#1 Das verbotene Eden. David und Juna ( Thomas Thiemeyer) von zehn123 11.01.2012 21:43

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Das Buch spielt im Jahr 2080 und die Welt wie wir sie kennen hat sich verändert. Ein Virus ist Schuld am Abgrundtiefen Hass zwischen Männern und Frauen. Die beiden Geschlechter leben getrennt und bezeichnen sich gegenseitig als Hexen bzw. Teufel. Es gibt einen Pakt, nach dem die Männer alle paar Wochen ihren Tribut bei den Frauen einholen dürfen. Nur soviel wie sie zum überleben brauchen und ohne zu plündern, brandschatzen und vergewaltigen. Die empfängnisbereiten Frauen geben sich den Männer freiwillig hin, damit die Menschheit nicht völlig ausstirbt. Die Mädchen werden bei den Frauen großgezogen und die Jungen werden zu den Männern gegeben.
Die Geschichte wird Anfangs in zwei Erzählsträngen erzählt. Einmal ist da Juna, eine junge Kriegerin und die Tochter der Hohepriesterin Arkana. Nachdem die Männer den Pakt immer mehr verletzen und mit Gewalt über die Frauen und ihre Dörfer herfallen, will sie sich wehren und gegen die Männer vorgehen.

Die Hauptperson bei den Männern ist David. David ist Bibliothekar und hat keinen Hang zur Gewalt. Sein Freund Amon dagegen ist ein Ritter der Heiligen Lanze und überfällt mit Freunde die Dörfer der Frauen. Durch eine List gelingt es ihm, auch David aus seiner Bibliothek fort zu locken.

Als die Frauen beschließen sich zu wehren und Gefangene aus den Reihen der Männer zu nehmen fällt ihnen auch David in die Hände. Juna und David lernen sich kennen. Und plötzlich stellt sich die Frage, ob es nicht doch etwas anderes als Hass zwischen Männern und Frauen gibt.

Ich habe das Buch mit Spannung gelesen. Der Schreibstil ist sehr flüssig. Die Sätze sind kurz gehalten. Aus den beiden Erzählsträngen lernt man sehr gut die Welten der beiden Geschlechter kennen. Ob eine so harte Trennung zwischen Mann und Frau tatsächlich sein könnte? Ich bezweifle das, aber für eine gute Geschichte ist das ja auch völlig unerheblich. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Wird es David und Juna gelingen Männer und Frauen wieder zu vereinen? Oder wird der brutale Hass letzendlich die Menschheit auslöschen?

#2 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von Gronik 22.01.2012 12:28

Zum Buch:
Im Jahr 2080 hat sich die Welt auf eine erschreckende und sehr unerwartete Weise verändert. Ein mutiertes Virus hat verursacht, dass sich Männer und Frauen als Feinde gegenüberstehen. Sie leben in getrennten Gemeinschaften und haben sich für sehr unterschiedliche Lebensmodelle entschieden. Um den Fortbestand der Menschheit zu sichern, müssen sie doch noch ab und an aufeinander stoßen, das ist allerdings für beide Seiten nur ein notwendiges Übel, denn Männer sind für die Frauen „Teufel“ und umgekehrt werden die Frauen von den Männern nur als „Hexen“ gesehen.
Juna ist eine Brigantin, eine ausgebildete Kämpferin der Frauen. Sie ist die Tochter der Hohepriesterin Arkana, die eine eher gemäßigte Meinung gegenüber der männlichen Bevölkerung vertritt. Damit steht sie allerdings recht alleine da, selbst ihre Tochter will lieber kämpfen, als sich weiter überfallen und erniedrigen zu lassen.
David ist ein junger Mann, lebt in einem Kloster und arbeitet dort als Restaurator und Kopist von alten Büchern. Lesen ist eine von vielen vergessene Kunst und unglaublich viel schriftlich festgehaltenes Wissen ist in den letzten Jahrzehnten einfach verloren gegangen. Trotzdem wird Davids Arbeit von seinem Freund Amon eher geringschätzig beurteilt, dieser ist ein Kämpfer des Ordens der Heiligen Lanze und ermutigt seinen Freund, diesem beizutreten.
Eigentlich kaum vorstellbar, dass David und Juna sich begegnen – aber es geschieht dennoch und hat überraschende Folgen!

Meine Meinung:
Mal ein ganz anderes Dystopie-Szenario. Männer und Frauen hassen sich und leben nicht mehr miteinander. Was für eine merkwürdige Vorstellung.
Mich hat beim Lesen dieses Buches die Vorstellung erschreckt, dass die Menschheit in 65 Jahren dermaßen weit in der Entwicklung zurückgefallen ist. Technik funktioniert nur noch in sehr wenigen Bereichen, es gibt keine modernen Kommunikationsmöglichkeiten mehr, keinen Strom, keine Computer. Dermaßen viel Wissen ist verloren gegangen und die Anführer tun auch nichts dagegen, sondern schüren das Unwissen ihrer Untergebenen nur noch. Viele junge Menschen haben noch nie jemanden des anderen Geschlechts getroffen und lassen sich den Hass diesem gegenüber daher leicht einreden. Das war ja schon immer so, dass etwas Unbekanntes auch leicht zu verurteilen ist. Ebenfalls sehr erschreckend fand ich den Wiederaufstieg der Kirche und die Verbreitung gerade mittelalterlicher Lehren.
Die Beziehung zwischen David und Juna war interessant, allerdings von Anfang an etwas vorhersehbar, die ganz großen Gefühle habe ich beim Lesen etwas vermisst.
Allerdings fand ich den Rest der Geschichte, die Vorstellung dieser Welt, sehr beeindruckend, so dass ich diesem Buch trotzdem die volle Punktzahl gebe.
Laut Autor Thomas Thiemeyer ist Das verbotene Eden als Dreiteiler angelegt, allerdings wird der nächste Band das Augenmerk auf andere Protagonisten legen und keine reine Fortsetzung der Geschichte um David und Juna sein. Daher ist das Ende dieses Buches auch in sich abschlossen und man kann es sicher auch problemlos als Einzelband lesen.

#3 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von Lamirachelle 11.03.2012 10:03

Cover:
Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher und fällt in jeder Buchhandlung durch das kräftige Grün sofort auf.
Die abgebildeten Personen - David und Juna - passen sehr gut zur Geschichte. Bei beiden werden schon auf dem Cover wesentliche Charaktermerkmale hervorgehoben. Einfach sehr gut gelungen!

Meine Meinung:
Ich lese wahnsinnig gern Dystopien. Es ist interessant, sich vorzustellen, wie sich unser Leben verändern kann. Thomas Thiemeyer hat hier eine vollkommen neue Idee unserer zukünftigen Welt entstehen lassen.

Die Geschichte spielt im Jahr 2080, 65 Jahre nachdem Männer und Frauen zu Feinden wurden und seitdem in getrennten Welten leben.
Ich finde diesen Gedanken, dass ein einziger Impfstoff alle biologischen Gesetze auf den Kopf stellen kann, sehr interessant, allerdings wirkte das Ergebnis auf mich ein wenig stereotypisch. Männer leben in kahlen Städten, haben Waffen und Autos, während die Frauen in der Natur in Holzhäusern wohnen.
Ich hätte darüber hinaus gern noch mehr darüber erfahren, wie es zu der Situation gekommen ist. Warum sind die Frauen in die Wälder gegangen? Wie haben sie alles aufgebaut? Wie sieht die Welt außerhalb dieses Gebietes aus?
Die drei Dokumente aus dem Jahr 2015 geben einen kleinen Eindruck, wie die große Katastrophe begann, aber weitere Informationen gibt es kaum. Schade eigentlich.
Vielleicht erfährt man in den Fortsetzungen noch mehr.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Perspektive Junas und Davids erzählt. So taucht der Leser in die unterschiedlichen Welten der beiden Protagonisten ein, lernt deren Gefühle und Ansichten kennen.
Nach und nach greifen die Handlungen ineinander, um in einem überaus eindrucksvollem Finale des ersten Bandes enden. Das Buch bleibt so durchgehend spannend und liest sich sehr zügig und macht vor Allem Lust auf mehr.

Die Charaktere sind sehr gegensätzlich und gerade deswegen wunderbar. Juna ist die starke Kämpferin während David ein sensibler, manchmal vielleicht auch naiver, Mönch ist. Ich mag es, wie sich die beiden immer weiter entwickeln, ihre Gefühle füreinander entdecken und beginnen für ihr gemeinsames Leben zu kämpfen.
Auch Nebencharaktere erhalten für den Verlauf der Geschichte eine entscheidene Rolle, was mir sehr gut gefallen hat. Dabei möchte ich vor Allem die Figur Sven hervorheben. Einfach toll die Idee.

Fazit:
Das verbotene Eden bietet alles, was eine Dystopie haben sollte - eine schreckliche Zukunftsvision unserer Welt, interessante Charaktere und viel Gefühl.
Wer Dystopien mag, sollte auch dieses Buch lesen.

Empfehlenswert

#4 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von LeseLaura 04.08.2012 23:42

Das verbotene Eden von Thomas Thiemeyer
Inhalt
In nicht all zu ferner Zukunft wird die Gesellschaft sich deutlich verändert haben und zwei Völker leben nebeneinander: Frauen und Männer. An ein Miteinander ist gar nicht zu denken. Die Frauen leben in der Natur und die Männer in den Ruinen der Städte. Die Frauen glauben an Göttinnen, die Männer haben den chrisltichen Glauben weitesgehend behalten und bezeichnen die Frauen als Hexen. Die Situation eskaliert immer mehr, bis ein Krieg kurz bevor steht. Juna lernt den gefangenen Mönch David kennen und beide sind der Meinung, dass es Zeit für Veränderung ist!
Meinung
Thomas Thiemeyer hat einen schönen, angenehmen Schreibstil, der dem Text angepasst ist sowie auch dem angesprochenen Publikum: 12-15 Jahre.
Für dieses Alter ist das Buch gut, denn es kommt nicht zu großer Gewalt oder sexistischer Erotik. Doch für die etwas reiferen Jugendlichen kann es dadurch natürlich zu langweilig werden. Trotzdem kann man das Buch auch lesen, wenn man deutlich älter ist, man sollte sich nur darauf einstellen, dass es eigentlich ein Jugendbuch ist.
Der Hintergrund der Geschichte ist faszinierend, doch erfährt man alles nur ein wenig bruchstückhaft, da der Zusammenbruch 65 Jahre zurückliegt und es nur noch wenige Zeitzeugen gibt, die dann auch kaum über dieses schreckliche Erlebnis sprechen wollen.
Die Menschen, vor allem die Frauen, befinden sich fast wieder im Mittelalter,während die Männer sich die letzten Technologien wie Auto und Gewehre genommen haben.
Ich finde die Situation wurde vom Autor sehr nachvollziehbar geschildert und wie schwer es ist, sich gegen diese neuen Regeln der Gesellschaft zu stellen.
Die Geschichte von Juna und David geschieht also vor einem sehr interessanten Hintergrund ohne dem es logischerweise gar nicht zu einer solchen Aktion kommen könnte.
Juna und David finden sich sympathisch, doch spricht das gegen alles, was sie über das andere Geschlecht gelernt haben. Trotzdem kommen sie mit dieser ungewohnten Situation besser als viele andere zurecht und langsam stellt sich ihnen die Frage: Ist es nicht möglich, die Feindschaft abzulegen? Beide wagen das unglaubliche und vor allem auch spannende Abenteuer.
Zu Beginn hat sich der Autor genügend Zeit genommen um den Leser in seine neu erschaffene Welt einzuführen. Dabei kommt die Handlung nur langsam zustande. Mit dem Wissen, dass dieses Buch der erste Band der Eden-Trilogie ist, ist das verständlich und sehr gut, eine so detaillierte Einführung zu bekommen, kann aber für manchen vielleicht nicht ganz ausreichend sein. Ich persönlich fand die Balance zwischen Spannung und geringer Handlung gut gewählt und sich langsam steigernd.
Fazit
Wer sich dem bewusst ist, dass er ein Jugendbuch liest, wird zufrieden sein! Die Angaben am Buchrücken stimmen in soweit ein, dass es sich um eine faszinierende und düstere neue Welt handelt, doch Romantik habe ich in diesem Buch nicht gefunden. Finde ich etwas schade, da eigentlich mehr die Rede von einem Kribbeln, diesem unbekannten Gefühl zwischen David und Juna die Rede hätte sein müssen. Trotzdem ist dies eine überaus interessante und spannende Geschichte, von der ich gerne wissen möchte, wie es in den nächsten Teilen weiter gehen wird. Daher gibt es 4 Sterne, da das gewisse Extra leider gefehlt hat.

#5 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von Kate88 22.11.2012 17:15

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Die Dunklen Jahre haben die Menschheit gespaltet. Frauen gegen Männer, Männer gegen Frauen. Ein erbitterter Kampf um Macht und Überleben. Ein mutierter Virus, der alle Zivilisation zerstört hat und nichts mehr übrig geblieben ist außer Hass.

So auch Juna und David. Juna, die Kriegerin der Brigantia und David, der einfache Mönch. Beide so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Auf der einen Seite David, der versucht zu verstehen, wie es zu all dem kommen konnte. Auf der anderen Seite Juna, die ihr Leben nur als Kriegerin leben kann. Und doch wird alles anders, als sich die Beiden zum ersten Mal sehen.

Eine Liebe á la Romeo und Julia entsteht, doch die Frage ist - Wird die Beiden das gleiche Schicksal ereilen?

Diese Dystopie ist anders als die anderen und unterscheidet sich in manchen Aspekten deutlich. Dennoch muss ich leider sagen, dass dieser Auftakt für mich einige Schwächen aufgezeigt hat.

Ich kann nicht genau sagen, woran es lag, aber leider sind die Charaktere in diesem Buch für mich nicht wirklich überzeugend gewesen. Ich hatte zu Anfang einige Schwierigkeiten mit David. Er war für mich zu blass und ohne eine wirkliche Kontur. Leider hat es sich bis zum Schluss so gehalten. Seine Beweggründe waren zwar für mich verständlich, aber es hat mir einfach das Herzblut dahinter gefehlt.

Mit Juna konnte ich viel eher etwas anfangen. Wobei ich auch hier sagen muss, dass die Wandlung, die sie im Verlauf der Geschichte gemacht hat, ebenfalls nicht wirklich überzeugend war bzw. es mir einfach viel zu schnell ging.

Es gab jedoch viele andere Figuren, die mein Interesse geweckt haben, aber in diesem Band leider noch keine allzu große Rolle spielen. Bei ihnen setzte ich meine Hoffnung auf die Folgebänder.

Die Idee hinter dem Buch hat mich aber wirklich fasziniert. Ich habe dies in solch einer Form noch nicht gelesen gehabt und wurde wirklich ganz nett unterhalten. Dazu hat der Schreibstil von Thomas Thiemeyer, leicht und flüssig zu lesen, tatkräftig beigetragen.

"Das verbotene Eden" hat in meinen Augen großes Potenzial, auch wenn es in diesem Buch noch nicht ganz ausgeschöpft worden ist.

Das Ende ist nicht wirklich abgeschlossen, aber auch kein böser Cliffhanger. Eine schöne Mischung, die Lust auf den Folgeband macht und die Fantasie anregt, wie es weiter gehen könnte.

Fazit:

Obwohl dieser Auftakt für mich einige Schwächen hatte, verspüre ich dennoch eine gewisse Spannung und Vorfreude auf die Folgebände. Daher auch meine Leseempfehlung.

Der zweite Band "Das verbotene Eden: Logan und Gwen" ist bereits erschienen.

#6 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von Jacquy 15.01.2013 16:49

Inhalt:
2015. Ein mutierter Virus sorgt dafür, dass die Menschen alles was sie am anderen Geschlecht mal anzog, abstoßend finden. 65 Jahre später leben Männer und Frauen getrennt voneinander. Sie haben ein Abkommen, nach dem die Frauen den Männern Lebensmittelabgaben leisten müssen und sie mit Kindern versorgen, wenn sie sich an bestimmte Regeln halten. Als diese Regeln verletzt werden, entführen die Frauen zwei Männer. Einer von ihnen ist David, mit dem die Kriegerin Juna Mitleid hat. Die beiden lernen sich kennen und Juna stellt fest, dass nicht alle Männer von grundauf böse sind. Doch beide Geschlechter drohen mit dem Krieg…


Meinung:
David und Juna lernen sich kennen, als Juna ihn entführt. Die Frauen haben vor, die Männer anzugreifen, und David und ein anderer Mann sollen ihnen bei der Planung helfen. Als sie gefoltert werden, hat Juna Mitleid mit ihnen. Dabei sind doch alle Männer abgrundtief böse. Oder? Sie lernen sich kennen und beschließen, dass die Welt so nicht weiterleben sollte. Aber was können sie schon gegen die anderen Männer und Frauen ausrichten, die jeweils einen Krieg gegen das andere Geschlecht planen?

Seit der mutierte Virus die Männer und Frauen zu Feinden gemacht hat, sind viele Menschen gestorben. Darüber hinaus ging auch noch die ganze Zivilisation kaputt. Die Männer haben sich in die Ruinen einer alten Stadt zurückgezogen, die Frauen haben sich in der Natur ein neues Leben aufgebaut. Durch Autos und automatisierte Waffen haben die Männer einen großen Vorteil gegenüber den Frauen und sind in der Lage, sich regelmäßig Lebensmittel von ihnen zu beschaffen. Elektrizität gibt es nicht mehr und Bücher sind äußerst selten geworden. Nicht mehr viele Menschen können lesen und schreiben und David ist einer von ihnen.

Das Buch ist abwechselnd aus Sicht der Frauen und Männer geschrieben – größtenteils aus der von David und Juna – sodass man beide Lebensweisen kennenlernt.
Beide halten es für unmöglich, dass sich die verschiedenen Geschlechter lieben könnten. Eine Beziehung zwischen Mann und Frau ist für sie unvorstellbar und wird als Sünde oder als pervers angesehen. Auch David und Juna glauben das, doch ihre Einstellung dazu ändert sich.
Insgesamt finde ich es sehr erschreckend, dass sich die Menschen gegenseitig so sehr hassen können, ohne einen richtigen Grund dafür zu haben. Besonders, da das Überleben der Menschheit davon abhängt, dass sie weiterhin einigermaßen in Frieden leben können.

Das Buch ist spannend, da man die ganze Zeit mitfiebert, ob die Liebe zwischen David und Juna eine Chance hat. Außerdem droht ihnen ja immer noch der Krieg und man weiß nie, ob dieser schließlich ausbrechen wird und wenn ja, wer damit anfängt.

Charaktere:

David lebt von klein auf in einem Kloster. Er arbeitet dort in der Bibliothek und restauriert die alten Bücher, die von damals noch übrig sind. Liebesromane wurden verboten, aber trotzdem liest er immer wieder „Romeo & Julia“. Das ist der Grund weshalb er den Gerüchten über die Frauen nicht so recht Glauben schenkt. Er ist ein Einzelgänger, dafür aber sehr klug.

Juna ist temperamentvoll und lässt sich nichts gefallen. Wie die meisten anderen hegt sie einen Hass gegen das andere Geschlecht und bevor sie David trifft ist sie sogar bereit, einen Krieg gegen sie zu führen.

Fazit:
Wieder mal eine Dystopie, diesmal aber mit einem anderen Hintergrund. Ein sehr spannendes Buch, bei dem man die ganze Zeit mitfiebert, was aus den Protagonisten wird.
5/5 Punkten

#7 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von Yvonnes Lesewelt 17.01.2013 11:17

Da ich beim Adventskalender von Leseeinblicke das Buch “Das verbotene Eden – Logan und Gwen” gewonnen hatte und dies der zweite Band der Trilogie ist musste ich mir ja nun fix den ersten Band besorgen. Hat mein Buchhändler mal wieder außer der Reihe an mir verdient ;)

Auf den ersten Seiten führt Thomas Thiemeyer sehr gut in die Welt, die er erschaffen hat ein, so dass man sich gut vorstellen kann, wie Juna und David leben. Die Männer haben sich die letzten noch verbleibenden technischen Errungenschaften zu eigen gemacht. Sie fahren in Autos und bedienen Handfeuerwaffen. Die Männer nennen sich Christen, werden aber immer weniger, da kaum Jungen geboren werden. Die Frauen haben sich eher auf die Kräfte der Natur zurückbesonnen. Sie leben in einfachen Behausungen und im Einklang mit ihr und beten wieder die alten Götter an.

Es dauert aber nicht lange, bis es auch schon spannend wird. Man gerät gleich zwischen die Fronten der Männer und der Frauen. Zunächst waren mir die Frauen ein wenig zu unterwürfig. Aber, Juna macht dies wett. Sie will sich nicht von den Männern unterbuttern lassen. Sie ist eine starke Frau, vom Alter her eigentlich noch ein Mädchen, und kämpft für das, was sie für richtig hält. Juna hat mir von Anfang an gefallen.

David erschien mir zunächst fast etwas langweilig. Nicht blass, denn er wird sehr gut dargestellt. Ich konnte ihn mir gut vorstellen, aber irgendwie war er mir in der doch sehr rau dargestellten Welt der Männer einfach zu sehr Schreiberling. David liest das verbotene Werk “Romeo und Julia” und er liebt seinen Hund. Erst als er gemeinsam mit Stephan in einen Kampf gerät und sich dort behauptet ahnte ich, dass in David vielleicht doch etwas mehr steckt.

Der Schreibstil von Thomas Thiemeyer ist wunderbar flüssig und eingängig. Allerdings konnte mich die Geschichte nicht komplett fesseln. Dazu fehlten für mich irgendwie die Emotionen, die in diesem Buch in den ersten zwei Dritteln so gar nicht zu mir transportiert wurden. Erst im letzten Drittel fing die Geschichte langsam an mich zu berühren.

Was ich persönlich an der Geschichte etwas unglaubwürdig finde ist, dass sie nur 67 Jahre von heute gesehen in der Zukunft spielen soll. Das ist zurückgerechnet ungefähr die Zeit des zweiten Weltkrieges von uns aus gesehen. Auch für diese Zeit gibt es noch Augenzeugen, auch wenn sie langsam weniger werden. Ich kann mir also nicht so recht vorstellen, warum es in diesem Buch keine Menschen gibt, die den anderen vom Zusammenleben von Mann und Frau berichten bzw. die das Wissen besitzen, um die Zivilisation (Strom, Datenverbindungen, etc.) wieder aufzubauen. Auch erscheint es mir nicht glaubwürdig, dass David zwar nicht weiß, was der Sinn einer Bank (Sparkasse) war, aber sagen kann, dass die Penner mit Einkaufswagen herumschieben. Woher weiß er, was einkaufen ist und dass die Dinger da Einkaufswagen sind. Hier tun sich mir doch einige Fragezeichen auf.

Alles in allem hat mir das Buch ein paar nette Lesestunden beschwert, aufgrund der fehlenden Übertragung von Emotionen und der Fragezeichen vergebe ich aber nur 3 Federn. Ich freue mich aber dennoch darauf jetzt mit Band 2 zu starten.

#8 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von Riinaa 12.03.2013 19:44

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Seit den Menschen im Jahre 2015 ein mutierter Virus, durch einen Impfstoff verabreicht wurde, sind Männer und Frauen bis auf den Tod miteinander verfeindet. Liebe ist umgeschlagen in abgrundtiefen Hass. 65 Jahre später leben sie streng voneinander getrennt. Während die Frauen in der wilden Natur ein neues Leben begonnen haben, hausen die Männer in den Ruinen der alten Städte und verwahren die letzten überbleibenden Ressourcen. Die Liebe zwischen den beiden Geschlechtern gilt als Todsünde, lediglich zur Zeugung von Nachwuchs findet ein einigermaßen friedlicher Umgang statt. Ansonsten verläuft jedes Zusammentreffen auf brutale Art und Weise und endet meistens in Kämpfen, die in letzter Zeit immer schlimmer werden. Doch in dieser Atmosphäre treffen die Kriegerin Juna und der Mönch David aufeinander und entdecken über die Lektüre „Romeo und Julia“ von Shakespeare Gefühle füreinander, die allerdings nicht sein sollten…

Zu David und Juna kann ich sagen, dass sie mir von Anfang an sympathisch waren.
David ein eher ein ruhiger Mensch, der als Mönch im Kloster des heiligen Bonifatius lebt. Seine Leidenschaft gilt Büchern, ganz besonders den verbotenen Liebesromanen wie „Romeo und Julia“. Das er diese eigentlich nicht lesen dürfte, hält ihn allerdings nicht davon ab es trotzdem zu tun. Im Gegenteil! Er beschäftigt sich sehr intensiv damit, sodass er sich immer weniger vorstellen kann, dass der Hass auf die »Hexen« von Gott gewollt sein soll. Schließlich wird die Liebe zwischen Mann und Frau in seinen Büchern doch so wunderschön beschrieben ist. Dennoch behält er sein Denken für sich und gibt sich angepasst an die bisherige Situation.
Juna, die 17-jährige Tochter der Hohepriesterin der Frauen und kampferprobte Kriegerin ist genau das Gegenstück zu David. Sie ist wild und temperamentvoll und kann die Männer, die »Teufel« auf den Tod nicht ausstehen. Trotzdem findet sie David vom ersten Augenblick an, in dem sie ihn gesehen hat anders und irgendwie auch anziehend bzw. faszinierend. Allerdings bleibt sie den Männer weiterhin skeptisch gegenüber. Erst als sich die beiden näher kennenlernen, beginnt ihr Weltbild zu bröckeln.

Die beiden finden zusammen, obwohl alles was sie kennen dagegen spricht. Da die beiden noch recht jung sind, ist ihr Hass noch nicht so weit fortgeschritten, als bei manch einer Person, die im Buch auftaucht.

Persönliche Meinung

Ehrlich gesagt liebe ich solche „Was wäre, wenn…“ – Romane, die für uns nicht vorstellbare Zukunftsvisionen thematisieren. Klar denkt man sich im ersten Moment, dass etwas in Wirklichkeit nie passieren könnte, doch wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, findet man das ganze doch nicht mehr so fern hergeholt. z.B. Die Idee einen mutierten Virus als Auslöser für den Hass zwischen Mann und Frau zu erfinden. Diesen Gedanken finde ich gar nicht abwegig, schließlich werden heutzutage ständig neue Medikamenten erfunden. Da ist eine Veränderung des ursprünglichen Ziels nicht unwahrscheinlich. Warum also nicht?

Hier in diesem Buch beschäftigt sich Thomas Thiemeyer mit der Frage „Was wäre, wenn das weibliche und männliche Geschlecht einen derart brutalen Hass gegeneinander entwickeln würden?“ und schildet äußerst eindrucksvoll, wie sich das Zusammenleben gestalten würde.

Für die Frauen, gelten Männer nur als “Teufel”. Männer dagegen sehen Frauen als “Hexen” an, die ihresgleichen böse verzaubern und willenlos machen. Ein Miteinanderauskommen ist in beiden Augen unmöglich, sodass ihnen nichts anderes übrig geblieben ist, als sich ein komplett neues Leben (ohne jegliche Zivilisation, Strom, Licht und fließend Wasser) aufzubauen. Für mich nicht gerade die typische Zukunftsaussicht. Schließlich denkt bei „Zukunft“ eher an Fortschritt und Hightech. Aber, es kann auch vollkommen anders aussehen: statt Fortschritt lieber auf altbewährte Mittel zurückgreifen. Ich würde sogar soweit gehen und es als mittelalterlich bezeichnen! Im Kloster werden Kerzen verwendet, brüchige und schwerentzifferbare Bücher, die aufwendig von Hand restaurierte und abgeschrieben werden. Juna, die morgens einen Eimer Wasser aus dem Brunnen holen muss, nur wenige können lesen und schreiben, Ziel des Lebens ist es in Harmonie mit seinen Klosterbrüder und der Natur zu leben oder eine gute Kriegerin oder möglicherweise die neue Hohepriesterin zu werden. Angepasste Denkweisen und ein Fügen dem Vorgelebten.
Jedoch ganz ohne einander, kommt die Menschheit dann doch nicht aus. In regelmäßigen Abständen dürfen die Männer in die Dörfer der Frauen kommen, um sich einen Ernteteil zu nehmen, und empfängnisbereite Frauen zu schwängern. Auch ein weiteres Beispiel für veraltete Ansichten. Die Frau arbeitet und gebärt die Kinder für den Mann. Na wenn das keine tollen Aussichten sind!?

Der Kern der Handlung spielt allerding, wie in vielen Romanen, die Liebesgeschichte, die hier erst knapp bei der Hälfte des Buchs ihren Anfang findet. Für mich etwas überraschend. Hinterher betrachtet gefiel mir diese Besonderheit, da man durch die genauen Beschreibungen sehr schnell die Welten von David und Juna kennengelernt hat und sich somit gut in der Geschichte einfinden und mit den Charakteren warm werden konnte. Ich muss sagen, dass sie mir im Laufe sehr ans Herz gewachsen sind und mich in ihren Bann gezogen haben. Es war soo schön zu lesen, wie sie sich einander angenähert und verliebt haben -fast wie Romeo und Julia.
Am besten war jedoch, dass sie begannen, sich gegen die eingefahrenen Meinungen und Verhaltensweise aufzulehnen, um etwas zu verändern (war etwas voraussehbar :)). Der Titel „Das verbotene Eden“ spielt darauf an, dass Männer und Frauen einst in einem friedlichen Garten zusammen lebten. David und Juna würden auch gerne gemeinsam in solch einem Paradies leben.

Thomas Thiemeyers Schreibstil lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Obwohl wir uns in der Zukunft befinden gleicht die Sprache eher der aus dem Mittelalter. Jedoch gibt es ab und zu auch modernere Dialoge. Die Erzählperspektive wechselt kapitelweise zwischen Männer, durch David, und Frauen, durch Juna, wodurch Einblicke in die Gedanken beider Geschlechter ermöglicht werden und die Handlung abwechslungsreich gestalten. Außerdem gibt es noch eine äußere Aufteilung in "Vermächtnis", "Verrat" und "Vergeltung", denen jeweils ein Dokument, aus der Zeit kurz vor den „dunklen Jahren“ vorangestellt sind und einen Einblick in die damalige Gesellschaft kurz vor dem Zusammenbruch geben. Es gelingt dem Autor Spannung aufzubauen, sodass man es bis zum Ende kaum noch aus der Hand legen konnte. Ergänzt wird der Text an passenden Stellen durch Shakespeare Zitate, die der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel folgen und von Ludwig Treck ergänzt wurden.

Mein Fazit

Ich bin von „Das verbotene Eden“ total begeistert, obwohl ich die Zustände die zwischen Männer und Frauen herrschen, sehr erschreckend und bedrückend fand. Auf beiden Seiten gab es Charaktere, die von ihrem Hass auf das andere Geschlecht dermaßen verblendet waren und alles dafür getan haben, dass dieser Hass vertieft wird. Das war für mich unbegreiflich! Zum Ende hin wird das Buch immer spannender, sodass man es fast nicht mehr aus der Hand legen kann. Ein Hindernis um das andere gilt es zu überwinden. Und selbst das Ende hat für mich den Spannungsbogen nicht abbrechen lassen. Es verspricht nur noch mehr Abenteuer. Ich hatte schon lange nicht mehr so einen Spaß beim Mitlesen und freue mich bereits jetzt schon den Folgeband “Das verbotene Eden: Logan und Gwen” zu lesen.

#9 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von Chianti 19.07.2013 13:02

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Vor 65 Jahren brach ein Virus aus, der dazu geführt hat, dass sich Männer und Frauen hassen und bekämpfen. Innerhalb weniger Wochen brach die Zivilisation zusammen. Kein Strom, kein fließendes Wasser mehr. Männer und Frauen leben strikt voneinander getrennt und dementsprechend niedrig sind die Geburtenzahlen.
In dieser Welt leben die Kriegerin Juna und der Mönch David. Ihnen wurde seit jeher eingeredet, dass das andere Geschlecht böse ist und man ihm nicht trauen kann. Doch als die beiden durch eine schicksalhafte Begegnung aufeinander treffen, wird alles woran sie bisher geglaubt haben auf den Kopf gestellt..

Thomas Thiemeyer hat eine Welt erschaffen, die mich von der ersten Seite gefesselt hat. Durch einen außer Kontrolle geratenen Virus ist die Zivilisation zusammengebrochen. Während die Männer in den alten Städten leben und noch an den wenigen technischen Gegenständen festhalten, die ihnen geblieben sind, haben die Frauen beschlossen auf diese Gegenstände wie Autos und Waffen zu verzichten und mit dem, was ihnen zur Verfügung steht in der Wildnis ein neues Leben anzufangen.
Ich fand die Welt sehr interessant! Es war mal etwas anderes von einer Welt zu lesen, die keinen hochmodernen Technikschnickschnack besitzt, sondern fast alles, was es an modernen Techniken gab, verloren hat. Dadurch wirkte diese Dystopie auf mich ein wenig wie ein historischer Roman, was sie zu etwas ganz besonderem gemacht hat. Das Szenario, das erklärt warum die Welt, die wir heute kennen nicht mehr existiert war wirklich hochinteressant. Ein Virus, der von Menschen entwickelt wurde und außer Kontrolle geraten ist, ist in heutigen Zeiten nicht abwegig oder aus der Luft gegriffen.

Die Geschichte wird sowohl aus David's als auch aus Juna's Sicht erzählt. Juna und David könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie, die starke Kämpferin, die schon mit ihren jungen Jahren als Heldin gilt und ein hohes Ansehen in der Gesellschaft der Frauen hat. David dagegen lebt sehr zurückgezogen in einem Kloster und ist schon voll und ganz damit zufrieden seine Bücher zu restaurieren. Beide sind sehr in ihrer Welt verankert, doch als sie sich begegnen, fangen beide daran zu zweifeln, ob das andere Geschlecht wirklich so schlimm ist. Diese Entwicklung kam nicht Schlag auf Schlag, sondern hat sich ganz langsam entwickelt, genauso wie die Liebesgeschichte zwischen den beiden. Diese langsame Entwicklung hat sehr gut gepasst und war nachvollziehbar und realistisch.

Der Schreibstil von Thomas Thiemeyer hat mir sehr gut gefallen. "Das verbotene Eden - David und Juna" ließ sich leicht lesen und war fast durchgehend spannend geschrieben. Am Anfang hatte ich leichte Probleme in das Buch hereinzukommen, weil ich mir die Welt von David und Juna noch nicht so richtig vorstellen konnte, eben weil die Welten der beiden so unterschiedlich waren.

Fazit:
Thomas Thiemeyer hat in "Das verbotene Eden - David und Juna" eine wirklich sehr faszinierende Welt erschaffen! Die Idee, dass Männer und Frauen erbitterte Feinde sind, fand ich interessant und gut umgesetzt. Die Handlung, sowie die Liebesgeschichte konnten mich fesseln und überzeugen. Das Ende war mir vielleicht etwas zu abrupt und ich hoffe, dass man in den nächsten Bänden erfährt, wie es mit David und Juna weitergegangen ist.
4 von 5 Sterne

#10 RE: Das verbotene Eden. David und Juna von BakaMonkey 15.03.2014 21:19

Auf dem Cover sind zwei Menschen abgebildet - der betende Mönch und das Mädchen mit einem Tattoo. Es ist super gelungen, denn die beiden stellen David und Juna genau so wie man sich die beiden auch vorstellt dar. Auch das Farbenspiel des Covers ist schön und ein echter Hingucker.
Nennenswert ist zudem die Innenseite des Buches. Dort findet man eine Karte zu den verschiedenen Lagern und kann sich die Gegend umso besser vorstellen.

Am Anfang muss man sich zwar in die Geschichte erst einlesen, aber der Schreibstil von Thomas Thiemeyer bleibt dennoch sehr angenehm und flüssig.
Besonders die wechselnde Erzählperspektive trägt sehr gut zum Verständnis der beiden Sichten bei – der Männer und Frauen.

Ich habe schon ein paar Dystopien gelesen, aber Thomas Thiemeyer beeindruckt seine Leser mit einer eher neuen Thematik - der Feindschaft der Männer und Frauen. Das weckte auf jeden Fall mein persönliches Interesse umso mehr.
Der Titel führt einen in die Irre, denn die Handlung hat überhaupt nichts mit der biblischen Geschichte, wie z.B. von Adam und Eva, zu tun. Vielmehr sind hier Parallelen zu Romeo und Julia von Shakespeare vorhanden: die Liebe zwischen David und Juna, die wegen der geladenen Feindschaft der Geschlechter gefährlich und verboten zugleich ist.
Thomas Thiemeyer erzählt sehr detailreich und schafft es, dass man sich seine dystopische Welt bildlich vorstellen kann. Besonders faszinierend fand ich seine Recherchen wie z.B. über die Rekonstruktion der Flugmaschine.
Auch wenn es eine ganz spannende und interessante Thematik ist, so fand ich seine dystopische Welt beängstigend und düster. Besonders schockierend fand ich die Lösung für den Nachwuchs: man verabscheut die Männer, aber stellt sich denen zur Verfügung. Wenn man das Kind zur Welt bringt und es ein Junge ist, so übergibt man es dann an die Männern…
Vorhersehbar ist hier nur, dass David und Juna sich verlieben und verbünden werden. Ansonsten lieferte der Autor viele unerwartete Wendungen und fesselnde Szenerien.
Der Autor schafft es Spannung beizubehalten, indem er nicht nur die Sicht der Frauen erzählt, sondern auch die der Männer. Dabei geht er ziemlich gemein vor, indem er das Kapitel mit einen Cliffhanger enden lässt und dann die Sicht wechselt.
Enttäuscht war ich allerdings am Anfang des Buches. Wie bereits erwähnt mag ich die detailreiche Erzählung des Autors, aber der Anfang hat sich sehr lange hingezogen. Man erfährt viele Hintergründe und bekommt ein genaues Bild von allem, aber für mich war es dann doch zu viel. In der ersten Hälfte des Buches haben die beiden Hauptcharaktere überhaupt nichts miteinander zu tun, außer das Juna den ruhigen David von weitem beobachtet und er ihr Bild von den Männern plötzlich in Frage stellt. Eine viel frühere Begegnung der beiden hätte nicht geschadet.
Die Liebesgeschichte von Juna und David fand ich sehr authentisch und geschmackvoll. Obwohl die beiden sich ziemlich schnell mochten, trotz des Hasses auf das andere Geschlecht, so waren ihre Annäherungsversuche doch eher vorsichtig, da die beiden erst lernen mussten sich gegenseitig zu vertrauen.
Der erste Teil der Eden Trilogie hat zwar ein grausames Ende, aber zugleich auch ein gutes, denn es lässt hoffen, dass es doch noch zum Bündnis der beiden Geschlechter kommen kann – somit gibt es, zum Glück, keinen Cliffhanger.

Die siebzehnjährige Juna ist nicht nur eine Kriegerin, sondern auch eine Heldin, die sich sehr für ihr Volk einsetzt. Zudem ist Juna auch eine sehr liebenswürdige und sympathische junge Frau. An ihrer Seite ist ihr Falke Camal, der ihr immer zur Hilfe eilt. Als sie David kennenlernt, beginnt ihr Hass gegenüber den Männern zu schmelzen und plötzlich erkennt sie was das einzig wichtige im Leben ist…
David hingegen ist ein sehr ruhiger Bücherwurm, der das komplette Gegenteil zu den gewalttätigen Männern in seinem Umfeld bildet. Besonders ist er von der Liebesgeschichte „Romeo und Julia“ fasziniert und schleppt das Buch immer mit sich, um in jeder freien Minute daraus zu lesen, obwohl Liebesromane verboten sind. Seine Liebe zu den Büchern macht ihn zu einem sehr charmanten Charakter. Dennoch ist er im Glauben, dass Frauen grausame Hexen sind. Erst als er Juna kennenlernt, die sich um ihn sorgt und ihm das Leben rettet und somit gegen die Gesetze verstößt, fängt er manches zu überdenken…

Fazit: Eine tolle Dystopie, die mit einer erschreckend guten und neuen Thematik überzeugt, auch wenn die erste Hälfte des Buches sich eher lange hinzieht.

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