#1 Rezensionen von Gronik 16.11.2012 08:13

Hier könnt ihr nach der Runde eure Rezensionen einstellen!

#2 RE: Rezensionen von merlin78 16.11.2012 16:15

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Wir alle nutzen Facebook, Google oder Xing. Wir lieben es, mit unseren Freunden online in Kontakt treten zu können. Wir freuen uns, wenn andere lesen können, wo wir uns gerade befinden. Doch was passiert, wenn jemand daraus seinen Nutzen ziehen kann? Was geschieht, wenn unsere Leben zu gläsern werden und jeder unsere Schritte nachvollziehen kann? Bieten wir die perfekte Möglichkeit zum Mord?

Clara Vidalis ist Hauptkommissarin bei der Berliner Mordkommission und leidet seit 20 Jahren unter dem mysteriösen Tod ihrer Schwester Claudia, der niemals aufgeklärt worden ist. Sie hat sich als Ziel gesetzt, den Mörder zu fangen und zu töten, doch dazu fehlt ihr das entscheidende Indiz. Wer ist der wahre Täter?

Während Clara mit ihren eigenen Geistern aus der Vergangenheit beschäftigt ist, macht sich ein Mörder in Berlin breit. Er ist sadistisch, brutal und liebt es, seine Opfer zu foltern und zu quälen. Und er nimmt Kontakt zu der smarten Hauptkommissarin auf. Er schickt Clara Mails und Videos und hält die Polizei damit in Atem. Denn der Namenslose, wie sich der Mörder selbst nennt, ist den Beamten immer einen Schritt voraus. Kann Clara den Mann stellen, der bereits vielen Menschen das Leben genommen hat?

Der Autor Veit Etzold versteht es perfide, den Leser auf 447 Seiten in Spannung und Dramatik zu versetzen. Äußerst brutal und blutig schildert der Autor in vielen Szenen die mörderischen Pläne des Namenslosen, der viele verschiedene Facetten zu haben scheint. Auch die Kommissarin Clara Vidalis ist eine überzeugende Persönlichkeit, die unter den Taten des Namenlosen zu leiden hat. Neben ihren beiden Kollegen, Winterfeld und Dr. Friedrich, ist sie eine clevere und tatkräftige Frau, die sich nicht scheut, auch einmal tiefer in die Abgründe des Wahnsinns zu blicken.

Durch kurze Kapitel und regelmäßige Szenenwechsel liest sich das Buch schnell und bereits nach wenigen Seiten ist der Leser mitten im Geschehen. Besonders die Vorstellung, dass es tatsächlich so einfach zu sein scheint, Menschen mittels Online-Netzwerken auszuspionieren, gibt dem Werk einen zusätzlich realen Aspekt. Die Charaktere sind bildlich und lebhaft beschrieben. Der Spannungsbogen hält sich während des gesamten Thrillers und steigert sich zum Schluss noch einmal zu einem packendem Finale. Einzig die endlosen Erklärungen der Kommissare und der nebensächliche Handlungsstrang des "Shebays" nehmen ein wenig den Schwung aus der Erzählung.

Fazit: Spannung garantiert! Wer sich nicht vor der Schilderung sehr brutaler und abartiger Taten abschrecken lässt, wird in diesem Buch ein wahres Highlight des Thriller-Genres entdecken.

#3 RE: Rezensionen von Gronik 18.11.2012 10:35

Clara Vidalis ist Ermittlerin bei der Mordkommission in Berlin. Nachdem sie und ihr Team erst vor kurzem einen schrecklichen Serienmörder gefasst haben, erhält sie nun Post eines weiteren Täters. Auf einem Video, das ihr zugeschickt wird, ist der Mord an einer jungen Frau live aufgezeichnet. Und bevor der Mörder ihr die Kehle durchschneidet, muss sie noch verkünden, dass sie weder das erste noch das letzte Opfer ist. Wer ist der abartige Mörder und warum wendet er sich ausgerechnet an Clara? Hat es etwas damit zu tun, dass ihre Schwester als Kind entführt, missbraucht und ermordet wurde? Seitdem hat Clara Rache geschworen und der Tod ihrer Schwester war für sie die Motivation, zur Polizei zu gehen und Mörder zu jagen.

Mit dem Klappentext hat die Handlung des Buches nicht viel zu tun. Der Autor zeigt zwar auf, wie gläsern viele Menschen geworden sind, dadurch, dass sie ihr ganzes Leben im Internet ausbreiten. Aber die Gefahren des WWW sind nicht die einzige Thematik, die hier aufgegriffen wird. Ein weiterer Handlungsstrang beschäftigt sich mit den zunehmend immer absurder werdenden TV-Shows, in denen Leute sich freiwillig erniedrigen, nur um ihre fünf Minuten zweifelhaften Ruhm zu erleben.

Gestört haben mich beim Lesen die ständigen Wiederholungen, sei es nun der Spitzname des Profilers oder die Edelstahlbrille des Täters. Apropos Täter, hier wird leider ganz tief in die Klischeekiste gegriffen, nach der ein Missbrauchsopfer in der Kindheit irgendwann später selbst zum Täter wird. Die Identität und der Werdegang des Mörders werden dem Leser schon recht früh enthüllt, so wird uns immerhin die in so vielen Krimis übliche “Beichte“ des Täters am Ende erspart.

Außerdem hatte ich leider den Eindruck, dass hier mit möglichst vielen widerlichen Mord-Beschreibungen der Leser so geschockt werden sollte, dass alle Logiklücken einfach übersehen werden. Ich habe mich selten auf den ersten Seiten eines Buches so geekelt, was bei mir allerdings nicht zum völligen Aussetzen des Mitdenkens geführt hat, so dass ich mich über manche Theorien und Rückschlüsse der Ermittler wirklich nur wundern konnte.

Die kurzen Kapitel lassen das Buch recht schnell lesen, aber mich konnte es leider nicht wirklich überzeugen.

#4 RE: Rezensionen von norwaytroll 24.11.2012 21:43

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Final Cut
Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und einen Feind.

Die Freunde sind virtuell, der Feind ist real.

Er wird Dich suchen.
Er wird Dich finden.
Er wird Dich töten.

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken.

Leider hab ich in dem Buch nicht belmerken können, was es mit den 438 Freunden auf Facebook zu tun hat. Es gibt zwar immer mal ein paar Andeutungen hinsichtlich zu Facebook, wie der Täter an die Mädchen heran kommt, denn die schreiben ja bekanntlich alles in Facebook rein und da hat der Täter leichtes Spiel, denn wer groß herausposaunt via Internet, das man jetzt nicht zu Hause ist und Sonntag aber wieder da ist, dem ist nicht zu helfen. Aber es ist schon erschreckend, was man mit dem Medium Internet alles so anstellen kann, da kann man es schon mit der Angst bekommen, leider, denn viele sind wirklich noch zu unaufmerksam, was sie so alles im Internet machen und was sie so freischalten, leider!
Inhalt:
2 Morde, die eigentlich schon ein wenig grotesk sind, denn die Toten sind schon mumifiziert und die leitende Ermittlerin Clara ist irgendwie involviert in die Geschichte, wie es leider auch schon meist in allen Büchern schon ist, aber sei es drum. Der Täter ist, wie sich später herausstellt, auch wiedermal ein Opfer, das sich rächen will. Leider ist Clara irgendwie blind, denn sie braucht ewig, bis sie den Täter hat, obwohl sie einen Spezialisten Mac Death an der Hand hat, aber der kann ihr auch nicht helfen. Auf den letzten Seiten hatte ich den Eindruck, dass alle den Täter kennen, nur Clara will ihn nicht sehen, komisch. Clara hatte ja eine Schwester, die vor Jahren umgekommen ist und der Täter scheint sie immer beobachtet zu haben, denn es wusste über alles Bescheid. Die Morde und die Mumifizierungen kommen sehr brutal daher und sorgen schon für Gänsehaut.
Fazit:
Das Buch liest sich schnell und ohne viel Drumherum, aber mir fehlte ein wenig die Tiefe, denn es wurden nur bestimmte Sachen angeschnitten, die mich mehr interessiert hätten. Gerade das Thema Facebook und wie es dazu kommen kann, wie die Vernetzungen so funktionieren und auch das Thema Internet kam viel zu kurz, nur alltägliche Mitteilungen, die jeder schon kennt. Die Hauptprotagonisten werden sehr bildhaft beschrieben und sind mir sehr sympathisch gewesen. Die Kurzen Kapitel helfen beim kurzweiligen Lesen und schnell weiß man, um was es geht. Manchmal war ich ein wenig irritiert, wie wenig die Ermittler zu wissen scheinen und wie komisch manchmal ihre Folgerungen waren bezüglich auf den Täter. Enttäuschend war das Buch ein wenig für mich, denn ich war sicherlich geschockt von den grausamen Morden, aber die Verwirrungen im Buch und die Folgerungen der Ermittler liesen doch zu wünschen übrig, also nur mittelmäßig das Buch, leider, ich hatte ein wenig mehr erwartet!
Das Thema Internet und virtuelle Gefahren hätte mehr Input gehabt, man hätte mehr in dem Buch verwenden können, sicherlich hinterlässt es bei mir einen faden nachgeschmack, was so heute alles möglich ist mit dem Medium Computer und Internet und vor allen die sozialen Netzwerke. Man muss sich schon mal überlegen, was man so alles preisgibt von sich und wie einfach man es mutmaßliche Tätern machen würde? !

#5 RE: Rezensionen von shao 25.11.2012 23:00

Hauptkommissarin Clara Vidalis hat ein Problem. Ihre Schwester wurde vor vielen Jahren entführt und brutal ermordet, woran Clara sich bis heute die Schuld gibt. Um hiermit umzugehen hat sie sich selber auf die Jagd nach Mördern gemacht. Kurz vor ihrem Urlaub jedoch erhält sie etwas, was sie tief in einen neuen Fall hinein zieht, tiefer, als sie jemals zu fürchten gewagt hätte.

Zunächst muss ich sagen, dass ich bereits mehrere Bücher von Veit Etzold gelesen habe und die bisher gut fand. In diesem Fall ist es anders.
Aber fangen wir von vorne an.
Der Klappentext hat fast gar nichts mit dem Inhalt des Buches zu tun. Wer sich also eine spannende Jagd nach „wer meiner Kontakte will mir was“-Manier vorstellt, wird enttäuscht sein.

Die Geschichte an sich liest sich gut. Der Autor hat einen Schreibstil, der so flüssig ist, dass man wirklich gut voran kommt, der allerdings vieles auch verschleiert. Schnelles Lesen, ein eingänglicher Stil und eine Story mit viel Action verwischen häufig kleinere Fehler im Buch, was durchaus angenehm sein kann, wenn man dieses Buch denn mögen will.

Hier allerdings gibt es ein Manko, das sich durch das ganze Buch zieht und kaum noch übersehen werden kann: Wiederholungen. Ich dachte zwischenzeitlich, wenn ich nur noch ein einziges Mal von einer Brille mit mattem Edelstahlrahmen lesen muss, würde ich anfangen zu schreien. Dieser bewusste Schlusssatz mag wirken, aber nicht unbegrenzt oft. Genau so verhält es sich mit den im Buch gelieferten Erklärungen zu Filmen, Technik, Verletzungen an Leichen. Der Leser bekommt Begriffe oder Fakten so oft durchgekaut vorgesetzt, dass man nur noch genervt ist. Wenn ein Gerichtsmediziner beispielsweise der Protagonistin etwas erklärt, muss das Gleiche nicht nochmal direkt im Anschluss im normalen Text wiederholt werden.

Darüber hinaus sind Teile der Handlung absolut überflüssig und andere absolut unglaubwürdig sollten aber wohl auf ein schnelles sauberes Ende ohne offene Rechnungen hinarbeiten. Trotzdem bleibt ein fader Nachgeschmack.

Hatte ich bei „das große Tier“ noch das Gefühl, ganz nebenbei etwas gelernt zu haben, habe ich hier eher das Gefühl, jemand muss sein Wissen dringend mitteilen, weiß aber nicht genau, wie man das jetzt geschickt anstellt.

Die Figuren sind dann auch noch sehr plakativ und wenig glaubhaft, so dass am Ende außer einem guten Schreibstil leider wenig Lobenswertes übrig bleibt.

#6 RE: Rezensionen von NiliBine70 03.01.2013 12:23

Ich hab eine gewisse Zeit gebraucht, aber hier ist meine Rezension nun:

Inhalt:
Clara Vidalis, Ermittlerin bei der Mordkommission, hat seit 20 Jahren eine seelische Last zu tragen. Zumindest quält es sie, dass sie glaubt, sie sei Schuld am Tod ihrer jüngeren Schwester gewesen. Aus dem Grund hat sie auch den Beruf gewählt, Schurken hinter Schloss und Riegel zu bringen, in der Hoffnung, denjenigen dabei zu treffen, der das Leben ihrer Schwester beendete, weil sie nicht früh genug bei ihr war.

Doch muss sie sich auch weiterhin dem stellen, was der Alltag mit sich bringt, einen Mörder z.B., der Berlin in Atem hält, der vermeintlich in der Sado-Maso-Szene zu finden ist, der bestialisch foltert und tötet, perfide seine Morde plant und nicht zu letzt Clara als Kontakt ausgewählt hat, um ein noch schlimmeres Spiel zu spielen. Er nutzt die modernen Medien wie Facebook, Youtube, um ein breites Publikum zu erreichen. Zumindest glauben das alle, die mit dem Fall betraut werden. Doch ist der Mörder ihnen immer einen Schritt voraus und scheint sie zu verhöhnen. Die Frage ist, wird Clara mit ihrem Team es schaffen, ihm auf die Schliche zu kommen und ihn stoppen, denn es tauchen immer mehr schrecklich zugerichtete Mordopfer auf, die mehr Fragen aufwerfen, als dass Clara Antworten findet.

Meine Meinung:

Blutiges Spektakel mit zu hoch erhobenem Zeigefinger

Auch hier muss ich gestehen, hab ich mich verleiten lassen. Verleiten, von einem tollen Cover und einer Kurzbeschreibung, die mich glauben ließen, hier hab ich einen –im wahrsten Sinne des Wortes- Reißer in Händen, den Knaller, nach dem wir Thriller-Liebhaber immer suchen. Und es fing auch alles ganz toll an. Ein irrer Killer sucht sich sein(e) Opfer auf Facebook, dem bösen bösen Social-Network, das für uns alle zur Falle wird, in der wir uns verheddern und untergehen… Doch leider war es das dann. Es werden immer wieder Mahnsprüche aufgewärmt, immer wieder wird sehr schulmeisterlich etwas erläutert, was ich so nicht wissen wollte, zumindest nicht hier, an dieser Stelle. Wo gleichzeitig ein paar Seiten weiter in schillernden Farben ein bestialischer Mord beschrieben wird oder eine Auffindesituation einer kunstvoll und mit viel Hintergrundwissen mumifizierten Leiche detailliert vor Augen geführt wird. Da hätte es anders weitergehen sollen, spannender, nicht mit einem wieder erhobenen Finger aufs Reality-TV gerichtete Mahnfingerchen in Form einer TV-/Internet-Show, in der Mädchen wie zur Fleischbeschau präsentiert werden und als Hauptpreis mit dem Gewinner eine Nacht verbringen…. Das hat mir ein ums andere Mal leider nur noch ein Augenrollen entlockt und dann dazu geführt, dass ich hoffte, dass das Buch entweder eine 180-Grad-Drehung vollführt und doch noch zum Kracher wird oder endet. Wirklich schade.

Denn eigentlich steckt wirklich eine Menge guter Story hinter allem, mit vielleicht 100 Seiten weniger Facherläuterungen, Ermahnungen ob der bösen neuzeitlichen Errungenschaften im Internet (sehr kurios, wenn der Autor selbst auf Facebook aktiv ist, wie ich finde!), dem vor Augen führen unserer voyeuristischen Tendenzen im Fernsehen, wenn anderer Leute Blut fließt oder nackte Haut gezeigt wird und schon hätten wir einen prima Thriller gehabt.

Fazit:

Ein Thriller, der eher wie eine deutliche Mahnung an uns Menschen daherkommt, verantwortungsvoller mit den neuen Medien und unseren Mitmenschen zu verfahren, mit viel Blut, Mord und perfide ersonnenem Totschlag versehen, von dem sich jeder vielleicht selbst eine Meinung bilden sollte. Ich bin nach wie vor weder 100 % überzeugt noch abgeschreckt und werde auch das nächste Buch vom Autor lesen.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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