Hier muss ich mal ein Geständnis machen, das vielleicht ein bißchen lächerlich klingt oder unstellen könnte, ich hätte nicht aufmerksam genug gelesen. Aber tatsächlich spielten die Geschichten bis zum Froschkönig in meinem Kopf komischerweise alle schon irgendwie in mallorquinischem Ambiente. Dabei stammen sie ja noch aus Deutschland-Zeiten sozusagen. War mir auch bewusst, aber der Film in meinem Kopf war dennoch anders.
Ist mir auch später hin und wieder passiert, dass ich in den Süden gerutscht bin. Heißt für mich zum einen, dass die Geschichten tatsächlich überall auf der Welt spielen könnten, zum anderen, dass ich innerlich einfach zu sehr auf die auf Mallorca lebende Alisha fixiert war beim Lesen.
Aber das nur nebenbei.
Zu den Geschichten: Bei Safer Sex musste ich laut lachen. Das ist soooo typisch für viele Männer. Und beim Traumauto dachte ich sofort daran, was manche Kerle mit ihrem fahrbaren Untersatz kompensieren müssen. Gleich danach kam ja wieder mein Liebling Shandra - auch wenn er da gar nicht nett ist. Na ja, wer will schon Mäuse im Haus haben?
Beim geliebten Schuft hat mich die Grafik sofort angesprungen. Wenn der Kerl nicht die Augen eines Dämons hat, dann weiß ich es auch nicht. Dem würde ich nicht übern Weg trauen ... und mich dennoch Hals über Kopf verlieren. Die Bad Boys ziehen eben doch ... irgendwie ... *seufz*
Irritiert hat mich hier - und teilweise auch bei anderen Geschichten - dass sie ein eher offenes Ende haben. Sowas findet man selten. Wenn man mich fragen würde, sogar VIEL ZU selten. Logisch bleiben Fragen offen, aber hat es nicht auch einen großen Reiz, den Faden selbst weiterzuspinnen? Sich zu fragen, was man in der Situation jetzt machen würde, was die Autorin - oder die von ihr geschaffene Figur - wohl gemacht hat? Die Geschichten bleiben einem oft länger in Erinnerung, weil man sich intensiver damit auseinandersetzt. Einerseits ist das gewagt, weil die Leser ja damit verwöhnt sind, bis zu einem (meist auch noch möglichst schönem) Ende, jeden Roman und jede Kurzgeschichte vorgekaut zu bekommen und es vielleicht blöd finden, in der Luft hängen gelassen zu werden. Aber mir hat das gefallen.
Ladykiller war kurz und hat mich kopfschüttelnd lachen lassen. Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen würde, wenn mein Angebeteter mich wegen eines Typen (und dann auch noch einem guten Freund) sitzen läßt. Andererseits spiele ich ja auch als Autorin gerne mit homo- und bi-erotischen Nuancen und finde das sehr reizvoll. Kommt vermutlich sogar öfter vor, als man denken mag. Schließlich haben auch schon treusorgende Väter und Ehemänner ihre "andere Seite" entdeckt. Damit rechnet Frau jedenfalls sicher nicht.
Ach, und ich mag Jojo total gern. Wenn ich das richtig verstanden hab, gibt/gab es den ja wirklich. Seine Art zu sagen was er denkt und dabei - wenn auch nicht immer zartfühlend - den Nagel auf den Kopf zu treffen, gefällt mir total gut. Ich denke er wär ein Mensch den ich auf Anhieb mögen würde.
Zum Schluss die Zeitdiebe - eigentlich eine sehr tragische Geschichte, weil sie so real ist. Und wehe, man weist einen Zeitdieb auf sein "Vergehen" hin. Das geht ja mal gar nicht. Dann bekommt man wochenlang eine hohle Seite gemacht. Aber mal ehrlich, sollte man nicht genau darüber dann froh sein und die Zeit nutzen, die einem währendessen nicht mehr gestohlen wird?
LG
Tanya