#1 Die Verratenen - Ursula Poznanski von his-her-books 14.10.2012 10:42

Zitat:
"Verräter müssen sterben, sagt das Gesetz; wer die Existenz der Sphären aufs Spiel setzt, hat sein Leben verwirkt. Der Bund ist uns Vater und Mutter zugleich, aber Abtrünnige dürfen nicht mit Nachsicht rechnen."
(S.60)

Inhalt:
Der große Ausbruch hat die Menschheit geteilt. Einem Teil der Menschen ist es gelungen, in den Sphären ein neues Leben aufzubauen. Sie leben in geordnetetn Verhältnissen und alles ist in ausreichendem Maß vorhanden.
Der andere Teil, die Prims, kämpft tagtäglich in der vorherrschenden Kälte um ihr Leben. Ihnen fehlt es an allem.
Eleria, auch Ria genannt, lebt in einer der Sphären. Sie ist in der Reihung bereits weit nach vorn, auf die Nummer Sieben, gerückt. Ria besucht die Akademie und wird entsprechend ihrer Talente und Bestimmung trainiert.
Zufällig wird sie Zeugin einer geheimen Besprechung. In der Sphäre soll es Verräter geben. Schockiert muss sie mit anhören, wie auch ihr Name dabei genannt wird. Daneben werden noch fünf weitere Namen als Verräter erwähnt. Alle sollen kurzfristig und ohne großes Aufsehen umgebracht werden.
Doch nichts passiert in den darauffolgenden Tagen. Ria sucht nach Hinweisen, entdeckt jedoch nichts Auffälliges.
Bei der nächsten Wochenversammlung wird verkündet, dass sechs Studenten die Ehre haben werden, den Präsidenten in der Sphäre "Zukunft" zu treffen. Doch die verkündeten Namen der Studenten lassen für Ria nur einen Schluss zu. Denn es handelt sich ausschließlich um Namen, die sie bei der geheimen Besprechung gehört hat. Alle Genannten stehen auf einer Todesliste! So will man also versuchen, die vermeintlichen Verräter still und heimlich aus dem Weg zu schaffen! Oder handelt es sich doch nur um einen großen Irrtum?
Während der Fahrt mit der Magnetbahn zur Sphäre des Präsidenten kommt es tatsächlich zu einem Zwischenfall. Den sechs Jugendlichen gelingt die Flucht. Ab nun entwickelt sich ihr Leben zu einem wahren Albtraum. Aus Verrätern werden Verratene...

Meinung:
Als ich gehört habe, dass Ursula Poznanski eine Dystopie geschrieben hat, war mir von vornherein klar, dass ich diese unbedingt lesen muss. Immerhin gehört Frau Poznanski zu meinen Lieblingsautoren.
Von "Die Verratenen" wurde ich auch definitiv nicht enttäuscht. Die Idee und die Umsetzung sind sehr gut gelungen. Die Sphärenwelt und ihre Bewohner an sich wurden nicht tiefergehend beschrieben; mit ihrem brillianten Schreibstil und dem perfekten Zusammenspiel der Protagonisten konnte ich darüber jedoch größtenteils hinwegsehen.

Die Protagonisten weisen sich vor allen Dingen durch die von der Sphärengesellschaft vorgesehenen Charaktereigenschaften aus. Und diese verraten uns letztendlich nur die Stärken der handelnden Personen, lassen uns über das Gefühlsleben jedoch oftmals im Unklaren. Mit fortlaufender Geschichte erfahren wir aber dann doch noch die eine oder andere Kleinigkeit.
Der Plot selbst ist, wie ich es aus den anderen Büchern der Autorin auch so kenne, stimmig, spannend aufgebaut und man wird von Highlight zu Highlight geführt. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Frau Poznanski die dystopischen Elemente der Geschichte klasse mit den Stärken eines Thrillers verbunden und damit diesem Genre ein neue Richtung verliehen hat.

Ria ist mir von Beginn an sympathisch gewesen. Ihre Stärke ist das gesprochene Wort. Durch geschicktes Training ihres Talents gelingt es ihr immer besser, Menschen in ihren Entscheidungen zu beeinflussen. Sie nutzt ihre Stärken später immer wieder dazu, der Gruppe zu helfen und den Zusammenhang zu stärken. Bis sie anfängt, an der Loyalität Einzelner zu zweifeln...
Aureljo, Mitstudent und Rias Freund, ist der geborene und auch dafür vorgesehene Anführer und Beschützer. Nichts kann ihn in seinem Glauben und seiner Treue der Gesellschaft gegenüber erschüttern. Wirklich nichts?
Die Prims sind in ihrem Denken und Handeln immer wieder undurchschaubar, aber wirklich sehr interessante Charaktere in der Geschichte. Nie kann man vorhersehen, wie sie als nächstes reagieren werden oder welches Ziel sie mit ihren Handlungen verfolgen. Der Gegensatz zwischen Außen- und Sphärenbewohnern könnte gar nicht größer sein.

Alle, die einen bösen Cliffhanger erwarten, müssen hier keine Angst haben. Die Geschichte ist in sich selbst erst einmal gut abgeschlossen. Aber natürlich möchte man definitiv wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht.

Alles in allem hat die Autorin mit diesem ersten Teil ihrer Trilogie einen vielversprechenden Anfang in einem für sie bisher unbekannten Terrain geschaffen. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und war oftmals richtig gefesselt von der Geschichte.

Urteil:
Mit "Die Verratenen" hat Frau Poznanski wirklich einen sehr guten Einstieg in die geplante Trilogie gefunden. Trotz kleiner Kritikpunkte, die mich in meinem Lesefluss kaum gestört haben, kann man das Buch auf jeden Fall als Lesetipp bezeichnen. Für diese gut umgesetzte Idee vergebe ich deshalb an dieser Stelle 4 Bücher. Ich bin sicher, Frau Poznanski wird sich mit den weiteren Teilen der Trilogie nochmals steigern können. Ich werde definitiv die Folgebände lesen!

Das Buch ist nicht nur eine Empfehlung für alle Fans von Frau Poznanski, sondern auch für alle Liebhaber spannungsreicher und gut durchdachter Dystopien mit einem Hauch Thriller, nennen wir es mal dystopischer Thriller.

#2 RE: Die Verratenen - Ursula Poznanski von Morgaine 08.11.2012 08:48

Rezension:


Die unwiderrufliche Nachricht vom Tod dreier Absolventen der Borwin Akademie ist erst wenige Minuten alt, und kaum ist sie in den letzten Winkel von Rias Verstand gekrochen, fühlt es sich an, wie ein scharfer Schrei von dem nur noch das Echo in ihr nachhallt.
Alles scheint sich gegen sie zu verschwören, am meisten jedoch ihre Gedanken und Sehnsucht, denn auch Lu ist eine der Toten. Deren Silhouette scheint jetzt direkt vor Ria aufzutauchen und sie möchte danach greifen, um sie zurück zu holen und für immer festzuhalten.

Ein Blick in die Augen von Mentor Grauko und Ria weiß sofort, dass sie ihn nicht überzeugen konnte, nicht energisch genug Rhetorik und Körpersprache eingesetzt hat, um mit ihrer Ansprache das Gegenüber zu erreichen. Aber nach ihrer Meinung, und unter den aktuellen Umständen, ist es ihr sehr wohl gelungen Haltung zu wahren, und die Aufgabe erfolgreich zu meistern.

Schlagartig wird ihr erneut bewusst, wie gefährlich es ist für Exkursionen die sicheren und zivilisierten Sphären zu verlassen. Es wäre gewiss sehr leicht, aber ebenso feige, das ganze Leben lang keinen Fuß in die grausame Eiswüste, das Zuhause der zahlreichen Prim-Clans zu setzen. Warum denn nicht die wenigen spärlichen Sonnenstrahlen lieber mit sicherem Abstand durch die Kuppeln brechen zu sehen?! Beinahe findet Ria Trost und Halt in dieser Illusion, da wird ihre Aufmerksamkeit durch das ungeplante Auftauchen eines fremden und mysteriösen Sentinels in ihrer Sphäre gefangen genommen. Verunsicherung und Spekulationen versetzen die Gemüter der Absolventen in Unruhe und in den Reihen der Besten wird schnell ein Gerücht seine Runde machen.

Nichtsdestotrotz versucht Ria mit der Unterstützung und Zuwendung von Aureljo, der Nummer 1 der Rangliste und ein potentieller Anwärter der Regierung von morgen, dem Alltag schnellstmöglich die Maske der Normalität überzustülpen. Immer wieder fordert sie sich selbst auf: Konzentriere dich auf die Prüfungen, sei ganz im Zentrum deiner Selbst und achte auf deine Ernährung und Vitalzeichen. Trainiere hart, ernähre dich ausgewogen und schlafe ausreichend. Aller guten Vorsätze zu wider, bekommt Ria ihre Trauer wegen Lu‘s Verlust aber einfach nicht unter Kontrolle. Sie isst viel zu wenig, schläft schlecht und wird in Folge in‘s Medcenter geordert. Nach einigen Untersuchungen und einer Moralpredigt fühlt sie sich um so miserabler, als sie deprimiert zum Quartier zurückkehrt. Jetzt hilft nur noch Ablenkung! Aber mit was? Einem guten Buch, ganz sicher...

Bei der Gelegenheit kann sie gleich noch die antiquarischen Buchschätze einer längst versunkenen Welt, in der ein Buch noch aus Papier und Druckerschwärze bestand, in der Bibliothek zurück geben. Auf dem Rückweg nimmt sie eine Abkürzung durch einen Teil des Gebäudes, das für Bauarbeiten gesperrt ist. Überraschend bemerkt sie fremde Stimmen und wird Zeuge eines konspirativen Gesprächs, dass sie in eine Schockstarre versetzt aus der sie sich kaum zu lösen vermag. Was sie dort beiläufig hört, ist unmöglich wahr und kommt einer Verleumdung gleich, die ihr den Magen verknotet. Völlig benommen und verängstigt flieht sie Hals über Kopf und weiß noch nicht, dass ab diesem Moment nur noch zwei Worte ihr Leben definieren werden: FLUCHT UND ÜBERLEBEN!

Mein Fazit:

Wo man die letzten Wochen auch hinsah und hinhörte, dieser Auftakt einer dystopischen Trilogie aus der Wiener Schreibstube Poznanski war in aller Munde! Aber nicht allein das schraubte meine Erwartungen in die Höhe, sondern auch, weil es vorab unzählige begeisterte Rezensionen hagelte. Also habe ich mir meinen ersten persönlichen Eindruck der Schreibkunst von Ursula Poznanski gegönnt. Auf den Punkt gebracht:
Die Verratenen“ konnte jeden meiner Lesernerven kitzeln und es ist ein Pageturner schlechthin! Definitiv ein Kandidat für meine Liste der Top Ten Bücher 2012!

Das Cover in seiner monochromen und schlichten Gestaltung gefällt mir allerdings gar nicht, denn es wirkt für mich viel zu unscheinbar und steht nicht im Verhältnis zum eloquenten Inhalt.
Ein Buch, an dem ich deshalb im Laden definitiv vorbei gelaufen wäre...

Dafür konnte mich aber die Geschichte sofort für sich vereinnahmen, denn die Eröffnung kam einem Paukenschlag gleich. Nach nur gut einem Dutzend gelesener Seiten war ich bereits so abgetaucht und stand unter Strom, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Daher darf ich mit Sicherheit behaupten, es bereitete mir keine Probleme zu visualisieren, in welch frostiges Endzeit-Szenario des 23. Jahrhunderts wir entführt werden.

Dass dieses Buch ausnahmsweise mal nicht, wie so oft in letzter Zeit, auf dem Fundament einer verdunkelten, verseuchten Atmosphäre inklusive rückwärtig entwickelter Gesellschaft mit groß ausstaffierter Romanze seine Bühne findet, sondern dass es hier auf einen psychologisch-taktierenden Thriller mit Hightechnologie in einer kommenden Eiszeit hinausläuft, ist eine gelungene Abwechslung der sonst üblichen Strickmuster anderer Endzeitkonkurrenten. Besonders gut gefallen hat mir der "spacige" und ein wenig steril wirkende Touch, mit Elementen wie Kuppeln/Sphären und Monitoring der Menschen und passt hervorragend in meine Vision einer zukünftigen Zivilisation.

Durch ein Ereignis mit enormer Tragweite gleich zu Beginn, werden jede Menge Fragen und Tendenzen in‘s Spiel gebracht. Ich hatte sofort Theorien im Kopf was passiert sein könnte, und welche Figuren eine übergeordnete Rollen in der sich abzeichnenden Gruppe haben könnten. Raffiniert und bisher einmalig für mich zu lesen (und ebenso großartig), ist die Idee, den Protagonisten Namen zu geben die ihre Vorlieben/Themengebiete der Ausbildung/Talente widerspiegeln. Das verleiht den Charakteren nicht nur individuelle Größe und Charisma, sondern wirkte auch noch überaus intellektuell. Sie alle sind das künstliche Produkt von injiziertem Verhalten in abgegrenzten Verhältnissen und somit Spiegel ihrer manipulierten Gesellschaft.

Der Fokus der Handlung liegt zunächst bei der Gruppe der sechs elitären Protagonisten, die höchst unterschiedlich und profilstark ausgearbeitet wurden. Bald finden sie sich auf der archaischen Seite der Sphäre wieder, umzingelt und erniedrigt von primitiven Ego-Taktikern, deren Ideale, Lebensraum und Entwicklung grundverschieden und erbärmlich scheinen. Doch nach und nach fördert der beengte Wohnraum das Auseinandersetzen mit dem fremden Feindbild. Es kommt zu einer Entwicklung in beiden Lagern, und erst durch lebensbedrohliche Veränderungen erwächst ein Umdenken, dass zur Reflexion der sozialen Aspekte und Lebensziele jedes Einzelnen anhält.
Daraus resultiert: Die Veränderung ist der Weg und der Weg ist die Veränderung.

Vorsichtig und gut dosiert lässt die Autorin Informationen und Verdachtsmomente einfließen, lockt gezielt auf Fährten, schickt geheimnisvolle und diffus wirkende Botschaften aus und lässt den Leser stetig wanken und in Anspannung verbleiben. Meine eigenen Gedanken arbeiteten permanent im Hintergrund, um die „was wäre wenn“-Möglichkeiten zu modellieren. Mit jedem weiteren Kapitel kommt die subtile und markante Buchseele zum Vorschein, die den Leser umfängt und sich still und leise wie eine zähe Flüssigkeit ausbreitet, in jede Ecke des eigenen Verstands eindringt, um sich dort festzukrallen und untergründig weiter zu arbeiten und den Leser gefangen zu halten.

Die Erzählweise ist mitreissend, glaubhaft, gefühlsstark und aus der Sicht von Ria in der Gegenwart gewählt. Ein weiterer Pluspunkt, denn so fiel es mir leicht die Umgebung, wie auch die Figuren der Gruppe um Ria und Aurelijo in meinem Kopfkino entstehen zu lassen. Das hat mir beizeiten einen Platz als Beobachter in der Mitte der kontroversen Gruppe ermöglicht. Auf der anderen Seite werden die Zwischenräume mit vagen Andeutungen gespickt und dadurch hatte ich die Chance den Abstand zu wahren und kritisch zu hinterfragen.

Der erste Teil endet nicht wie erwartet in einem brutalen Cliffhanger, sondern zeigt eher die Richtung für die Fortsetzung auf.

Kurz gesagt: Mal wieder ist eine neue Dystopie am Buchhimmel aufgetaucht, doch diese leuchtet heller und strahlender als viele andere des Jahres 2012.

Der Auftakt zur Trilogie „Die Verratenen“ hat mir mehr als gut gefallen und ich verspürte ständig ein Kribbeln in Nacken und war gefangen in einem Netz aus unvorhersehbaren Intrigen, Korruption und nackter Überlebensangst. Das Spannungsbarometer kam oftmals mit den Ausschlägen nicht hinterher und ich war Teil einer vereisten Landschaft, die sowohl frostig-spröde, als auch charakterstarke Protagonisten beherbergt. Ein perfider Plan konstruiert in einer Welt, die keineswegs zu fiktionär scheint, wurde hier entsponnen und ohne jeden Anflug von Textkitsch geschrieben!
Seit langer Zeit ein Buch, an dem es für mich nur eine Sache zu bemängeln gibt: Ein Jahr abwarten bis uns die Fortsetzung im Herbst 2013 erneut entführen kann!

Meine uneingeschränkte Leseempfehlung für Fans von Dystopien und Thriller, dieses Buch sollte bei Euch einziehen!

Meine Wertung: Pralle 5 von 5 Sternen

#3 RE: Die Verratenen - Ursula Poznanski von NiliBine70 13.11.2012 08:31

Super, da wären wir gleich beim Thema der Umfrage, ich hab meine Rezension nämlich HIER gepostet....

#4 RE: Die Verratenen - Ursula Poznanski von Venu 26.11.2012 18:31

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Inhalt:
Ria lebt in einer anderen Welt. Sie lebt in einer Welt in der Zukunft, in der es nur Spähren gibt. Und Ria hat das Glück Teil einer Spähre zu sein, denn außerhalb der Spähren gibt es Nichts. Außerhalb der Spähren leben Prims, die jeden Tag aufs Neue um das Überleben kämpfen.
Als Ria eines Tages ein Gespräch zwischen den Mentoren der Spähre belauscht, weiß sie, dass sie in der Spähre nicht mehr sicher ist. Nicht nur ihr Leben ist gefährdet, sondern auch das ihres Freundes Aureljo und 4 weiteren Spährenbewohnern. Ria, Aureljo, Tomma, Flemming, Tycho und Dantorian stehen auf einer Todesliste und sind angeblich Teil einer Verschwörung...

Meine Meinung:
"Die Verratenen" war mein erstes Buch von Ursula Poznanski und ich kann einfach nur sagen, dass ich vollkommen begeistert bin von ihrem Schreibstil. Anfangs liest sich das Buch nicht sehr flüssig, da man direkt in der Spährenwelt ist und sich erst zurecht finden muss, doch nach den ersten Paar Seiten geht dies vorbei.
Man ist sehr schnell in Rias Welt.
Ria hat einen sehr sympathischen Charakter und wächst dem Leser schnell ins Herz. Sie hat ein ganz besonderes Talent, denn sie weiß wie sie Menschen in ihrem Umfeld um den Finger wickeln kann. Sie ist klug und nicht auf den Mund gefallen.
Auch ihr Freund Aureljo hat sehr freundliche Charakterzüge und begleitet Ria durch die ganze Geschichte. Er hält die Gruppe der "Verratenen" zusammen.
Zum Inhalt will ich in meiner Rezension nicht viel verraten, denn wenn ich anfange, kann ich gar nicht mehr aufhören und würde vermutlich zu viel erzählen.

Dennoch möchte ich ein wenig über Rias Welt berichten. Sie ist auf Platz 7 der Reihung der Bowin-Akademie und ihre Zukunft sieht glänzend aus. Zudem ist sie mit dem begehrtesten Jungen ihrer Spähre zusammen. Mit Aureljo, der auf Platz 1 der Reihung ist. Rias Leben ist privilegiert und sie hat keine Probleme, bis sie ein Gespräch belauscht und erfährt, dass sie auf einer Todesliste steht.
Sie macht sich riesige Sorgen und schon bald zeigt sich, dass Rias Sorgen berechtigt waren. Die 6 Namen, die auf der Todesliste stehen, sollen dem Präsidenten der Spähren einen Besuch abstatten. Ria ahnt, was sich hinter dem Besuch versteckt hält: ihr Tod.
Doch es gelingt Ria und den anderen fünf zu fliehen. Schneller als ihnen lieb ist, werden sie jedoch wieder gefunden. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als bei einem Clan von "Prims" Schutz zu suchen. Doch die "Prims" sind nicht gerade freundlich gesinnt.
Sowohl Spährenbewohner als auch die Prims, wollen Ria und ihre Freunde töten, doch warum?

Die Geschichte hat mich wirklich umgehauen. Ursula Poznanski führt in die Welt der Spähren und wickelt den Leser gekonnt ein. Die Charaktere haben alle eine unfassbare Tiefe. Sowohl Dystopie- als auch Thrilleraspekte werden hier miteinander verbunden.

Fazit:
Darf ich mich kurz fassen?: "MUST-HAVE"

#5 RE: Die Verratenen - Ursula Poznanski von lexxi2k 08.12.2012 22:17

Der Inhalt:

Ria ist beliebt, privilegiert und talentiert und gehört zu den 10 besten der Elite. Sie lebt in den Sphären und ist Teil des Systems das sie schützt und versorgt. Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Ria wird Zeuge als jemand gegen sie und fünf andere Studenten Anklage erhebt und sie wegen Verrats bezichtigt. Für Ria beginnt ihr Welt auseinander zu brechen und sie und die anderen fünf müssen um ihr Leben kämpfen und finden Schutz in der Außenwelt. Doch auch hier ist noch nicht alles überstanden, den die Außenbewohner sind nicht gerade friedlich ihnen gegenüber gesinnt und anscheinend treibt sich ein Verräter in ihren Reihen. Ria weiß nicht mehr was sie glauben soll, nachdem ihr Weltbild langsam anfängt zu bröckeln und wem sie vor allem noch trauen kann, den jeder von ihnen könnte der Verräter sein.

Das Cover:

Das Cover würde ich eher als schlicht bezeichnen. Die Hauptfarben hierbei sind schwarz und weiß. Vorne prangt ein Blatt. Darunter ist ein weißes Feld in dem der Titel des Buches in schwarz und der Name der Autorin in Türkis abgedruckt ist. An der Seite und auf dem Buchrücken sind aneinander gereihte Kästchen abgebildet. Als besonders würde ich das Buch nun nicht bezeichnen und ich bin mir auch nicht sicher das mir das Buch sofort im Buchhandel auffallen würde, dafür fehlt eindeutig das gewisse etwas. Trotzdem finde ich die schlichte Aufmachung sehr schön und keineswegs deplatziert.

Der erste Satz:

Ich weiß das etwas furchtbares passiert sein muss, als Tomma den Raum betritt.

Meine Meinung:

Die Verratenen ist der erste Teil einer Dystopischen Trilogie aus der Feder von Ursula Poznanski. Erzählt wird das ganze aus der Sicht von Ria, der Nummer 7 in der Rangliste und Freundin von Aurelijo. In den Sphären werden sie ausgebildet um später einmal großen zu vollbringen. Rias stärken liegen im Verhandeln und Reden halten, Aurelijo ist der geboren Anführer und wird auch daraufhin ausgebildet, Tomma ist eine Corifee in dem Gebiet Anbau von Pflanzen, Flemming ist ein grandioser Arzt, Dantorian ein begnadeter Maler und Tycho ein Technikgenie. Auf dem ersten Blick scheinen die sechs nichts gemeinsam zu haben aber sie werden trotzdem beschuldigt Verräter zu sein. Auf einem Ausflug den die sechs gemeinsam zum Präsidenten unternehmen werden sie von farblosen Sentinals, später auch unter Vollstrecker bekannt, angegriffen. Nur mit Müh und Not gelangt es ihnen sich in die Wildnis zu retten wobei sie dort schon dem nächsten Feind gegenüber stehen – den Prims. Anders als Ria und ihre Freunde leben die Prims außerhalb der Sphären und sind nicht gerade Wohlgesinnt gegenüber den sechs.

Ria war mir von der ersten Seite an sympatisch. Sie arbeitet hart und zählt zu den 10 besten in der Rangliste. Eines Tages allerdings bekommt ihr Weltbild einen Knacks, nachdem sie in der Bibliothek ein Gespräch belauscht hat, in dem sie und 5 weitere Studenten des Hochverrats bezichtigt wurden. Sie glaubt natürlich an einen Irrtum und vertraut sich ihrem Freund Aurelijo an, der auch auf dieser Liste steht. Aurelijo versucht sie zu beruhigen das es sich hierbei um ein Missverständnis handelt, allerdings glaubt Ria nicht länger daran als plötzlich die farblosen Sentinals auftauchen und sie töten wollen. Nach und nach fängt sie an an dem System, in dem sie aufgewachsen ist, zu zweifeln und fragt sich was nun richtig oder falsch ist. Aurelijo allerdings war mir etwas unheimlich. Er ist die Nummer 1 in der Rangliste, hat sich vor kurzem erst das Gesicht operieren lassen, damit er freundlicher aussieht und soll einmal ein Anführer werden. Sein Weltbild gegenüber den Sphären erlangt allerdings keinen Knacks und er ist der festen Überzeugung das es sich um einen Fehler handelt und die sechs zurück zu einer Sphäre sollen um dies aufzuklären.

Tomma ist auch so ein Charakter mit dem ich mich gar nicht anfreunden konnte. Sie wirkt überheblich, lässt sich nichts sagen und reitet sich immer wieder in Schwierigkeiten hinein, aus denen sie die anderen holen müssen. Hegt sie anfangs noch einen regelrecht Groll gegenüber den Prims überkommt sie dort plötzlich ein Sinneswandel und sie möchte da gar nicht mehr weg. Mir kam es teilweise so vor, dass Tomma immer das tut damit es ihr gerade am besten geht, ohne Rücksicht auf jemand anderen. Dann wäre da noch Flemming ein angehender Arzt. Er hilft nicht nur den fünf anderen als sie sich verletzt haben, sondern später auch den Prims und geht darin richtig auf. Flemming hab ich sehr gemocht, er macht keinen Unterschied zwischen Sphärenbewohner oder Prim, er hilft einfach jeden.

Tycho ist mein männlicher Lieblingscharakter. Er kennt sich gut mit Technik aus, hilft den anderen dabei die Sender aus den Armbändern zu entfernen und hat ein richtig loses Mundwerk was mir sehr gut gefallen hat und einzelne Situationen schön aufgelockert hat. Dantorian ist ein begnadeter Maler. Warum er allerdings des Verrates beschuldigt wurde, frage ich mich immer noch. Mehr kann ich leider auch nicht über ihn sagen, da er mir etwas blass rüber kam und ich mir bei ihm noch ein paar mehr Informationen gewünscht hätte.

Der Schreibstil von Ursula Poznanski ist locker, jugendlich und spannend gehalten. Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte um Ria gefesselt und in ihren Bann gezogen und ich habe auch der Flucht und draußen in der Außenwelt regelrecht mitgefiebert wie es nun weiter geht. Schon zu Anfang werden sehr viele Fragen aufgeworfen, zum Beispiel warum die 6 des Verrates bezichtigt werden. Einige Fragen werden nach und nach im Buch aufgeklärt, viele bleiben aber auch am Ende noch ungeklärt und man kann nur hoffen das es im Folgeband endlich eine Erklärung darauf gibt. Allerdings fand ich dies jetzt nicht schlimm sondern sogar sehr gut, den sonst würde sich wahrscheinlich keiner die Nachfolgebände kaufen wenn in Band 1 schon alles aufgeklärt wurde. Zudem gibt das Raum für Spekulationen und ich freue mich schon sehr wenn Band 2 erscheint und ich eventuell Recht habe mit meinen Vermutungen.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, waren die immer wieder unvorhergesehenen Ereignisse. Denkt man im ersten Moment es wird jetzt langsam alles gut, wird man in der nächsten Szene schon eines besseren belehrt. Auch das ultimative Rätselraten um den ominösen Verräter in den eigenen Reihen war spannend und ich muss ehrlich gestehen das ich mit meiner Vermutung komplett daneben lag und mir diese Person nie in den Sinn gekommen wäre.

Die Verratenen spielt in der Zukunft nachdem es so etwas wie eine neue Eiszeit gegeben hat. Pflanzen lassen sich nicht mehr so einfach anbauen wie früher da der trockenen Boden fehlt und müssen deswegen gezüchtet werden. Auch die Sonne kommt nicht mehr sehr oft zum Vorschein und es herrscht meist Dunkelheit. Sehr schön fand ich hier die Erläuterung als Ria draußen das erste Mal die Sonne zu Gesicht bekommen hat. Die Idee von der neuen Eiszeit finde ich klasse. In den Nachrichten hört man ja immer nur das eine globale Erderwärmung realistischer ist, aber es könnte doch auch das Gegenteil eintreffen, wie uns schon viele Filme gezeigt haben.

Mein Fazit:

Die Verratenen ist ein klasse Auftakt ein Trilogie. Es ist spannend, unterhaltsam und hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Allerdings bleiben auch ein paar Fragen am Ende offen, die hoffentlich im nächsten Band aufgeklärt werden. Ich vergebe trotzdem 5 von 5 Sternen

#6 RE: Die Verratenen - Ursula Poznanski von river 28.01.2013 16:30

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Inhalt:
Ria hat alles, was sie braucht: Sie ist eine der besten Schülerinen der Borwin-Akademie, hat eine blühende Zukunft vor sich und ist in einem sicheren Umfeld aufgewachsen, nämlich in den sogenannten Sphären. Während alle Menschen in diesen Kuppelbauten ein behütetes Leben führen, müssen die, die draußen leben, die Prims, sich gegen den ewigen Schnee, HUnger und Krankheiten durchsetzen. Ria will diesen Leuten helfen, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat, aber es kommt anders: Sie und ein paar andere Schüler der Akademie werden als Verräter abgestempelt, und auf einmal sind sie es, die bei den Prims Hilfe suchen müssen.

Meine Meinung:
Ohje, dieses Buch, wo soll ich da bloß anfangen? Ich muss sagen, ich bin voll und ganz überzeugt, und das hat ganz viele Gründe.
Das war ja mein erstes Ursula-Poznanski-Buch, aber ich versteh jetzt wirklich, warum ihre Bücher so beliebt sind. Ihr Schreibstil ist super, da stört garnichts, und es wird ständig Spannung aufgebaut.
Dann der Inhalt, ich will nicht zu viel verraten (was ziemlich schwer ist), aber es ist so toll zu lesen, wie sich die Ansicht der Studenten verändert und sie erkennen, wer Feind und wer Freund ist. Sie entdecken außerhalb ihrer gesicherten Kuppeln ja eine ganz andere Welt, und das ist meiner Meinung nach die Stärke dieser Dystopie. Es ist irgendwie traurig zu erfahren, was da mit der Welt passiert ist und dass es anscheinend eine neue Eiszeit gab, aber es ist dann auch wieder total interessant, dass die Charaktere in dem Buch nicht wissen, was die U-Bahn ist oder wie es sich anfühlt, auf Papier zu schreiben anstatt alles irgendwie digital zu versenden. Da kommt man schon leicht ins grübeln, ob sowas wirklich mal passieren könnte.
Dann geht es in dem Buch ja noch um Verrat, und ich finde, dieses Thema garantiert sowieso immer Spannung!
Bei den Figuren bin ich ein bisschen unschlüssig. Ria ist mir eigentlich ganz sympathisch, und ihre Fähigkeit, anderen die Gefühle vom Gesicht abzulesen, ist echt sehr cool. Auch die anderen Studenten haben tolle Fähigkeiten, besonders Tycho, einen Techniker, und Dantorian, einen Künstler, halte ich noch für tolle Charaktere. Die anderen waren mir nicht unbedingt immer sympathisch, aber sie waren alle sehr gut ausgearbeitet, das muss man sagen.

Zum Cover kann ich nur sagen, dass es mir sehr gut gefällt. Es ist komplett anders als alle anderen Cover im Dystopie-Genre und dadurch wurde ich überhaupt erst neugierig. Das Blatt und dieses Bienenwabenmuster sehen sehr speziell und sehr cool aus, und wenn man das Buch dann gelesen hat, kann man in der Gestaltung vielleicht sogar einen Sinn erkennen.

Aber ich fand das Buch nicht nur perfekt. Ich weiß zwar nicht, woran es lag, aber an Anfang hatte ich echte Probleme, mich in der Geschichte zurechtzufinden. Zum Glück ist das schnell verschwunden und hat der Begeisterung Platz gemacht. Außerdem gefiel mir der anfängliche Umgang der Studenten mit den Prims nicht, sie haben sie überhaupt nicht respektiert, aber das hat sich zum Glück auch geändert.

Mein Fazit:
"Die Verratenen" ist ohne Zweifel ein tolles Buch und eine Dystopie, die jeder Fan des Genres gelesen haben sollte. Es ist spannend, überraschend und etwas neues und ich freue mich schon auf den zweiten Teil!

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