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#16 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von shao 08.01.2012 12:29

Mittlerweile habe ich das Buch auch beendet und bin nach wie vor hin- und hergerissen.
Einerseits so eine schöne Sprache, ein Ende, das irgendwie wirklich passend ist, wo selbst der Verlust des Briefes von Midas sen. an Midas jun. passend und stimmig ist und kein so schlimmes Gefühl zurück lässt (hätte er eine Lösung gehabt, hätte er sie ja wohl genutzt, also ging es nur im Informationen)...

Andererseits so viele Stränge, die offen geblieben sind. Das Tier, das alles weiß werden lässt... Supi. Hatte das jetzt irgendeinen Sinn? Sowas stört mich, da frage ich mich, warum so viel Buch darauf verwendet wurde, wenn es letztendlich weder mit dem grundlegenden Problem, noch mit den Protagonisten irgendwas zu tun hatte.
Die Rinder waren da irgendwie eine nette Beigabe, wobei ich mir vorstellen könnte, dass gerade die den "Glasfluch" ausgelöst haben.

Wer weiß schon, ob Henry nicht Midas Mutter ein Rind geschickt hatte und Midas sen. hat es zerstört aus Eifersucht und mit dem Tod des Rindes fing sein Herz an, zu Glas zu werden? In Idas Hand ist der kleine Stier gestorben, auch wenn sie nicht Schuld war.
Und dass gerade in dem Gebiet, wo die Rinder nun leben, so viel Glas zu finden ist, ist sicherlich auch kein Zufall.

Letztendlich ist es für mich gefühlsmäßig in Ordnung, wie das Buch ausgegangen ist und dass das große "Warum" hinter dem Glas nicht erklärt wurde.

Nicht in Ordnung ist, dass ich mich bei der Nebenhandlung "seltsames weißes Tier" so im Stich gelassen fühle vom Autor. Was sollte das denn? *seufz*

Auf der anderen Seite wieder und immer wieder äußerst spannend, wie ruhig, sanft und schön sich das Buch lesen lässt, obwohl es fast ausschließlich von Trauer, Leid, Verlust und Tod handelt.
Da ziehe ich meinen Hut vor so viel handwerklichem Geschick und Talent

#17 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Gronik 08.01.2012 15:45

Das ist eine interessante Theorie mit den Rindern - aber warum wäre Henry Fuwa dann "immun"?

#18 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von shao 08.01.2012 15:53

Keine Ahnung, aber er scheint ja ohnehin einen besonderen Bezug zu Tieren zu haben, wenn man sich an die Kennenlerngeschichte zwischen ihm und Midas Mutter erinnert, wo er im Fluss stand und Fische mit der Hand gefangen hat, die sich nichtmal gewehrt haben.

Und die Rinder haben sich ihm ja angeschlossen, wenn ich das richtig verstanden habe. Vielleicht mögen sie ihn einfach

#19 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Quantaqa 08.01.2012 17:56

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Zitat von shao
Andererseits so viele Stränge, die offen geblieben sind. Das Tier, das alles weiß werden lässt... Supi. Hatte das jetzt irgendeinen Sinn? Sowas stört mich, da frage ich mich, warum so viel Buch darauf verwendet wurde, wenn es letztendlich weder mit dem grundlegenden Problem, noch mit den Protagonisten irgendwas zu tun hatte.


Für mich hat es einfach unheimlich viel zur Atmosphäre auf dieser Insel beigetragen. Dadurch wurde nochmal deutlicher, dass hier etwas ganz anders ist, dass diese Insel ihre eigenen Gesetze und Regeln hat.

Liebe Grüße
Jana

#20 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von shao 08.01.2012 18:21

Da haben mir schon das Glasfluch und die Rinder gereicht für

#21 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Carriecat 09.01.2012 18:39

Ich fand die verschiedenen unheimlichen Vorkommnise auch genial, weil sie die Spannung erhöht haben. Man hat ja immer gerätselt, ob nicht das eine oder das andere mit den Glasfüßen zu tun hat. Leider hat sich kein einziger Verdacht bewahrheitet und alle Spuren sind im Sande verlaufen.

#22 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Tina 09.01.2012 23:57

Ich habe mir alles noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Mit dem traurigen Ende habe ich mich angefreundet, aber ich fantasiere mir auch gerne Antworten zusammen:
Für mich hängt das Glas auch mit den Rindern zusammen, vielleicht ist das Fuwa erst später klargeworden.
Vielleicht auch deshalb immer wieder seine ,er könne nicht helfen ( weil er ja wusste, das die Rinder
der Grund waren). Vielleicht war er auch deshalb so entsetzt , als das Rind in Idas Hand gestorben ist.
Es war keine so tiefe Trauer um den Tod oder Angst vor Enddeckung der unbekannten Tierart.

Das Tier das alles weiß macht- es vernichtet alles Bunte ( Fröhliche an Mensch und Tier)
das es körperlich krank macht , stand doch nirgendwo(glaube ich). Es nimmt die Lebensfreude- eben alles Bunte, Unterschiede verschwinden.

#23 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Quantaqa 10.01.2012 08:27

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Hallo Tina,

eine spannende Sichtweise! Tja, über dieses Buch denkt man auch nach dem Zuschlagen noch lange nach ...

Übrigens möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei euch bedanken! Diese Leserunde macht richtig viel Spaß, da so viel diskutiert und gerätselt wird. Toll!

Viele Grüße
Jana

#24 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Carriecat 11.01.2012 20:26

Zitat von Tina
Ich habe mir alles noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Mit dem traurigen Ende habe ich mich angefreundet, aber ich fantasiere mir auch gerne Antworten zusammen:
Für mich hängt das Glas auch mit den Rindern zusammen, vielleicht ist das Fuwa erst später klargeworden.
Vielleicht auch deshalb immer wieder seine ,er könne nicht helfen ( weil er ja wusste, das die Rinder
der Grund waren). Vielleicht war er auch deshalb so entsetzt , als das Rind in Idas Hand gestorben ist.
Es war keine so tiefe Trauer um den Tod oder Angst vor Enddeckung der unbekannten Tierart.


Das habe ich auch vermutet, und tue es wohl immer noch, denn wir wissen es ja nicht.
Vielleicht weiß es Fuwa selber nicht und kann nur vermuten, dass Glas und Tod der Rinder zusammenhängen. Wo er die Tierchen aufgetrieben hat ist auch noch eine interessante Frage...

#25 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von savanna 11.01.2012 22:07

Also ich habe ja darauf gesetzt, dass das seltsame Tier, dass alles weiß werden lässt, was es erblickt, die rettende Lösung sein wird! Ich sah Ida schon schneeweiß, aber gesund mit Midas auf der Couch sitzen...

Dieses Ende hatte ich so garnicht erwartet: Zum einen, weil Erklärungen für die Glas-Krankheit fehlen, zum anderen, weil ich einfach mit jeder Seite wieder und wieder auf ein Happy End gesetzt habe! Dennoch finde ich den Schluss ziemlich grandios: Dass Midas nun Tauchen lernt, um die Unterwasserwelt kennen zu lernen, von der Ida so schwärmte und um möglichst bald auch da Tauchen zu können, wo seine gläserne Geliebte zu finden ist ... das hat mich wirklich berührt!

UND: Für mich steht Ali Shaw prompt auf der Liste der Autoren, deren neue Bücher ich sicher ebenfalls lesen möchte. Mich hat er mit seinem Debüt begeistert!

#26 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von savanna 11.01.2012 22:11

Zitat von Tina

Für mich hängt das Glas auch mit den Rindern zusammen, vielleicht ist das Fuwa erst später klargeworden.
Vielleicht auch deshalb immer wieder seine ,er könne nicht helfen ( weil er ja wusste, das die Rinder
der Grund waren). Vielleicht war er auch deshalb so entsetzt , als das Rind in Idas Hand gestorben ist.
Es war keine so tiefe Trauer um den Tod oder Angst vor Enddeckung der unbekannten Tierart.



Auf diesen Zusammenhäng wäre ich nie gekommen! Für mich eine interessante Schlussfolgerung, aber irgendwie fehlen mir dazu jegliche Hinweise im Buch...

Ich glaube eher, auch Fuwa weiß nicht um den Auslöser dieses Glas-Effektes, ist lediglich bei seinen naturwissenschaftlichen Forschungen darauf gestoßen. D.h. er kennt das Phänomen, kann es aber wie er selbst sagt auch nicht erklären.

#27 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von savanna 11.01.2012 22:17

Unschlüssig bin ich noch über die Entwicklungen Midas, was seine Liebe zur Fotografie angeht. Dass er seine geliebte Kamera durch die Küche wirft, lässt sich in dem Moment erklären, aber dass er sich scheinbar gänzlich davon abwendet, finde ich schon schade und für so einen Menschen wie Midas auch etwas zu extrem.

Sicher, er will durch die Erfahrungen mit Ida (und seiner eigenen, neuen Gefühlswelt) weniger der reine Beobachter durch das Objektiv sein, denn auch mal der Agierende ohne Kamera. Aber dennoch bricht doch eine Leidenschaft für Farben, Formen, Details nicht so rasch ab! Ist über diese Entwicklung keiner von Euch gestolpert?

#28 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Morgaine 12.01.2012 16:37

Sodale, nun bin ich auch (leider) durch mit dem Buch!

Auf den letzten 100 Seiten tut sich ja zwischenmenschlich noch mal eine Menge in verschiedenen Konstellationen. Sehr interessant!
Nach der zeimlich deprimierten Ankunft wieder zu Hause glaub ich gut und gerne, dass Midas nicht nach Besuch zu Mute war und schon gar nicht nach Besuch mit wortwörtlich schlagenden Argumenten!
Diese Szene hat mich heftig hin und hergerissen, denn ich weiss nicht so recht, ob da die Mittel den Zweck heiligen. Wann kann man einen guten Freund so sehr verprügeln, nur um wach zurütteln? Das fand ich etwas über's Ziel hinaus geschossen.
Auch der Wutausbruch von Midas, in dem er seine Kamera auf den Boden wirft, wirkte ziemlich unpassend, da die Kamera ja seine einzige große Liebe bis zu diesem Zeitpunkt darstellte.
Auffallend fand ich wie alle im Buch etwa zur gleichen Zeit desillusiniert wurden, Emiliana beichtet Carl und beide begreifen in dem Moment was es bedeutet. Ebenfalls Midas und Ida die nun spüren, dass es kein gutes Ende nehmen wird.

Ich fand die brutale Szene erschreckend in der Carl die Beine von Ida mit Gewalt anschauen wollte und in deren Konsequenz er nieder geschlagen wird. Warum konnte er das NEIN von Ida nicht einfach akzeptieren?
Eine besonders schöne Beschreibung fand den ersten Kuss und die poetische Aussage von Midas: "Seine Lunge fühlte sich mit Ida"! Welch symbolische Bedeutung, dass sie endlich geschafft hat in IHN hinein zu kommen, an seine Seele, sein Herz, seine Gefühle. Ein kleiner Satz der mich sehr gerührt hat :)

Ida's emotionale Stärke, die wie ich finde, mit zunehmender Vergläserung immer mehr in den Vordergrund tritt und die auf Midas abfärbt, ist gigantisch. Er tut Sachen (z.B. sich von seinem Vater, anhand der Sachen aus den Kisten, verabschieden; Sex; Bootsfahrt) die vorher nie denkbar gewesen wären und empfindet sogar Freude, Erleichterung und Zufriedenheit! Der gravierende Wandel auf den letzten Seiten war für mich ziemlich spannend und unerwartet es doch noch zu erleben.

Das kleine Stück Glück das sich gegen Ende doch noch einfindet und irgendwie alle anderen Charaktere ausblendet, hat sich gut angefühlt. Dennoch war mir klar, dass es wohl bald dem (bitteren) Ende entgegen geht.
Wie schnell Ida dann doch gänzlich zu Glas wird und wo es passiert, hatte ich aber so nicht erwartet.
Soll heissen, das Buch hat mich bis zur letzten Seite immer wieder gefesselt und nichts war vorher sehbar.
Ich lass es jetzt noch mal ein paar Tage auf mich wirken und vllt. seh ich dann noch andere Sachen, die mir jetzt gar nicht so aufgefallen sind.

Fazit: Mein erster Eindruck hat mich nicht getäuscht und ich bin hell auf begeistert von der Geschichte. :)
Danke nochmal für das Exemplar und die Eintrittskarte zur Leserunde

#29 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Morgaine 12.01.2012 16:56

Zitat von Gronik


.... So lässt mich das Ende etwas ratlos zurück - das Buch war wunderschön, aber am Ende bleiben doch reichlich Fragen offen. Wie wird man mit der Krankheit "infiziert", warum ausgerechnet Midas Vater und Ida und wer noch alles?....




Das stimme ich dir voll zu! Die Frage, warum Ida sich infiziert hat und wie/wo hätte ich auch gern aufgeklärt gewusst. Man hatte ja kurz den Anflug davon, als sie den Splitter beim Joggen entdeckt... da dachte ich es wird weiter ausgeführt.

#30 RE: 4. Abschnitt: Seite 301 bis 398 von Morgaine 12.01.2012 16:59

Zitat von Mustang

....Ein happy End hätte wirklich nicht gepasst, zumindest keins im klassichen Sinne. Es hat sich für alle was geändert und Midas´Leben hat sich auch sehr verändert, für ihn zum Guten.

Eine Geschichte die sicher lange nachwirkt!



Genau! Sehr schön gesagt Mustang :)

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