#1 Plauderecke mit Tim von Aphrodite 23.09.2010 09:20

Nun ihr Lieben,

auf Wunsch noch einen extra Thread in dem ihr alle Fragen an Tim stellen könnt, die nicht zum Buch "Der Minnesänger" gehören.

ACHTUNG!
Fragen direkt zum Buch bzw. zu bestimmten Handlungen von Figuren und dgl. bitte im jeweiligen Kapitelabschnitt stellen, damit nicht versehentlich gespoilert wird!

#2 RE: Plauderecke mit Tim von Tim Pieper 24.09.2010 16:06

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Hallo Jenny,

am besten komme ich zuerst nochmal auf deine Fragen zurück. Du wolltest wissen:

Zitat: "Was schreibst du gerade, was dürfen wir wann erwarten??
Und - das ist meine obligatorische LR-Frage, denn ich "sammle" Arbeitstitel: Stammt der Titel "Der Minnesänger" von dir oder gab es einen alternativen Arbeitstitel und würdest du uns den verraten?"


Tatsächlich arbeite ich gerade an einem neuen Roman. Allerdings ist noch nichts unterschrieben, demzufolge gibt es auch noch keinen Erscheinungstermin, so dass ich mich mit Inhaltsangaben etc. noch zurückhalten möchte.

Der Titel "Der Minnesänger" stammt von mir. Es gab Bedenken, ob sich ein männlicher Autor mit einem männlichen Titelhelden im Histo-Genre durchsetzen könnte, in dem es vorwiegend Leserinnen gibt. Zeitweilig wurde deshalb überlegt, ob dem Titelhelden noch eine Titelheldin hinzugefügt werden sollte wie z. B.: "Der Minnesänger und die Heilerin", aber sehr ernsthaft waren diese Gedankenspiele nicht, so dass es eigentlich keine echte Konkurrenz gab.

Liebe Grüße
Tim

#3 RE: Plauderecke mit Tim von Tim Pieper 24.09.2010 16:28

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Hallo zusammen,

nun zu unserem kleinen historischen Exkurs.

Schon im ersten Abschnitt des Buches wird die Ministerialität thematisiert. Was sind Ministeriale überhaupt?

Die Ministerialen bildeten die oberste Schicht der Unfreien. Ab dem 11. Jahrhundert kann man von einer Standesbildung der Ministerialität sprechen. Im niedergeschriebenen Dienstrecht der Bamberger Ministerialen 1061/62 wurde festgehalten, dass sie nur zu vornehmen Diensten herangezogen werden dürften: zum Kriegsdienst als Panzerreiter und zum Hofdienst als Truchsess (Aufseher über die Tafel und Vorsteher über die Hofhaltung), Kämmerer (der „Finanzbeamte“ am Hofe, Marschall (Reiseangelegenheiten und militärischer Kommandeur) oder Schenke. Andere Quellen bezeugen, dass sie schon früh Lehnsträger wurden. Praktisch war die Unfreiheit der Ministerialen im 13. Jh. kaum noch von der Freiheit der Edelleute zu unterscheiden.

Wenn man Hartmanns Werdegang begreifen möchte, ist es sehr hilfreich, wenn man sich die Hintergründe und das Wesen der Ministerialität veranschaulicht. Dazu würde ich euch gerne ein paar Fragen stellen, die z. T. bis zum Romanende immer wieder zu einem zentralen Thema werden:

Wie ist der "Stand" der Ministerialität eigentlich entstanden?
Wie ist das Verhältnis der Ministerialität zu den übrigen Ständen einzuschätzen?
Welche Schwierigkeiten ergeben sich daraus?
Und welche Folgen hat der neue Stand auf die Geisteshaltung der Menschen und auf die gesellschaftlichen Strukturen?

Ich würde mich freuen, wenn ihr euren Gedanken und Überlegungen einfach freien Lauf lasst.

Liebe Grüße
Tim

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