#1 Der Tag, an dem ich cool wurde (Juma Kliebenstein) von elbenwind 01.03.2012 09:33

Das Kinderbuch Der Tag an dem ich cool wurde von Juma Kliebenstein
Martin ist etwas dicker, trägt keine Markenklamotten, schreibt eher gute Noten und führt gern Experimente durch in der Freizeit. Damit gehört er eher zu den Außenseitern in seiner Klasse und wird von einer Gruppe Jungen den FabFour gemobbt. Eines Tages allerdings kommt ein Neuer in die Klasse, Kali. Martin ist ab heute nicht mehr allein. Er hat einen neuen Freund Kali und zusammen zeigen sie es den FabFour. Sie belauschen die Gruppe und erfahren, dass diese nachts im Freibad schwimmen gehen will. Sie beschließen ihnen die Klamotten zu klauen und sie damit unter Druck zu setzen. Doch dann kommt alles anders.
Meine Meinung
Ein lustig geschriebener Kinderroman um ein heikles Thema. Aussenseitertum und Mobbing in der Schule. Angesagt sein, sich über Kleidung als Statussymbol ausdrücken und das In-Sein zur Schau stellen und damit die Rangstellung in der Klasse zu halten. Kindern wird in dieser Geschichte vor Augen geführt, dass jemand, der nicht dem aktuellen Modetrend folgt und Markensachen trägt trotzdem nicht ausgeschlossen werden muss. Aber auch das Thema Freundschaft kommt zum Tragen. Füreinander da sein, sich aufeinander verlassen können und auch in der Familie Rückhalt finden ist ein wichtiges Thema. Erwachsene schmunzeln über den Einbruch in Freibad und erinnern sich an ihre eigene Kindheit, in der man solche Dinge vielleicht auch einmal geplant hatte.
Empfehlen würde ich das Buch für Kinder ab der dritten Klasse.
Zum Autor
Juma Kliebenstein wurde 1972 im Saarland geboren. Sie studierte Germanistik und Anglistik und arbeitete als Lehrerin. 2009 erschien ihr Buch Tausche Schwester gegen Zimmer.
Zum Buch
Der Tag, an dem ich cool wurde
Juma Kliebenstein
Oetinger Verlag
ISBN: 978-3-7891-4045-7
12,95 Euro
256 Seiten

#2 RE: Der Tag, an dem ich cool wurde von Themistokeles 09.05.2012 12:02

Mobbing ist ein extrem wichtiges und aktuelles Thema in der heutigen Zeit. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Und alles, weil mancher anders ist und diejenigen, die als cool gelten oft mit dieser Andersartigkeit nicht umgehen können und um sich zu beweisen und noch besser dazustehen, dann auf diese verbal oder auch körperlich losgehen. Martin zählt zu denen, die anders sind und ist in der Schule dem Mobbing der coolen FabFive vollkommen allein ausgesetzt, bis Karli, der eindeutig auch anders ist, in seine Klasse kommt und die beiden beschließen sich zur Wehr zu setzen und selbst cool zu werden. Die Ideen der beiden Jungen auf ihrem Weg zur Coolness und die Pläne gegen die offiziell coolen Jungs aus der Klasse sind zum einen extrem genial und zum anderen auch richtig glaubhaft dargestellt, da man in ihrem Alter ähnliche Gedanken hegte. Noch besser jedoch als diese ganzen Pläne sind ihre letztendlichen Ergebnisse die die FabFive ereilen, wie auch die Konsequenzen für Martin und Karli, die nicht immer ganz wie von ihnen gedacht ausfallen und unter anderem eine gute Portion Witz mit in die Geschichte einbringen. Besonders die Charaktere des Buches sind sehr schön gestaltet und super gelungen, so dass sie einem entweder einfach sympathisch sind, wie Martin und Karli oder auch sehr unsympathisch, wie die FabFive. Jedoch ist es auch so, dass die Charaktere auch deutlich mehr Facetten haben und das sieht man auch sehr gut an dem einfach genialen Opa von Martin, der die Geschichte eindeutig auch sehr stark prägt. Zudem ist die Geschichte von der Form her auch sehr gut aufgebaut, so dass sich die Spannung enorm steigert, besonders, da man manchmal schon das Ergebnis kennt, jedoch nicht den Weg dorthin. Neben allen diesen Dingen ist der Appell, den die Geschichte ganz eindeutig vermittelt und der ganz am Ende besonders hervortritt, einfach sehr stark in seiner Aussagekraft und auch einfach so wahr, dass man das Buch einfach nur loben kann. Besonders, da es die Aussage auf eine Weise vermittelt, dass genau diejenigen, die es vom Alter her betrifft, sie auch auf eine sehr unterhaltsame und prägende Weise lernen können ohne, dass ihnen ein direktes Lernen überhaupt bewusst wird.

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