#1 Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von merlin78 11.09.2012 17:42

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Wenn aus Freundschaft Liebe wird?

1996 - Josh ist schon lange in Emma verliebt, seine beste Freundin. Die beiden sind nicht nur Nachbarn, sondern auch seit Kindertagen eng befreundet. Allerdings kann sich Emma so gar nicht an den Gedanken, in Josh mehr als ihren besten Freund zu sehen, gewöhnen und stößt diesen von sich.

Als Emma sechs Monate später durch einen Zufall ihre erste CD-Rom auf dem Computer installiert, hat sie Zugriff auf ihr Facebook-Profil im Jahr 2011, also 15 Jahre in der Zukunft. Doch Emma gefällt es gar nicht, was sie dort sieht. Sie ist unglücklich, ihr Mann ist seit drei Tagen verschwunden und sie ist arbeitslos. Und was noch schlimmer ist, Josh ist mit dem begehrtesten Mädchen der Highschool verheiratet.

Josh versucht seinen Fehler wieder gut zu machen und bleibt mit dem nötigen Abstand Emmas Freund. Dennoch fällt es ihm schwer, Emma nicht seine wahren Gefühle zu offenbaren, da er Angst vor Verletzungen und Demütigungen hat. Emma selbst ist ein wenig verkorkst, da sie nicht an die große Liebe glaubt. Sie genießt ihr Zusammensein mit einem Jungen, ohne ihm wirklich nah zu sein und stößt ihn lieber von sich, wenn es zu ernst werden könnte. Kein Junge könnte sie wirklich verstehen, denn seit der Scheidung ihrer Eltern weiß Emma, dass Liebe nur ein Wort ist, das nichts beinhaltet.

Schon das Cover ist ein richtiger Blickfang. Bunt, lustig und mit viel Gefühl. Genau das haben die Autoren mit dem Buch ausgedrückt und damit eine wunderbare Jugendgeschichte geschrieben. Die beiden Hauptprotagonisten sind durch die wechselnde Erzählperspektiven glaubhaft und lebendig beschrieben. Ihre Reaktionen und Handlungen sind zu jeder Zeit nachvollziehbar und realistisch. Auch die Nebencharaktere, die ebenfalls genügend Platz in der Erzählung einnehmen, werden sehr bildlich und mit vielen Sympathien beschrieben.

Durch kurze Kapitel und eine leichte Erzählweise ist dieses Buch genau richtig für Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene. Es spricht von der ersten großen Liebe und ihre Sorgen und Ängste. Das Buch beinhaltet keinerlei Obszönitäten oder intime Details, es ist eine erfrischende Lektüre, die den Leser ergreift und sich gleich ins Herz spielt.

Seit dem Roman "Tote Mädchen lügen nicht" ist der amerikanische Autor Jay Asher in Deutschland bekannt. Zusammen mit der New Yorker Schriftstellerin Carolyn Mackler ist ihnen mit "Wir beide, irgendwann" das erste gemeinsame Werk gelungen.

Fazit:
Mit zwei überaus sympathischen Charakteren ist es den beiden Autoren gelungen, eine spritzige und seichte Liebesgeschichte zu schreiben, die bewegt, amüsiert und sich leicht und flüssig liest.

#2 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von Yvonnes Lesewelt 11.09.2012 20:16

Einerseits fand ich es sehr fesselnd mal wieder in die 90er Jahre gezogen zu werden und mich an Zeiten zu erinnern, in denen man nicht telefonieren konnte wenn man im Internet war. Der Schreibstil der beiden Autoren ist flüssig, aber insgesamt fehlte mir die gewisse Würze.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Emma und Josh erzählt. Beide sind absolute Durchschnittsteenager, was in meinen Augen der Geschichte ein wenig zum Verhängnis wird. Die beiden bekommen über Emmas Computer und Facebook Einblicke in ihre Zukunft. Emma will diese Zukunft so nicht hinnehmen und versucht durch Veränderungen in ihrem jetzigen Leben Veränderungen an ihrer Zukunft vornehmen. Das gelingt ihr auch, wenn auch nicht immer so wie beabsichtigt. Daneben passiert allerdings nicht viel. Die beiden schlagen sich mit den typischen Teenager-Problemen herum, die hier leider eher etwas langweilig sind. Erst als neben Josh auch Emma anfängt darüber nachzudenken, dass es vielleicht doch wichtig ist, um Hier und Jetzt so zu leben, dass man glücklich ist bekommt das Buch etwas Tiefgang, da waren es aber auch nur noch ein paar Seiten zu lesen.

Unglaubwürdig fand ich, dass Emma und Josh nicht alle Freunde, die ihnen einfielen komplett auf Facebook gesucht haben. Bei Josh hat das einen Grund, der nachvollziehbar ist. Aber Emma wirkt nicht wie ein Mädchen, das so gar nicht neugierig ist. Ich glaube, wenn jemand wirklich plötzlich Zugriff auf Daten aus der Zukunft hätte, dann wären nur die Allerwenigsten in der Lage sich zu bezähmen und nicht bei sämtlichen Freunden und Verwandten zu schauen.


Da es mir nicht scheint, als ob dies ein Fortsetzungsroman ist wäre ein Epilog schön gewesen, bei dem aufgedeckt wird, was die verschiedenen Personen tatsächlich in 15 Jahren machen. So wird der Leser auf der letzten Seite ein bisschen im Regen stehen gelassen und weiß nicht, wie es mit den Figuren weitergeht.

Fazit aus dieser Geschichte ist für mich, dass ich froh bin, dass wir unsere Zukunft nicht kennen. Wie belastend es wäre, wenn man wüsste, was noch alles passiert wird hier an der Geschichte um Emma sehr gut herausgearbeitet.

Die Idee hätte 5 Federn verdient, aber die Umsetzung meiner Ansicht nach eher nur 2. Von mir also 3 Federn für ein Buch, welches sich ganz gut lesen lässt, aber dem es ein bisschen an Spannung mangelte.

#3 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von Gronik 01.10.2012 14:07

1996 – die 16jährige Emma bekommt ihren ersten Computer. Mit einer CD Rom von AOL richtet sie sich ihr erstes Benutzerkonto ein. Doch sie kommt zufällig auf eine merkwürdige Internetseite. Oben steht ein ihr unbekanntes Logo namens facebook und mitten auf der Seite mit den vielen Bildchen und komischen kurzen Nachrichten entdeckt sie das Profil einer Frau, die aussieht wie eine ältere Version von ihr selbst. Und diese Frau heißt auch Emma und hat am selben Tag Geburtstag. Obwohl ihr (eigentlich) bester Freund Josh die Sache anfangs für einen Witz hält, ist Emma schnell davon überzeugt, dass diese Seite tatsächlich ihre Zukunft zeigt – und die scheint leider eher unglücklich zu sein. Kann man daran noch etwas ändern? Darf man in Ereignisse eingreifen, die noch gar nicht geschehen sind?

Emma und Josh sind da sehr unterschiedlicher Meinung und genau diese Diskussion ist auch eins der Hauptthemen im Buch. Was würde man tun, wenn man einen Blick in die Zukunft werfen könnte? Wie beeinflussen kleinste Entscheidungen heute unser späteres Leben?

Anhand von Emma, die alles tut, um ihr vermeintliches späteres Unglück abzuwenden, auf der einen Seite, und Josh auf der anderen, der seine recht positiv aussehende Zukunft unbedingt genauso erreichen will, wird die Geschichte in immer abwechselnder Perspektive der beiden erzählt und ist dabei äußerst unterhaltsam.

Nebenbei geht es ausgiebig um das Leben der beiden in der Gegenwart, denn obwohl sie seit ihrer Kindheit allerbeste Freunde waren, hat sich ihr Verhältnis nach einem Annäherungsversuch von Josh, den Emma brüsk zurückgewiesen hat, doch schwer abgekühlt. Ob sie wohl merken werden, dass es gar nichts bringt, die Zukunft zu beeinflussen, wenn schon in der Gegenwart etwas nicht stimmt?

Schmunzeln musste ich über die Reise in die „Vergangenheit“ zu den Anfängen von Heim-PCs und Internet – damals, als 100 Freistunden als Starterpaket von AOL noch ein Riesen-Anreiz waren und man sich für Internet oder Telefon entscheiden musste, weil die meisten nur eine Leitung hatten und Downloads nicht in Sekundenschnelle erfolgten, sondern der Balken in Stunden angezeigt wurde – kann man sich kaum noch vorstellen und doch ist das ja noch nicht wirklich lange her. Da fragt man sich doch gespannt, wo unsere Technik wohl in weiteren 15 Jahren stehen wird!

#4 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von TintenherzFan1 14.11.2012 16:35

Die Idee

Ich denke, dass jeder von euch mittlerweile von dem Buch gehört hat. Nach dem großen Erfolg von "Tote Mädchen lügen nicht" (das Buch wird übrigens mit Selena Gomez in der Hauptrolle verfilmt) kommt jetzt ein neues Buch von Jay Asher, dass er allerdings dieses Mal mit Unterstützung von Carolyn Mackler geschrieben hat und ganz anders ist, als Jay Ashers Erstlingswerk. Es ist eine schöne und vor allen Dingen sehr kreative Liebesgeschichte, die selbst mich, als Jungen vollkommen überzeugt hat. Ich habe als Erstes von dem Buch gelesen, als die Verlagsvorschau vom cbt-Verlag rausgekommen war. Da war mein erster Gedanke: "Was? „Wir beide irgendwann"-kitschiger ging's wohl nicht und was soll denn bitte das Cover?" Dann habe ich aber so viel positives von dem Buch gehört (Das Video von Kossi hat mich dann überzeugt), aber irgendwann kam dann auch der Gedanke: "Hallo! Das ist ein Buch von Jay Asher! Das kann nur gut werden!"
Tja, und dann habe ich es gelesen und ich muss wirklich sagen, dass ich abgetaucht bin. Ich fand das Buch und die ganzen Ideen, die in dem Buch stecken einfach nur genial und habe mich die ganze Zeit gefreut, dass ich dieses Buch lesen darf.

Das Cover

Sagen wir es Mal so: Eigentlich i ich nicht die Zielgruppe. Es hat mich Mal wieder sehr aufgeregt, dass das Cover, wie so oft sehr Mädchenorientiert ist. Klar, das ist eine Liebesgeschichte, aber so werden Jungs gleich abgeschreckt. Dabei steckt in dem Buch doch viel, viel mehr. Aber ansonsten sehr nett gemacht und ich kenne viele, die begeistert von dem Cover sind.

Die Charaktere

Ich liebe sie alle. Von Anfang an hatte ich das Gefühl mit in der Clique von Josh und Emma zu sein. Ich konnte mich gut in alle Beteiligten hineinfühlen, nicht zuletzt, weil das Buch aus zwei Sichten geschrieben wurde.

Der Schreibstil
Der Schreibstil ist mir auch schon bei „Tote Mädchen lügen nicht“ sehr positiv aufgefallen, ich weiß zwar nicht, wie Jay Asher und Carolyn Mackler ihre Arbeit aufgeteilt haben, aber ich konnte (jedenfalls beim Lesen (ich habe nicht besonders darauf geachtet)) keine Veränderung der Schreibstile feststellen.

Fazit

Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen, besonders die Verbindung von Internet mit unserer Welt.
Ein Meisterwerk, das ich nur empfehlen kann.

5 von 5 Sternen

http://jugendbuch-blog.blogspot.de/

#5 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von Vi 14.11.2012 17:00

Hi,

Zitat
Der Schreibstil ist mir auch schon bei „Tote Mädchen lügen nicht“ sehr positiv aufgefallen, ich weiß zwar nicht, wie Jay Asher und Carolyn Mackler ihre Arbeit aufgeteilt haben, aber ich konnte (jedenfalls beim Lesen (ich habe nicht besonders darauf geachtet)) keine Veränderung der Schreibstile feststellen.


wie genau ist der Schreibstil denn? Kannst du das ein bisschen genauer erläutern? Bin neugierig geworden.

Beste Grüße
Vi

#6 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von Kate88 22.11.2012 17:02

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Im Jahre 1996 bekommt Emma ihren ersten Computer von ihrem Vater. Zufällig stoßt sie im Internet auf eine Seite namens Facebook und entdeckt sich selber - in fünfzehn Jahren. Doch leider sieht ihre Zukunft alles andere als rosig aus. Unglücklich verheiratet und dazu ohne Job. Bei Josh, ihrem besten Freund, weht da schon ein ganz anderer Wind. Er ist verheiratet mit dem meist begehrtesten Mädchen der Schule. Während Josh freudig seiner Zukunft in gegen sieht, setzt Emma alles daran ihre Zukunft zu verändern. Doch der kleinste Schritt in der Gegenwart kann enorme Auswirkungen in der Zukunft haben und ob die Folgen immer positiv sind, ist mehr als fraglich..

Als ich das erste Mal von diesem Buch gehört habe, war mir eigentlich schon klar, dass ich es unbedingt lesen muss und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Idee hinter dem Buch ist wirklich sehr amüsant und verdammt gut gemacht. Facebook als Sprachrohr der Zukunft zu benutzen hat schon etwas leicht ironisches und einen wirklich sehr hohen Unterhaltungswert in meinen Augen. Dass selbst das kleinste Ereignis in der Gegenwart eine enorme Auswirkung auf die Zukunft hat, müsste eigentlich jedem klar sein. Dennoch zeigt Jay Asher dies hier auf eine einfache und klare Art und Weise. Aber die Kernaussage dieses Buches ist eine ganz einfache und wird am Ende wunderbar deutlich gemacht.

Die Geschichte wird in abwechselnden Kapitel aus der Sicht von Emma und Josh geschrieben. Durch die abwechselnden Erzählsicht bekommt man als Leser einen tollen und verständlichen Einblick in die Welt der beiden Hauptprotagonisten. Man kann ihre Denk- und Handlungsweise vollkommen verstehen und nachempfinden, man leidet und fiebert mit ihnen. Sie sind beide Sympathieträger, denen man sich nur schwer entziehen kann.

Auch ist der Schreibstil von Jay Asher klar und einfach und passt wie die Faust aufs Auge zu dem Buch und trägt sehr zum Lesegenuss des Buches bei.

Das Ende ist vielleicht nicht ganz das Ende was ich mir gewünscht hätte bzw. hätte ich mir vielleicht ein wenig mehr gewünscht, aber trotzdem ist es ein mehr als zufriedenstellender Schluss, der keine Fragen mehr offen lässt.

Fazit:

Ein witziges, spritziges Buch über Zukunft, Gegenwart, Freundschaft und Liebe, verpackt in eine sehr moderne Zukunftsversion, die der mehr oder weniger der heutigen Realität entspricht. Ich wurde mehr als nur gut unterhalten und hatte ein paar tolle Lesestunden.

#7 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von Venu 26.11.2012 18:30

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Inhalt:
Es ist Mai 1996 und die sechzehnjährige Emma bekommt ihren ersten Computer geschenkt. Mithilfe ihres besten Freunds Josh loggt sie sich ein und gelangt zufällig auf ihre eigene Facebook – Seite – 15 Jahre später! Geschockt stellt sie fest, dass sie mit 31 Jahren arbeitslos und unglücklich verheiratet sein wird. Josh hingegen, alles andere als ein Frauenheld (der erst kürzlich von Emma einen Korb bekommen hat), wird das hübscheste Mädchen der ganzen Schule heiraten und zudem seinen Traumjob ergattern. Emma ist jedoch nicht gewillt, sehenden Auges in ihr Unglück zu laufen. Um das Zusammentreffen mit dem Jungen zu verhindern, der sie später mal unglücklich machen wird, beginnt sie, bewusste Änderungen in der Gegenwart herbeizuführen. Doch der Versuch, in ihr Schicksal einzugreifen und dadurch ihr künftiges Facebook – Profil zu verändern, setzt eine fatale Kettenreaktion in Gang…

Meine Meinung:

"Wir beide, irgendwann" wird abwechselnd zwischen Emma und Joshs Sicht geschrieben. Emma, die alles versucht um ihre Zukunft zu retten und Josh, der alles daransetzt seine Zukunft aufrecht zu erhalten. Werden die beiden am Ende zufrieden sein können?
Emma und Josh waren mir von Anfang an sympathisch, dennoch muss ich gestehen, dass mir Joshs Sicht besser gefiel. Emma war mir an vielen Stellen zu egoistisch, Josh hingegen ist durch und durch ein guter Mensch, für den seine Freunde sehr viel bedeuten. Auch wenn Josh aus strengem Elternhaus kommt ist er locker und humorvoll.
Emma hatte für mich während des Lesens immer zwei verschiedene Arten. Zum einen war sie die gute Freundin, zum Anderen achtet sie nicht darauf wessen Zukunft sie durch ihr Eingreifen noch verändert.
Der Schreibstil ist einfach nur fantastisch. Ich habe überhaupt nicht gemerkt, dass hier zwei Autoren am Werk waren. Das Lesen war flüssig und es gab nur sehr wenige Stellen, an denen mir Spannung fehlte. Insgesamt ist "Irgendwann, wir beide" kein Actiongeladenes Buch, sonder ein eher ruhiges, humorvolles und emotionales. Da es ein Jugendbuch ist, ist die Sprache sehr einfach gehalten und es kommen nur selten längere Sätze vor.
Besonders toll fand ich, dass darauf geachtet wurde, dass sich Emma und Josh im Jahre 1996 befinden. Da gibt es nun mal nur selten Handys und die Jungs in Joshs Alter skaten gerne. Auch Musiktitel, die vorkamen, waren gut gewählt und passten super in die Geschichte.
Ich habe mich in diese Geschichte verliebt und werde sie auf jeden Fall meinen Facebook-freunden empfehlen :)

Fazit:
Ein riesengroßes "Gefällt mir" für dieses Buch.

#8 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von river 28.01.2013 16:22

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Inhalt:
1996: Emma hat gerade erst ihren ersten Computer mit Internetanschluss bekommen. Als sie zum ersten mal online ist, öffnet sich eine Seite, von der sie noch nie gehört hat, facebook. Sie loggt sich ein und kann einen Blick in die Zukunft werfen. Wen wird sie heiraten, wo wird sie leben, wie läuft ihre Karriere? All diese Fragen kann sie sich beantworten, doch was sie sieht, macht sie nicht gerade glücklich. Zusammen mit ihrem besten Freund Josh, der anscheinend eine tolle Zukunft haben wird, erkennt Emma, wie leicht sich die Zukunft beeinflussen lässt und dass die Gegenwart manchmal doch das Wichtigste ist...

Meine Meinung:
Ich hatte, um ehrlich zu sein, etwas mehr von diesem Buch erwartet. Die Inhaltangabe hat echt Lust auf mehr gemacht und das Cover sowieso, ich dachte wirklich, dass sich dahinter eine geniale Geschichte verbirgt. Und schlecht war das Buch auch wirklich nicht, es hat mich nur einfach nicht so sehr mitgerissen, wie ich gedacht hätte.

Dabei ist die Idee so super: Zwei Jugendliche können mit Hilfe von facebook einen Blick in ihre Zukunft werfen und versuchen deshalb, ihre Gegenwart dementsprechend zu gestalten. Es ist auch sehr schön umgesetzt, alle paar Kapitel loggt sich Emma ein und man kann sich die Posts ihres zukünftigen Ich durchlesen. Das war also echt ein Pluspunkt.
Aber irgendwie konnte ich mich nicht so 100-prozentig mit den Figuren anfreunden. Josh war ja noch ganz sympathisch, und Emma war auch ziemlich nett, aber so richtig konnte ich nicht mit ihnen mitfühlen. Vielleicht lag das aber auch an dem Schreibstil. Der war zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich was besonderes.
Trotzdem hat es ziemlich viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen, einfach weil es so leicht war mit den kurzen Kapiteln und der so leicht zu verstehenden Geschichte. Und, wie schon gesagt, schlecht war das Buch ja allemale nicht, meine Erwartung war einfach viel zu hoch.

Mein Fazit:
"Wir beide, irgendwann" ist ein tolles Buch für zwischendurch, das mir durchaus gefallen hat und einem zeigt, dass man nicht unbedingt zu viele Gedanken an die Zukunft verschwenden sollte. Umgehauen hat mich das Buch zwar nicht, ich kann es aber trotzdem empfehlen.

#9 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von Lesefee86 05.03.2013 18:24

Persönliche Zusammenfassung:
Es ist 1996.
Josh und Emma sind nebeneinander aufgewachsen und schon seit Kindertagen beste Freunde – bis letzten Herbst. Da hat sich Josh einen Schritt zu weit gewagt, wollte Emma zeigen, wie sehr er sie mag und hat damit ungewollt diese innige Freundschaft beendet. Nun verbindet die beiden kaum noch etwas.
Als Emma aber ihren ersten PC geschenkt bekommt, entdeckt sie Facebook – das es noch gar nicht gibt. Sie kann auf ihre Seite schauen und erfährt, was sie in 15 Jahren macht und es gefällt ihr gar nicht. Um nicht als verrückt da zu stehen, weiht sie Josh ein und gemeinsam klicken sie sich durch ihre Zukunft. Emma aber ist klar, so will sie in Zukunft nicht leben und jede kleine Veränderung im Heute hat Auswirkungen auf die Zukunft. Sie macht sich daran ihre Zukunft komplett zu ändern, bedroht damit aber auch Joshs…

Rezension/Meinung:
In den Anfang von „Wir beide, irgendwann“ muss man sich erst einmal reindenken, denn vor sechzehn Jahren war so einiges anders.
Das Problem liegt nicht einmal darin, sich daran zu erinnern, dass es keine PC’s gab, sondern, das Facebook zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein Gedanke war.
Es gibt in diesem Buch immer wieder Details zu entdecken, die Erinnerungen hervorrufen, wie die guten alten Kassetten etc.

Die Hauptgeschichte aber dreht sich um die Zukunft von Josh und Emma. Die ehemals besten Freunde finden durch den scheinbaren „Computervirus“ langsam wieder zueinander. Gemeinsam schauen sie in ihre Zukunft und beeinflussen damit ihren Werdegang.
Was mysteriös und übersinnlich anmutet, steckt aber so voller Fantasy und doch auch Wahrheiten, dass man diesen Gedanken der Unmöglichkeit schnell wieder verwirft.

Neben der Zukunft, spielt die Geschichte in einem klaren Rahmen. Es geht um eine Clique Jugendlicher, die neben Schule und Leben auch noch die große Frage der Liebe zu beantworten haben: Emma ist unglücklich vergeben, schafft es aber nicht Schluss zu machen, Josh dagegen findet seine Liebe in einem Mädchen, dass ihn bis dahin niemals angeschaut hat und ihre beiden besten Freunde, können einfach nicht ohneeinander.
All das klingt vertraut und ist auf jedem Schulhof zu erblicken. Die Freundschaft droht aber zu zerbrechen, als Emma versucht ihre Zukunft zu verändern und damit das Risiko eingeht, das Joshs Zukunft sich ebenfalls anders entwickelt.
Abwechselnd erzählen die beiden von ihren Erlebnissen und Gedanken. Aus beiden Blickwinkeln, kann man die Freundschaft der beiden erkennen und was zu dem Bruch geführt hat.

Jay Asher und Carolyn Mackler haben ein gefühlvolles Buch geschrieben, dass aus einer Freundschaft eine gemeinsame Achterbahnfahrt macht, denn es ist gespickt voller Höhen und Tiefen, Mut, Trauer, Angst und Freude.
Der Schreibstil ist flüssig und in einer dezenten Jugendsprache gehalten, ohne großartige Ausbrüche. Man fliegt durch die Geschichte, die zu Beginn in Teilen etwas undurchsichtig wirkt, aber genau mit dem Ende aufwartet, dass man erhofft und erwartet.

Was mich persönlich noch gefreut hätte (das verrät nichts über das Ende), wäre ein abschließender Blick auf Facebook und wie es dann wirklich in diesen 15 Jahren aussehen würde.
Trotzdem eine gelungene Geschichte, die wieder einmal zeigt wie verbunden man doch ist, auch wenn man mit aller Macht versucht das gemeinsame Band bis zum reißen zu dehnen.
Mit vielen Anekdoten aus der Vergangenheit und dem erweckten Wunsch doch einmal einen kurzen Blick in die Zukunft werfen zu können.
Auch wenn ich selbst etwas skeptisch war, was dieses Buch betrifft, da ich „Tote Mädchen lügen nicht“ einfach toll fand, und dies ein komplett anderes Genre ist, konnte man viele Elemente von Jay Asher wieder entdecken und die Treue an seinem Schreibstil erkennen.
Daher gibt es eine klare Empfehlung.

#10 RE: Wir beide, irgendwann - Jay Asher / Carolyn Mackler von Chianti 06.03.2013 13:44

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Als Emma Nelson von ihrem Vater einen neuen Computer geschenkt bekommt, gibt ihr Josh Templeton, ihr ehemals bester Freund eine CD-ROM, die AOL enthält. Doch als Emma AOL installiert und sich anmeldet, erscheint auf dem Bildschirm eine Internetseite mit dem Namen "Facebook". Emma und Josh sind ratlos. Keiner von ihnen hat jemals von Facebook gehört und als sie das Profil von Emma in 15 Jahren finden, denken sie an einen Scherz. Doch umso mehr sie sich mit Facebook beschäftigen, desto klarer wird ihnen, dass Facebook wirklich existiert und zeigt wie es in 15 Jahren aussieht. Josh ist begeistert von seiner Zukunft, er wird glücklich verheiratet sein und einen guten Job haben, während Emma nicht gerade rosige Zukunftsaussichten hat und fängt an mit kleinen Taten in der Gegenwart ihre Zukunft zu beeinflussen...

Mir hat das Buch sehr sehr gut gefallen und hat mich zum Nachdenken gebracht.
"Seit wir Facebook kennen, ... bemerken wir jedes Mal gewisse Veränderungen, wenn wir und wieder einloggen. Diese Veränderungen werden anscheinend durch tausend winzige Details hervorgerufen, die im Verlauf einen Tages geschehen. Und nun überleg mal, wie aufregend es wäre, wenn wir die Folge eines einzigen Details feststellen können." (S. 247)
Ich fand es sehr spannend, dass sich jede Handlung auf die Zukunft ausgewirkt hat und die Zukunft nicht in Stein gemeißelt war und Emma und Josh sie verändern konnten.

Mir waren die beiden Hauptpersonen sehr symphatisch. Josh und Emma sind zusammen aufgewachsen und sind seit je her beste Freunde, bis Josh sich in Emma verliebt hat und von ihr abgewiesen wurde. Doch durch Facebook nähern sie sich wieder an und man merkte wie eng ihre Beziehung immernoch ist.
Das Buch ist abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Emma und Josh erzählt, was für mich anfangs sehr verwirrend war, eben weil beide aus ihrer Ich-Persprektive erzählen. Aber ich konnte mich erstaunlicherweise schnell dran gewöhnen, sodass ich später überhaupt keine Probleme mehr hatte die beiden auseinander zu halten. Vielleicht auch, weil man die Gedanken von Josh und Emma kennenlernt, was mir das Gefühl gab, die beiden wirklich kennenzulernen, weil sie sehr real dargestellt wurden. Auch die Nebenpersonen wie Kellan und Tyson, die besten Freunde von Emma und Josh wurden liebevoll gestaltet.
Ich konnte die Entscheidungen von Emma verstehen, die sie dazu bewogen haben ihre Zukunft zu verändern, aber auch Josh konnte ich nachvollziehen. Er war im Gegensatz zu Emma ja mit seiner Zukunft mehr als einverstanden und hat schnell realisiert, dass jede kleine Handlung alles verändern könnte und hat nicht wie Emma ohne groß zu überlegen gehandelt. Das waren zwei kleine Gegensätze, die mehr als unterhaltend waren :)

Mich haben die Reaktionen der beiden auf Facebook mehrmals schmunzeln lassen, so fragen sich Emma und Josh beispielsweise wen es interessiert, dass man jetzt gerade Nudeln ist oder wie man mehr als 300 Freunde haben kann, denn so viele Freunde kann ja kein normaler Mensch haben.
Ich habe nur eine kleine Sache an dem Buch auszusetzen.. und zwar die fehlende Spannung. Die Geschichte plätschert irgendwie ganz nett dahin, aber einen wirklichen Höhepunkt, auf den alles hinläuft gibt es leider nicht. Doch selbst diese Tatsache macht das Buch nicht schlechter, denn die Geschichte ist neu, war noch nie da und hat mich einfach nur begeistert. Gerade in Zeiten, wo übernatürliche Wesen und Liebesgeschichten mit gut aussehenden, perfekten Typen wirkt dieses Buch herrlich erfrischend, denn hier geht es um nicht übernatürliches und die Personen sind wie du und ich - einfach normal.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen!
5 von 5 Sternen!

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