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#16 RE: Rezensionen von Nikki 02.11.2012 18:43

Cover
Manchmal ist weniger einfach mehr.
Allein schon durch die Schlichtheit und Eleganz, die dieses Cover objektiv betrachtet ausstrahlt, konnte mich LEGEND für sich gewinnen. Wenn man den Büchermarkt beobachtet oder mehrere Bücher des Jugenbuch- Genres zu Hause besitzt, fällt einem LEGEND sofort ins Auge. Und das durch seine bloße Schlichheit.
Das Buch ist in einem zarten Weiß gehalten, das lediglich durch einen goldenen Aufdruck hervorgehoben wird. Zu sehen ist das Emblem der Republik, sowie der Schriftzug LEGEND - FALLENDER HIMMEL.
Ich bin begeistert.


Das US-Cover unterscheidet sich hier kaum von unserer Ausgabe. Lediglich das Weiß, wurde hier durch ein glänzendes Silber ersetzt. Sieht ebenfalls wunderschön und gleichzeitig elegant aus, wenn auch nicht so schlicht wie unser Cover. Dennoch ist es eine Augenweide.

Klappentext
WENN LIEBE ZUR LEGENDE WIRD

Ich werde dich finden. Ich werde die Straßen von Los Angeles
nach dir durchkämmen. Jede Straße der
Republik, wenn es sein muss. Ich werde dich in die Irre
führen und überlisten, ich werde lügen, betrügen und
stehlen, um dich zu finden, dich aus deinem Versteck
locken und dich jagen, bis es keinen Ort mehr gibt,
an den du fliehen kannst. Das verspreche ich dir:
Dein Leben gehört mir.

Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die
durch falsche Anschuldigungen genährt werden.
Und Hass, dem eine grenzenlose Liebe entgegentritt.
Dies ist die Geschichte von Day und June.
Getrennt sind sie erbitterte Gegner,
aber zusammen sind sie eine Legende!


Der ERSTE SATZ
Meine Mutter glaubt, dass ich tot bin.


Die schönsten Zitate
Sie lacht laut auf. >> Das ist ja wohl der Witz des Jahrhunderts !
Kleines reiches Mädchen verliebt sich in den Staatsfeind Nummer eins.
S. 319

"Warum Day?"
>> Jeder Tag bedeutet vierundzwanzig neue Stunden. Jeder Tag
bedeutet, dass alles möglich ist. Man lebt den Moment oder man stirbt darin,
aber man lebt sein Leben einen Tag nach dem anderen. <<
Er sieht zur offenen Tür des Waggons, wo dunkler Regen die Welt verschleiert.
>>Und man versucht immer, auf die Sonnenseite zu gelangen. Ins Licht. <<
S. 363


Der Inhalt
Day und June. Zwei Jugendliche die verschiedener nicht sein können. Er - der Staatsfeind Nummer 1. Sie Wunderkind des Regimes - mit 15 Jahren bereits Absolventin einer Elite-Universität.
Er kämpft gegen das Regime. Sie dafür.
Als Metias, Junes älterer Bruder und einziges lebendes Familienmitglied, umgebracht wird, steht Day sehr schnell unter Verdacht und alle Indizien sprechen dafür, dass er Metias ermordet hat.
Kurzerhand wird June die ehrenhafte Aufgabe erteilt, Day aufzuspüren und ihn der Regierung zu stellen. Sie stellt sich der Aufgabe, getränkt von Hass und Rachegelüsten.
Sie will den Tod ihres Bruders rächen. Wäre da nicht das Problem, dass Day ihr eine Welt offenbart, die sie bis daher nicht kannte und ihre bisherigen Kenntnisse komplett auf den Kopf stellt. Sie muss der Wahrheit ins Auge blicken und feststellen, dass doch nicht alles so ist, wie es zu sein scheint...

Der Schreibstil
Am Anfang des Buches, wusste ich noch nicht so recht, wie ich an Legend rangehen sollte.
Ich hatte relativ hohe Erwartungen, da bereits die Mehrheit der Blogger und Rezensenten dieses Buch gelesen und geliebt haben. Überall sieht man begeisterte und vor Liebe triefende Rezensionen. Kein Wunder also, dass man eine Sensation erwartet. Nun ja. Der Einstieg war zwar nicht so sensationell wie erwartet aber dennoch wirklich gut.
Ich habe zwar einige Seiten gebraucht um in das Buch hineinzufinden, aber als es dann endlich soweit war, war ich Marie Lus Schreibstil ebenfalls verfallen.
Ich habe dieses Buch an nahezu einem Stück durchgelesen und es kaum auf die Seite gelegt, da ich unbedingt wissen wollte, wie es nun mit Day und June weitergeht.
Marie Lu besitzt eine Extravaganz zum Detail. Ihre Beschreibungen sind meiner Meinung nach mehr als nur gelungen und genau diese Tatsache hat dann auch schließlich dafür gesorgt, dass ich gegen Ende mehr als nur begeistert bin. Ich habe selten ein Buch mit so viel Liebe zum Detail gelesen. Der Schreibstil an sich ist nicht zu anspruchsvoll aber auch keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmen, und trotzdem liest sich LEGEND relativ flüssig. Ich hatte nahezu keinen Hänger, bei dem ich die geschriebenen Sätze nochmals durchlesen musste bevor ich nachvollziehen konnte, was der Autorin mir damit sagen wollte, wie es bei manch einem Buch durchaus der Fall war. Außerdem wird dieses Buch aus 2 verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum einen Junes Sicht und zum anderem Days. Beide Perspektiven erzählen in der ICH-FORM, was einen besseren Einblick in das Geschehen ermöglicht. Ich kann genau deshalb Marie Lu nur loben, - sie hat die Messlatte relativ hoch gelegt, und ich freue mich bereits jetzt auf Band 2 dieser Trilogie.

Fazit
Schon Monate vor dem eigentlichen Erscheinungstermin hat man LEGEND eigentlich überall gesehen - LEGEND - anscheinend DAS Buchhighlight des Jahres.
Dementsprechend hatte ich natürlich auch relativ hohe Erwartungen an dieses gute Stück.
Weil ich allerdings erst noch einige andere Bücher davor lesen musste und wollte, bin ich schließlich eine der letzten, die Legend lesen und lieben durfte.

Mal vom äußeren Erscheinungsbild abgesehen kann Legend auch Inhaltlich überzeugen.
Sehr facetten - und abwechslungsreiche Charaktere, eine gut gewählte Kulisse und eine Atmosphäre, die einem die Nackenhaare aufstellt. All diese Punkte haben schließlich dafür gesorgt, dass Legend so LEGENDär wurde.
Day und June heben sich allein schon durch ihr Auftreten von anderen Charakteren ab. Durch ihr unfassbar junges Alter - erst 15- und die Tatsachen, dass sie trotzdem eine Reife ausstrahlen und eine sehr große Lebenserfahrung an den Tag legen, erscheinen diese Fakten deshalb auch zunächst sehr unrealistisch, was sich dann aber im Laufe des Buches legt. Die Zeiten haben sich geändert, genauso wie die Regierung. Genau aus diesem Grund ist das Handeln ihrerseits meistens auch relativ nachvollziehbar. Auch wenn ich einige Dinge mit einem Schmunzeln hinnehmen musste.
Allerdings denke ich, dass sich hier die Geister scheiden. Wo der eine der Meinung ist, dass ein 15 Jähriger niemals in der Lage wäre einen 30 Jahre alten ausgebildeten Elitesoldat der Regierung zu besiegen, würde manch anderer behaupten, dass dies durchaus realistisch erscheint, wenn der Junge eine harte Kindheit hatte und genügend Zeit hatte sich an seine Umgebung anzupassen.
Und auch wenn ich diese Tatsachen eher mit einem Lächeln quittiert habe, akzeptiere ich diese einfach so wie sie nun mal sind. Logik und Realität mal außen vor gelassen - Legend ist schließlich kein Realitätsroman sondern eine Dystopie.
Was mich allerdings am meisten fasziniert hat, war die Tatsache wie originell Marie Lu die Wahrnehmung von Day und June umgesetzt hat.
Beide Charaktere sind in der Lage selbst die minimalsten Details in ihrer Umgebung zu entdecken und sich einzuprägen. Dieses TALENT entwickelt sich ebenfalls im Laufe des Buches und lässt den Leser öfters einmal Luft holen.

Neben den üblichen Nebencharakteren, die die üblichen Charaktereigenschaften an den Tag legen, hat Marie Lu aber noch eine Atmosphäre in ihrem Buch geschaffen die konstant erhalten bleibt.
Durch verschiedene Ereignisse - sei es Mord, Totschlag, oder gar ein Skiz Kampf. Man hält fast immer die Luft an und wartet, was als nächstes passiert.
Durch diese Kleinigkeiten wird eine dauerhafte Spannung erzeugt, die bis zum Schluss erhalten bleibt.
Schlussendlich musste ich mir auch die ein oder andere Träne verkneifen. Durch die Raffiniertheit der Story kann man nie vorraussagen, was als nächstes passiert. Das sorgt dafür, dass die Schock Momente umso heftiger sind und den Leser mitreißen.
Über die Handlung an sich möchte ich an dieser Stelle auch nicht unbedingt mehr erzählen als nötig, da das Buch aus 2 Perspektiven erzählt wird und somit einige Spoiler unausweichlich sind.

Legend ist ein Buch, dass man auf jeden Fall gelesen haben muss.
Ich würde zwar nicht sagen, dass es mein persönliches Lesehighlight des Jahres war, aber ich denke auch, dass weniger als 5 Sterne nicht angebracht wären, da die Umsetzung der Story hierfür viel zu gut ist. Legend ist vielleicht nicht unbedingt LEGENDÄR, aber dennoch sehr sehr gut.
Ein richtig gutes Buch, dass fast allen Erwartungen gerecht wurde.

Wertung
5/5

#17 RE: Rezensionen von Livvy 06.11.2012 10:55

June ist das Wunderkind der Republik. Denn in dem großen Test, der den weiteren Lebensweg jeden Bewohners bestimmt, hat sie die volle Punktzahl erreicht.
Als ihr Bruder Metias umgebracht wird, erhält June ihren vorläufigen Abschluss und macht offiziell Jagd auf den Mörder, der offenbar der meistgesuchte Verbrecher der Republik ist: Day – ein Junge, den niemand wirklich zu Gesicht bekommen hat und der trotzdessen der Republik immer wieder Ärger beschert. Doch als sich June an die Fersen von Day heftet, stößt sie auf Ungereimtheiten, die die Republik und ihr ganzes Leben in Frage stellt. Und Day scheint auch kein durchtriebener Schwerverbrecher zu sein ….

Mit June & Day wird ein weiteres Paar in den Charakter-Buchring geworfen. Und wie in den Dystopien üblich ist, liegen zwischen den beiden Welten, die scheinbar unüberwindbar sind.
Die 15-jährige June wächst bei ihrem Bruder Metias aus. Als Metias stirbt sinnt das Ausnahmetalent auf Rache, schwört, dass das Leben des Mörders – Days Leben – ihr gehört.
Sie ist ehrgeizig, geschickt, intelligent, gerissen – kriegt aber nicht gern gesagt, was sie tun oder lassen soll – ist aber ihrem Land, der Republik treu ergeben.

„Ich werde dich finden. Ich werde die Straßen von Los Angeles nach dir durchkämmen. Jede Straße der Republik, wenn es sein muss. Ich werde dich in die Irre führen und überlisten, ich werde lügen, betrügen und stehlen, um dich zu finden, dich aus deinem Versteck locken und dich jagen, bis es keinen Ort mehr gibt, an den du fliehen kann. Das verspreche ich dir: Dein Leben gehört mir.“ S. 63 June

Day hingegen ist ein 15-Jähriger, der mehr oder weniger, zufällig zu seinem jetzigen Leben gekommen ist. Am liebsten würde er wieder zu seiner Familie zurückkehren, die ihn für tot hält. Doch das würde sie in Gefahr bringen und er begnügt sich damit seine Mutter und seine beiden Brüder sehnsuchtsvoll aus der Ferne zu beobachten. Genau mit so einer Szene beginnt das Buch und man schließt als weiblicher Leser Day sofort ins Herz. Diese Fürsorglichkeit zieht sich durch die komplette Geschichte und ist Days Antriebskraft.
Mit June als personifiziertes Gegenteil hatte es um einiges schwerer sich in mein Leserherz zu kämpfen, weil sie blind der Republik gehorcht und es lange dauert bis sie endlich eigenständig Entscheidungen trifft. Zwar ist sie in dieser Welt ausgewachsen, doch ich hätte mir von ihr mehr Stärke gewünscht, schon früher aus dieser wieder auszubrechen, da sie das „Wunderkind“ ist und ich so mehr von ihr als Charakter erwarte.

„Jeder Tag bedeutet vierundzwanzig neue Stunden. Jeder Tag bedeutet, dass alles möglich ist. Man lebt dem Moment oder man stirbt darin, aber man lebt sein Leben einen Tag nach dem anderen.“ Er sieht zur offenen Tür des Waggons, wo dunkler Regen die Welt verschleiert. „Und man versucht immer, auf die Sonnenseite zu gelangen. Ins Licht.“ S. 363 Day

Obwohl das Cover im schlichten Weiß gehalten ist mit einem goldenen Symbole – dessen Bedeutung noch nicht klar ist – im Mittelpunkt, kann man schlecht daran vorbeilaufen, weil es eben einfach gehalten ist und das Weiß sofort heraussticht.
Marie Lu hat mit ihrem Debüt eine solide, gut strukturierende Geschichte geschaffen, die sich zunächst ein wenig in die Länge zieht (da im Klappentext schon viel verraten wird), dann aber durch einige Überraschungen Fahrt auf nimmt, wobei sie mit ihren Charakteren nicht zimperlich umgeht. Dabei verfolgt ihr die Geschichte immer abwechselnd aus der Sicht von June oder Day.
Der Schreibstil ist klar, unbekannte Begriffe werden schnell und stilistisch super erklärt, damit sich der Leser schnell in der Welt zurechtfindet. Nur bei ein paar Themen hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, um ein besseres Bild der Welt zu bekommen. Allerdings bin ich guter Dinge, das diese in den Folgebänden behandelt werden.
Für June & Day gibt’s 3,5 Punkte, weil der Plot gut ist, aber sich die Autorin Marie Lu in Sachen Schreibstil und Schreibtechnik noch mehr steigern kann und auch hoffentlich wird.

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