite Teil von Veronica Roth' Bestimmungs-Reihe um die fünf Fraktionen Ferox, Candor, Altruan, Ken und Amite. Da die Handlung fast direkt an den ersten Teil anknüpft und es so gut wie keine Wiederholungen gibt, empfehle ich, die beiden Bücher direkt hintereinander zu lesen oder wenigstens nochmal den Inhalt im Gedächtnis aufzufrischen. Als ich die Leseprobe gelesen hatte, wusste ich nämlich kaum noch etwas mit den Namen anzufangen. Für das Buch habe ich mich dann nochmal informiert, so dass ich dann wesentlich schneller in die Geschichte eingestiegen bin, als bei der Leseprobe.

Der Untertitel "Tödliche Wahrheit" ist wirklich gut gewählt für dieses Buch, denn es sprüht nur so vor neuen Erkenntnissen, die nicht immer ungefährlich ist. Auch das deutsche Cover finde ich, im Nachhinein, passender für die Geschichte, als das Original. Der Orange-Ton des Hintergrundes erwirkt gleich schon eine bedrohliche Stimmung, die in der Geschichte fast durchgehen herrscht. Das Grün des Originals wirkt mir dagegen ein wenig zu friedlich.

Im ersten Teil der Reihe hat man als Leser eigentlich nur zwei Fraktionen richtig kennen gelernt: die Altruan, bei denen Tris aufgewachsen ist, und die Ferox, für die sie sich beim Bestimmungs-Ritual entschieden hat. Daher fand ich es sehr schön, dass der zweite Teil durch Tris' und Fours Flucht auch Einblicke in die anderen drei Fraktionen Amite, Candor und Ken gegeben hat. So konnte man lesen, wie denn der Alltag bei ihnen so abläuft, und sich Gedanken machen, ob sie denn auch wirklich zu ihren Überzeugungen stehen, oder dies teilweise vielleicht doch nur eine Farce ist. Auch die Fraktionslosen, die in Armut leben und bis jetzt von den Alturan versorgt wurden, hat man kennen gelernt.

Ein Punkt, der mich an diesem Teil allerdings gestört hat, waren die ständigen Streitereien, entstanden durch Unehrlichkeit, zwischen Tris und Four. Zwischendurch hätte ich die beiden am liebsten geschüttelt und ihnen zugerufen, dass sie doch gerade jetzt zusammen halten müssen. Die Anfänge konnte ich noch verstehen, schließlich erzählt man nicht gleich jedem, dass man in einer Simulation einen guten Freund erschossen hat. Doch später, wo es einfach nur noch darum ging, bei verschiedenen Meinungen lieber gar nichts zu sagen, konnte ich mich während des Lesens nur aufregen. Ich kann nur hoffen, dass sich die beiden im nächsten Teil wieder gefangen haben.

Fazit:
Veronica Roth' "Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit" setzt die Geschichte um die in fünf Fraktionen aufgeteilte Stadt mit einer bedrohlicheren Atmosphäre als im ersten Teil fort. Der ständige Streit zwischen beiden Hauptpersonen führt bei mir zu kleinem Punktabzug, doch ins Gesamt habe ich die Geschichte gerne gelesen. Von mir gibt es 4 von 5 Muscheln und den Tipp, sich nochmal die Ereignisse aus Teil 1 in Erinnerung zu rufen, bevor man mit dem Buch beginnt.

#7 RE: Rezensionen von Luna 17.02.2013 18:47

Inhalt:
Nach dem Simulationsangriff finden Tris, ihr Bruder Caleb, Tobias, sein verhasster Vater Marcus, und Peter Zuflucht bei den Amite.
Die Schuldgefühle, da sie Will erschossen hat, und der Verlust der Eltern, beschäftigen Tris zunehmend, sodass sie sich nicht einmal mehr Tobias anvertrauen kann. Doch auch Tobias Verhalten gefährdet ihre Beziehung.
Allerdings sind die Ken und Feroxverräter bereits hinter ihnen her. Schon bald finden sie neue Verbündete, doch wem können sie trauen? Während Tobias die Lösung der Probleme im Kampf gegen die Ken sieht, ist Tris darauf versessen, den wahren Grund für den Simulationsangriff zu finden.

Meine Meinung:
Für diejenigen, die zuvor Band 1 gelesen haben, und nun direkt mit Band 2 weitermachen, ist der nahtlose Übergang bestimmt zu bevorzugen. Bei mir war es jedoch so, dass ich Band 1 vor einigen Monaten gelesen habe, und mich nur noch vage an die näheren Zusammenhänge, oder gar Nebencharaktere erinnern konnte. Mit Caleb konnte ich anfangs beispielsweise gar nichts mehr anfangen. Beim Lesen kamen nach und nach zwar einige Erinnerungen zurück, aber eine kleine Wiederholung, eventuell neben der Handlung, hätte ich schon vorgezogen.

Nachdem ich den groben Überblick zurück gewonnen habe, ließ auch die Spannung nicht lange auf sich warten. Beinahe durchgängig vorhanden, hat sie mich an den Seiten kleben lassen. Tobias und Tris haben fast keine ruhige Minute bekommen. ^^

Tris hat nach dem Simulationsangriff natürlich an einigem zu knabbern. Sie fühlt sich allein und missverstanden, aber oftmals dachte ich mir schon ''Hätte sich doch nur rechtzeitig mit Tobias gesprochen.''. Die Schuldgefühle wegen Will, und auch wegen ihrer Eltern, machen sie fertig. Ihr daraus resultierendes Verhalten schien manchmal irrational, war nach und nach aber größtenteils nachvollziehbar. Es war recht interessant Tris mal am Tiefpunkt zu erleben, die starke Tris gefällt mir jedoch viel besser. Dadurch, dass sie sich verschließt, und in wahnwitzige Situationen bringt, kriselt es in ihrer Beziehung zu Tobias. Wie oben schon erwähnt, führt auch Tobias Verhalten nicht gerade zu gegenseitigem Vertrauen. Während Tris sich sicher ist, dass die Wahrheit ans Licht muss, hat Tobias ganz andere Zukunftspläne. Eine neu auftauchende Person (keine Angst, es wird kein Liebesdreieck) verstärkt dieses Misstrauen zusätzlich noch.

Die Nebencharaktere, wie zum Beispiel Lynn, oder Wills Schwester Cara, sind mit ihren Absichten und ihrem Verhalten interessant gestaltet, sodass das Buch sich nicht ''nur'' auf die Protagonisten und den Konflikt stützen muss. Außerdem werden ihre Beweggründe, die der Protagonisten, und die der Nebencharaktere näher ausgeführt. Auch Bösewichte gibt es hier zu Genüge. Da hätten wir die Altbekannten, wie Peter oder Jeanine, aber zusätzlich Neue, die anfangs vielleicht gar nicht mal so bedrohlich wirken.

Sehr gut gefiel mir, dass man mehr über die anderen Fraktionen, ihr System, ihr Verhalten, und die ihr Angehörigen erfahren hat. Während man im ersten Band schon etwas über Altruan, Ferox und Ken erfahren hat, bekommt man nun Einblicke in die Sitze der Amite und Candor. Teilweise war ich wirklich erschrocken über die Methoden und das Verhalten mancher Fraktionen. Andererseits war ich überrascht und beeindruckt, da man deutlich gesehen hat, und das vor allem da, wo man es gar nicht erwartet hätte, dass die Fraktionen und ihre Interessen nicht immer den Meinungen und Werten eines jeden einzelnen Angehörigen entsprechen, und diese Menschen nicht bereit sind, alle Entscheidungen ihrer Fraktion gutzuheißen oder gar zu akzeptieren.

Generell lässt sich zum Ende sagen, dass einige Fragen beantwortet wurden, und sich ein paar Sachen erschließen lassen, es jedoch sehr gespannt auf den dritten Band macht!

Fazit:
Die Spannung war fast durchgängig, die Geschichte ist auf jeden Fall voran geschritten, die Entwicklung der Protagonisten gefiel mir nicht so gut, und der Anfang war etwas beschwerlich.
--> 4/5 Punkte

#8 RE: Rezensionen von lexxi2k 17.02.2013 20:41

Der Inhalt:

Drei Tage sind nun seid dem Angriff der Ken mithilfe der ferngesteuerten Ferox-Soldaten auf die Altruan stattgefunden hat. Tris hat sich zusammen mit Tobias und den überlebenden Altruan zu den Amite geflüchtet. Dort sind sie aber nicht sicher, den der Kampf zwischen den Fraktionen hat gerade erst bekommen und sie sind nirgendwo sicher. Tris muss sich wieder einmal entscheiden auf welcher Seite sie steht, auch wenn dies heißt das sie sich gegen diejenigen, die sie liebt, stellen muss.

Meine Meinung:

Tödliche Wahrheit ist die Fortsetzung von Die Bestimmung und somit der zweite Teil der Trilogie aus der Feder von Veronica Roth. Spannend geht es schon weiter, nämlich genau da, wo Band 1 geendet hat. Die Flüchtlinge und Überlebenden haben sich zu den Amite gerettet, wobei ihnen aber klar ist das sie dort nicht allzu lang bleiben können, da der Feind ihnen schon auf den Fersen ist.

Wenn Tris mir im letzten Band total sympatisch war, hat sie mich dieses Mal nur zum Kopf schütteln gebracht. Sie leidet sehr darunter, dass sie Will getötet hat, traut sich aber nicht es jemanden anzuvertrauen, und somit entstehen zwischen ihr und Tobias immense Spannungen. Auch ihren großen Todeswunsch, den sie insgemein hegt, da sie sich immer wieder unbewaffnet und kopflos in gefährliche Situationen begibt, trägt nicht gerade zur Harmonie in der Beziehung zwischen ihr und Tobias bei. Auch ihre unüberlegten Handlungen waren wirklich nicht nachvollziehbar und mit der Zeit ist mir das Mädchen nur auf die Nerven gegangen. Gott sei Dank hat sie am Ende dann doch noch die Kurve gekriegt und ist wieder vernünftig geworden und ich hoffe mal das dies dann so bleiben wird und sie im dritten und letzten Band nicht wieder durchdreht.

Auch Tobias lernen wir von einer anderen Seite kennen. Er sorgt sich um Tris und versteht nicht das sie Geheimnisse vor ihm hat. Aber auch er verheimlicht etwas vor ihr, was die beiden immer weiter voneinander entfernt. Sehr gut gefallen hat mir auch das sich Tobias endlich seiner Vergangenheit gestellt hat und er starke Führungsqualitäten aufgewiesen hat. Was mir allerdings bei ihm etwas negativ aufgefallen ist, sind einzelne Situationen, in denen er eiskalt gehandelt hat und mich regelrecht erschreckt hat.

Aber auch sehr viele Charaktere aus dem ersten Band sieht man hier wieder wobei mich hier am meisten Caleb und Peter überrascht haben. Einer auf positive und einer auf negative Weise. Die Charaktere hatten alle genügend Tiefgang und waren auf ihre Art besonders und haben sich super in die Geschichte eingefügt. Auch die neuen Charaktere, die in diesem Band hinzu kamen wirkten authentisch und real.

Wie schon der erste Band, geht es auch in der Fortsetzung spannend zu. Von Anfang an hat mich die Geschichte gefesselt und in ihren Bann gezogen. Wenn man aus dem ersten Band nur die Heimat der Altruan und Ferox kannte, bekommt man hier einen Einblick in die Städte der Ken, Amite und Candor. Jede Stadt ist auf ihre Art besonders und wurde bildlich und detailliert dargestellt, womit ich mir die einzelnen Städte und ihre Gegebenheiten sehr gut vorstellen konnte. Der Schreibstil ist auch hier wieder locker, flüssig und jugendlich gehalten.

Das Ende der Geschichte lässt wirklich Raum für viele Spekulationen und war für mich ziemlich überraschend und teilweise auch etwas verwirrend. Auf jedenfall verspricht dieses Ende einen spannenden dritten und letzten Teil, den ich kaum noch erwarten kann.

Bei meiner Rezension zum letzten Band habe ich ja schon erwähnt das mir einige Situationen zu brutal für ein Jugendbuch ab 14 Jahren waren. Hiermit widerrufe ich meine Aussage, den die brutalen Szenen im letzten Band sind nichts im Vergleich zu der zeitweise recht üppigen Brutalität in Tödliche Wahrheit. Ich kann mich wieder nur wiederholen und sagen das ich das empfohlene Alter von ab 14 Jahren für dieses Buch nicht angemessen finde.

Mein Fazit:

Tödlich Wahrheit ist eine gelungene Fortsetzung die mich regelrecht in ihren Bann gezogen hat. Die Story war spannend, fesselnd und hat mich regelrecht mitgerissen. Die Protagonisten wachsen in diesem Band nochmal über sich hinaus und von vielen erwartet man unerwartete Überraschungen. Einzig die ziemlich hohe Brutalität und die zeitweise naive Denkweise der Hauptprotagonistin haben mir nicht besonders gut gefallen. Demnach vergebe ich 4 Sterne

#9 RE: Rezensionen von Fuchur 20.02.2013 09:18

Es ist erst wenige Tage her, dass die Ken die Ferox in eine Simulation versetzt haben und so mit ihrer Hilfe einen Großteil der Altruan getötet haben. Tris´ Eltern sind beide bei dem Versuch, sie zu schützen, gestorben und Tris selbst hat während des Angriffs aus Notwehr ihren Freund Will getötet. Sie ist so entsetzt über ihr Handeln, dass sie es nicht wagt, mit irgendwem darüber zu reden. Gemeinsam mit einigen überlebenden Altruan haben Tobias und sie sich zu den Amite geflüchtet, doch in dieser defensiven Haltung halten es beide nicht lange aus. Sie kehren zurück in die Stadt und treffen dort auf jemanden, mit dem Tris nie gerechnet hat. Mögliche neue Bündnisse tuen sich auf, aber die nötigen Kompromisse hinterlassen bei Tris einen schalen Geschmack. Und so nimmt sie wie gewohnt, ihr Schicksal selbst in die Hand, auch wenn sie dafür persönliche Verluste in Kauf nehmen muss.

Ich habe schon lange auf den zweiten Band der Reihe gewartet. Jetzt ist er endlich da!

Es ging fast genau da weiter, wo Band eins aufgehört hat und ich war gleich wieder mittendrin. Das hat mir sehr gut gefallen. Tris und die anderen versuchen bei den Amite unterzukommen, aber das Arrangement hält nicht lange. Tris trauert um Will. Allein der Anblick ihrer Schusswaffe versetzt sie bereits in gequälte Unruhe und es fällt ihr schwer, loszulassen und die Situation zu akzeptieren, so wie sie ist. Sie fängt an, sich zu verändern und treibt damit ungewollt einen Keil in ihre Beziehung mit Tobias. Ihre Entscheidungen machen sie immer einsamer, aber Tris schafft es trotzdem sich selbst treu zu bleiben.

Die zahlreichen negativen Gefühle in "Tödliche Wahrheit" verbreiteten eine sehr düstere Stimmung und es war für mich wieder mal erschreckend, wozu Menschen alles bereit sind und wie viele völlig gedankenlos einer korrupten und charismatischen Person folgen. Wie leicht wird ein Leben genommen, das man nicht kannte und, das pauschal als der Feind eingestuft wird, nur aufgrund einer bestimmten Gruppenzugehörigkeit. Denn würde man erst einmal die Person dahinter kennen, wäre das Töten gleich sehr viel schwerer. Doch das eigene Handeln wird hier von den wenigsten hinterfragt und so treten die einzelnen Fraktionen fast robotermäßig gegeneinander an.

Ich fand den zweiten Band der Trilogie noch spannender als den ersten. Das Erzähltempo ist hier sehr rasant und es fiel mir schwer, beim Lesen zwischendruch mal eine kleine Pause zu machen. Zu ereignisreich war das Geschehen und manchmal war es gar nicht leicht, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Das Ende war sehr überraschend und lässt mich in gespannter Erwartung für den dritten Band zurück. "Die Bestimmung" ist eine dreiteilige Dystopie, die ich sehr gerne empfehle, die man aber zum besseren Verständnis am besten in der vorhergesehenen Reihenfolge lesen sollte.

#10 RE: Rezensionen von Ati 20.02.2013 09:21

Mit gerade 20 Jahren und während ihres Studiums in kreativem Schreiben verfasste die Autorin ihren 2011 erschienenen Debütroman Divergent. Dieser befand sich zum einen mehrere Wochen auf der Bestsellerliste der New York Times und die Filmrechte sind bereits verkauft. Zum anderen wurde eine deutsche Übersetzung von cbt 2012 unter dem Titel Die Bestimmung veröffentlicht. Roths Debüt stellt den Auftakt einer Trilogie dar, deren zweiter Teil Insurgent in deutscher Übersetzung unter dem Titel Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit ebenfalls von cbt noch im gleichen Jahr herausgegeben wurde. Der dritte Teil soll Ende 2013 folgen.

Es empfiehlt sich, den ersten Band der dystopischen Trilogie zu lesen, bevor man sich an den Zweiten macht, denn die Bände sind nicht in sich abgeschlossen.
Die Geschichte wird von der Hauptfigur im Präsens erzählt. Diese heißt Tris, ist 16 und steht in Roths Debütroman vor einer schwierigen Entscheidung. Wie alle in ihrem Alter muss sie über ihre Zukunft entscheiden. In ihrer Welt gibt es insgesamt fünf Fraktionen, eine davon muss sie als ihre künftige Familie wählen. Da gibt es die Selbstlosen (Altruan), die Freimütigen (Candor), die Wissenden (Ken), die Friedfertigen (Amite) und die furchtlosen (Ferox). Wer die Wahl hat, hat die Qual, zumindest, wenn wie in Tris‘ Fall der Bestimmungstest, der bei der Entscheidung helfen soll, kein eindeutiges Ergebnis erbringt. Tris trägt mehrere gegensätzliche Begabungen in sich, gehört zu den Unbestimmten und gilt dadurch als Gefahr für die Gemeinschaft. Bisher hat sie bei den Altruan gelebt, jetzt schließt sie sich den Ferox an. Eine fatale Entscheidung, denn dabei gerät sie in einen Konflikt, der neben ihrem eigenen Leben auch das all derer bedroht, die ihr etwas bedeuten. Unabhängig von allem geht es auch um die Beziehung zwischen Tris und dem jungen Tobias. Das ist der Inhalt des Auftaktromans der Trilogie von Veronica Roth.

Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit schließt unmittelbar an den ersten Teil an. Der endet mit einem Angriff der Wissenden, die mit ferngesteuerten Furchtlosen versuchten, die Altruan zu vernichten. Dabei kommen ihre Eltern ums Leben, weshalb Tris sich nicht wirklich darüber freuen kann, dass sie es gemeinsam mit ihrem Bruder, ihrem Freund und wenigen weiteren Überlebenden zu den Friedfertigen geschafft hat. Die Erleichterung darüber wird auch getrübt, weil sie während des vorangegangenen Angriffs einen Freund erschießen musste, der unter dem Einfluss der Ken stand. Hinzu kommt, dass sie nicht lange bei den Amite bleiben können. Zu dicht sind ihnen ihre Verfolger bereits auf den Fersen und zwischen den Fraktionen herrscht Krieg. Die bisher funktionierende Gesellschaft zerbricht Stück für Stück.

Wer schnelle Entwicklungen der Handlung erwartet, sollte die Hände davon lassen. Eine dichte Atmosphäre geht oft zulasten des Tempos. Auch wenn man der Autorin keine wortmalerische Detailverliebtheit unterstellen kann, ist ihr eine solche Atmosphäre aber gelungen. Bezüglich der Charaktere ist positiv zu erwähnen, dass verschiedene Figuren in beiden bis jetzt erschienenen Bänden aufgetaucht sind. Über ihre Sympathie lässt sich streiten. Allerdings muss man Romanfiguren ja nicht zwingend mögen, um sie interessant zu finden. Roths Figuren haben Fehler und Macken. Niemand ist perfekt, mancher suspekt und mehr als einer egoistisch. LeserInnen können sich über sie und mit ihnen ärgern, zeitweise mit ihnen mitfiebern, -hoffen oder auch -leiden.

Der Dystopie geschuldet offenbart sich Tris innerlich zerrissen. Schuldgefühle, Rachegedanken, Zorn und Zukunftsängste beherrschen sie. Dabei passen Erinnerungen teilweise nicht zu dem, was sie jetzt erlebt. Sicherheit scheint es nicht mehr zu geben. Gut und Böse offenbaren sich als willkürliche Definition. Misstrauen macht sich breit, vertrauen fällt schwer. Gleichzeitig möchte Tris aber auch ihre Schuld begleichen, indem sie die Unbestimmten rettet. Dafür ist sie sogar bereit, sich selbst zu opfern und sich von Tobias zu trennen, nachdem sie sich gerade ihre Liebe gestanden haben. Dafür ist sie sogar willens, sich zum Schein mit dem Feind zu verbünden.

Negativ fiel mir auf, dass Tris im zweiten Buch zusehends an Sympathiepunkten verlor. Ihre Handlungen sind nicht immer nachvollziehbar, oft wirken sie übereilt. Obwohl sie die Gefahr fürchtet, sucht sie sie geradezu. Viel zu oft zeigt sie sich zickig-egoistisch und voller Todessehnsucht. Tobias spürt, dass ihm Tris entgleitet. Die beiden streiten sich in einem fort oder verschweigen sich etwas, dennoch verzeiht er ihr unzählige Male. Beide wirken manchmal kaltblütig-kalkulierend, dann wieder so voll blindem Aktionismus, dass es fast weh tut. Die ausführliche Beschreibung von innerer Zerrissenheit und Schuldgefühlen sorgt neben Tris‘s polarisierenden und ihrem stellenweisen erschreckenden, naiv-dummen Verhalten zudem über weite Strecken des zweiten Bands für Längen, obwohl sie grundsätzlich gut in die Geschichte passt. Darüber tröstet der flüssig-lockere Schreibstil nur bedingt hinweg.

Einen wirklich dicken Minuspunkt gibt es jedoch für die Brutalität, wird doch viel zu häufig um sich geschlagen und/oder aus allen Rohren geschossen. Die Eliminierung Andersdenkender ist ein blutiger Haupthandlungsbestandteil. Gewalt gab es auch schon im ersten Band. Doch fiel sie mir in Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit vermehrt auf, weil die Figuren darin zeitgleich emotional distanziert dargestellt werden. Die Art und Weise, wie sie gefühllos-kaltblütig über das Geschehen hinweggehen, kann man am ehesten als abgestumpft bezeichnen. Letzteres ist zwar durchaus aufgrund des Geschehens nachvollziehbar. Doch abgesehen davon, dass diese Abstumpfung zeitgleich manch überzogen wirkendem, irrationalen Ausbruch gegenübersteht, übertrug sie sich auch auf mich als Leserin. Gewalt, Trauer und Verlust können Menschen verändern. Die Veränderung bei Tris ging mir persönlich zu weit.

Kampfszenen können dramatisch und temporeich sein und davon gibt es einige im Buch. Allerdings wirken sie im zweiten Band genau wie das Hin und Her zwischen Tris und Tobias eher negativ auf den Spannungsbogen. Es gibt Endzeitgeschichten, die weniger Gewalt beinhalten und dennoch packender sind. Roths Geschichte ist nicht wirklich langweilig, doch fehlt etwas. Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit wirkt, wie viele zweite Bände einer Trilogie, manchmal wie bloßes Füllmaterial, da sich die Handlung nicht signifikant weiterentwickelt. Erst gegen Ende nimmt das Erzähltempo wieder an Fahrt auf und es tut sich etwas.

Fazit:

Wie schon im ersten Band ist das Ende des Buches nicht das Ende der Geschichte. Geheimnisse und Rätsel wurden gelüftet, doch bleiben Fragen offen und bieten Platz für Spekulationen, verwirren teilweise aber auch. Bleibt zu hoffen, dass Roth mit dem dritten Band der Trilogie wieder an den besser gelungenen ersten Band heranreicht. Die Bestimmung - Tödliche Wahrheit hat meine Erwartungen nicht erfüllt, weshalb ich nur zwei von fünf Punkten dafür vergeben möchte.

Obwohl ich den inhaltlichen Grundgedanken durchaus spannend finde, kann ich diesen für mich nicht fesselnd mit den jugendlichen Charakteren in Einklang bringen. Grundsätzlich halte ich die Altersfreigabe für verfehlt. Warum? Dystopien sind zwar nicht für eine fröhliche Grundidee bekannt, doch muss Krieg, Brutalität und Tod in dieser Form und einem solchen Ausmaß bei der anvisierten Zielgruppe wirklich sein? Nach der Lektüre der ersten beiden Bände ebenso wie nach einem Blick auf die begeistert-positiven Reaktionen frage ich mich unwillkürlich, wie verroht unsere Gesellschaft sein muss, wenn eine derartig gestaltete Ideenumsetzung in Jugendbüchern eine solche Begeisterung auslöst. Aus dem Grund werde ich die Trilogie niemandem aus meinem Bekannten und Verwandtenkreis als Jugendbuch empfehlen.

2013 Antje Jürgens (AJ)

#11 RE: Rezensionen von Amarylie 24.02.2013 17:11

Inhalt:
Es sind bereits drei Tage vergangen nach dem tragischen Geschehen, das bei allen Fraktionen Entsetzen auslöste. Drei Tage sind vergangen und die Erinnerungen nagen noch an den Betroffenden. Die Ferox wissen nicht wohin mit sich. Viele sind aufgeteilt und suchen unterschlupf bei den anderen Fraktionen. Einige davon sind zu den Ken gegangen, und somit Feinde der anderen. Menschen versuchen sich in Sicherheit zu bringen, doch schnell müssen sie feststellen, dass es keine sicheren Plätze gibt.
Bei den Amite scheint es lebenswert zu sein. Doch der Schein täuscht. Denn der Krieg geht weiter.
Als Tobias (Four) mit mit Tris und einigen übriggebliebenden Altruan in das Lager der Amite stößt, wissen sie nicht, was auf sie zukommen wird. Geheimnisse werden entlüftet, andere werden verschwiegen und daraus ergibt sich eine große Distanz, die sich die zwei Ferox nie im Leben für möglich gehalten haben. Durch die Intrigen der Ken, auch die anderen Fraktionen unterzukriegen und die Unbestimmten zu kontrolieren, führte zu fatalen Folgen. Dabei spielen die Franktionen keine kleine Rolle. Durch das Auftauchen der großen Mengen der Franktionslosen, brachten sie noch etwas gewaltigeres zum Rollen.

Meine Meinung:
Die Geschichte greift Teile und Wiederholungen aus Band eins auf, wie Geschehnisse des schrecklichen Abends, die Taten von Tris, sowie die viele Namen. Ein Vorteil hatte es, und zwar konnte man sich wieder in die Geschichte finden, jedoch verwirrten einem die vielen Namen, die man den Charakteren aus dem ersten Band nicht mehr zuordenen konnte. Sie waren so vielseitig, dass man sich auch bei der hälfte des Buches als Leser weiterhin fragt: "Wer ist diese Person? Woher kennt man sie nochmal?". Als Neueinsteiger ohne den ersten Band gelesen zu haben, würde ich davon abraten.

Die Charaktere wurden in diesem Band verfeinert und so sehr verändert, dass man sich fragt, was die Autorin sich dabei nur gedacht hat. Tris, die eins zum außen hin tapfer und innen noch so kindlich war, wird hier so intensiv dargestellt. Doch dies ist nicht der, an dem ich es benägel, sondern die Tatsache, dass sie so ein riesen Dickkopf hat, das man sich mit dem Charakter nicht mehr identifizieren, gar verstehen oder nachvollziehen kann. Eins war sie die Person, mit der sich viele Leserinnen identifizieren konnten und bewurdert haben. Doch durch die derartige Veränderung ihres Wesenen, ging es nicht mehr. Sie hatte vieles dafür getan, um mit Tobias zusammen sein zu können, ihn so sehr vertraut und ihm alles erzählt. In diesem Band ist alles anders. Sie lässt sich von ihren Schuldgefühlen bezüglich des Mordes an ihrem besten Freund Will innerlich fressen. So sehr, dass Tobias es mitbekommt und dennoch bleibt es unausgesprochen, bis man sie dazu auffordet die Wahrheit zu sagen.
Tobias ist ebenfalls einer der Hauptprotagonisten und ebenfalls einer, der so verändert wurde, das man sich als Leser fragt: "Wieso?" Eins träumten Leserinnen von ihm, nach dem sie den ersten Band lasen. Man stellte sich ihn als den dar, als den er beschrieben wurde: Geheimnissvoll; Außerlich nicht Perfekt; käpferisch; Traummann, ohne Frage; großes Herz; verliebt in Tris, so sehr in sie verliebt, dass er alles für sie tun würde. In dieser Geschichte kommt er etwas kurz und zudem so käpferisch, dass er nicht merkt, was mit Tris los ist. Er behandet sie so, als hätte sie keine Gefühle, als wär sie nicht ein Mädchen wie jedes andere auch; eines, das auch mal nicht die Tapfere spielen muss und einfach nur trost braucht. Man könnte ihn schon zum Teil als Herzlos bezeichnen, zumindest an manchen Stellen.
Doch zum Ende hin, zeigte er viel Zuneigung und Gefühle, aber wieso nicht gleich so, sonders erst zum Ende hin ein wenig?

Man erfährt viel mehr über die Fraktionslosen, sowie die Bezeihungen zwischen Tobias und seine Eltern.
Über Tris Familie erfährt man nicht viel mehr, als zuvor. Es werden zudem näher auf die Nebendarsteller eingengen, sodass sie ein Eigenleben führen.

Die Schreibweise ist wie beim ersten Band gelieben. Leicht und flüssig zu lesen. Auch wie bei anderen Trilogien gibt es hier eine große Wende am Schluss des zweiten Bandes, sodass man als Leser gezwungen ist sich den dritten Teil zu besorgen.
Auch hier werden die externen Kampfszenen aus kleinste beschrieben. Wo das Blut fließt, wie die Wunde aussieht, wer noch welche Körperteile besitzt. Somit dürfen sich die Liebhaber der dramatischen Dystopien auf das Buch freuen.

Fazit:
Auch wenn ich Tris in diesem Band nicht ganz leiden konnte, fand ich es spannend und vollkommen weiter zu empfehlen, denn der Countdown am Ende ist wirklich prickelnd und ein Muss. Die Ereignisse sind zum Teil unvorhersehbar, dass man denkt ein Meteorit wäre auf die Erde geprallt!

#12 RE: Rezensionen von Gronik 10.03.2013 07:02

Dieser zweite Teil setzt nur wenige Tage nach den Ereignissen des ersten Bandes ein, als die Fraktion der Ken mithilfe von der ferngesteuerten Ferox unzählige Mitglieder der Altruan-Fraktion umgebracht haben. Die Gründe für das Handeln der Ken liegen immer noch im Dunkeln. Tris und Tobias, sowie einigen anderen, gelingt die Flucht aus der Stadt. Vorerst retten sie sich zu den Amite, die sich aus dem Konflikt heraushalten. Doch das ist für Tris keine Option, schließlich sind auch ihre Eltern in dem Angriff umgekommen und sie selbst musste ebenfalls töten. Doch wer verfolgt welche Ziele und wem kann man überhaupt noch trauen? Die vertraute Welt der Fraktionen ist völlig auf den Kopf gestellt und Tris steht vor schwierigen Entscheidungen.

Selten ist es mir so schwer gefallen, in einen zweiten Teil einzusteigen wie hier. Obwohl die Autorin einige Dinge kurz wiederholt, konnte ich viele Personen einfach nicht mehr einordnen und hatte so das ganze Buch hindurch ein bisschen meine Probleme, gerade mit den Nebenfiguren, von denen einige hier dann doch auch wieder eine wichtige Rolle spielen.

Zu Beginn fand ich die Handlung eher zäh und schleppend. Es passierte recht wenig, man lernte die jetzigen Verhältnisse bei den verschiedenen Fraktionen kennen und die Geschichte dümpelte so vor sich hin.

Als sehr anstrengenden Charakter habe ich leider Tris empfunden. Ihre ständige Verschlossenheit, selbst ihrem Freund Tobias gegenüber, war für mich ab einem gewissen Punkt überhaupt nicht nachvollziehbar. Auch er hat so seine Geheimnisse vor ihr, trotzdem überwog bei ihm immer die Sorge um ihr Wohlergehen, wohingegen ich Tris Handlungen meistens einfach nur als unüberlegt empfunden habe. Das ganze Beziehungsdrama zwischen den beiden hätte für meinen Geschmack ruhig etwas knapper ausfallen dürfen.

Am Ende erwartet den Leser dann wieder ein bisschen mehr Spannung und vor allem ein Rätsel, was die Fortsetzung betrifft. Trotz meiner eher geringen Begeisterung für diesen Band bin ich dadurch dann doch wieder neugierig, wie die Geschichte ausgehen wird und was überhaupt hinter alldem stecken mag.

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