#1 Will & Will - John Green von Sarlascht 17.08.2012 13:30

Inhalt:
Will Grayson und Will Grayson sind beide 17 Jahre alt, wohnen in Chicago und wissen nichts voneinander, zumindest nicht zu Beginn des Buches. Was sie sich noch teilen: ein großes Gefühlchaos und eine Menge Probleme.

Der erste Will Grayson hat kaum Freunde, ist sich selbst nicht darüber im Klaren, ob er jetzt in seine Mitschülerin Jana verliebt ist, oder doch nicht. Nebenher stellt sein schwuler Freund Tiny sein Leben, durch seine aufgedrehte und dramatische Art, mehr als nur auf den Kopf.
Will Grayson Nummer zwei sieht sich ähnlichen und doch anderen Problemen gegenüber. Erkrankt an Depressionen, ist er ein Schwarzmaler, der nur Farbe in seinem Leben erkennt, wenn er mit Isaac chattet, seiner großen Liebe. Sie scheinen perfekt zueinander zu passen, sich gegenseitig zu ergänzen, doch als es zu einem Treffen zwischen den beiden kommen sollte, sieht er sich einer Wahrheit gegenüber, die ihm den Boden unter den Füßen wegzieht.

Durch einen Zufall treffen die beiden Wills aufeinander und es wir klar, es ist eine schicksalhafte Fügung, wobei es jetzt nicht bedeutet, dass dadurch das Leben des einzelnen unbedingt leicht wird, nein, es gerät erst recht aus den Fugen.

Meine Meinung:
Im Buch dreht sich alles vordergründlich um die Liebe. Ob heimlich, unglücklich oder in eine Illusion verliebt, alle hängen ihren Träumen und Wünschen nach. Keinesfalls hat man es aber mich einem Buch voller Kitsch zu tun, ganz und gar nicht, es sind die normalen Irrungen und Wirrungen der Jugend, die der Leser erfährt.

Außer den Namen, Alter und Wohnort könnten die beiden Wills aber nicht verschiedener sein. Ihre Probleme beziehen sich zwar auf die Liebe, doch jeder der beiden sieht sich vollkommen unterschiedlichen Problemen gegenüber. Besonders gut finde ich den Umgang mit dem Thema „Homosexualität“. Es wird mit einer Selbstverständlichkeit behandelt, wie man es sich auch in der richtigen Welt wünschen würde. Die Freundschaft zwischen Will eins und seinem schwulen Freund Tiny ist durch das gekennzeichnet, wie es sein sollte – durch Normalität.

Der beste Freund Tiny von Will Grayson Nummer eines, hebt sich besonders aus dem Buch hervor. Eine Drama-Queen, wie sie im Buche steht, besitzt er doch ein riesiges Herz, versucht die Welt für seine Freunde angenehm zu gestalten. Manchmal in seinem Handeln sehr plump, merkt man doch in jeder Situation, dass man sich so einen Freund nur wünschen kann, weil er an Verlässlichkeit nicht zu überbieten ist.

Kapitelweise wechselt der Erzähler, aber auch der Autor, ersichtlich ist es einerseits durch Aufzählungen, aber auch dadurch, dass die Geschichte von Will Nummer 2 komplett in Kleinbuchstaben niedergeschrieben wurde und soweit mir bekannt ist, sind diese Abschnitte von David Levithan.

ich: warum heißt es eigentlich tobsucht? so ein toben sucht doch keiner.
gideon: wenn du willst, streng ich gleich morgen früh einen prozess gegen sämtliche wörterbuchhersteller der welt an. ich werd sie schon zum toben bringen. ob sie sich das nun ausgesucht haben oder nicht.
ich: du bist so ein kindskopf.
gideon: nur wenn du mich an einem guten tag erwischst. (Seite 323)


Liest man den Klappentext, so kann man sich noch keine wirklichen Vorstellungen darüber machen, wohin einen die Geschichte führen wird. Selbst beinhaltet sie dann doch einige spannende Wendung, bleibt aber doch eine Erzählung, die auf Details achtet und meistens nur so dahinplätschert. Nicht tragisch, mir zumindest hat die große Action nicht gefehlt, da ich sowieso ruhigere Buch mehr bevorzuge.

Fazit:
Will & Will ist ein außergewöhnliches Buch, mit Humor, einer kräftigen Portion Liebe, aber vor allem Charakteren, durch welche die Geschichte erst lebendig und spürbar wird.

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