#1 Wie viel Leben passt in eine Tüte? (Donna Freitas) von Sarlascht 22.08.2012 07:45

Inhalt:
Die Mutter von Rose erliegt am 4. Juni ihrem langen Krebsleiden. Am Tag der Beerdigung findet sie eine Tüte im Kleiderschrank ihrer Mutter, die diese zusammengestellt hat – für ihre Tochter. So schnell öffnet Rose aber die Tüte nicht, sie braucht erst noch Zeit, bevor sie sich den Erinnerungen und Andenken ihrer Mutter stellen möchte. Sie legt sie einstweilen beiseite.
Einige Monate später findet sie den Mut, doch nachzusehen, was ihre Mutter ihr hinterlassen hat, wovon sie dachte, dass es in ihrem Leben hilfreich wäre. In diesem Survival Kit befinden sich die unterschiedlichsten Dinge: ein Abschiedsbrief, ein iPod mit persönlichen Liedern, Buntstifte, ein Kristallherz, ein Foto von Pfingstrosen, ein Papierstern und Papierdrache.
Dinge, die auf den ersten Blick nicht offenbaren, wie sie dem Mädchen über den Schmerz hinweg helfen sollen, doch langsam, ganz langsam entwickelt sich eine Geschichte, in der jedes Ding seinen eigenen und wichtigen Platz findet.

Meine Meinung:
Auf ganz einfühlsame Weise wird der Leser in die Geschichte geführt. Der Tod der Mutter, eigentlich die Beerdigung, steht ganz zu Anfang des Buches. Man spürt die Verwirrung, Trauer und das Gefühlschaos der einzelnen Familienmitglieder, natürlich bekommt man von Rose mehr mit, ist es doch auch sie, aus deren Sicht die Geschichte geschrieben ist.

Das Buch, die einzelnen Kapitel, sind auf ein Jahr aufgeteilt, so dass man durchlebt, wie Feiertage, Geburtstage, aber auch einfach wichtige Termine ohne die Mutter stattfinden. Der Vater ist meistens in seiner Trauer verloren, widmet sich dem Alkohol und vergisst darüber, die Verantwortung für seine Kinder zu übernehmen. Jim, der Bruder von Rose, ist auf den College, somit weit weg von der Familiensituation, die ganze Last liegt auf der Tochter, die beinahe daran zerbricht, ist doch auch ihre eigene Trauer wahnsinnig groß.

Ihr zur Seite steht einerseits ihre Freundinnen, besonders Krupa erweist sich als wichtiger Fels in der Brandung, andererseits gibt es aber auch noch den Nachbarsjungen Will. Er hat seinen Vater an den Krebs verloren, wird somit ein wichtiger Halt für Rose, versteht er doch ihre Gedanken und Gefühle. Langsam entwickelt sich zwischen den Beiden eine Beziehung, die man nur als besonders bezeichnen kann. Allerdings trägt Will selbst noch unendlich viel Trauer im Herzen, so dass sie sich nicht immer gegenseitig stützen können, sondern manchmal einfach Abstand voneinander brauchen.

Ich spürte meinen eigenen Körper nicht mehr – nicht, nachdem ich gesehen hatte, wie meine Mutter langsam verwelkt und gestorben war und damit für immer aus meinem Leben verschwand. Die letzten Bilder von ihr hatten mir gezeigt, dass der Körper auch eine Quelle der Verzweiflung und Schmerzen sein konnte, nicht nur der Freude. (Seite 64)

Das Buch ist so geschrieben, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Das Survival Kit, die Tüte, spielt natürlich eine zentrale Rolle. Auf die Gegenstände, wie sie Rose verwendet, ist das Hauptaugenmerk gelegt. Natürlich bringt es ihr ihre Mutter nicht mehr zurück, doch hilft es ihr dabei, die Situation langsam zu akzeptieren.
Gefühlvoll werden die einzelnen Szenen beschrieben, so dass man als Leser eine Gefühlsachterbahn durchmacht, wie man es selten hat.

Mir persönlich etwas zu dominant, war die Geschichte zwischen Rose und Will, es hat ein wenig das Survival Kit, den Tod der Mutter, überdeckt. Was allerdings der gewaltigen Gefühlsladung, der man während des Lesens ausgesetzt ist, letztlich keinen Abbruch tut. Nur ein bisschen weniger hätte von meiner Warte auch gereicht.

Fazit:
„Wie viel Leben passt in eine Tüte?“ nimmt den Leser auf eine Gefühlsachterbahn mit, bei der es keinen Ausgang gibt. Man verfällt der Geschichte und kann/will sich ihren Zauber irgendwann nicht mehr verwehren.

#2 RE: Wie viel Leben passt in eine Tüte? von Gronik 23.08.2012 10:29

Rose ist 16 als ihre Mutter an Krebs stirbt. Am Tag der Beerdigung findet sie im Kleiderschrank ihrer Mutter ein Päckchen für sich. Eins der berühmten Survival Kits, für die ihre Mutter bekannt war. Denn ihrer Mutter war offensichtlich klar, dass Rose Hilfe brauchen würde, mit ihrem Leben nach dem Tod der Mutter wieder zurechtzukommen. Doch vorerst fühlt sich Rose nicht einmal in der Lage, die Tüte zu öffnen. Erst Monate später beginnt sie, aus ihrer selbstgewählten Isolation Stück für Stück wieder herauszukommen und dem Leben neu zu begegnen.

Auf einfühlsame Art beschreibt die Autorin, wie sich Rose nach dem Tod ihrer Mutter von allem und jedem abkapselt. Sie erträgt es nicht mehr, Musik zu hören, sie geht nicht mehr zum Cheerleader-Training, eigentlich geht sie nirgendwo mehr hin, sie kann sich von ihrem Freund nicht mehr anfassen lassen - außer ihrer Trauer hat nichts mehr Platz in ihrem Leben.

Doch irgendwann fängt sie dann doch an, die Gegenstände aus dem Survival Kit näher zu untersuchen und sich ihre Gedanken dazu zu machen.

Dies führt nach und nach dazu, dass sie sich wieder öffnet und wieder am Leben teilnimmt. Insbesondere auch durch Will, einen Mitschüler, der schon seit langen bei der Gartenarbeit bei ihnen hilft, der vor einiger Zeit seinen Vater auch durch eine Krankheit verloren hat und zu dem Rose nach und nach eine tiefergehende Beziehung entwickelt.

Ganz überzeugen konnte mich das Buch aber trotzdem nicht, zu sehr versanken mir die Charaktere, allen voran Rose und ihr Vater, in ihrer Trauer und zu sehr wurde das von ihrem Umfeld akzeptiert. Alle wirken so verständnisvoll und unglaublich nett, dass es schon fast unglaubwürdig wirkt. Einzig die Oma bietet mit ihren sarkastischen Kommentaren eine erfreuliche Abwechslung in all der Trübsal.
Auch über die Mutter erfahren wir eher wenig, was ich schade fand, denn es muss sich um eine ganz besondere Frau gehandelt haben, über die ich gerne etwas mehr gelesen hätte.

Insgesamt ein hübscher emotionaler Jugendroman über ein Mädchen, das aus dem perfekten amerikanischen Highschool-Traum abrupt geweckt wird und erst lernen muss, sich das Leben nach einem Schicksalstraum wieder neu aufzubauen.

#3 RE: Wie viel Leben passt in eine Tüte? von RoccosMom 20.10.2012 17:21

„Wenn aus Trauer Hoffnung wird“

Rose ist verzweifelt, als ihre Mutter stirbt. Sie droht an dem schmerzlichen Verlust zu zerbrechen, als sie am Tag der Beerdigung eine Entdeckung macht. Ihre Mutter hat Rose eines ihrer berühmten Survival-Kits hinterlassen. Der Inhalt: ein iPod, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherzanhänger, Buntstifte, ein Papierstern und ein Papierdrache. Jeder Gegenstand hat eine besondere Bedeutung, der Rose dabei hilft die Trauer zu bewältigen und wieder zurück ins Leben zu finden.
Die Aufgaben, die die Mutter Rose durch ihr Survival-Kit gestellt hat, führen das Mädchen immer näher zum zurückhaltenden Will. Der Junge, der sich schon länger um den Garten der Familie kümmert und auf Roses Schule geht, mit dem sie aber noch nie ein Wort gewechselt hat, wird nach und nach zu einem guten Freund…

Als ich den Titel „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ zum ersten Mal hörte, konnte ich so gar nichts damit anfangen. Denn was hat eine Tüte mit Leben zu tun? Richtig. Erst mal nichts! Wer dieses besondere Buch jedoch gelesen hat, der weiß, dass es keinen besseren Titel hätte geben können. Denn alles beginnt mit einer Tüte. Einem Survival-Kit, das der Rettungsanker für Rose darstellt. Der Inhalt begleitet sie durch das komplette erste Jahr nach dem Tod der Mutter und nimmt sie mit auf eine Reise zum Leben. Ganz bewusst hat ihre Mutter die Gegenstände ausgewählt um Rose in der schwierigen ersten Zeit zu helfen. Sehr schön finde ich dabei, das man merkt, wie gut die Mutter ihre Tochter kannte und wusste welche Impulse sie setzten muss um ihr bei der Trauerarbeit zu helfen.

Das ganze Buch spielt im Zeitraum von genau einem Jahr und ist in Monaten aufgeteilt (von Juni-Juni). Jeder Monat beinhaltet dabei ein bis mehrere Kapitel, wobei jedes Kapitel als Überschrift einen Songnamen trägt, den man in der Playlist des iPods am Schluss des Buches wieder findet.
Rose erzählt die ganze Handlung aus der Ich-Perspektive, weswegen man anfangs nur am Rande mitbekommt wie sehr auch ihr Bruder leidet. Etwas mehr Gewicht wird da auf den Vater gelegt, der mit dem Tod seiner Frau nicht fertig wird und versucht seine Trauer in Alkohol zu ertränken.

Liebe und Trauer ist im ganzen Buch zu spüren. Dennoch konnte ich einfach nicht aufhören zu lesen. Immer wollte ich wissen wie es weiter geht und habe mit Rose und ihrer Familie gelitten. Die Autorin hat dieses schwierige Thema mit viel Fingerspitzengefühl aufbereitet und lässt die Thematik trotz der Tiefen leicht und voller Hoffnung wirken. Der Schreibstil ist kurzweilig und bewegend.

Sehr gut haben mir auch die Rückblicke aus dem Leben und den letzten Momenten der Mutter gefallen. Man erfährt nicht nur Details von der Mutter, sondern auch von Rose früheren Leben, das so gar nichts mit ihrem jetzigen zu tun hat, bis sie endlich zu begreifen und akzeptieren beginnt, dass die Trauer nie ganz verschwinden wird.

Selbst der Buchumschlag ist etwas Besonderes. Er besteht aus weißem, fast durchsichtigen, Pergamentpapier und erinnerte an eine ziemliche dicke, reißfeste Tüte. Die Buchstaben des Titels „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ sind ausgestanzt, so dass ein kräftiges Orange vom Buchdeckel durchscheint.
Selbst die einzelnen Seiten im Buch fühlen sich durch die gute Qualität einfach besser an.

Ich bin wirklich begeistert von „Wie viel Leben passt in eine Tüte“ und habe es nun schon etliche Male weiter empfohlen. Noch immer juckt es mir in den Fingern selbst ein Survival Kit zu basteln und zusammen mit dem Buch zu verschenken. Berührend, nachdenklich und absolut lesenswert!

#4 RE: Wie viel Leben passt in eine Tüte? von Venu 26.11.2012 18:35

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Inhalt:
Rosas ist ganz auf sich alleine gestellt, denn ihre Mutter ist an Krebs gestorben. Am Tag der Beerdigung weiß sie nicht mehr wohin und sperrt sich im Kleiderschrank ihrer Mutter ein. Das war ein Fehler. Die Kleider ihrer Mutter haben den altbekannten Duft und wühlen Rosas Gefühle erneut auf. Erinnerungen gehen ihr durch den Kopf. Und da erblickt sie zwischen all den Kleider ihrer Mutter, ihr persönliches Lieblingskleid. Sie hatte sich oft vorgestellt wie sie wohl in diesem Kleid aussehen würde. In dem Kleid, dass aussieht wie der Sternenhimmel. Bestimmt nicht so toll wie Mom, dachte Lena. Sie zog das Kleid an sich und plötzlich fiel ihr etwas entgegen. Eine unscheinbare braune Papiertüte, in der andere Mütter das Pausenbrot ihrer Kinder verstauen. Doch Roses Mutter verstaute in ihren Papiertüten -Survival-Kits- ganz andere Dinge.
Rose wusste, dass dieses Survival Kit ihr helfen sollte.
Im Survival Kit waren: Ein I-pod mit Liedern, ein Foto mit Pfingstrosen, ein Kristallherz, Buntstifte, ein Papierstern und ein Papierdrache.
Und all diese Dinge führten Rose zu Will. Will, der seinen Vater auch durch Krebs verloren hatte...

Cover:
Das Cover hat mich wirklich sprachlos gemacht. Das Buch ist mit einem matten Orange gebunden und der Buchumschlag besteht auf einem transparentem weiß. In den Buchumschlag ist der Titel "eingestampft*. Die Schrift passt perfekt zum Charakter von Rose: zerbrechlich und dünn. Durch den transparenten Umschlag erscheint das Buch leicht Rose und die Schrift scheint orange durch. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass mein Exemplar ein RE ist, aber im Internet sieht das Cover weiß und gelb aus.

Meine Meinung:
Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen und bin jetzt noch hin und weg. In die Geschichte habe ich auf Anhieb hinein gefunden und Rose war mir sofort sympathisch. Die Tatsache, dass das Buch direkt mit dem Tag der Beerdigung beginnt, finde ich sehr gelungen. So ist der Leser sofort angetan von Rosas Trauer und muss nicht noch den Tod der Mutter mit erleben, bevor die Geschichte richtig anfängt. Die Beschreibung des Todes erfolgt jedoch im Laufe des Buches recht am Ende und ich finde es toll, dass es dann doch beschrieben wurde.
Rose war vor dem Tod ihrer Mutter ein aufgewecktes Mädchen. Sie war mit dem süßesten Footballspieler zusammen und war im Cheerleader-Team die Beste. Doch nach dem Tod ändert sich alles. Die Beziehung zu ihrem Freund erscheint ihr falsch und auf Zärtlichkeiten reagiert sie abweisend. Musik will sie gar nicht mehr hören und Cheerleading ist ein absolutes Tabu für Rose geworden. Sie hat auch kau Zeit sich in ihre Trauer zu vergraben, denn ihr Vater neigt seit dem Tod seiner Frau zum Alkohol und kommt öfters sturzbetrunken nach Hause. Ihr etwas älterer Bruder Jim, studiert in einem anderen Staat und so muss Rose sich um alles kümmern. Kochen, Putzen, Wäsche und dann noch Schule. Doch dann lässt sie sich auf das Survival Kit ihrer Mutter ein und merkt wie sehr es ihr hilft. Sie interpretiert in jedes einzelne Gegenstand eine Bedeutung und versucht für ihre Mutter zu kämpfen. Sie sieht es quasi so, als müsse sie einfach versuchen weiterzuleben. Je mehr sie sich mit dem Survival Kit beschäftigt kommt sie Will näher. Will der Junge von gegenüber, der sich um den Garten kümmert. Von ihrem Freund trennt sich Rose und sie fängt wieder an zu leben. Immer wenn sie in Wills Nähe ist atmet sie wieder. Sie hat wieder Luft zum Atmen gefunden. Doch als sie Will am meisten braucht,verschwindet er...


Fazit:
Ich habe dieses Buch genossen und kann es wirklich jedem empfehlen. Jedem, der gerne gefühlvolle Romane liest und dabei mit den Tränen kämpft. Dieser Roman ist besonders für viele, die nicht sehr gut mit dem Tod umgehen können eine Hilfe. Er baut einen auf, gibt Kraft und Mut.
Dank Donna Freitas, bekam ich Einblick in die Geschichte von Rose, die mich so schnell nicht wieder loslässt.

#5 RE: Wie viel Leben passt in eine Tüte? von river 28.01.2013 16:24

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Inhalt:

"Wie verwundbar das Leben und die Liebe doch waren. Jederzeit, selbst in den Momenten größten Glücks, kann unsere Welt ohne Vorwarnung in Stücke zerbrechen." (S.325)

Rose ist erst 16, als ihre Mutter stirbt und sie in ein tiefes Loch aus Trauer und Ratlosigkeit fällt. Wie soll es nur für sie weitergehen? Ihr altes Leben als Freundin eines Mädchenschwarms und mit lauter Partys und Cheerleadertraining kommt ihr auf einmal völlig bedeutungslos vor und sie zieht sich zurück. Da entdeckt sie am Tag der Beerdigung ihrer Mutter ihr ganz persönliches Survival Kit, dass ihre Mutter für sie zusammengestellt hatte. Hinter jedem Gegenstand aus dem Kit steckt eine Aufgabe, und tatsächlich geht es Rose bald etwas besser, vor allem, weil jede Aufgabe sie auf wunderbare Weise zu Will führt. Doch als es ihr schon wieder besser geht, muss sie noch einem Schicksalsschlag standhalten und alle Trauer kommt wieder zurück. Ob Rose es schafft, noch einmal einen Neuanfang zu wagen?

Meine Meinung:
"Wie viel Leben passt in eine Tüte" gehört für mich eindeutig zu den Büchern, die man nicht aus der Hand legen kann, und bei denen man traurig ist, wenn man sie durchgelesen hat, da man gerne weiterlesen würde. Von der ersten Seite an fühlt man mit Rose mit und hofft für sie das Beste. Donna Freitas hat alles wirklich sehr gut beschrieben, der Schreibstil ist toll und die Atmosphäre sehr emotional, sodass man einfach mitfiebern muss. Rose begibt sich auf eine Reise, die sie aus der Trauer führen soll, und sie dabei zu begleiten ist wirklich sehr bewegend, denn irgendwie kann man sie und ihre Gefühle nachvollziehen, auch wenn man nicht unbedingt schon mal in ihrer Situation war.
Die Mischung in diesem Buch ist auch unglaublich gut gemacht. Einerseits ist die Mischung aus der Gegenwart und Roses Erinnerungen an ihre Mutter gut getroffen und sehr bewegend, andererseits spielt sich die Beziehung zwischen Rose und Will auch nicht in den Vordergrund, meiner Meinung nach wurde das richtige Maß genau getroffen.
Was auch noch dazu beiträgt, dass man mitfühlen kann, sind die Figuren. Viele haben den ein oder anderen Fehler, wie Roses Oma, die oft etwas schroff ist, aber alle sind sympathisch, sogar Roses Exfreund Chris, der sie noch unterstützt, obwohl sie ihn abblitzen lässt. In manchen Büchern nervt es ja, wenn alle sympathisch sind, aber hier ist das nicht so. Alle helfen sich gegenseitig, um über den Tod von Roses Mutter hinweg zu kommen, den nicht nur Rose ist traurig darüber. Und alle sind bereit, ihr so viel Verständnis wie möglich entgegenzubringen, und es ist wirklich schön, das zu lesen.

Mein Fazit:
Dieses Buch ist einfach wundervoll! Man darf Rose bei ihrem Neuanfang begleiten, der leider auch viele Stolpersteine hat, und kann sich gut in sie hineinversetzen und mitfühlen. EInfach nur sehr bewegend!

#6 RE: Wie viel Leben passt in eine Tüte? von Lesefee86 05.03.2013 18:23

Persönliche Zusammenfassung:
Sechzehn Jahre jung ist Rose, als sie zusammen mit ihrem Bruder und ihrem Vater ihre Mutter beerdigen muss. Gestorben ist sie nach einem Kampf gegen den Krebs, den sie nicht gewinnen konnte. Für Rose bricht die Welt zusammen und ohne ihre Mutter hat sie an nichts mehr Spaß. Ihre so geliebten Hobbys wie Cheerleading, Musik und Feiern mit Freundinnen, lässt sie von einem Tag auf den anderen links liegen. Auch von ihrem langjährigen Freund entfernt sie sich immer mehr. Doch bevor sie ganz in sich versinken kann, entdeckt sie eine Überraschung im Kleiderschrank ihrer Mutter. Diese hat ihr etwas hinterlassen, dass Rose klar macht, dass auch ohne ihre Mutter das Leben weiter gehen muss und sie nicht alleine auf der Welt ist.

Rezension:
Ein Debüt, dass jeden Leser berührt und noch lange in einem nachklingt.
Das große Thema dieses Buches ist Krebs und wie man als Hinterbliebene damit umgehen kann. Es ist eine Unterstützung für Leser, die selbst in dieser Situation stecken und weist auf, dass trotz all der Schmerzen des Verlusts, doch irgendwann ein Tag kommt, der die Sonne wieder in das verletzte Herz lässt.
Die Protagonistin ist gerade einmal sechzehn Jahre alt und lebt mit ihrem Vater allein Zuhause. Ihr Bruder, auf dem College, ist nur selten da und bekommt nicht mit, wie ihr gemeinsamer Vater immer mehr im Alkohol seine Zuflucht sucht um mit dem Verlust klarzukommen. Rose scheint zeitweise sehr stark, insbesondere im Umgang mit ihrem Vater. Doch immer wieder hat die Autorin auch die Verzweiflung und Trauer von Rose hervorgehoben, die viele Dinge, die vor dem Tod ihrer Mutter selbstverständlich waren, plötzlich nicht mehr um sich ertragen kann.
Es wird klar dargestellt, wie sich das Leben für alle dargestellten Personen verändert und wie jeder für sich mit dem Verlust umgeht.
Ein Buch voller Gefühle, die ab der ersten Seite in einem eine Achterbahnfahrt starten.
Sobald es scheint, dass das Leben doch wieder vorwärts geht, wirft es Rose doch immer wieder zurück und es scheint, dass sie kein Glück erleben darf.
Die Idee mit dem Survival Kit, find ich einfach toll, denn das die Mutter sich noch so viel Mühe gegeben hat um ihren Kindern etwas Besonderes zu hinterlassen, damit sie den Tod vielleicht bzw. hoffentlich etwas besser verkraften können und trotz der Trauer die Schönheit des Lebens nichts aus den Augen verlieren, ist ein wunderbares Geschenk. Sicherlich würde dies für den einen die Verarbeitung des Todes schwerer machen, doch für den anderen leichter.
"Wie viel Leben passt in eine Tüte?", ist nicht nur für Leser etwas, die dieses Thema "Krebs" akut betrifft. Auch Leser die bisher noch keine Erfahrungen mit dieser Krankheit, bzw. allgemein mit dem Tod haben, sollten zu diesem Buch greifen, um einen kleinen Einblick in das Geschehen, die Gefühlswelten und die Verarbeitungsstrategien zu gewinnen. Auch wer jemanden kennt der in dieser Situation steckt, wird hier einige Antworten finden.
Sehr berührend und emotional werden einige Szenen dargestellt und lassen einen kaum unberührt.
Neben der Hauptgeschichte spielt auch die Liebe eine große Rolle und somit spricht das Buch auch Leser dieses Genre an.
Ein einfühlsames Buch, dass hilft zu Verarbeiten, nachdenklich macht und neuen Mut, sowie Hoffnung fassen lässt.

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